Tom Coraghessan Boyle: Wassermusik

Tom Coraghessan Boyle: Wassermusik

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Tom Coraghessan Boyle: Wassermusik
Verlag
ET (D)
1987
Ausgabe
Taschenbuch
Originaltitel
Water Music
ET (Original)
1980
ISBN-13
9783499125805

Informationen zum Buch

Seiten
560

Sonstiges

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T.C. Boyle erzählt von den zwei Westafrika-Expeditionen des schottischen Entdeckers Mungo Park, der sich um 1800 auf die Suche nach dem Niger machte, beide Male in Begleitung eines ehemaligen Sklavens und Butlers. Verwoben in die Geschichte ist das Schicksal eines Londoner Trunkenbolds und Trickbetrügers namens Ned Rise. Eine weitere Parallelhandlung spielt in Schottland, wo Parks Geliebte und spätere Frau Ailie Anderson auf die Rückkehr des Weltenbummlers wartet.

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Der Anfang dieses Buches hat mich regelrecht begeistert. Der erste Satz macht auf das weitere Geschehen sehr neugierig und ist beim zweiten Lesen ist mir dann auch die Zweideutigkeit aufgefallen. Der Humor von Boyle, der vielleicht manchmal ziemlich speziell sein kann, hat mir sehr zugesagt, so dass ich mich königlich amüsiert habe. Vor allem das Rezept für ein gebackenes Kamel hat mich zum Grinsen gebracht.

Die drei Erzählstränge um den Afrikareisenden Mungo Park, den Londoner Trickbetrüger Ned Rise und Mungos Verlobte Ailie Anderson haben mir gleichermaßen gefallen, auch wenn sich die Verbindung zwischen der Geschichte von Mungo Park und Ned Rise erst ziemlich spät herausstellt.

Aber schon während des ersten Teils haben sich bei mir Ermüdungserscheinungen eingestellt. Vielleicht habe ich mich schnell an den schwarzen Humor Boyles gewöhnt, auf jeden Fall fand ich das Buch auf den letzten zwei Dritteln gar nicht mehr lustig. Auch einige Wiederholungen (z.B. dass Mungo Park und Ned Rise immer wieder in Schwierigkeiten geraten und trotzdem wieder entkommen) haben dazu geführt, dass die Handlung teilweise ziemlich vorhersehbar war.

Die Nebencharaktere und Ned Rise waren sehr lebendig und farbig gestaltet, wohingegen Mungo Park etwas blass bleibt. Aus seiner Vergangenheit erfahren wir so gut wie gar nichts. Was mich aber am meisten geärgert hat, ist dass der Charakter von Ailie Anderson einige krasse Veränderungen durchgemacht hat, die ich so einfach nicht nachvollziehen konnte. Am Anfang ist sie noch eine unabhängige und moderne Frau, doch nach ihrer Hochzeit mit Mungo tritt sie fast nur noch als Geburtsmaschine oder keifende Ehefrau auf. Da hätte sich Boyle meiner Meinung nach bei der Charakterbeschreibung mehr Mühe geben – oder den Handlungsstrang mit Ailie gleich weglassen können.

Ich habe den Roman zwar noch ganz gerne zu Ende gelesen, aber begeistern konnte er mich nicht mehr.

Das Thema an sich fand ich allerdings sehr interessant und ich habe inzwischen einiges bei Wikipedia nachgelesen, weil ich neugierig darauf war, inwiefern sich Boyle Freiheiten bei der Gestaltung seiner Geschichte genommen hat. So gebe ich dann noch guten Willens 3 Ratten vor allem für den tollen Anfang.

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180x: Mungo Park sucht den Niger, Ned Rise sucht genügend Geld um die allgegenwärtige Armut hinter sich zu lassen und Ailie wartet.

Es dauert fast 2/3 der 700 Seiten bis eine Verbindung zwischen den bis dahin parallel erzählten Geschichten von Mungo Park dem Entdeckungsreisenden und Ned Rise, dem Dieb, Betrüger und Überlebenskünstler, auftaucht. Doch das trübt den Spaß bis dahin nicht, da beider Geschichten, ebenso wie die von Mungos Verlobter/Frau Ailie interessant und spannend geschildert werden. TC Boyle malt ein spannendes und sehr lebendiges Bild sowohl der englischen Gesellschaft als auch der Abenteuer in Afrika. Während die Geschichte von Ned in London eher lebensnah wirkt, hat man bei Mungos Afrika-Erlebnissen häufig das Gefühl einer Slapstick-Komödie zuzusehen, so abstrus wirkt das Geschehen.

Eine Besonderheit im Gegensatz zu sonstigen historischen Romanen ist der tatsächlich allwissende Erzähler, denn ab und zu blitzen Kenntnisse und Begriffe des 20. Jahrhunderts auf, die aus der Geschichte hervorstechen und auf mich teilweise den Eindruck machten als wolle der Autor sagen “Hey, nimm das nicht alles so ernst“

Ein Buch welches denen, die sich darauf einlassen, eine Menge Spass bereiten kann.

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Nicht meine Welt!

Also, wenn T. C. Boyle in all seinen Romanen so ausschweifend und verschachtelt schreibt, war die "Wassermusik" hier nun definitiv mein erstes und letztes Buch von ihm.
Der Klappentext verrät eigentlich noch nicht wirklich viel und da der Autor recht bekannt und, wie mir scheint, teilweise auch hochgelobt wird, war ich anfangs noch sehr erpicht auf diese Geschichte.
Aber schon nach kurzer Zeit habe ich gemerkt, dass es mir wohl sehr schwer fallen wird, in der Story anzukommen, da ich durch Boyles andauernder Fabuliererei zu oft gedanklich abgeschweift bin.

~ Immer noch über die Schulter blickend, sieht er, dass alle neun ihn schweigend und respektvoll anstarren, als wäre das Pinkeln in Unterhosen gegen eine Mauer dem Weihen einer Hostie oder der Verwandlung von Wasser in Wein vergleichbar. ~
(S. 500)

Aufgegeben habe ich dennoch nicht.
Im Groben hat diese Geschichte für mich nicht so recht einen Sinn gemacht. Die Handlung findet etwa Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts statt. Es gibt zwei Erzählstränge, die (sehr viel) später aber zusammenführen. In einem lernen wir Mungo Park kennen; er ist sogenannter Entdeckungsreisender, abenteuerlustig und hat es sich, trotz Ailie, die Zuhause auf ihn wartet, zum Ziel gemacht, den Niger (Fluss) in Afrika zu entdecken. Und dann gibt es da noch im zweiten Erzählstrang den Trunkenbold und Pechvogel/Glückspilz Ned Rise; er verbringt den Großteil des Buches in England/London, um ... ja, gute Frage. Vermutlich lebt er dort einfach nur, versucht sich an diesem und jenem, stiehlt, säuft, betrügt, lügt, macht sich Feinde, usw.

Soviel dazu. Um ehrlich zu sein, ist die Handlung für mich ein wenig untergegangen zwischen all den Ausschweifungen und dem detaillierten Geschreibsel. Und das Wenige, das ich aktiv von der Handlung mitbekommen habe, war in meinen Augen irgendwie völlig ohne Sinn, ich hatte fast nie das Gefühl, als würde das zu irgendetwas Spannendem führen.

~ Die ganze Welt stinkt nach Kompost und schleichender Fäulnis. ~
(S. 463)

Ein eher enttäuschendes Leseerlebnis also. Hinzu kommt, dass ich viele Wörter auch einfach nicht gekannt habe und wenn es dann mal so weit kommt, dass man ein paar Wörter pro Seite googeln muss, ist das auch nicht mehr witzig ...
Wenigstens das Ende war in Ordnung. Hätte zwar von mir aus gerne auch etwas schöner und hoffnungsfroher enden können, aber wenn man dann mal den Stil des Autors und den Verlauf der Geschichte kennt, war es fast zu erwarten.

Lesern, die gerne ausschweifende und verschachtelte Geschichten lesen und sich auch gerne in Details verlieren (bzw. wiederfinden) sollte dieses Buch zu empfehlen sein.
Leuten wie mir, die sowas einfach nur anstrengend und zum Abschweifen finden, und auch der Ansicht sind, dass die Handlung dadurch untergeht, würde ich eher raten, die Finger davon zu lassen.

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