Stefanie Gerstenberger: Das Sternenboot

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Stefanie Gerstenberger: Das Sternenboot
Verlag
ET (D)
2015
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
ISBN-13
9783453291607

Informationen zum Buch

Seiten
512

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Dies wäre ein guter Moment, um zu sterben, dachte Flora, während ihr die Tränen über die Wangen liefen.

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Handlungsort

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Nicola kommt mit einem Lächeln zur Welt. Als Wunschkind seiner Eltern wächst er in einem kleinen Fischerdorf bei Palermo ärmlich, aber behütet auf. Stella hingegen, am selben Tag im selben Ort geboren, wird von ihrer Mutter keines Blickes gewürdigt. Die schöne Adlige hat wenig Verwendung für ein drittes Mädchen. So könnten Stella und Nicola nicht unterschiedlicher sein, und es vergehen Jahre, bis sich ihre Wege kreuzen. Doch diese Begegnung wird ihr Leben für immer verändern …

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Sonniges Sizilien mit Schattenseiten

Nicola und Stella kommen am selben Tag zur Welt. Doch die Vorzeichen ihrer Geburt und Kindheit könnten nicht unterschiedlicher sein. Nicola ist das absolute Wunschkind seiner Eltern und vervollständigt ihr Glück, obwohl sie nicht über große finanzielle Mittel verfügen. Stella hingegen ist die dritte Tochter, ihre adlige Mutter ist enttäuscht über eine weitere Tochter anstatt des ersehnten männlichen Erben und so lehnt sie das Kind von Anfang an ab.

Die Autorin lässt uns Leser daran teilhaben, wie diese beiden Kinder aufwachsen, wie sich ihre Kindheit und Jugend entwickelt. Es dauert lange, bis sich ihre Wege kreuzen, obwohl die Geschichte in einem kleinen Ort auf Sizilien spielt, doch zu groß sind gerade hier die gesellschaftlichen Unterschiede zwischen dem Sohn eines Polizisten und der Tochter eines Grafen. Doch zeigt der Verlauf der Handlung von Anfang an deutlich, dass es nicht darum geht, über wie viel Geld oder Titel eine Familie verfügt, sondern dass die wahren Werte ganz woanders liegen und man Glück nicht kaufen kann.

Der Leser begleitet Nicola und Stella, die es beide nicht leicht im Leben haben, denn beide Familien werden von Schicksalsschlägen getroffen.
Die Romane der Autorin spielen immer wieder auf Sizilien und die Insel bietet wie gewohnt eine farbenprächtige, sonnige Kulisse. Dennoch werden auch die Schattenseiten nicht verschwiegen, ärmliche Verhältnisse auf dem Land, Unterdrückung der Frauen und vor allem die allgegenwärtige Mafia, gegen die sich kaum einer aufzulehnen wagt – und wer es doch tut, wird schnell und hart bestraft, so dass die Furcht immer größer wird und die meisten sich lieber weiter ducken und resignieren.

Man merkt, dass die Autorin sich hier auskennt, Land und Leute sind wunderbar anschaulich beschrieben. Nicht nur die beiden Protagonisten, auch die meisten der Nebenfiguren standen mir während der Lektüre deutlich vor Augen und ich konnte ihr Handeln und Denken zwar nicht immer gutheißen oder persönlich nachvollziehen, aber dennoch war es für mich immer verständlich, warum die Figuren so handeln, wie sie es in der Geschichte tun. Das ist für mich ein großer Pluspunkt.

Aus der Buchbeschreibung geht es nicht hervor, aber es handelt sich um den ersten Band eines Zweiteilers, die Geschichte von Nicola und Stella wird 2016 fortgesetzt. Mit diesem Wissen war ich mit dem etwas abrupten Ende versöhnt und freue mich darauf, nächstes Jahr weiterzulesen.

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(Aktualisiert: 22 Oktober 2015)
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Eine tiefgehende sizilianische Familiengeschichte

Am 1. April 1947 werden Nicola und Maristella geboren. Ihr Geburtstag ist aber auch schon das einzige, was die beiden miteinander verbindet.
Während  Nico als absolutes Wunschkind bereits mit einem Lächeln zur Welt kommt,  wird die arme Stella von ihrer Mutter keines Blickes gewürdigt. Die Mutter kann ihr die schwere Geburt nicht verzeihen und dass sie schon wieder ein Mädchen ist. Jetzt muß sie ihrem Mann (den sie verachtet) erneut so lange beiliegen, bis endlich ein Sohn gezeugt wird.
Daher schiebt ihre Mutter Stella zu ihren Eltern und ihrer unehelichen Schwester ab. Aber dort bekommt sie wenigstens die Liebe, die ihr in ihrem Elternhaus versagt blieb.
Ab jetzt beginnt für beide ein sehr schicksalhaftes Leben, was mich zutiefst berührt hat.

Genauso wunderschön wie das Cover ist auch diese sizilianische Familiengeschichte.
Mit großer Spannung habe ich das Leben der beiden verfolgt, und konnte es gar nicht erwarten, bis die beiden sich begegnen.
Hier  ist Stefanie Gerstenberger wirklich eine wundervolle Geschichte gelungen, die meine ganze Gefühlspalette beansprucht hat. Die Protagonisten sind so lebendig und authentisch, haben viel Tiefgang, 
dass ich oft das Gefühl hatte, selber ein Teil der Geschichte zu sein.
Das Schicksal der beiden Kinder kann einen einfach nicht kalt lassen und ich habe mich oft gefragt, wie hartherzig kann eine Mutter sein?
Der Schreibstil der Autorin ist sehr flüssig, mitreissend und sehr bildhaft. Ich  hatte nicht nur das schönste Kopfkino sondern auch die tollsten Gerüche in der Nase. Nicos Tauchgänge wurden sehr lebhaft geschildert, dass ich  gleich Lust verspürte, mir die geheimnisvolle Unterwasserwelt selber anzuschauen.
Das Buch verbreitet einen ganz besonderen italienischen Flair. Ich konnte das Meer und das Salz riechen, spürte am Gaumen die wundervollen italienischen Gerichte und liebte die kurzen italienischen Sätze, die die Autorin öfters eingestreut hat. Ich finde diese Sprache einfach so schön und sie paßte ideal zu der Geschichte.

Nach "Orangenmond" was ich ebenfalls mit großer Begeisterung gelesen habe, ist dies mein zweites 5 Sterne Buch der Autorin, was ich unbedingt weiterempfehlen möchte.
Ganz besonders freut mich, dass es zu dieser Geschichte eine Fortsetzung geben wird. Bis dahin kann ich noch die anderen Werke der Autorin lesen, die bestimmt genauso schön sind, wie diese beiden Bücher. 

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Das Sternenboot

Nicola und Stella, die Hauptfiguren des Romans, kommen am gleichen Tag, dem 1. April 1947, zur Welt, doch während Flora und Tommaso, Nicolas Eltern, ihren kleinen Sohn mit Freude und sehr liebevoll empfangen, wird Stella in eine kalte Welt geboren, wo es von Seiten ihrer adligen Eltern keine Liebe für sie gibt. Ihre Mutter, unzufrieden mit ihrer Ehe und ihrem ganzen Leben, hatte alle Hoffnungen in die Geburt eines Sohnes gesetzt, aber es ist „nur“ ein drittes Mädchen geworden. Sehr bald kommt die Kleine in die Obhut ihrer Großeltern und ihrer Tante Assunta. Hier wächst sie, zusammen mit ihrem Cousin Lolò, in einer Atmosphäre von Zuneigung und Geborgenheit heran.
Nico ist noch ein Kleinkind, als sein Vater, der Carabiniere, bei einem Einsatz auf mysteriöse Weise ums Leben kommt. Von da an gibt es für Flora nur noch ihren geliebten Sohn, dem sie all ihre Fürsorge angedeihen lässt. Dass er sich für das nahe Meer, fürs Schwimmen und Tauchen begeistert, kann sie gar nicht verstehen, es bereitet ihr eher Sorgen, denn ständig fürchtet sie, dass Nico etwas zustoßen könnte.

Ihre erste Begegnung steht unter keinem guten Stern, denn Stella, mittlerweile von ihrer leiblichen Mutter in die Villa geholt und dort nur schikaniert, möchte fliehen und weiß nicht wie und wohin. Nico kann ihr nicht helfen, muss aber von da an ständig an das faszinierende Mädchen mit den traurigen Augen denken.
Immer wenn sich die Aprilkinder treffen, kommt es zu irgendwelchen Missverständnissen, und Stella bemerkt nicht, dass sich Nico in sie verliebt hat. Doch der gibt nicht auf, obwohl alles gegen diese Verbindung spricht und seine Liebe hoffnungslos scheint.
Wie es mit den beiden jungen Menschen weitergeht, darauf möchte ich hier gar nicht weiter eingehen, denn das muss man einfach selbst lesen! 

Ich habe alle bisher erschienenen Romane von Stefanie Gerstenberger gelesen, und sie haben mich alle fasziniert und begeistert. Auch bei diesem war es nicht anders. Ihr neues Werk spielt wieder in Italien, fällt aber ein wenig aus dem Rahmen, wenn man die anderen Bücher der Autorin kennt. Bisher spielten alle, mit diversen Rückblicken auf frühere Begebenheiten, größtenteils in der Gegenwart. „Das Sternenboot“ jedoch beginnt im Jahr 1947, in der Nachkriegszeit, und man verfolgt über die Jahre die Entwicklung der Protagonisten, wie sie langsam die Kinderschuhe abstreifen und zu jungen Erwachsenen werden. 
Wie die Autorin das Land und die Menschen schildert und ihre Geschichte erzählt, ist so lebendig und farbig, dass man sich fühlt, als wäre man mittendrin.
Es ist diese ganz besondere Art, Dinge und Stimmungen zu beschreiben, immer mit kleinen italienischen Kommentaren versetzt, die die Atmosphäre so plastisch und authentisch werden lassen.
Und dann gibt es auch die bedrohlichen Situationen, denn unter südlicher Sonne regiert die Mafia und versetzt die Menschen in Angst und Schrecken.
Ist die Geschichte auch oft tiefgründig und ein wenig melancholisch, gibt es doch auch die humorvollen Momente, wo man diese ganz besondere italienische Lebensart und Leichtigkeit entdeckt. Dieser Roman duftet nach Meer und Zitronen, er atmet sizilianische Luft, er berührt und er hat Seele. 

Ich muss gestehen, dass mich besonders der letzte Satz der Geschichte stark beunruhigt hat, denn er sagt so vieles aus, und doch weiß man nicht, wie man ihn einordnen soll. Was es mit dieser Bemerkung auf sich hat, werden wir erst im zweiten Teil erfahren, den es laut Aussagen der Autorin im kommenden Jahr geben wird. Aber bis zu seinem Erscheinen ist noch eine lange Zeit des Hoffens und Bangens, so dass wir Leser noch gewaltig auf die Folter gespannt werden. Ich kann es kaum erwarten!

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(Aktualisiert: 22 Oktober 2015)
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Sterne über Sizilien

Stefanie Gerstenberger - "Das Sternenboot" - Diana Verlag

Sizilien, 1948
Zwei Kinder kommen am selben Tag zur Welt. Nicola, Sohn des Marichallo und Stella, Tochter der Marchesa. Nicola komt in einer kleinen Wohnung mit Hilfe von schwatzenden Nachbarinnen zur Welt, die Freude ist groß. Stella tut in einer Villa ihren ersten Atemzug, hinter zugezogenen Brokat kann die Marchesa ihre Enttäuschung, über eine dritte Tochter in Folge, nicht mehr zurückhalten. Ohne die Kleine auch nur eines Blickes zu würdigen, gibt sie sie in die Hände ihrer Mutter. Beide Kinder wachsen in bescheidenen aber liebevollen Verhältnissen auf.
Der Marichallo ist ein unbestechlicher Polizist und die Mafia zahlt es ihm heim. Das Herz seiner Witwe Flora bricht, sie klammert sich an den 2jährigen Nicola. Nach dem Tod der Nonna, reißt die launische Marchesa 
ihre Tochter Stella wieder an sich, das Mädchen ist todunglücklich, sie wird gehalten wie Aschenputtel, Schwestern die sie schikanieren,  inklusive.
Bei Stellas Fluchtversuch lernen sich die beiden 10jährigen kennen, Nicola verliebt sich sofort in das charismatische Mädchen, sie will nichts von ihm wissen. All die ganzen Jahre  weiß er den Namen seiner zukünftigen Frau. Stella! Alles was er tut bekommt Form und Sinn. Das Tauchen, das Fischen, das Meer und auch die Schule. Als er eines Tages selbst ein Boot sein Eigen nennt, tauft er es Marestella, Sternenboot. Sehnsüchtig hofft er, dass die Sterne eines Tages nur für sie beide scheinen werden. Aber Stella will ihn nicht in ihrem Leben haben, ihre Mutter würde alles zerstören, was sie liebt, also liebt sie nicht.
Nicola gibt nicht auf und eines Tages kauft er einen Ring, mit den Koordinaten seiner Lieblingstauchstelle. 
Hier sagt er der Oberwelt, "Ciao" und kann sich an der reichen Schönheit der Unterwasserwelt nicht
sattsehen. Die Zeit steht still und er hört nur seinen eigenen Atem und sein Herz, dass für Stella schlägt.

Sizilianische Familiengeschichte, unterhaltsam und spannend, erdverbunden.
Eine Geschichte der Frauen, mit all ihren Ängsten und Hoffnungen. Leid. Liebe. Loslassen. Das kleine Glück.
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