Christine Kabus: Töchter des Nordlichts

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Christine Kabus: Töchter des Nordlichts
ET (D)
2014
Ausgabe
Taschenbuch (Broschiert)
ISBN-13
9783404168842

Informationen zum Buch

Seiten
560

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Eine Bewegung in ihrem Rücken, die sie mehr ahnte als sah, ließ sie innehalten.

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Handlungsort

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Oslo, 2011. Nora ist Mitte dreißig, als sie den Namen ihres Vaters erfährt: Ánok, ein samischer Student, der damals plötzlich aus dem Leben ihrer Mutter verschwand. Nora spürt, dass sie ihr Glück erst finden wird, wenn sie in die Heimat ihres Vaters reist. Doch die Sami und ihre Kultur erscheinen ihr lange fremd. Bis sie auf den charismatischen Hundezüchter Mielat trifft ... Finnmark, 1915: Mit neun Jahren endet das friedliche Nomadenleben des Sami-Mädchens Áilu: Auf der Wanderung zu den Sommerweiden wird sie von norwegischen Beamten verschleppt und in ein Internat gesteckt, wo sie zu einem zivilisierten Mädchen geformt werden soll. Tatsächlich verleugnet Áilu lange ihre Herkunft. Doch der Ruf ihrer Heimat lässt sich nicht für immer zum Verstummen bringen ...

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Töchter des Nordlichts

In „Töchter des Nordlichts“ entführt die Autorin Christine Kabus ihre Leser nach Norwegen und das in zwei unterschiedlichen Handlungssträngen.

Da ist zum einen Nora, die in der heutigen Zeit lebt und als Erzieherin ihren Lebensunterhalt verdient. Vor einiger Zeit hat sie sich mit ihrer Mutter überworfen, doch dann nähern sich die zwei Frauen einander wieder an und Nora erfährt endlich wer ihr leiblicher Vater ist. Gemeinsam mit ihrer Mutter reist sie in die alte Heimat des Vaters und findet dort ihre Familie und ihre Wurzeln. Doch alles ist so fremd und gewöhnungsbedürftig und Land und Leute, aber auch ihre Gefühle beherrschen Nora stärker als je zuvor.

Zum anderen lernt der Leser die neunjährige Áilu kennen, die als Sami mit ihrer Familie 1915 in der Finnmark ein Nomadenleben führt und während der Wanderschaft mit den Rentieren durch norwegische Behörden der Familie entrissen und in ein Internat gesteckt wird. Das Mädchen hat fortan unter Hunger, Schlägen und Einsamkeit zu leiden und muss erfahren wie wenig die Norweger von der samischen Kultur halten. Ihre Herkunft holt sie immer wieder ein, auch wenn sie zwischendurch Phasen des Glücks erleben darf.

Natürlich hängen die beiden Handlungsstränge zusammen und der Autorin gelingt hier eine perfekte Verknüpfung. Auch ohne diese Verbindung sind beide Geschichten für sich über viele Seiten hinweg einfach nur lesenswert und dabei sehr emotional und aufwühlend. Als Leserin habe ich mich gefühlt als wäre ich selbst vor Ort und würde diese fantastische Landschaft bereisen dürfen. Die Weitläufigkeit und die Natur waren auf jeder Seite sehr deutlich spürbar. In diese Geschichte muss man einfach versinken. Sie ist von der ersten bis zur letzten Seite ein wahrer Lesegenuss. Und natürlich kommt hier auch die Liebe nicht zu kurz, sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart.

Eine wundervolle Erzählung, die verdeutlicht wie schwer es die Urbevölkerung, die Sami, im Norden Norwegens gehabt haben und wie intensiv sich diese Konflikte auch noch in die heutige Zeit auswirken. Geschichte darf hier hautnah erlebt werden.

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Eine Liebesgeschichte im Konflikt zwischen Sami und Norwegern

Oslo 2011: Nora Nybol hat vor einem halben Jahr die Wahrheit über ihren leiblichen Vater erfahren: ihr Vater Ánok ist ein Sami und war die große Liebe ihrer Mutter, bis deren Vater alles daran gesetzt hat, diese Liebe auseinander zu bringen. Zusammen mit ihrer Mutter Bente macht sich Nora auf den Weg nach Nordnorwegen, um ihren Vater und dessen Familie ausfindig zu machen.
Finnmark 1915: Die neunjährige Áilu macht sich mit ihrer samischen Familie und ihrer Rentierherde auf den Weg nach Kautokeino zum Markt der Samen, als sie von norwegischen Beamten abgefangen werden, Áilu wird von ihrer Familie getrennt und in eine Schule gebracht. Das Heimweh nach ihrer Familie wird immer stärker und läßt den Gedanken an Flucht in ihr reifen.

Obwohl dieses Buch ebenfalls in Norwegen spielt und von einem Teil der Familie handelt, die bereits in „Im Land der weiten Fjorde“ ihren Auftritt hat, braucht man den ersten Band nicht gelesen haben. „Töchter des Nordlichts“ ist ein in sich abgeschlossener Roman, für den man keine Kenntnisse aus dem vorigen Buch benötigt.

Die Autorin teilt die Handlung in zwei Zeitstränge auf: einmal geht der Leser 2011 mit Nora auf die Suche nach ihren samischen Wurzeln, außerdem begleitet er den Werdegang des samischen Mädchen Áilu ab 1914. Die beiden Handlungsstränge wechseln sich kontinuierlich ab und vervollständigen das Bild, daß sich Nora bei ihrer Suche nach ihren Vorfahren immer mehr erschließt.

Die Charaktere sind wieder schön und abwechslungsreich gezeichnet, vorallem bei den Nebenpersonen gibt es ein paar Figuren, die mir besonders gut gefallen haben. Über Nora, die ich bereits aus dem ersten Band kenne, mußte ich manches Mal den Kopf schütteln, wenn sie sich wie ein Teenager und nicht wie eine Frau Mitte 30 verhalten hat. Wenn sie verletzt wird, zieht sie sich gerne zurück in ihr Selbstmitleid anstatt in die Offensive zu gehen und Probleme anzusprechen und zu klären. Dadurch kommt es das eine oder andere Mal zu Mißverständnissen, die vermeidbar gewesen wären. Sehr gut zum Ausdruck kommt ihre innere Zerrissenheit, je mehr sie sich mit der samischen Kultur beschäftigt: sie kommt sich manches Mal wie ein Tourist vor, der die Samen und ihr traditionelles Leben staunend betrachtet und ist teilweise sehr unsicher, wie sie damit umgehen soll. Sie ist auch unangenehm davon berührt, wenn es um Themen geht, bei denen die Konflikte zwischen den Samen und den Norwegern eine Rolle spielen, da sie durch ihre samische Herkunft die Dinge differenzierter sieht als früher.

Die junge Áilu macht für ihre neun Jahre ein sehr reifen Eindruck, was auch daran liegt, daß bei den Samen die Kinder so früh wie möglich im Alltag mithelfen mußten. Ihr Leben ist zwar hart, aber übersichtlich und ausfüllend, das Familienleben harmonisch, die Familienmitglieder können sich aufeinander verlassen. Umso härter trifft es die freiheitsliebende Áilu, als sie gezwungen wird, ihrer Schulpflicht nachzukommen und mit anderen samischen Kindern in ein Internat gesteckt wird. Dort sollen die Kinder mit Strenge und Disziplin zu Norwegern umerzogen werden, alles Samische soll ihnen ausgetrieben werden. Nicht nur bekommen sie norwegische Namen, es darf auch nur norwegisch gesprochen werden, obwohl die meisten Kindern kein Wort der Sprache können. Áilu hofft darauf, daß ihr Vater nach ihr suchen und sie aus dem Internat holen wird. Das Schicksal hält für sie einige Überraschungen bereit, positive und negative, sie versucht, ihren Platz in der norwegischen Gesellschaft zu finden, aber immer wieder bedroht ihre samische Herkunft Lebensglück.

Am Ende von Áilus Geschichte mußte ich mir die eine oder andere Träne verdrücken. Mir hat diese Familiengeschichte wieder sehr gut gefallen, vorallem auch, daß der Leser viel über die Samen und ihr Leben in Norwegen erfährt, vieles war mir davon nicht bekannt.

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Liebe unter den Polarlichtern…

Dies war mein erster Christine Kabus Roman und mit ihrer Art zu schreiben, hat sie mich einfach verzaubert. Nach Beendigung der Lektüre habe ich das Gefühl zwei gute Freundinnen, nämlich die beiden Hauptpersonen, verlassen zu haben.

In der Geschichte, die in Norwegen spielt, geht es um zwei Frauen, deren Schicksale miteinander verbunden sind. In der Gegenwart begleiten wir Nora Nybol, die mit Mitte 30 noch nicht den Partner fürs Leben gefunden hat. Zudem gilt es für sie ihre Familienwurzeln zu entdecken, denn ihr Vater, den sie bisher nicht kennengelernt hat, ist ein Sami. Wird sie seine Bekanntschaft machen dürfen bei ihrer Reise in den Norden? Und warum verdreht dieser Hundezüchter Mielat ihr nur so dermaßen den Kopf? In der Vergangenheit, in der Zeit um 1915, begleitet der Leser die 9 jährige Ailu. Diese wird von ihrer samischen Familie getrennt und muss sich nun selbst durchschlagen. Wird Ailu ohne ihre alles geliebte Familie je wieder glücklich werden können?

Der Autorin gelingt es vor allem die Geheimnisse des Landes Norwegen einzufangen. Man kann sich vieles bildlich vorstellen und sich ungemein gut in die handelnden Charaktere hinein fühlen. Ich habe bisher noch nie einen Roman gelesen, der in Norwegen spielt und bei dieser Lektüre lernte ich so einiges dazu. Zudem gleitet die Handlung niemals in Kitsch ab, es ist und bleibt immer eine wunderbare Liebesgeschichte, die man gebannt verfolgt.

Das Buch ist einfach ein wahrer Lesegenuss, selten hat mich das Schicksal von Romanakteuren so gefesselt und bewegt wie hier. Ein echter Schmöker, in dem man versinken und die Zeit und alles um sich herum vergessen kann.

Fazit: Für mich eine Entdeckung, die ich nicht missen möchte. Von dieser Autorin lese ich gern mehr und dieses Buch sollte man gelesen haben. Sehr empfehlenswert!

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Spannend und wunderschön!

Klappentext:
DURCH EIN JAHRHUNDERT GETRENNT, DURCH EINE GEMEINSAME GESCHICHTE VEREINT... Oslo, 2011. Nora ist Mitte dreißig, als sie den Namen ihres Vaters erfährt: Ánok, ein samischer Student, der damals plötzlich aus dem Leben ihrer Mutter verschwand. Nora spürt, dass sie ihr Glück erst finden wird, wenn sie in die Heimat ihres Vaters reist. Doch die Sami und ihre Kultur erscheinen ihr lange fremd. Bis sie auf den charismatischen Hundezüchter Mielat trifft... Finnmark, 1915: Mit neun Jahren endet das friedliche Nomadenleben des Sami-Mädchens Áilu: Auf der Wanderung zu den Sommerweiden wird sie von norwegischen Beamten verschleppt und in ein Internat gesteckt, wo sie zu einem zivilisierten Mädchen geformt werden soll. Tatsächlich verleugnet Áilu lange ihre Herkunft. Doch der Ruf ihrer Heimat lässt sich nicht für immer zum Verstummen bringen...

"Töchter des Nordlichts" von Christine Kabus ist die Fortsetzung zu "Im Land der weiten Fjorde", kann jedoch auch ohne Probleme gelesen werden, ohne den Vorgänger zu kennen.
Ich habe jede Minute genossen, in der ich dieses Buch gelesen habe. Mir gefallen Bücher besonders, die zwei verschiedene Handelsstränge in zwei verschiedenen Zeitebenen haben, die jedoch irgendwie miteinander zu tun haben. Genau das ist hier bei diesem Buch zu finden. Beide Geschichten sind unglaublich spannend und macht es Spaß, sie zu lesen. Es passieren immer wieder unerwartete Dinge, die zur Spannung beitragen. Einen weiteren Pluspunkt gibts von mir, da sich die beiden Geschichten nicht nur was die Zeit, in der sie spielen, betrifft, sondern auch die Protagonistinnen. Denn die beiden sind komplett unterschiedlich, jedoch beide sehr sympathisch und liebenswürdig.
Auch der Sprachstil und die Idee zum Buch haben mir sehr gut gefallen. "Töchter des Nordlichts" lässt sich flüssig und locker lesen und es macht unglaublich Spaß, einige Zeit mit Ailu und Nora zu verbringen.

Deshalb erhält "Töchter des Nordlichts" von mir 5 von 5 möglichen Punkten. Absolute Leseempfehlung!

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