Valerie Geary: Das Schweigen der Bienen

Valerie Geary: Das Schweigen der Bienen

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Valerie Geary: Das Schweigen der Bienen
ET (D)
2015
Ausgabe
Taschenbuch (Broschiert)
Originaltitel
Crooked River
ET (Original)
2015
ISBN-13
9783959670135

Informationen zum Buch

Seiten
304

Sonstiges

Originalsprache
amerikanisch

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Handlungsort

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Er ist nicht böse. Ich bin nicht gut. Wir sind beide gleich, in tausend Stücke zerbrochen und wieder zusammengesetzt. Nach dem Tod ihrer Mutter ziehen die fünfzehnjährige Sam und ihre kleine Schwester zu ihrem Vater Bear, einem exzentrischen Bienenzüchter im ländlichen Oregon. Aber schon kurz nach ihrer Ankunft gerät der fragile Neuanfang in Gefahr: Im Crooked River wird die Leiche einer jungen Frau entdeckt und Bear als Mörder verhaftet. Sam ist von der Unschuld ihres Vaters überzeugt. Niemals könnte er jemandem Gewalt antun. Entschlossen macht sie sich auf die Suche nach dem wahren Täter, hilflos beobachtet von ihrer jüngeren Schwester, die seit dem Tod der Mutter verstummt ist – und doch so viel zu sagen hätte …

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Bei den Bienen auf der Weide

wohnen die Schwestern Sam und Ollie nun nach dem Tod ihrer Mutter: bei ihrem Aussteigervater, der allen nur als Bear bekannt ist. Die beiden 15- und 10jährigen Mädchen, aus deren Perspektive die Geschichte erzählt wird, haben Schreckliches durchgemacht, doch leider bleibt ihnen mehr nicht erspart: im Fluss finden sie die Leiche einer Frau, wie es sich herausstellt, einer Journalistin, und alle Indizien deuten auf Bear als Täter, der denn auch in Untersuchungshaft genommen wird.

Sam, die ältere der beiden, beginnt selbst zu ermitteln - auf ganz besondere Art unterstützt von der kleinen Ollie, die seit dem Tod ihrer Mutter verstummt ist. Kann sie helfen? Und begreift Sam das?
Was für eine Rolle spielen die anderen Leute um sie herum, sind sie Hilfe oder Bedrohung?

Ein leiser, ein subtiler Roman mit vielen Spannungs- ja, Thrillerelementen, der sich behutsam entwickelt. Man sollte einen Sinn für die Natur und die parallele Entwicklung der Dynamik zwischen den Figuren haben - beides spielt hier eine wichtige Rolle. Warum hat Bear eigentlich nicht mehr bei Sam, Ollie und ihrer Mutter gewohnt. Was genau wollte die Journalistin? Diese und viele weitere Fragen mehr verfolgen den Leser die ganze Lektüre hindurch und lassen ihn das Ende einer teils zwar voraussehbaren, teils aber auch sehr überraschenden Geschichte einerseits herbeisehnen, andererseits aber auch scheuen, weil er ja dann auf die eigenartige, seltsame, dabei wunderbare Sprache der Autorin Valerie Geary, auf ihre Bilder, die sie mit Worten malt, verzichten muss.

Man könnte dem Buch vorwerfen, zu wenig Überraschendes zu beinhalten, unspektakular zu sein, aber das wäre ufair, gibt es doch am Ende einen gewaltigen Knall, der in Kontrast zu den bis dahin eher stillen Entwickungen steht. Dennoch kein lautes oder schnelles Buch: Wer offen ist für Leises und Sanftes, der kann darin schwelgen und wird sich schon jetzt auf das nächste Buch dieser ungewöhnlichen Autorin freuen.

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Ein Mord in Oregon

Die Schwestern Samantha und Ollie leben nach dem Tod der Mutter bei ihrem Vater Bear. Bear lebt zurückgezogen als Bienenzüchter auf einer Weide im ländlichen Oregon.
Als die Leiche einer jungen Frau gefunden wird, deuten alle Indizien auf Bear als Täter. Die Mädchen sind sich sicher, dass der gutmütige Bear auf keinen Fall zu so einer Tat fähig wäre. Aber der Vater verheimlicht irgendetwas und warum redet Ollie seit dem Tod der Mutter nicht mehr ?

Samantha ist die praktisch veranlagte und rational denkende der beiden Schwestern. Dass ihre kleinere Schwester Ollie seit dem Tod der Mutter nicht mehr spricht, belastet sie sehr. Ollie ist verstummt, die Gründe dafür wird der Leser im Laufe der Geschichte herausfinden. Ollie erscheinen "Schimmernde", Geister von Verstorbenen, die ihr gelegentlich auf Schritt und Tritt folgen und dafür ihre Gründe haben...

Bear tut nicht wirklich viel, um den Verdacht, den die ganze Stadt gegen ihn hegt, zu entkräften. Er lebt sehr zurückgezogen und man hat den Eindruck, dass er sich in sein Schicksal ergibt. Seine Töchter betreiben Nachforschungen und decken dabei so manches Geheimnis auf, das bisher verborgen blieb.

Das Buch ist eines, das mit ruhigen Tönen auskommt. Die Autorin legt viel Wert auf die Beschreibungen und Beziehungen der Protagonisten zueinander. Das Zusammenleben in einer Kleinstadt spielt dabei eine grosse Rolle.

Die Aufklärung des Mordes nimmt dabei einen relativ kleinen Raum ein, der Leser räselt zwar mit, aber das ist nicht entscheidend für das Buch. Die Auflösung ist skurril und grauenhaft. Gerade in Verbindung und im Gegensatz zu dem eher ruhigen Buch, ein für mich gut gemachter Schluss.

Auf weitere Bücher der Autorin bin ich sehr gespannt.

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Familiendrama mit Mystery-Elementen

Wer einen krimilastigen Roman erwartet und hauptsächlich an der Frage interessiert ist, wer der Mörder ist, sollte um "Das Schweigen der Bienen" einen Bogen machen. Bis der Mord aufgeklärt ist, befindet sich der Leser bereits auf den letzten Seiten des Buches.
Erst nach und nach enthüllt sich die Familiengeschichte der beiden Schwestern und wie es sie nach Oregon auf die "Weide" verschlagen hat, wo ihr Vater in einem Tipi lebt und Bienen züchtet. Durch viele örtliche und zeitliche Trennungen in der Vergangenheit müssen die beiden Schwestern ihren Vater erst neu kennenlernen. Sam hat schon früher den Sommer auf dem Land verbracht und das ältere Ehepaar Franny und Zeb sind so etwas wie Großeltern für die beiden. Ihre richtigen Großeltern wollen die Schwestern nach dem plötzlichen Tod der Mutter mit zu sich ins "Rentnerparadies" nehmen, doch Sam hofft, dass sie bei ihrem Vater bleiben können, vorausgesetzt, er beweist sich in dem bevorstehenden Sommer als verantwortungsvoller Erziehungsberechtigter.
Dumm nur, dass plötzlich eine Frauenleiche im Crooked River gefunden wird und dass alle Beweise gegen "Bear" sprechen.

Abwechselnd wird aus der Perspektive der beiden Schwestern Sam und Ollie, fünfzehn und zehn Jahre alt, berichtet. Sam gilt als die Mutigere und Robustere der beiden; sie wird oft ermahnt, auf ihre Schwester aufzupassen; dabei handelt sie in ihrer Abenteuerlust nicht immer verantwortungsvoll und kommt schnell an ihre Grenzen, besonders, weil ihre Schwester seit dem Tod der Mutter nicht mehr spricht.
Ollie wiederum hat einen ganz eigenen Grund, das Sprechen einzustellen: Sie ist die Einzige, die die Schemen verstorbener Menschen wahrnehmen kann. Diese "Schimmernden", wie Ollie sie nennt, bedrängen sie und scheinen ihre Hilfe zu suchen. Ollie hat Angst, dass sie sich ihrer Stimme bemächtigen würden, deshalb spricht sie sicherheitshalber überhaupt nicht mehr. .

Sam macht sich Sorgen, Ollie nach dem plötzlichen Herztod der Mutter nicht genug unterstützt zu haben, aber sie war zu beschäftigt damit, für die gemeinsame Zukunft der Schwestern bei ihrem Vater zu kämpfen. Genau diese Zukunft ist nun gefährdet durch den Mordverdacht gegen "Bear".

Die Autorin lässt ihre Leser hier lange im Dunkeln tappen; alle Beweise sprechen gegen "Bear" und man fragt sich, ob Sam in ihrer blinden Loyalität das Offensichtliche nicht wahrhaben will. "Bear" erscheint dem Leser genauso undurchschaubar und rätselhaft wie für seinen Töchtern.
Die Mördersuche schreitet wohltuend gemächlich voran, was auch durch die Umstände bedingt ist: Im ländlichen Oregon 1988 gibt es weder Handys noch Internet. Die Mädchen müssen noch ganz altmodisch in der Bibliothek recherchieren, mit Dorfbewohnern reden und Hinweise wie fallengelassene Bücher hinterlassen, wenn sie in Gefahr geraten.
Leider wirkte das Ende der Geschichte ein wenig zu konstruiert auf mich und zu gewollt schauerlich; man fühlt sich ein wenig an alte "gothic novels" erinnert. Das passt nicht so ganz mit den leisen Tönen zusammen, in denen das Geschehen bis dahin erzählt wurde. Das ist aber der einzige Kritikpunkt.
Eine mysteriöse Geschichte, das ländlich-alternative Setting, originelle, liebevoll gezeichnete Charaktere und eine verträumte, aber nicht kitschig wirkende Sprache - ein gelungener Erstling der Autorin, dem hoffentlich noch weitere folgen werden.

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