Benjamin von Stuckrad-Barre: Soloalbum

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Mit "Soloalbum" ist mir ja mal was ganz was anderes in die Hände gefallen. Ein von Oasis besessener Musikkritiker, der von seiner Freundin per Fax verlassen wurde, zu sein ist ganz schön hart. Vor allem die verrückte Art, auf die der liebe Ben versucht, sich wieder in die Welt der Beziehungen einzugliedern ruft beim Leser ein Dauerschmunzeln hervor. Hat mir gut gefallen, wobei der beste Teil sicher die nach Oasis-Songs benannten Kapitel sind.
M
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Es ist schon traurig mit anzusehen, wie der Protagonist durch seine verflossene Liebe in Selbstmitleid ertrinkt. Dieses Leiden wird auf so gut wie jeder Seite direkt oder indirekt deutlich. Ob er nun über seine Gefühle zu Katharina spricht, sich an die alten Zeiten erinnert oder wie so oft einfach über jegliche gesellschaftlichen Strömungen und Eigenarten herzieht. Dies passiert so oft, dass der Leser auch wirklich das Gefühl bekommt, dass der Protagonist sich in einer tiefen Depression befindet. Ob aber dies ein einziges Ergebnis der Trennung ist, oder ob der Autor Benjamin von Stuckrad-Barre sich insgeheim nur einen Vorwand gesucht hat, um anderer Menschen Verhalten zu kritisieren, war mir persönlich nicht immer klar. Der Gedanke drängt sich beim Lesen gezwungener Maßen auf, da der Protagonist jedes noch so kleine Detail, sei es ein Werbeslogan, Sprichwörter, Musik oder das typische Verhalten von Menschen in bestimmten Situationen aufs Korn nimmt. Diese Art der Unterhaltung ist an einigen Stellen sehr humorvoll und passend, jedoch wird sie teilweise zu einer Tendenz, welche die ganze Geschichte überschattet und in ein „Meckern“ ausartet, sodass der Leser an der Seriosität des Autors zu zweifeln beginnt.

Auf der anderen Seite hat es Benjamin von Stuckrad-Barre geschafft, in einer Zeit in der die neue Literatur teilweise an Identitätsverlust leidet, also quasi ohne eine klare Richtung „schwimmt“, einen Roman zu schreiben, der eine größtenteils gerechtfertigte, und schon lang überfällige Gesellschaftskritik darstellt. Dies gelingt ihm sogar, ohne sich auf Althergebrachtes zu stützen, was ich persönlich nicht für ernst genommen hätte. Leider handelt der Autor für meinen Geschmack zu viele Themen auf einmal ab. Es kommt dann im besten Fall zu Aufzählungen, denen man noch folgen kann. Aber wenn das gleiche in Textform geschieht, dann verliert der Leser zusätzlich durch unnötige Gedankengänge des Protagonisten den Überblick bzw. das Gespür für die Stellen, die zu Interpretieren sind und jene, die nur zur Ausmahlung dienen. Zudem schafft der Autor des Buches, im Gegensatz zum Film nicht wirklich einen zusammenhängenden Handlungsstrang aufzubauen, was eine Interpretation des gesamten Werkes erschwert und dem Leser eine Art Willkür impliziert.

Alles in allem muss aber gesagt werden, dass dieses Buch hochunterhaltsam ist. Und das ist es auch, worauf der Autor abzielt: Gute Unterhaltung. Er spielt so gelungen mit Redewendungen und Wörtern, wie kaum ein anderer Autor der Popliteratur. Humorvoll ordnet er menschliche Eigenschaften Vornahmen zu, baut Wortspiele ein und kritisiert Prominente „bis aufs Blut“. Dies war es auch, was mich beim Lesen über die langen Gedankenbeschreibungen und Ausflüchte seiner Seele hinwegsehen lassen hat. Die Lust auf mehr von seinem unverwechselbaren Humor treibt den Leser quasi durch das Buch.
P
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