Tessa Hadley: Damals

 
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Tessa Hadley: Damals
Verlag
ET (D)
2017
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
Originaltitel
The Past
ET (Original)
2016
ISBN-13
9783492057905

Informationen zum Buch

Seiten
384

Sonstiges

Originalsprache
englisch
Übersetzer/in
Erster Satz
Alice traf als Erste ein, doch als sie vor der Haustür stand, stellte sie fest, dass sie den Schlüssel vergessen hatte.

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Für einen Sommer kehren sie zurück in das alte englische Landhaus: Die vier Geschwister Harriet, Roland, Alice und Fran. Jetzt, in ihren Vierzigern und Fünfzigern, müssen sie entscheiden, ob sie das Haus ihrer Jugend, Erbe ihrer Vergangenheit, bewahren oder verkaufen sollen. Alice, gescheiterte Schauspielerin und unbelehrbare Romantikerin, bringt Kasim, den gerade erwachsenen Sohn ihres Ex-Partners mit, und Roland seine junge Tochter Molly, hübsch und unkonventionell. Sie alle zieht das alte Anwesen in seinen Bann, längst überwunden geglaubte Spannungen lodern wieder auf, und neue erotische Verwicklungen bahnen sich an. Doch auch dieser Sommer geht zu Ende, und über das Haus muss eine Entscheidung getroffen werden.

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Literarische Peepshow

Für drei Wochen im Sommer kehren vier Geschwister in das Haus ihrer Großeltern zurück. Zwischenzeitlich in der Mitte ihres Lebens angekommen, müssen sie gemeinsam entscheiden, was sie mit dem alten Landhaus anstellen wollen - verkaufen oder behalten.

Niemand ahnt zu Beginn, dass sich der erholsame Urlaub mit einem fälligen Beschluss zu einer Reihe dramatischer Ereignisse entwickeln wird.
Das Gebäude ist nicht mehr im besten Zustand, so dass die Entscheidung, sollte sie zugunsten eines Verkaufes fallen, relativ zügig erfolgen sollte. Diese über allen schwebende Frage zur Zukunft des Hauses, die Geschichten aus der Vergangenheit und die unterschiedlichen Figuren führen dazu, dass Tessa Hadley hier einen sehr eindringlichen Roman vorlegt, den man als psychologisches Portrait einer Familie verstehen kann.
Das Buch ist im Grunde in zwei Teile geteilt: im ersten wird der Urlaub der Geschwister gemeinsam mit einer Tochter im Teenager-Alter, zwei Kleinkindern und einem gerade erwachsenen quasi Ex-Stiefsohn geschildert, der zweite erzählt von der Kindheit der vier Hauptfiguren. Anfangs war ich etwas skeptisch, da mich die Vergangenheit im Vergleich zum aktuellen Geschehen nicht allzu sehr interessierte, aber dann habe ich begriffen, dass diese Passagen wichtig sind, um die Charaktere besser begreifen zu können. Und mit der ein oder anderen Seltsamkeit damals, habe ich mich immer mehr für die späteren Erwachsenen interessiert und mit ihnen gefühlt.

Die Autorin schaffte es, dass ich den Eindruck hatte, in die Köpfe der Handelnden blicken zu können. Nicht selten wird klar, dass Menschen häufig anders agieren als sie denken oder gar fühlen. Wir sind eben auch von anderen Dingen getrieben - nicht nur von unserem glasklaren Verstand. Faktoren wie der Familienfrieden, die eigene Privatsphäre oder der Versuch, anderen nicht auf dem Schlips herumzutrampeln, führen dazu - also lange nicht immer bösartige Absichten.

Tessa Hadley schreibt elegant, irgendwie natürlich und gleichzeitig literarisch. Irgendwo habe ich einen Vergleich mit Alice Munro und Anne Tyler gelesen - in meinen Augen gar nicht so weit hergeholt, auch wenn ich mich mit derartigen Aussagen selbst schwer tue.

Bei der Lektüre von „Damals“ habe ich mich phasenweise fast wie eine Voyeurin gefühlt - einfach, weil die Einblicke in die Gedanken der Protagonisten teilweise sehr persönlich, manchmal sogar regelrecht intim sind. Literarisch gekonnt.

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Familienbande

Die vier Geschwister in den 40ern und 50ern Alice, Roland, Fran und Harriet kehren für einen dreiwöchigen Urlaub im Sommer in das Haus der Großeltern und ihrer Kindheit zurück. Es ist ein altes renovierungsbedürftiges Pfarrhaus, und sie müssen gemeinsam entscheiden, ob sie es wieder herrichten oder verkaufen wollen. Die Geschwister reisen mitsamt Anhang an und bald schon zeigen sich die ersten Differenzen und Probleme untereinander sowie die Erinnerungen an die Vergangenheit und die Bindung zu dem Haus.
Tessa Hadley hat mit ihrem Buch „Damals“ einen sehr intensiven Roman über die zwischenmenschlichen Beziehungen einer Familie vorgelegt, der dem Leser regelrecht unter die Haut geht. Der Schreibstil ist ruhig und bildhaft, aber flüssig gehalten, was sehr gut zur erzählten Geschichte passt und oftmals fast poetisch wirkt. Die Autorin ergeht sich nicht in Detailverliebtheit, sondern lässt dem Leser genügend Raum für eigene Spekulationen und Gedankengänge, um kleine Lücken zu füllen, was das Lesen sehr unterhaltsam macht. Gleichzeitig hat man bei einigen Situationen oder Begebenheiten das Gefühl eines Déjà-vu, so bekannt kommen sie einem vor. Auch die Beschreibungen über das Haus und die nähere Umgebung sind sehr bildhaft und lassen diese vor dem inneren Auge des Lesers entstehen. Es gibt keinen großen Spannungsbogen, die Handlung und die Protagonisten liefern diese wie von selbst. Die Geschichte wird in zwei Ebenen erzählt, die eine handelt von der Gegenwart und dem gemeinsamen Urlaub der Geschwister mit ihren Familien. Die andere schildert die Vergangenheit der vier und gibt einen guten Einblick über deren Kindheit, ihr Leben und ihre verschiedenen Persönlichkeiten. Gerade die Geschichten der Vergangenheit bilden die Grundlage für das Verständnis für die einzelnen Personen und deren Handlungsweisen. Aufgrund dessen fällt es dem Leser leicht, mitzufühlen und sich in die Protagonisten hineinzuversetzen, die oftmals ganz anders agieren, als sie durch ihr Denken vorher impliziert haben.
Die Charaktere sind individuell angelegt und ausgearbeitet, so dass sie sehr wahrhaftig und authentisch wirken und dem Leser regelrecht in den Kopf kriechen. Man hat das Gefühl, ein Teil von ihnen zu sein. Harriet ist die Älteste der Geschwister und musste schon früh Verantwortung für alle übernehmen, weil die Mutter jung an Krebs verstarb und der Vater abgehauen ist, weshalb sie hauptsächlich bei den Großeltern aufwuchsen. Harriet ist sehr zurückhalten und wirkt oftmals hart und kalt. Roland ist zum dritten Mal verheiratet mit der Argentinierin Pilar, die es keinem der übrigen Geschwister recht machen kann und deshalb wie eine Außenseiterin behandelt wird. Alice ist ledig und hat den Sohn eines Liebhabers mitgebracht, während Fran mit ihren Kindern Ivy und Arthur aber ohne Ehemann Jeff anreist.
„Damals“ ist ein sehr tiefgreifender und lesenswerter Roman, In dem die Autorin gekonnt das Bild einer Familie auf ungewohnte Weise seziert, dabei aber gefühlvoll vorgeht und damit Leser bei der Lektüre regelrecht unter die Haut geht. Absolute Leseempfehlung für eine echte Entdeckung!

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Familientreffen für einen Sommer

Eine Familie - vier Geschwister und ihr Anhang unterschiedlicher Art - trifft sich nach langer Zeit in ihrem gemeinsam Haus. Viele Erinnerungen hängen daran, hier wurden gemeinsame Sommer verbracht und zwar nicht wenige. Auch an die Verstorbenen, die Mutter und die Großeltern, kann man sich an diesem Ort ganz besonders gut erinnern - wenn man will. Das ist nicht bei jedem so und zudem ist eine schwere Entscheidung zu fällen: soll das Anwesen verkauft oder behalten werden? Dafür gibt man sich etwas Zeit - einen ganzen, gemeinsamen Sommer.

Obwohl die Handlung nur an einem Setting und zu zwei Zeitpunkten stattfand, empfand ich den Roman als jahrzehntelanges Über-die-Schulter-Schauen bei einer englischen Familie über Generationen hinweg. Trotz des gekonnten Stils empfand ich dieses Buch als überaus anstrengend und habe es nach der Lektüre so erschöpft beiseite gelegt, als hätte ich den ganzen Tag körperliche Schwerstarbeit geleistet.

Für meinen Geschmack gibt Tessa Hadley zu viel preis, erzählt mitunter zu ausgiebig, bezieht zu viele Nebenfiguren mit ein - wobei das bei einer ganzen Armee von Hauptdarstellern eigentlich nicht verwunderlich ist. Dadurch kommt zwar ein Stimmungsbild zustande, das durch den Einschub aus der Vergangenheit mehr Kraft und Vehemenz erhält, mich jedoch relativ emotionslos zurücklässt. Und ich bin ganz sicher, dass dies gerade nicht die Intention der Autorin ist. Was Ian McEwan - an ihn fühlte ich mich aufgrund der Thematik erinnert - bei mir mühelos vermag, nämlich mich mit einer alltäglichen Problematik tief zu beeindrucken - das konnte diese Autorin nicht erreichen.

Dies ist der erste Roman der in ihrer englischen Heimat bereits seit längerem bekannten Autorin Tessa Hadley, der ins Deutsche übersetzt wurde. Aus meiner Sicht braucht nichts weiter nachgeschoben zu werden, da ich sowieso nicht zu den Büchern greifen werde, doch warne ich Sie: lassen Sie sich nicht zu sehr von meiner etwas mißmutigen Stellungnahme beeinflussen. Ich gebe zu, ich hatte entsprechend hohe Erwartungen und bin nun etwas enttäuscht. Aber es kann sein, dass dieser Stil, dieser Blick auf eine Familie, der in England durchaus Tradition hat - man denke nur an Jane Austen oder auch an Virginia Woolf - sie anders als mich zu fesseln oder gar zu beflügeln vermag!

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