Halldór Laxness: Salka Valka

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Halldór Laxness: Salka Valka
Verlag
ET (D)
1957
Ausgabe
Taschenbuch
Originaltitel
Salka valka
ET (Original)
1931
ISBN-13
9783869300108

Informationen zum Buch

Seiten
478

Sonstiges

Übersetzer/in
Erster Satz
Der Küstendampfer hält bei jedem Wetter seinen Kurs, gleitet zu der Mitte des Fjordes zwischen den Bergen hindurch, richtet sich nach Sternen und Gipfeln und versäumt es nicht, am festgesetzten Tag Oseyri am Axlarfjord anzulaufen, sondern läßt seine Sirene durch das Schneetreiben heulen.

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Das Mädchen Salka und ihre Mutter können froh sein, dass ihnen jemand Obdach gewährt. Auf ihrem Weg vom Nordland in die Hauptstadt sind sie in einem Fischerdorf hängengeblieben, in dem es schon genug Armut gibt. Bei dem Jungen Arnaldur lernt Salka lesen und erkämpft sich mit der Zeit den Respekt des Ortes. Jahre später wird Arnaldur zum Anführer der isländischen "Bolschewisten", die im Ort die neue Zeit herbeikämpfen. Bald ist vieles anders - aber ist es auch besser?

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Salka Valka

Mitten im Winter, kurz nach Weihnachten, gehen die kleine Salka und ihre Mutter Sigurlina in Oseyri am Axlarfjord an Land. Die Reise nach Reykjavik müssen sie abbrechen, da sie nicht mehr genug Geld für das Schiff haben. Doch der Empfang ist alles andere als herzlich. Zwar kommen sie die erste Nacht mehr schlecht als recht unter, aber der Rest des Dorfs tut sich mit den Neuankömmlingen schwer. Salkas Mutter nimmt eine Stelle als Wirtschafterin im Hof von Steinthors alten Eltern an, um sich und der Tochter eine Bleibe zu sichern. Ein geschickter Schachzug des alten Eyjolfur sorgt dafür, dass Salka Unterricht im Lesen und Schreiben beim Dorfbuben Arnaldur bekommt und eines Tages ergreift Salka selbst die Initiative: Um sich ein wenig Einkommen zu sichern, heuert sie in der Fischverarbeitung an.

Steinthor wird zu Salkas persönlichem Feind - während das Kind glaubt, dass Steinthor ihr die Mutter abspenstig macht, ist dieser eigentlich nur mit Sigurlina zusammen, um dem Kind nahe zu sein. Sigurlina spürt, dass Salka zu einer Konkurrentin um den Geliebten geworden ist, auch wenn Salka das gar nicht will und auch nicht versteht, was in den Köpfen der Erwachsenen vorgeht. Diese Konstellation treibt Sigurlina in den Selbstmord und Steinthor verlässt Oseyri für mehrere Jahre. Dafür kommt Arnaldur wieder, der im Ausland gewesen ist und von dort die Idee des "Bolschewismus" mit ins Dorf bringt und den Einwohnern die neue Wirtschaftsform als Allheilmittel gegen die Armut verspricht. Die herkömmliche Wirtschaftsform im Dorf, die vom lokalen Kaufmann Johann Bogesen geregelt wurde und vielen Einwohnern mindestens ein Existenzminimum verschaffte, scheitert, als das Dorf zunehmend Außenkontakt bekommt und nun ist Abhilfe gefragt.

Salka steht fortan zwischen den beiden Männern, die unterschiedlicher nicht sein können und die eine entgegengesetzte Auffassung vom Leben mitbringen. Hinzu kommt, dass Arnaldur der Kinderschwarm Salkas ist, während Steinthor Salka als Mädchen missbraucht hat. Im Dorf hat sich Salka in der Zwischenzeit eine unabhängige Position erarbeitet und beide Männer wollen sie auf ihre Seite ziehen.

Während sich die Geschichte klassisch wie eine Saga um die starke und tatkräftige Salka liest, steckt für meine Begriffe eine Menge mehr dahinter. Stets hatte ich das Gefühl, dass die wesentlichen Hauptpersonen symbolisch für verschiedene Arten der Wirtschaft und Lebensführung stehen. Der kämpferische Steinthor nimmt sich, was er will und braucht, der zu Geld kommt und das gezielt einsetzt, als Partner aber unzuverlässig ist; Arnaldur, der mit neuen politischen Theorien vom besseren Leben für alle ankommt, die beim Realisieren aber schon im Anfangsstadium arge Probleme bereiten, der nicht gerne für sich alleine steht, sondern nur in der Gemeinschaft stark ist. Und dazwischen Salka, gelassen und selbstbewusst, eine Frau, die das Leben nimmt, wie es ist und sich pragmatisch mit allem arrangiert.

Die Wahrheit liegt also wie so oft in der Mitte. Salka ist an Arnaldur gefühlsmäßig auf immer gebunden, aber zusammen leben können sie dennoch nicht. Der fordernde Steinthor kommt mit seiner Aggressivität jedoch genauso wenig weiter. Beide Systeme wechseln in Gestalt der Personen Steinthor und Arnaldur ab und beide kommen nicht endgültig zum Zug. Laxness verschafft keiner Idee die große Bühne und überlässt das Ende den Lesern. Die Lösung für die Wirtschaft und das Zusammenleben im Dorf muss vom Dorf selber kommen - die alten Wege funktionieren nicht mehr einwandfrei, die neuen Wege lassen sich nicht einfach importieren und ungeprüft übernehmen. Ein unendlich aktuelles Thema, wie ich finde.

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