Yann Martel: Schiffbruch mit Tiger

Yann Martel: Schiffbruch mit Tiger

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Yann Martel: Schiffbruch mit Tiger
Verlag
ET (D)
2003
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
Originaltitel
Life of Pi
ET (Original)
2001
ISBN-13
9783596156658

Informationen zum Buch

Seiten
382

Sonstiges

Erster Satz
Ich hatte so viel gelitten, ich war ein finsterer und trauriger Mensch geworden.

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Schiffbruch mit Tiger? Diese Geschichte würden Sie nicht glauben? Kein Wunder. Fantastisch. Verwegen. Atemberaubend. Wahnsinnig komisch. Eine Geschichte, die Sie an Gott glauben lässt. Pi Patel, der Sohn eines indischen Zoobesitzers und praktizierender Hindu, Christ und Muslim erleidet mit einer Hyäne, einem Orang-Utan, einem verletzten Zebra und einem 450 Pfund schweren bengalischen Tiger namens Richard Parker Schiffbruch. Bald hat der Tiger alle erledigt - alle, außer Pi. Alleine treiben sie in einem Rettungsboot auf dem Ozean. Eine wundersame, abenteuerliche Odyssee beginnt.

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Ich kann mich leider den vielen positiven Meinungen zu dem Buch nicht anschließen.

Das Buch beginnt ja noch ganz witzig mit einem Vorwort des vermeintlichen Autors, der auf der Suche nach einer guten Geschichte auf Pi Patel verwiesen wird und dessen Erlebnisse aufschreibt. Ich mag es gerne, wenn es eine "Geschichte in der Geschichte" gibt und sich auch der "Autor" immer mal wieder zu Wort meldet, wie es auch bei "Schiffbruch mit Tiger" der Fall ist. Leider ist dies nicht konsequent durchgezogen worden. Wie schokotimmi schon schreibt, fehlt am Ende auch ein abschließendes Wort des Autors und ein Kommentar über Pis Leben nach den Geschehnissen.

Die religiöse Seite der Geschichte wirkt konstruiert und wenig überzeugend. Der junge Pi kritisiert in einem Moment noch das Christentum und beschreibt, wie viel mächtiger hinduistische Götter sind und auf der nächsten Seite will er Christ werden. Ich konnte überhaupt nicht verstehen, was ihn so sehr daran reizt, Hindu, Christ und Moslem gleichzeitig zu sein und worin die Faszination an den verschiedenen Religionen begründet ist. Auch später spielen die Religionen keine große Rolle mehr, was die Frage aufwirft, warum diese Geschichte am Anfang so ausführlich erzählt wird.

Als der "Schiffbruch mit Tiger" dann richtig losgeht, habe ich mich nur noch gelangweilt. Das Buch reiht zusammenhanglose Ereignisse eines Schiffbrüchigen aneinander, auch der Tiger kann da keine große Spannung hineinbringen. Pi ist ein unsympathischer und nerviger Hauptcharakter und das Buch zieht sich endlos. Das Gemetzel der Tiere untereinander und die Art und Weise wie Pi Tiere fängt und erlegt sind übermäßig ausgeschmückt und für meinen Geschmack zu genau beschrieben. Auf diese unnötige Grausamkeit hätte ich gut verzichten können.

Erst gegen Ende kam wieder etwas Spannung auf, als die lange Zeit auf See Pi körperlich und geistig immer mehr verkommen lässt. Auch der dritte Teil war ganz interessant, konnte aber insgesamt meine Meinung über das Buch nicht mehr ändern.

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Ein fantastisches Buch - soviel Lob gleich vorneweg. Und das bei einem Thema, dass spontan eher an Mutlosigkeit und Verzweiflung denken lässt. Der kleine Pi tritt die überfahrt mit seiner Familie in eine neue Heimat an. Das Schiff sinkt allerdings und außer ihm und einer Handvoll Tiere überlebt keiner das Unglück. Pi treibt wochenlang auf dem Meer und muss seine eigene überlebensstrategie entwickeln. Denn außer ihm will auch ein ausgewachsener Tiger satt werden.

Martel hat einen sehr unterhaltsamen und lebhaften Schreibstil, er lässt keine Längen aufkommen und kondensiert 227 Tage überlebenskampf zu einer Mischung aus Unglück, Zufall, Scheitern, Glück und Zuversicht. Selbst wenn Pi auf dem unendlichen Ozean stunden- oder tagelang leidet, kann der Leser mit ihm empfinden, ohne selbst unendlich deprimiert zu sein. Pi findet aus seinem Unglück immer wieder heraus und meistert seine Situation mit einer ungewöhnlichen Durchhaltekraft und Weisheit. Er lernt, Trinkwasser zu gewinnen, Fische zu fangen und zuzubereiten und findet in diesen täglichen Routineabläufen immer wieder einen Ruhepol.

Auf ganz wenigen Seiten übrigens bekommt das Buch schließlich noch ein überraschendes Ende - die Geschichte von Pi erhält eine zusätzliche Dimension:

Wer die Geschichte als Geschichte liest, wird bestens unterhalten.

Wer die Geschichte als Parabel versteht, merkt spätestens am Ende, woran Martel mit seinem Buch apelliert.

Egal, wie man diesen Martel liest: Alle Leser bekommen eine höchst abwechslungsreiche, fantasievolle und wunderschöne Geschichte, die vielleicht zu einem zweiten Durchgang verleitet. Wer sich von den expliziten Hinweisen auf religiöse Inhalte im Klappentext abschrecken ließ, kann sich dennoch ans Buch wagen. Es gibt keine ausufernden Betrachtungen (wie sie z.B. Ecos "Der Name der Rose" charakterisieren). Der kleine Pi wächst einfach und selbstverständlich mit drei Religionen im engen Umfeld auf und schildert deren Eigenheiten und Traditionen. Nie setzt das Buch die eine über die andere oder wertet sie in irgendeiner Form. Ich fand eher, dass Martel alle Religionen gleichermaßen zutiefst schätzt, aber ihre irdischen Vertreter zwischen den Zeilen ein bisschen vorführt.

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Der schiffbrüchige Tiger war eines meiner Lieblingsbücher 2003. Viele Leser hat ja die Religionsthematik abgeschreckt, die auf dem Klappentext so stark herausgestrichen wird. Doch obwohl der Protagonist mit dem originellen Namen Piscine Molitor Patel, kurz "Pi" (oder von seinem Mathelehrer "3,14") genannt, sich das Beste aus drei Religionen herauspickt und gleichzeitig Christ, Hindu und Moslem ist, spielt diese Frage nur eine untergeordnete Rolle. Vielmehr geht es ums nackte Überleben auf einem Boot mit einer Hyäne, einem Tiger, einem Zebra und einem Affen ... und Martel verbindet meisterhaft die Schilderung der überlebensnotwendigen Tätigkeiten auf dem kleinen Boot mit philosophischen Gedankengängen über das Leben, Sterben und Überleben. Obwohl das Buch über weite Strecken nur einen einzigen Protagonisten (neben den Tieren) hat, ist es an keiner Stelle fade und langweilig, sondern lebendig und spannend erzählt.

Toller Lesestoff - und ein Wiederlesekandidat!

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Die Odyssee des Pi Patel, 227 Tage mit einem bengalischen Tiger auf einem Rettungsboot, ist nicht nur eine phantasievolle und wundervolle Geschichte.

Es ist nicht nur ein Abenteuer, das mich in den zu Jugendzeiten hundertmal gelesenen Robinson Crusoe zurückversetzte. Wer mag, kann Schiffbruch mit Tiger durchaus als einen bedeutenden Abenteuerroman sehen und lesen.

Es ist aber vielmehr auch eine Geschichte, bei der sich die Rädchen der Gedanken, sanft angestossen, zu drehen beginnen. Nicht selten lässt sie den Leser auch ratlos zurück. Auch das Ende weicht nicht von Spannung und Denkanstössen ab.

Yann Martel erzählt so packend und mitreissend, aber auch sanft und leise. Eigentlich widersprüchlich, aber von mir so empfunden. Ich kann dieses Buch jedem (!) nur wärmstens empfehlen. Bei mir erhält es einen Ehrenplatz und ich bin mir sicher, dass ich beim nächsten Lesen nochmals neue Gedanken finde.

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