Umberto Eco: Pape Satàn

 
5.0
 
0.0 (0)
915   1  
Bewertung schreiben
Add to list
Umberto Eco: Pape Satàn
Untertitel
Chroniken einer flüssigen Gesellschaft oder Die Kunst, die Welt zu verstehen
Verlag
ET (D)
2017
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
Originaltitel
Pape Satàn Aleppe
ET (Original)
2016
ISBN-13
9783446254428

Informationen zum Buch

Seiten
224

Sonstiges

Originalsprache
italienisch
Übersetzer/in
Erster Satz
Vorgestern hat mich ein Interviewer gefragt (wie es viele tun), welches Buch mich in meinem Leben am meisten beeinflusst habe.

Kaufen

[Werbung / Affiliate-Link]

Bei Amazon kaufen Bei Booklooker kaufen Bei LChoice kaufen

Handlungsort

Handlungsorte
Karte anzeigen (Gesamtübersicht)

Menschen, die ihre Handys verschlingen, Bücher, die die Existenz Napoleons bestreiten und Seeräuber, die vorbildliche Kapitalisten abgeben – so absurd die Phänomene der modernen Gesellschaft erscheinen mögen, sie werfen dringliche Fragen auf: Blüht auf dem Boden einer überkorrekten Politik ein neuer Rassismus? Kann man sich im digitalen Dschungel durchschlagen, ohne völlig den Kopf zu verlieren? Ecos Antworten lassen das Röntgenbild einer modernen Gesellschaft entstehen, sie sind ein letztes Geschenk an seine Leser – scharfsinnig, witzig und immer erhellend. „Pape Satàn“ ist ein Buch, das belebend wirkt wie ein gutes Gespräch, und es ist eine Liebeserklärung an das Lesen.

Autoren-Bewertungen

1 Bewertungen

Gesamtbewertung 
 
5.0
Plot / Unterhaltungswert 
 
5.0  (1)
Charaktere 
 
5.0  (1)
Sprache & Stil 
 
5.0  (1)

#1 Rezensent
Zeige alle meine Rezensionen (1135)
Gesamtbewertung 
 
5.0
Plot / Unterhaltungswert 
 
5.0
Charaktere 
 
5.0
Sprache & Stil 
 
5.0

Ein wichtiges Buch, gerade in unserer von Medien geprägten Welt

"Pape Satàn" - die letzten Worte eines der größten Schriftsteller unseres Jahrhunderts. Eco will mit dieser nach seinem Tod erschienenen Kolummnensammlung zum Nachdenken anregen und beschwört vergangene Zeiten hervor. Direkt nach Verkaufsstart wurde es zum Bestseller in seinem Heimatland Italien - es verkaufte sich sage und schreibe über 75.000 Mal alleine am Tag der Veröffentlichung. Ein Jahr nach seinem Tod erschien es in der deutschen Übersetzung.

Seine Gedanken sezieren unsere moderne Gesellschaft auf gewohnt humorvolle und pointierte Art. In der Einleitung geht Eco auf den Titel des Buches ein, der im italienischen Original "Pape Satàn Aleppe. Cronache di una società liquida" lautet. Im Laufe der Jahrhunderte haben viele Experten versucht, den Ausruf des Unterweltgottes Pluto aus Dante Alighieries "Göttliche Komödie" (VII. Gesang) zu interpretieren. Keinen richtigen Sinn ergeben sie, meinten wohl aber jegliche Arten von Teufeleien.

Die im Buch enthaltenen Kolummen wurden seit zwischen 2000 bis 2015 im Nachrichtenmagazin "L'Espresso" veröffentlicht. Allesamt beklagen sie nichts Neues: Populismus, Empörungskultur, Werteverfall, aber auch Rassismus, Massenmedien - und dass Bücher früher nicht aus dem Internet heruntergeladen, sondern auf schönem Papier gedruckt wurden. Dabei spart Eco nicht mit Wehmut und Nostalgie und schwelgt in Erinnerungen an die gute alte Zeit, in der christliche Werte noch etwas galten.

Interessant wird es, wenn Umberto Eco einerseits vor dem wachsenden Rassismus warnt, andererseits sich aber auch gegen Political Correctness ausspricht. Eine falsch verstandene Rücksichtnahme, die Diskussion auf Augenhöhe verhindere und Tabus erschaffe. Nachdrücklich streitet er für mehr Respekt und Toleranz und wenn man seine Kolumnen liest, weiß man: Das eine schließt das andere nicht aus.

"Pape Satàn" ist ein in mancher Hinsicht kontrovers zu lesendes Buch, aber erhellend und so klug, dass es auf jeder Seite das Nachdenken der Leserinnen einfordert. Ein wichtiges Buch, gerade in unserer von Medien geprägten Welt. Man muss nicht allem zustimmen. Man sollte aber über alles nachdenken.

„Pape Satan, alepp; pape Satan!“
Fing Plutus an mit rauher heisrer Stimme.
Doch er, der alles wohlverstand, begann

Mich zu ermutgen: „Lass dich von dem Grimme nicht
schrecken! Wie gewaltig er auch tut,
Er duldet’s, dass dein Fuß hier abwärtsklimme!

Dann, zu der zorngeschwollnen Höllenbrut
Sich wendend, rief er: „ Schweig, Vermaledeiter!
Verzehr dich, Wolf, in deiner eignen Wut!

Dante Alighieri "Inferno", VII. Gesang

War diese Rezension hilfreich für Sie? 

Benutzerkommentare

In dieser Liste gibt es noch keine Bewertungen.
Bewertung (je höher desto besser)
Plot / Unterhaltungswert
Charaktere
Sprache & Stil
Rezensionen

Für eine werbefreie Plattform und literarische Vielfalt.

unterstuetzen books

 

 

Affiliate-Programm von Amazon, um Literaturschock zu unterstützen. Weitere Möglichkeiten, Danke zu sagen.

Tassen, Shirts und Krimskrams gibt es übrigens im

Buchwurm-Shop

I only date Booknerds

Diese Seite nutzt Cookies.

Datenschutz & Widerspruchshinweise

Erlauben
© 2018 Susanne Kasper, Literaturschock

Mobile-Menue