Silke Schütze: Rosmarintage

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Silke Schütze: Rosmarintage
Verlag
ET (D)
2016
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783426514368

Informationen zum Buch

Seiten
304

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Sie gingen den kleinen Pfad hinauf zum Friedhof und erreichten die alte Mauer.

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Handlungsort

Kontinent
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An seinem 76. Geburtstag findet Max Engel im Internet die Liebe seines Lebens wieder, die Französin Rosalie. Also überredet er die unkonventionelle Altenpflegerin Tamara Finke, die in seinem Seniorenheim jobbt, mit ihm nach Südfrankreich zu fahren, um Rosalie zurückzugewinnen. Für beide beginnt eine Reise, auf der sie lernen, dass die Tage im Leben am schönsten sind, die nach Rosmarin duften.

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Lebe dein Leben!

Direkt zu Beginn konnte das Buch optisch Pluspunkte sammeln, die hübschen Rosmarintöpfchen am unteren Seitenrand jeweils zum Kapitelwechsel gefielen mir sehr gut, ich mag solche kleinen Gimmicks, die zeigen, dass der Layouter sich Mühe gegeben hat.

Das Buch beginnt dann in einem Altenheim, Max Engel hat sich dort nach dem Tod seiner Frau einquartiert, auch wenn er noch recht fit für sein Alter (Mitte 70) ist. Doch schnell ist er der Umgebung überdrüssig und beschließt, noch einmal seine erste große Liebe wiederzutreffen. Die wohnt in Südfrankreich und ganz alleine traut er sich die Fahrt dann doch nicht zu und so überredet er die aktuell extrem genervte, aber eigentlich sympathischste Altenpflegerin Tamara ihn zu chauffieren. Unterwegs gabeln sie noch einen niederländischen Studenten auf, der sich ihnen anschließt und ein trampender Junge kommt auch noch mit dazu.

Dieser gibt dann auch Anlass für einen Exkurs in den Gesprächen und Gedanken der Figuren, zur aktuellen politischen Situation in Bezug auf Migration und Flucht. Ich weiß nicht, ob mir diese Abschweifungen behagen, inhaltlich empfinde ich sie als „in Ordnung“, möglicherweise etwas zu tolerant weltoffen für den deutschen Durchschnitt, aber sie passen nicht in meine Erwartungshaltung von Friede, Freude, Eierkuchen, die ich an das Buch hatte. Ich hatte als einziges Konfliktthema etwas über den Umgang mit alten Menschen in Pflegeheimen erwartet. Das wird übrigens auch angesprochen, allerdings nicht sonderlich vertieft. Das ist auch das größte Problem, des Buches, die Autorin reißt viele schwierige Themen nur kurz an und da sich die Figuren dann auch noch größtenteils einig sind, kommt nicht einmal eine Diskussion in Gang.

In Frankreich angekommen, ergibt sich, nach ein paar Wendungen, dann ein wunderbares Sommerbild voller Rosmarinduft, so wie ich es eigentlich vom ganzen Buch erwartet habe. Man kann die Stimmung riechen, schmecken, spüren… Aber auch hierüber legt die Autorin einen Schatten, die Vergänglichkeit dieser Sommertage schwebt ständig über einem.

„Rosmarintage“ ist ein romantisch-trauriges Buch, in das die Autorin etwas zu gewollt zusätzliche Probleme eingebaut hat, als Fazit bleibt nur die Aufforderung: Bedenke, was dir wirklich wichtig ist, richte dich danach aus und lebe dann dein Leben und nutze jeden einzelnen Tag.

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Über die Liebe und das Leben

Inhalt
Der 76jährige Max Engel lebt in der „Seniorenresidenz am Park“, die er für sich JVA „Abendsonne“ nennt, weil er sich hier wie in einem Knast für alte Leute vorkommt. Es fehlen ihm Respekt und Menschlichkeit und deshalb will er schnellstens hier weg. Ein Ziel für seine Flucht hat er auch schon, denn er will nach Frankreich um einen besonderen Menschen aus seiner Vergangenheit zu besuchen.
Für die Umsetzung dieses Planes kann er die Pflegerin Tamara Finke gewinnen, die ihn spontan nach Frankreich begleitet, auf eine Reise durch malerische Orte und mit überraschenden Begegnungen.

Meine Eindrücke
In diesem Buch gibt es einige schöne Gedanken, die mir sehr gut gefallen haben. Besonders passend finde ich:

„Es ist verrückt, mit wie viel Gepäck wir alle unterwegs sind. Mit Gepäck meine ich nicht deine Yogamatte … Ich meine unser Lebensgepäck. Denk mal an uns vier gestern im Auto. In Wahrheit waren wir nicht nur zu viert. Es waren viel mehr dabei. Wir treffen nicht nur den einzelnen Menschen, sondern auch immer seine Geschichte…“

Und genau darum geht es in diesem Buch. Um die Geschichten aus der Vergangenheit, welche belasten und die wie eine offene Wunde immer wieder wehtun. Im Verlauf der Reise erfährt man wie unterschiedlich diese Wunden entstanden sind und es ist schön mitzuerleben, wie sie nach und nach heilen.

In mal leichtem und beschwingtem, dann wieder melancholisch schwermütigem Ton erzählt die Autorin die Geschichte von Max und seiner großen Liebe Rosalie, Tamara und ihren Träumen und Ängsten und noch von einigen Personen mehr, wie z.B. dem jungen Holländer Jakob, der sich den beiden auf ihrer Reise anschließt.

Besonders gut haben mir die Abschnitte mit Max und Rosalie gefallen. Hier gelingt es der Autorin eine ganz besondere Atmosphäre heraufzubeschwören und es zeigt sich ihr Gespür für Gefühle und ihr Talent diese zu formulieren.

Auf den 300 Seiten werden noch einige Themen mehr angesprochen, wie z.B. auch die aktuelle Flüchtlingsthematik, oder wie alte Menschen in Pflegeeinrichtungen behandelt werden, drei verschiedene Arten einen geliebten Menschen zu verlieren, die Ängste einer Mutter, Liebe trotz großen Altersunterschiedes, Diebstahl - und einiges mehr.
Diese Themen sind jedes für sich interessant und wurden gekonnt in die Handlung eingebunden, hätten aber mehr Raum verdient, damit man sich als Leser eingehender damit auseinandersetzen kann. Hier wäre weniger mehr gewesen.

Und so wie im Leben auch, gibt es in diesem netten Unterhaltungsroman lebhaftere und ruhigere Abschnitte und gerade in letzteren zeigt sich erneut das Können der Autorin, wenn sie z.B. einen heißen Sommertag beschreibt und man das Gefühl hat die Trägheit solcher Tage zu spüren.

Fazit: Eine unterhaltsame und nachdenklich stimmende Reise nach Frankreich, die dazu auffordert sich vom Ballast der Vergangenheit zu befreien und das Leben im hier und jetzt zu leben.

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Netter Roman

Max ist nach dem Tod seiner Frau Inge in das Altenheim Abendsonne gezogen und dort allerdings ziemlich unglücklich. Kurzerhand entschließt er sich, nachdem er kurz nach seinem 76 Geburtstag im Internet seine erste und einzige wirklich wahre Liebe Rosalie entdeckt hat, nach Frankreich zu fliehen. Zu Rosalie – um sie um Verzeihung zu bitten.
Er hat auch schon einen Plan ausgeklügelt und kann Pflegerin Tamara überreden, ihn im Auto nach Frankreich zu fahren. Auf der Fahrt lernen die beiden sich besser kennen und nehmen auch noch weitere Mitfahrer auf, so dass es bei der Geschichte teils recht „turbulent“ aber auch nachdenklich zugeht.
Wir erfahren, dass Max damals mit Rosalie immer zusammenbleiben wollte, sie jedoch nie wiedergesehen hat und nun hofft, gegen Ende des Lebens, vieles wiedergutmachen und erklären zu können.
Aber auch Tamara und später Jakob, die mit im Auto sitzen, fahren nicht ohne seelisches Gepäck. Und so ist das Buch auch ein Buch über menschliches Verhalten, Gefühle und eine Rückschau auf das Leben. Über Dinge, die man tun soll bzw. Wünsche zu denen man stehen und sich ggf. erfüllen soll. Und dass es im Leben lohnenswert ist, auch zweite Chancen zu nutzen, Durchhaltevermögen zu zeigen und, wie es so schön heißt auf S. 149: „Man sollte nie auf halber Strecke umkehren!“
Die Geschichte plätschert nett dahin, ein bißchen wie die Autofahrt nach Frankreich. Die Charaktere sind angenehm dargestellt und man kann ihnen und ihren Gedanken und Verhaltensweisen gut folgen. Einzig das Verhalten von Max Sohn Florian zum Ende des Romans kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Ohne hier jetzt spoilern zu wollen, kann ich dazu leider nichts näheres sagen. Aber merkwürdig fand ich eine Sache auf jeden Fall.
Das Ende ist von Anfang an vorhersehbar, dazu gab es schon einige Hinweise am Anfang des Buches, das tut dem Lesegenuss aber keinen Abbruch.
Was mich jedoch absolut gestört hat, sind die vielen Fehler im Buch. Das hat den Lesegenuss ziemlich eingetrübt.
Das Cover mit den kleinen Gießkannen und den unterschiedlichen Sträußen aus Kräutern hat etwas frisches, beschwingtes. Die geriffelte Oberfläche hingegen fühlt sich für mich irgendwie komisch an. Vor jedem Kapitel ist ein kleines Abbild eines Rosmarinbusches.
Alles in Allem hat mir die Lektüre gefallen und das Ende fand ich passend zur Geschichte.

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