Lizzie Doron: Who the Fuck Is Kafka

Lizzie Doron: Who the Fuck Is Kafka

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Lizzie Doron: Who the Fuck Is Kafka
Verlag
ET (D)
2015
Ausgabe
Taschenbuch (Broschiert)
ET (Original)
2015
ISBN-13
9783423260473

Informationen zum Buch

Seiten
256

Sonstiges

Originalsprache
hebräisch
Übersetzer/in
Erster Satz
Es ist ein gewöhnlicher Vormittag im Sommer.

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Handlungsort

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Zuerst: Ein Hotel in Rom. Eine israelischpalästinensische Konferenz: Aber ist der Mann, der mit Lizzie auf dem Podium sitzt, nicht vielleicht doch ein arabischer Selbstmordattentäter mit Sprengstoffgürtel? Nein, Nadim pflegt nur seine Reiseunterlagen mit schwarzem Klebeband am Hosenbund zu befestigen, und dafür gibt es Gründe ... Dann: High Heels in Ost-Jerusalem? Ein Palästinenser im vornehmen Tel Aviver Apartmentgebäude? Von Anfang an ist es eine wechselvolle Freundschaft, die sich zwischen der israelischen Schriftstellerin Lizzie Doron und dem arabisch-palästinensischen Journalisten Nadim entwickelt, begleitet von Vorurteilen und Unverständnis. Es gibt Grenzen der Verständigung. Lizzie hat den Holocaust im Gepäck, Nadim die Nakba – die große Katastrophe –, wie die Palästinenser die Folgen des 48er-Krieges nennen. Sie begreifen, dass sie dieselbe Irrenanstalt bewohnen, nur in verschiedenen geschlossenen Abteilungen. Nadims Frau aus Gaza aber hat keinen Ort, an dem sie bleiben kann ...

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(Aktualisiert: 03 März 2015)

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Die Hoffnung auf Frieden in einer Welt des Krieges

Die israelische Journalistin Lizzie Doron wurde geprägt von der Vergangenheit ihrer Mutter und ihrer Kindheit in einer jiddisch sprechenden Gemeinde Tel Avivs, in der sich vor allem Überlebende der Shoa angesiedelt hatten. Mit 18 Jahren entfloh sie dieser bedrückenden, traurigen Atmosphäre und studierte Linguistik. Ihr erstes Buch "Warum bist du nicht vor dem Krieg gekommen?" ist so etwas wie eine Hommage an ihre Mutter. Auch die folgenden Bücher behandeln Themen wie den Jom-Kippur Krieg oder den Holocaust und tragen oft autobiografische Züge. Für "Ruhige Zeiten" wurde Doron mit dem Buchmann-Preis ausgezeichnet.

In "Who the Fuck is Kafka?" erzählt Lizzie Doron ebenfalls eine autobiografische Geschichte. Auf einer Reise zu einer Friedenskonferenz nach Rom lernt sie den palästinensischen Journalisten Nadim kennen. Beide stecken so voller Vorurteile, dass man sich als Leser immer wieder fragt: Und Menschen wie diese sollen Frieden bringen? Wie soll das denn möglich sein?

Nadim als Person existiert nicht. Er ist die Summe aller Begegnungen mit Arabern und Palästinensern, mit Vorurteilen und Möglichkeiten in Lizzie Dorons Welt. Wir begleiten die beiden über mehrere Jahre hinweg und beobachten, wie sie mit ihren Vorurteilen kämpfen, mit Zweifeln und vor allem: Mit ihren Ängsten. Die Furcht, die ihnen von Familie, Freunden, Bekannten auferlegt wurde. Doch vor allem die Furcht vor dem Krieg, vor dem eigenen Tod oder dem geliebter Menschen. Ein Frieden ist angesichts der aktuellen Geschehnisse kaum vorstellbar und trotzdem wünschen ihn wohl die meisten unschuldig Beteiligten.

Das Thema ist nicht ganz einfach und es ist nahezu ein Kunststück zu nennen, es den europäischen DurschnittsleserInnen verständlich genug auf 255 Seiten zu pressen. Lizzie Doron gelingt das, indem sie nicht detailliert auf die politischen Zusammenhänge eingeht, sondern ihren Fokus auf das Zwischenmenschliche und die wichtigsten geschichtlichen Hintergründe legt.

In einer Rezension wird Lizzie Dorons Sprache als "kühl und klar" bezeichnet und gerade das ist für mich ein großer Kritikpunkt. Sie erzählt allzu nüchtern und überhastet von ihren Begegnungen mit Nadim und schafft es damit nicht, eine Nähe zu den Personen herzustellen. Jedenfalls nicht für mich. Es ist eher eine Aneinanderkettung von Begebenheiten, die so sachlich aufgezählt werden wie ein Einkaufszettel.

Mit Lizzie und Nadim treffen zwei völlig unterschiedliche Welten aufeinander. Die Angst vor dem Krieg, vor Attentaten und Luftangriffen eint die beiden aber ebenso wie die Hoffnung auf eine friedliche Welt und langsam beginnen sie, den anderen zu verstehen. Was an Nähe zu den beiden Hauptpersonen fehlt, macht die Autorin durch die Schilderung dieser Zwickmühlen wett und so gelingt ihr ein kleiner Kunstgriff: Mit einfacher Sprache auf wenigen Seiten einen Zwiespalt zugänglich zu machen, der dem größten Teil der europäischen Bevölkerung fremd ist. So erwächst aus der Lektüre das Verständnis für beide Seiten und ist es nicht das, was am Wichtigsten für den Frieden sein sollte? Verständnis und nicht die Suche nach Schwarz und Weiß, nach dem Bösen auf der einen und dem Guten auf der anderen Seite?

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