Stephan Bartels: Vatertage

 
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Stephan Bartels: Vatertage
Verlag
ET (D)
2018
Ausgabe
Taschenbuch (Broschiert)
ISBN-13
9783453438989

Informationen zum Buch

Seiten
368

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Komisch, dachte Jarmmila, dass dieser Sommer so zu Ende geht.

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Handlungsort

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Dass er einen Vater hat, wusste Simon eigentlich schon immer. Nur dass er selbst Michael Petersen niemals so genannt hätte: Vater. Wer es fertigbringt, in neununddreißig Jahren nicht ein einziges Wort mit seinem Sohn zu wechseln, ist bestenfalls ein Erzeuger. Deshalb ist Simon auch ziemlich verärgert, als er in einem offiziellen Schreiben aufgefordert wird, monatlich € 697,69 Pflegebeteiligung für Herrn Petersen zu bezahlen. Simon fährt persönlich zum Amt, um Widerspruch einzulegen. Doch was er dort erfährt, stellt sein Leben vollends auf den Kopf. Anscheinend ist sein Vater nicht der einzige, der sich nie blicken ließ ...

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Ernste Thema in unterhaltsamer Hülle

?Simon lebt mit seiner Frau und seinen zwei Kindern zufrieden in Hamburg, bis ihn an einem Tag ein Brief vom Sozialamt erreicht. Sein Vater ist pflegebedürftig und er soll die Rechnung bezahlen. Doch Simon, der als Kind nur mit seiner Mutter aufgewachsen ist, fragt sich: Welcher Vater?


Mit humoristischer Art und Weise nähert der Autor sich in seinem neuen Roman "Vatertage" ernsten Themen. So wird eine (Nicht-)Beziehung zwischen Vater und Sohn thematisiert, einiges dreht sich um Sterbehilfe und um (arme) Schicksale in Pflegeheimen. Es gibt viele verschiedene Szenen, die die schwere Thematik auflockern, ohne dabei klamaukig zu werden. Oftmals musste ich beim Lesen schmunzeln oder sogar auflachen und nie war es geschmacklos. Der Schreibstil ist wirklich besonders hervorzuheben. Schon lange habe ich kein so sprachlich gut verständlich-modernes Buch mehr gelesen, was vor allem unterhält und wirklich witzig ist, aber dennoch weder langweilig noch albern wirkt.


Mit viel Liebe wurden auch die Personen gezeichnet, die sich vor allem durch einen starken Charakter auszeichnen. Diese tragen die Handlung des Buches. Denn rückblickend passiert eher wenig, aber durch viel Situationskomik und durch liebevolle Szenenbeschreibung wird es nie langweilig und bleibt spannend. Eine vierzig Jahre zurückliegende Rahmenhandlung ummantelt die Geschehnisse der heutigen Zeit und man erfährt als Leserin immer genau so viel, wie man braucht, so dass es auch da weiterhin spannend bleibt. In der Rahmenhandlung wird dabei das interessante Setting des Prager Frühlings aufgegriffen, so dass man auch noch ein wenig Historie mitgeliefert bekommt.


Ich kannte den Vorgänger "Dicke Freunde" nicht. Das hat meinem Lesevergnügen aber keinen Abbruch getan - im Gegenteil: Ich kann mich jetzt auf die Lektüre davon freuen. Denn eins steht für mich fest: Ich werde sicherlich mehr von Stephan Bartels lesen!

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Leseempfehlung!

Ein Zahlungsbescheid vom Sozialamt wirbelt Simons Leben ganz schön durcheinander. Plötzlich soll er fast 700 Euro pro Monat für seinen Vater Michael zahlen, der in einem Pflegeheim im Koma liegt. Für diese Ausgaben hat Simon nicht nur kein Geld, da er in Elternzeit zu seinem Töchtern schaut. Sondern erst mal auch keine Lust, da er seinen Vater Michael nur ganze drei mal in seinem Leben gesehen hat. Seine Mutter Jarmila ist ebenfalls entrüstet. Und will das Ganze auf ihre Art regeln.

Das Cover und auch das vordere Buch (Dicke Freunde) von Stephan Barrels suggerieren wieder eine humorvolle Geschichte. Dies trifft auch zu einem gewissen Teil zu. Der Wortwitz hier ist hervorragend, viele Male musste ich schmunzeln. Das Thema jedoch hat sehr viel Tiefgang und hat mich berührt und beschäftigt. Themen wie die biologische, psychologische und juristische Definition von einem Vater werden ebenso behandelt, wie Pflegeheimplätze, Sterbehilfe und Komapatienten. Und diese Themen sind halt nicht ( nur) heiter-locker-flockig. Mir haben die ernsten und nachdenklich machenden Untertöne sehr gut gefallen. Allerdings beherrscht der Autor die Gratwanderung zwischen ernsten Themen und witzigen Passagen sehr gut . So hat er es geschafft, mich gleichzeitig zu berühren und zu unterhalten. Regelmässig wurden Abschnitte aus der Jugendzeit von Jarmila, Simons Mutter, eingeschoben. Diese haben mich sehr gefesselt, denn sie spielen 1968 und behandeln unter anderem die Flucht von Jarmila nach Deutschland. Hier werden auch viele Fragen aufgeworfen, die mich durch das Buch getrieben haben. Für Spannung ist also auch gesorgt!
Simon ist in Elternzeit und seine Frau arbeitet voll. Sehr authentisch wird das Familienleben mit zwei kleinen Kindern geschildert. Und das keineswegs nur rosarot, sondern so wie es sein kann…anstrengend und Grund für Diskussionen zwischen den Ehepartnern. Auch Themen wie Vertrauen und Verbundenheit werden hier schön beschrieben.
Vielleicht ahnt ihr es schon. Ich empfand die Figuren durch und durch authentisch und habe ihnen ihre Handlungen abgenommen. Für mich eines vom Wichtigsten in einer Geschichte und hier hat Stephan Bartels die volle Punktzahl verdient.
Der Schreibstil gefiel mir ausserordentlich gut. So gut, dass ich nun noch "Dicke Freunde" nachholen werde!
"Vatertage" bedient viele Genres. Krimi, Humor, Unterhaltungsliteratur...und genau das macht dieses Buch so vielschichtig und interessant! Eine klare Leseempfehlung!

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Vatertage

Wie reagiert man auf eine Aufforderung des Sozialamtes, knapp 700 Euro monatlich für die Pflege eines Vaters zu bezahlen, den man nur drei Mal kurz gesehen hat, mit dem man nie gesprochen hat und der einem eigentlich auch nicht gefehlt hat? Moralisch oder menschlich gesehen ist so eine Aufforderung hart und unfair, juristisch allerdings völlig korrekt.

Auf alle Fälle bringt diese Mitteilung das ursprünglich recht beschauliche Leben von Simon Havlicek gründlich durcheinander. Neben der enormen finanziellen Belastung ist auch die emotionale Herausforderung nicht zu unterschätzen: wie soll man mit einem komatösen Vater umgehen? Macht es Sinn, „Kontakt“ oder „Beziehung“ zu suchen? Und wie soll man mit Geschwistern umgehen, von deren Existenz man bis jetzt überhaupt keine Ahnung hatte?

Das ist auch für einen ruhigen und überlegten Menschen wie Simon schon ein bisschen viel auf einmal. Dazu kommt noch seine tatkräftige Mutter, die ihre Meinung dazu in wenigen Worten klar zusammenfasst: „Ich bringe ihn um!“

Simon meistert diese Schwierigkeiten mit Hilfe von seiner großartigen Frau Anke, seiner Mutter Jarmila und deren Lebensgefährten Janko. Aber auch sein Freund Hotte, der schon in „Dicke Freunde“ an seiner Seite war, unterstützt ihn nach Kräften. Die beiden bilden übrigens ein so charmantes, liebenswertes und chaotisches Duo, dass ich diesen ersten Band unbedingt noch lesen muss!

In einem zweiten Erzählstrang wird die Geschichte von Simons Mutter, erzählt. Auch ihre Geschichte ist tragisch und spannend gleichzeitig.

Eigentlich sind es ja sehr ernste Themen, die hier angesprochen werden: Krankheit und Lebensqualität, Sterbehilfe, Pflegeheime und Pflegekosten aber auch Bedeutung von Vaterschaft und Familie. Aber Stephan Bartels schreibt leicht und unterhaltsam, versteckt ganz nebenbei buchfremde Kriminalkommissare und hat somit eine Geschichte mit zahlreichen humorvollen und warmherzigen Charakteren geschaffen, die ich gleich ins Herz geschlossen habe. Wortwitz und Situationskomik lockern auf, ohne die Geschichte dabei zu verblödeln.

Wegen des Covers und der Art, wie das Buch beworben wurde, habe ich mit einer lustigen und – ich gebe es zu – seichten Geschichte gerechnet! Glücklicherweise habe ich es trotzdem gelesen, denn es ist gute Unterhaltung mit Herz und Hirn! Empfehlenswert!

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