Khaled Hosseini: Tausend strahlende Sonnen

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Khaled Hosseini: Tausend strahlende Sonnen
ET (D)
2007
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
Originaltitel
A Thousand Splendid Suns
ET (Original)
2007
ISBN-13
9783827006714

Informationen zum Buch

Seiten
381

Sonstiges

Übersetzer/in
Erster Satz
Mariam war fünf, als sie zum ersten Mal das Wort "harami" hörte.

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Handlungsort

Handlungsorte
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Die unehelich geborene Mariam wird mit fünfzehn ins ferne Kabul geschickt, wo sie mit dem dreißig Jahre älteren Witwer Rashid verheiratet wird. Zwanzig Jahre später erlebt Leila, ein Mädchen aus der Nachbarschaft, ein ähnliches Schicksal. Auch ihr bleibt keine Wahl: Nachdem ihre Familie bei einem Bombenangriff getötet wurde und sie erfährt, dass auch ihr Jugendfreund Tarik, den sie seit gemeinsamen Kindertagen liebt, angeblich ums Leben gekommen ist, wird sie Rashids Zweitfrau. In dem bis dahin kinderlos gebliebenen Haushalt bringt Leila nacheinander eine Tochter und einen Sohn zur Welt. Während der Taliban-Herrschaft machen Bombardierungen, Hunger und physische Gewalt das Leben der Familie zur Qual. Die Not lässt die an sich so unterschiedlichen Frauen zu engen Freundinnen werden und ihre Stärke schließlich ins Übermenschliche wachsen.

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Erzählt werden die Schicksale von Miriam und Laila. 2 Frauen in Afghanistan. Die Zeitspanne umfasst dabei die Jahre ab ca. 1965 bis fast in unsere heutige Zeit hinein. Man erlebt zusammen mit den beiden Frauen den Sturz durch die Russen, die Herrschaft der Russen, die Schreckensherrschaft der Taliban und schließlich gibt es einen ganz kleinen Ausblick auf die Zeit nach den Taliban.

Frauen hatten es in Afghanistan noch nie leicht, da die Doppelmoral der Afghanen und der teilweise irrsinnige Stolz der Männer den Frauen schon immer das Leben schwer gemacht haben. Der absolute Tiefpunkt aber der Frauenrechte erfahren die Frauen unter der Herrschaft der Taliban. Gleich nach der Machtergreifung bringen sie erstmal ein Manifest heraus, dass Frauen eigentlich das komplette Recht am Leben abspricht: Sie dürfen ohne männliche Begleitung nicht alleine auf die Straße, auf der Straße müssen sie komplett vermummt sein und der absolute Irrsinn ist, dass Frauen nicht arbeiten dürfen, sich aber Frauen nicht von Männern medizinisch behandeln lassen dürfen... Was bedeutet das???

Am Leben von Miriam und Laila erleben wir mit, wie doch teilweise hilflos die Frauen den Männern ausgeliefert sind und wie schwer sie es trotz der Gemeinschaft, die sie bald bilden, haben.

Miriam ist dabei von Anfang an nicht vom Glück begünstigt. Als uneheliches Kind hat sie es von Anfang an nicht leicht und wird schließlich gegen ihren Willen mit einem um einige Jahren älteren und v. a. sehr radikal eingestellten Mann verheiratet.

Laila genießt eine fast glückliche Kindheit in einer sehr offenen Familie. Die Mutter trauert zwar ihren Söhnen hinterher, aber der Vater unterstützt seine Tochter wo er nur kann und er prägt auch den Satz, dass es zumindest den Frauen unter der russischen Herrschaft um einiges besser ergeht, als vorher. Ohne zu wissen, wie es erst "danach" werden wird.

Trotz ihrer unterschiedlichen Herkunft verbünden sich die beiden Frauen schließlich und erdulden so gemeinsam Demütigungen, Schläge etc.

Während der Erzählung springt Khaled Hosseini zwischen den Erzählperspektiven und so erfährt man als Leser einmal die Sicht von Miriam und einmal die von Laila. Diese unterschiedlichen Erzählperspektiven haben bei mir noch zusätzlich dazu beigetragen, dass ich ziemlich gut mit den beiden Hauptprotagonistinnen mitleiden bzw. -fiebern konnte.

Alles in allem hat das Buch mich sehr bewegt, sehr mitgenommen und mir viel Stoff zum Denken hinterlassen. Die Sprache ist sehr einfach gehalten und viele Grausamkeiten werden gar nicht bis ins Detail geschildert, sondern nur über Randbemerkungen, fast Notizen erwähnt, haben aber für mich viele Dinge noch viel schlimmer gemacht.

Ein für mich sehr gelungenes Buch, dass mir, wie schon "Drachenläufer" die Geschichte Afghanistans um einiges näher gebracht hat, mir aber auch die Irrsinnigkeit und Grausamkeit der Taliban vermitteln konnte. Gleichzeitig aber auch ein Buch, dass die Zerrissenheit dieses Land gut darstellt und zeigt, dass es ein wohl noch ein langer Weg sein wird, bis das Land wirklich "frei" ist.

Für mich ein absoluter Buchtipp!

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”A Thousand Splendid Suns” von Khaled Hosseini erzählt die Geschichte zweier Frauen, die in Afghanistan leben. Mariam und Laila haben es nicht leicht. Sie gehören zwei verschiedenen Generationen an, die beide die selben Geschehnisse erleben müssen. Zu Zeiten des Krieges müssen sie mit großen Verlusten und Einschränkungen in ihrer Lebensweise klar kommen.

Viel mehr möchte zum Inhalt hier nicht sagen, da das Buch meiner Meinung nach von den vielen Überraschungen lebt. Ständig kommt es zu unerwarteten Wendungen, die die Geschichte einerseits spannender, andererseits aber auch realistischer machen. Hier hat man nicht das Gefühl, man lese ein Standardwerk, nein, hier liest man eindeutig etwas, was von Herzen kommt und was auf genau diese Art und Weise auch wirklich geschehen hätte können.

Der größte Pluspunkt sind die Charaktere. Vor allem Laila und Mariam sind mir sehr ans Herz gewachsen. Die beiden wirken so real, dass man sie am liebsten in den Arm nehmen würde. Sie taten mir sehr Leid, weil sie doch viel Schlechtes erleben mussten.

Ein Nebeneffekt des Buches ist natürlich, dass man einen Einblick in das Leben in Afghanistan bekommt. Vor allem aber erfährt man viel über das Leben der Frauen. Ich kenne mich nicht besonders gut mit den politischen Ereignissen aus, daher fand ich auch gut, dass alles relativ genau erklärt wurde und dennoch nicht Überhand nahm. Denn im Vordergrund steht hier die Geschichte der beiden Frauen, die aber natürlich durch politische Ereignisse geprägt ist.

Das Buch lag ziemlich lange auf meinem SUB, vor allem weil ich Angst hatte, es könnte zu schwierig sein. Aber das ist es definitiv nicht. Es ist sehr angenehm zu lesen. Die Sprache ist angenehm und wie gesagt, man braucht sich keine Sorgen wegen der Politik machen. Das hat der Autor alles gut gelöst.

An dieser Stelle würden jetzt normalerweise die negativen Aspekte kommen, aber mir fallen beim besten Willen keine ein.

Dieses Buch hat mich begeistert und berührt. Ein wahrer Buchtipp!

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"Drachenläufer", der erste Roman von Khaled Hosseini, war ein sehr gutes Buch und so konnte ich der Lektüre von „Tausend strahlende Sonnen“ natürlich nicht widerstehen. Mariam, die eine Hauptperson, ist die uneheliche Tochter eines reichen Mannes aus Herat. Als sie nach dem Tod der Mutter Halt bei ihrem Vater sucht, landet sie kurzerhand als Ehefrau eines Schusters im fernen Kabul. Ihr Ehemann entpuppt sich schnell als verbitterter Egoist, der die völlige Unterordnung seiner Frau fordert. Einige Jahre später, zu Bürgerkriegszeiten, nimmt er dann noch die verwaiste Tochter einer Nachbarsfamilie, Laila, als Zweitfrau auf, in der Hoffnung auf die Geburt eines Stammhalters. Zunächst ist die Beziehung der Frauen von Eifersucht geprägt, irgendwann jedoch schließen sie sich zusammen und versuchen zu entkommen, doch das Taliban-Regime lässt Frauen kaum eine Chance.

Der Autor wollte vermutlich einen möglichst großen zeitlichen Rahmen mit seiner Geschichte abdecken, deswegen hat er nach Mariams Hochzeit nur relativ kurz klar gestellt, wie das Verhältnis zwischen ihrem Mann und ihr ist (von Gleichgültigkeit und Gewalt geprägt) und sie dann für einen größeren Zeitsprung ignoriert und sich darauf konzentriert, Lailas Aufwachsen zu beschreiben, bis er die beiden Frauenschicksale dann zusammenführt. Das ist zwar verständlich, und für die Geschichte nicht schlimm, ich war trotzdem ein wenig enttäuscht, dass der Autor Mariam einfach so beiseite schiebt. Das ist natürlich Quatsch, ob er jetzt beschreibt wie sie lebt oder nicht, ändert nichts an ihrem Leben, und außerdem ist sie sowieso nur eine erdachte Figur, aber für mich wirkte es einfach wie ein "im Stich lassen".

Im Gegensatz zu seinem ersten Buch, "Drachenläufer", hat man hier stärker den Eindruck, dass die erzählte Geschichte auch tatsächlich eine erdachte Geschichte ist, es fehlen die Kleinigkeiten, die auf den biographischen Hintergrund hinweisen, vielleicht ist der Unterscheid auch hauptsächlich dadurch bedingt, dass dem Autor die Erlebniswelt der Frauen in Afghanistan nicht ganz so nahe ist, wie die eines kleinen Jungen. Bereits Drachenläufer wirkte an einigen Stellen zu konstruiert, dieser Eindruck ist bei „Tausend strahlende Sonnen“ noch stärker, hier wirken so einige Gegebenheiten extrem beispielhaft und scheinen nicht aus dem wahren Leben gegriffen, sondern nur zugunsten der Geschichte ausgedacht und zusammengeführt.

„Tausend strahlende Sonnen“ war durchaus ein interessantes und an so einigen Stellen auch ziemlich erschreckendes und bedrückendes Buch. Trotzdem ist es mir nicht so nahe gegangen wie "Drachenläufer" und erhält somit natürlich auch nur eine gute und keine überdurchschnittliche Bewertung von mir.

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Mariam wird 1959 in der Nähe von Herat in Afghanistan geboren, in der winzigen Hütte, die ihre Mutter bewohnt, seit sie von ihrem Dienstherrn schwanger geworden ist. Die uneheliche Geburt ist ein Makel, der Mariam für immer anhaften wird. Mit kindlicher Liebe hängt sie an ihrem Vater, der sie zwar immer wieder besucht, sich aber, wie sie später erkennen muss, nicht wirklich um sie kümmern will. Mit fünfzehn wird sie nach Kabul geschickt und mit Rasheed verheiratet, einem Jahrzehnte älteren verwitweten Schuhmacher, der von ihr nur eins will: einen Sohn.

Dort lebt ganz in der Nähe die kleine Laila mit ihrer Familie, Tochter eines Professors, dem die Ausbildung von Mädchen sehr am Herzen liegt, und einer Mutter, die nicht viel auf die alten Konventionen gibt und darum auch keine Burka trägt. Ihr bester Freund ist Tariq, der durch eine Landmine ein Bein verloren hat. Mit ihm teilt sie ihre großen und kleinen Geheimnisse, ihn liebt sie schon als kleines Mädchen über alles Doch als in Afghanistan Krieg ausbricht, ziehen Lailas Brüder in den Dschihad, gibt es Raketenangriffe, ändert sich das Leben von Grund auf.

Nach einigen schweren Schicksalsschlägen kreuzen sich die Wege von Mariam und Laila auf eine Weise, die beide nie so erwartet hätten …

Nach dem wunderbaren „Drachenläufer“ wieder ein mitreißendes Buch über Afghanistan, das Land, das über zwei Jahrzehnte lang von Unruhen und Kriegen geplagt war, über das Leid der Bevölkerung, für die Hunger, Verletzungen und Tod beinahe Alltag geworden sind, über unvorstellbare Zustände in der medizinischen Versorgung und in der Gesellschaftsordnung, über Fanatismus und Zwangsehen und nicht zuletzt über zwei sehr unterschiedliche Frauengestalten, die oft Stärke zeigen, obwohl sie innerlich vor Kummer und Schmerz vergehen möchten.

Das Buch entwickelt einen starken erzählerischen Sog. Je weiter die Handlung fortschreitet, umso weniger möchte man es aus der Hand legen. Obwohl – oder vielleicht gerade weil - das Leben, das da beschrieben wird, so unglaublich grausam und hart ist, hofft man mit Mariam und Laila auf ein Ende des Schreckens, auf einen kleinen Hoffnungsschimmer. Khaled Hosseini schreibt sehr emotional, meist ohne in Kitsch abzudriften, und ruft uns nach seinem Erstlingsroman erneut ins Bewusstsein, was in seinem Heimatland in den letzten Jahrzehnten geschehen ist – viel eindrucksvoller, als das Nachrichtenbilder je könnten.

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