John Williams: Stoner

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John Williams: Stoner
Verlag
ET (D)
2013
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
Originaltitel
Stoner
ET (Original)
1965
ISBN-13
9783423280150

Informationen zum Buch

Seiten
352

Sonstiges

Originalsprache
amerikanisch
Übersetzer/in
Erster Satz
William Stoner begann 1910, im Alter von neunzehn Jahren, an der Universität von Missouri zu studieren.

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Handlungsort

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›Stoner‹ ist einer der großen vergessenen Romane der amerikanischen Literatur. John Williams erzählt das Leben eines Mannes, der, als Sohn armer Farmer geboren, schließlich seine Leidenschaft für Literatur entdeckt und Professor wird – es ist die Geschichte eines genügsamen Lebens, das wenig Spuren hinterließ.Ein Roman über die Freundschaft, die Ehe, ein Campus-Roman, ein Gesellschaftsroman, schließlich ein Roman über die Arbeit. Über die harte, erbarmungslose Arbeit auf den Farmen; über die Arbeit, die einem eine zerstörerische Ehe aufbürdet, über die Mühe, in einem vergifteten Haushalt mit geduldiger Einfühlung eine Tochter großzuziehen und an der Universität oft teilnahmslosen Studenten die Literatur nahebringen zu wollen. ›Stoner‹ ist kein Liebesroman, aber doch und vor allem ein Roman über die Liebe: über die Liebe zur Poesie, zur Literatur, und auch über die romantische Liebe. Es ist ein Roman darüber, was es heißt, ein Mensch zu sein.

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William Stoners Lebensweg scheint vorgezeichnet. Er wächst um die Jahrhundertwende auf einer Farm in Missouri auf und ist ein karges, von harter Arbeit geprägtes Leben gewohnt. Eines Tages wird er von seinen schweigsamen Eltern die Farm übernehmen und sie weiterführen, wie es eben so Tradition ist.

Doch dann bekommt er die Chance, auf die Universität zu gehen. Fast etwas widerwillig ergreift er sie und wählt, wie könnte es anders sein, Landwirtschaft als Studienfach. Der Literaturkurs, der zu den Pflichtfächern im zweiten Studienjahr gehört, erscheint ihm wie ein lästiges Übel, das es abzusitzen gilt - bis eines Tages der Knoten platzt und er auf einmal hingerissen ist von der großen, weiten Welt der Literatur. Er wechselt sein Studienfach, wird schließlich Literaturdozent an seiner eigenen Uni, lernt eine Frau kennen, die ihn fasziniert.

Ein strahlend erfolgreicher akademischer Held wird aber nicht aus ihm. Die Ehe mit Edith gleicht eher einem langen, zähen Ringen als einer liebevollen Verbindung, an der Universität gibt es Ränkespielchen und Rivalitäten, seine einzige Tochter entfremdet sich unter dem Einfluss ihrer Mutter von ihm. Wirklich glücklich ist William Stoner nur sehr selten.

So zusammengefasst klingt das alles furchtbar trist und fade, aber dieser vor wenigen Jahren erst wiederentdeckte Roman, der erstmals 1965 erschienen war, ist alles andere als das. Stoner ist keiner, der Bäume ausreißt, laut herumtönt oder sonstwie herausragt. Er gehört eher zu den Stillen, zu denen, die sich zwar nicht widerstandslos in alles fügen, was das Schicksal ihnen zumutet, aber auch nicht zu heftig dagegen aufbegehren. Er liebt die Literatur über alles und geht ganz in seinem Beruf auf, ist dafür aber oft mehr als ratlos seinen Mitmenschen gegenüber, die ihn mit ihren Launen und Intrigen überfordern.

Diese in leisen Tönen erzählte Charakterstudie fordert den Leser auf ganz sachte Art heraus. Man muss sich schon auf die entschleunigte Erzählweise und diese Hauptfigur, die nach außen hin sehr unauffällig wirkt, einlassen wollen. Stoner erlebt einige Dramen, insbesondere, was seine Ehe betrifft, aber nicht auf plakative Art, und scheut dabei häufig die Konfrontation, wo andere sie suchen würden, um reinen Tisch zu machen. Das ist manchmal schwer zu verstehen, doch sein Charakter wirkt in sich rund und glaubwürdig. Sein Leben ist unspektakulär, man bleibt jedoch trotzdem stets neugierig, was es als nächstes bringen wird.

Etwas problematisch empfand ich allerdings den Beginn seines Werbens um Edith. Dass zwei Menschen, die sich nur wenige Male gesehen und dabei auch noch kaum miteinander geredet haben, urplötzlich zu heiraten beschließen, wirkt selbst in der damaligen Zeit weit hergeholt.

Das bleibt jedoch der einzige Kritikpunkt in diesem ansonsten berührenden und ansprechenden Roman, den ich allen, die Bücher über "Menschen wie du und ich" mögen, in deren Leben nicht immer alles glattgeht, warm ans Herz legen möchte.

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Lesenwerte Alltäglichkeiten

Stoner wächst zu Beginn des 20. Jahrhunderts auf einer kleinen Farm auf und wird vom Vater aufs College geschickt, um dort Agrarwissenschaften zu studieren. Eine Pflichtvorlesung zu englischer Literatur wird zu einer Erweckungsveranstaltung für ihn: er wechselt das Studienfach. Den Rest seines Lebens wird er an der englischen Fakultät verbringen.

Bei seiner Neuauflage 2006 wird dieser vergessene Roman von 1965 als Meisterwerk gefeiert...
Solche Lobpreisungen ignoriere ich ja gerne, finde sie eher abschreckend, aber Cover und Titel haben mich von Anfang an angesprochen und nach einer positiven Besprechung in einem Blog habe ich dann doch zugegriffen. Ich kann schon verstehen, dass der Roman einen gewissen Abstand zum Erzählzeitpunkt brauchte, um lesbar zu werden, denn eigentlich ist er voller belangloser Alltäglichkeiten und von denen mag man wohl nur lesen, wenn sie für einen selber nicht (mehr) alltäglich sind.

William Stoners Leben kann man leider kaum als schön bezeichnen, doch er ist stoisch, die Unbilden des Lebens nimmt er so regungslos hin, wie ein Farmer schlechtes Wetter und ein schlechte Ernte hinnimmt. Weder seine unerträgliche, weil meiner Meinung nach psychisch kranke Ehefrau noch die Intrigen eines Kollegen können ihn aus seinem Trott reißen, Ausbruchsversuche sind nur von kurzer Dauer, dann gibt er auf und geht weiter den Weg des geringsten Widerstands. Davon zu lesen deprimiert einen schon und so tue ich mich mit einem Gesamturteil schwer. Schön oder angenehm war das Buch eigentlich nicht, trotzdem las es sich sprachlich ansprechend und ich habe mich nicht eine Minute gelangweilt. Für Leser, die sich von Normalität und realem, nichtssagendem Leben in einem Buch nicht abgeschreckt fühlen, durchaus eine Leseempfehlung.

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