Tanja Wekwerth: Das Leben ist ein Seidenkleid

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Tanja Wekwerth: Das Leben ist ein Seidenkleid
ET (D)
2018
Ausgabe
Taschenbuch (Broschiert)
ISBN-13
9783959671637

Informationen zum Buch

Seiten
304

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Mit den Fingerspitzen strich sie über den dunkelgrünen Samt

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Handlungsort

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Ein Kleid kann ein Leben verändern, sagt Maja. Jede Nacht sitzt sie allein an ihrer Nähmaschine und zaubert bestickte Mäntel oder raffinierte Röcke – die kaum jemand zu Gesicht bekommt. Dazu fehlt ihr der Mut. Bis sie sich mit Leonhard anfreundet, einem sanftmütigen älteren Herrn. Seit dem Tod seiner Frau Luise hat niemand mehr ihr Ankleidezimmer betreten dürfen, niemand außer Maja. Dort, zwischen Petticoats und Maßband, stellt sie mit Leos Hilfe bald fest, dass Lebensträume keinem Schnittmuster folgen.

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Das Schicksal hängt am seidenen Faden

Maja lebt allein und arbeitet als Verkäuferin in einem Warenhaus, aber das fühlt sich einfach nicht richtig an. Sie liebt schöne Stoffe und hat tausend Ideen im Kopf, was sie daraus mit Nadeln und Faden zaubern könnte. In ihrer Freizeit fertigt sie Modellskizzen an und schlägt sich oftmals die Nacht um die Ohren, um etwas Neues für sich zu schneidern. Denn Kleider machen Leute und sind die Haut, die der Träger von sich zeigt. Maja träumt schon lange davon, ihre Mitmenschen mit der richtigen Kleidung auszustatten, doch das letzte Quäntchen Mut zur Selbständigkeit fehlt ihr einfach noch. An den Wochenenden fährt sie Essen für Senioren aus, und bei einer dieser Auslieferungen lernt sie Leonard kennen, einen alten Gentleman mit Stil und Charme, aber auch mit einer gewissen Traurigkeit, die Maja anrührt. Die beiden freunden sich an, und Maja erfährt, dass Leonard seiner Frau Luise hinterhertrauert, die ebenfalls ein großes Stilgefühl besaß und den schönen Dingen nicht abgeneigt war. Als Leonard Maja erlaubt, Luises altes Zimmer zu betreten, glaubt Maja sich im Himmel: es ist voll von alten Schätzen, Schnittmustern und wunderbarer Kleidung und den passenden Accessoires. Leonard nimmt Maja ein Versprechen ab, denn er hat in ihr etwas erkannt, was Maja Mut kosten wird…
Tanja Wekwerth hat mit ihrem Buch „Das Leben ist ein Seidenkleid“ einen wunderschönen und gefühlvollen Roman vorgelegt, der den Leser von der ersten Seite an bezaubert und auch dann noch nachhallt, wenn die letzte Seite gelesen ist. Der Schreibstil ist flüssig, poetisch und emotional. Schnell findet sich der Leser an der Seite von Maja wieder, die sich während eines Jobs, der sie nicht ausfüllt, in eine Welt träumt, die sie aufblühen lässt. Majas Gefühle und Gedanken liegen vor einem wie ein offenes Buch. Gleichzeitig lässt die Autorin die wunderschöne Welt der Schneiderei in ihrem Roman auferstehen, lässt ihre Protagonistin schon am Stoff erkennen, was man daraus so alles an herrlichen Dingen entstehen lassen kann. Bereits die Beschreibung der Stoffe ist so bildhaft, dass man diese vor dem inneren Auge regelrecht vor sich liegen sehen kann. Ob es sich um Schnittmuster, Knöpfe oder Stoffe handelt, die Kreativität entsteht im Kopf.
Die Charaktere sind sehr liebevoll und detailliert ausgearbeitet, sie alle wirken aufgrund ihrer individuellen Eigenschaften so realitätsnah und authentisch, dass der Leser das Gefühl hat, sie persönlich zu kennen. Maja ist eine sympathische und zurückhaltende junge Frau, die ihr Dasein in der Damenoberbekleidung eines Kaufhauses fristet, dabei hat sie tausend Ideen im Kopf für wunderschöne Kleidung. Ein Stück Stoff zaubert ein Leuchten in ihre Augen und setzt ihre Phantasie in Gang. Sie wünscht sich nichts mehr, als eigene Kreationen zu nähen und den Menschen ein neues „Kleid“ bzw. Outfit zu verpassen, in dem die sich wohlfühlen und das ihre Vorzüge herausstreicht. Doch leider fehlt Maja noch die nötige Courage, um ihre Träume zu verwirklichen. Leonard ist ein stilvoller älterer Witwer, der nicht nur gut kochen kann, sondern auch den gewissen Weitblick und eine Weisheit besitzt, die seinem Alter und seinen Erfahrungen geschuldet ist. Er ist Maja ein Mentor und väterlicher Freund, der sich um sie sorgt und ihr versteckt Ratschläge und Denkanstöße bietet, die nach und nach in Maja Wurzeln schlagen. Jack ist der Enkel von Leonard, der als Architekt erfolgreich ist, aber in der Liebe die Niete gezogen hat. Majas Mutter ist eine selbstsüchtige Frau, die gleichzeitig missgünstig auf ihre eigene Tochter ist und ihr durch ihre kalte und berechnende Art zu verstehen gibt, dass sie Maja nicht unterstützt. Auch die anderen Protagonisten wie Freundin Nora, die Seniorengruppe, Norbert Blüm oder auch ihre Vorgesetzte aus dem Kaufhaus bringen weiteres Leben in diese wunderschöne Handlung und machen aus ihr eine rundum gelungene Geschichte.
„Das Leben ist ein Seidenkleid“ ist ein wahres Kleinod – eine Cinderella-Geschichte, die aus Liebe, Freundschaft, Zusammenhalt und Träumen besteht und das Herz warm hält, wenn es draußen eisig kalt ist. Dieses Buch kann man immer wieder lesen und wird von der Handlung zutiefst berührt und wie von einer warmen Wolldecke eingehüllt. Absolute Leseempfehlung für ein Highlight! Chapeau, hier stimmt wirklich alles!

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Der Stoff aus dem die Träume sind

Du hast eine Aufgabe zu erfüllen. Du magst tun was du willst, magst hunderte von Plänen verwirklichen, magst ohne Unterbrechung tätig sein – wenn du aber diese eine Aufgabe nicht erfüllst, wird alle deine Zeit vergeudet sein. ( Rumi – pers. Dichter)
Maja ist sich sicher: ein Kleid kann ein Leben verändern. Tagsüber arbeitet sie in einem Kaufhaus und bedient Kundinnen einer Damenabteilung – doch erfüllen tut sie diese Tätigkeit nicht. Fast jede Nacht sitzt sie jedoch an ihrer geliebten Nähmaschine, entwirft Schnittmuster und setzt ihre Träume in zauberhafte Nähkreationen um – die leider fast niemand zu sehen bekommt. Sie ist etwas schüchtern und außerdem fehlt ihr der Mut. Durch einen Wochenendjob lernt sie den älteren liebevollen und gutmütigen Herren Leo kennen. Sie freunden sich schnell an. In seiner Wohnung befindet sich ein Zimmer, das seit dem Tod seiner geliebten Frau vor vielen Jahren niemand mehr betreten durfte. Niemand, außer Maja… die mitten in ihrem Lebenstraum steht….

Meine Meinung
Tanja Wekwerth nimmt den Leser in dem Roman „Das Leben ist ein Seidenkleid“ mit in die Welt zauberhafter Stoffe und zarter Lebensträume. Bereits das Cover ist harmonisch, vintage schön gestaltet, sodass man sich schon beim Betrachten des Covers den Ort des Geschehens gut vorstellen kann.
Die Charaktere der Hauptprotagonisten sind liebevoll gezeichnet. Maja und Leo muss man einfach ins Herz schließen. Auch die anderen älteren Herrschaften die sich im Laufe der Geschichte als ganz liebevolle und hilfsbereite Menschen darstellen, sind sehr sympathisch. Jedoch ist das Verhältnis zu ihrer Mutter schon immer schwierig.
Maja arbeitet in einem Kaufhaus und bedient dort Kundinnen einer Damenabteilung. Ihr Beruf ist leider nicht gerade das, was sie glücklich macht. Hanneliese, ihre Vorgesetzte, ist eine frustrierte Mitarbeiterin und Vorgesetzte, die es Maja an allen Enden und Ecken in ihrem Arbeitsleben schwer macht. Sie lässt sie fast keine Minute aus den Augen und kontrolliert sie, soweit wie möglich. Ganz glückselig ist Maja, wenn sie nach Feierabend zuhause in ihrer Welt versinkt, sie zeichnet tolle Schnittmuster. Stundenlang und ganze Nächte verbringt sie an ihrer Nähmaschine und lebt still ihren Traum, von dem kaum einer etwas mitbekommt.
„Mode gibt mir die Möglichkeit, meiner Stimmung Ausdruck zu verleihen, im Einklang zu sein mit meinen inneren und äußeren Werten, mich der Welt zu zeigen, so wie ich mich fühle: verletzlich, fröhlich, mutig oder traurig.“
Eines Tages freundet sie sich mit Leo an - ein älterer liebevoller Herr. Die beiden verstehen sich auf Anhieb sehr innig und es kommt dazu, dass er zeigt, was sonst keiner durch seine jahrelange tiefe Trauer sehen durfte. Leo ist sanftmütig und wird ihr immer mehr ein guter Freund und Berater. Kompliziert wird alles, als Maja seinen Enkel Jack kennenlernt...
Das Buch hat für mich einen Haken… ich mag Seide nicht und schon gar nicht wenn ich sie anfasse, das empfinde ich sehr unangenehm, daher hätte ich dieser federleichten Geschichte einen anderen Namen gegeben.
Fazit
Diese leichte, verträumte Geschichte liest sich gut und schnell. Ein federleichter Roman für gemütliche Lesestunden ohne großen Tiefgang. Er zeigt Lebensträume und das es sich lohnt, sie zu leben und zu realisieren – ein echter Wohlfühlroman!

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Bonbonfarbenes Träumchen in Kitsch

Maja träumt lange schon davon in einer Boutique ihre eigene, selbst kreierte Mode an die Frau zu bringen und dadurch die Welt ein klein wenig besser zu machen. Denn sie glaubt fest daran, dass das richtige Kleidungstück seinem Träger Glück bringt und dessen Leben positiv verändern kann.
Allerdings steht es mit ihrem Selbstvertrauen nicht zum besten und sie macht sich selbst immer kleiner als sie ist. Bis sie den Rentner Leo kennen lernt. Der erkennt nicht nur Majas gute Seele, sondern auch ihr besonderes Talent, aus einen Haufen Stoff etwas wunderschönes zu schaffen.
Und dann hat Leo ja noch einen netten Enkel...



Es ist schon lange her, dass ich so etwas kitschiges gelesen habe. Dabei fing alles so schön an.

Der Leser lernt Maja kennen und ihre Liebe zur Mode. Die Autorin weiß, wie man mit Worten zaubern kann. Sie beschreibt ein Kleidungsstück so himmlisch schön, dass man es quasi auf einer duftenden rosafarbenen Wolke vor sich schweben sieht. In jeder kleinsten Kleinigkeit kann man es vor seinem inneren Auge sehen und man möchte nur noch seufzen vor lauter Verzückung. Das meine ich wirklich ernst, die Autorin kann echt gut mit Worten spielen.

Aber dann lernt man Maja noch ein kleines bisschen besser kennen. Ich habe noch nie mit einer Figur zu tun gehabt, die so liebenswert und so verdammt selbstlos ist, dass es fast schon lächerlich scheint. Immerzu möchte Maja helfen und immerzu möchte Maja weinen, wenn sie etwas schönes sieht, und tut es dann auch. Maja ist so sanft wie eine Feder die langsam zu Boden schwebt. Nichts traut sie sich zu, niemals lässt sie ein böses Wort fallen. Maja kann man einfach nur lieben, denn selbst ihre Stimme ist so weich, dass sie nur noch flüstert, wenn sie etwas unglaublich findet.

Ja, ich übertreibe jetzt ein wenig, aber so habe ich ihr ganzes Wesen in Erinnerung behalten. Sie ging mir, je mehr ich über sie las, einfach nur noch auf die Nerven.
Die einzigen Lichtblicke bei ihr sind für mich die Szenen im Kaufhaus. Sie arbeitet dort und muss sich jeden Tag mit seelenloser Kleidung und ihrer gemeinen Chefin herum schlagen. Die Chefin ist ebenfalls total stereotyp, aber wenigstens hat Maja bei der immer total freche und sarkastische Antworten parat. Leider spricht sie diese Antworten nie aus - natürlich nicht, denn Maja ist niemals frech - aber wenigstens hat man da nicht mehr das Gefühl, dass Maja perfekt ist, sondern ein normales menschliches Wesen, dass auch Abneigungen gegen andere Menschen entwickeln kann.

Überhaupt, die anderen Figuren: Die sind entweder total nett und voll verständnisvoll und so, oder sie sind böse und gemein. Dazwischen gibt es nichts. Leider macht das auch die Handlung total vorhersehbar.

Das Buch ist perfekt, wenn man Lust auf eine bonbonfarbene heile Welt hat. Das Buch ist auch perfekt, wenn man gerade ein besonders kitschiges Happy End braucht, weil die Woche ziemlich bescheiden war. Ansonsten kann ich das Buch leider nicht empfehlen, wenn man keinen Zuckerschock erleiden möchte.

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