Maike Maja Nowak: Wie viel Mensch braucht ein Hund

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Maike Maja Nowak: Wie viel Mensch braucht ein Hund
Untertitel
Tierisch menschliche Geschichten
Verlag
ET (D)
2013
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
ISBN-13
9783442392209

Informationen zum Buch

Seiten
272

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Die Reifen meines Geländewagens fräsen sich einen Weg durch den unberührten Schnee.

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Ergreifend und fesselnd erzählt die Hundeflüsterin Maike Maja Nowak von ihren faszinierenden Begegnungen mit Hunden und ihren Menschen: von dem alten Ehepaar, das einen Straßenhund rettet und sich ärgert, dass der erfahrene Leithund sich ihnen und ihrem Leben verweigert, von der jungen Frau, die über ihren Hund ihre tiefsten Ängste überwindet und von der Polizistin, die darum kämpft, dass ihr Hund an seiner Sucht nicht zu Grunde geht. Humorvoll wird es bei einem riesigen Mastiff und seinem duftenden Geheimnis und bei einem West Highland Terrier, der ein unglaubliches Hobby verfolgt.

Mit ihrem außergewöhnlichen Einfühlungsvermögen zeichnet Maike Maja Nowak tierisch menschliche Beziehungsstrukturen nach und stellt sich und ihren Lesern die Frage: Wie viel Mensch braucht ein Hund wirklich? Und wie viel Mensch verträgt er?

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Wieviel Mensch braucht der Hund?

Maike Maja Nowak erzählt in diesem Buch in elf Kurzgeschichten von Begegnungen mit Vierbeinern und ihren Menschen, die sie in ihrer langjährigen Tätigkeit als Hundetrainerin gemacht hat und ihr besonders im Gedächtnis und im Herzen geblieben sind. Dabei geht es weniger um die Vermittlung einer bestimmten Methode, sondern die Autorin möchte den Leser animieren, wieder mehr auf den eigenen Bauch und Instinkt zu hören, wenn es um unseren Umgang mit den Hunden geht.

Dieses Buch ist mein erstes Buch von Maja Nowak. Wäre es ein reiner Ratgeber zum Umgang mit Hunden gewesen, hätte ich es wahrscheinlich nicht gelesen, da meiner Meinung der Markt und die Medien ziemlich überschwemmt werden mit Büchern und Sendungen, bei denen man als Hundehalter das Gefühl hat, es gibt nur noch Problemhunde und den Hundehalter quasi „zwingt“, aus der – meiner Meinung nach erschlagenden – Vielzahl an Erziehungsmethoden sich die für ihn geeignete Methode herauszuziehen, da sonst ein harmonisches Zusammenleben mit dem Hund unmöglich ist. Wenn der letzte Satz ironisch klingt: das ist Absicht!

Natürlich wird auch in diesem Buch aufgezeigt, wie Frau Nowak sich den Problemen zwischen Hundehaltern und ihren Vierbeinern angenommen hat – wäre die Beziehung nicht problembehaftet gewesen, hätten sie die Autorin nicht zu Rate ziehen müssen, aber dies geschieht nicht mit dem erhobenen Zeigefinger, sondern die Autorin möchte den Hundehalter dazu bewegen, sich mehr auf den vierbeinigen Partner einzulassen, seine natürlichen Bedürfnisse zu berücksichtigen und wieder mehr intuitiv-instinktiv zu handeln.

Die Geschichten handeln von Hunden, die als Kindersatz fungieren oder unbedingt dominiert werden müssen, von Hunden, die süchtig sind oder die so fest in ihrem emotionalen Gefängnis festsitzen, daß die Halter verzweifelt sind, weil sie sie nicht alleine daraus befreien können.

Beim Lesen der Geschichten wird schnell klar, daß nicht die Hunde das Problem darstellen, sondern daß ihre Beziehung zu ihren Haltern oftmals gestört ist, daß die Erwartungen, die die Halter an ihre vierbeinigen Partner stellen, den Bedürfnissen der Hunden entgegenstehen. Der Hundehalter wird mit diesem Buch animiert, mehr auf diese Bedürfnisse zu hören, seine ihm zur Verfügung stehende Energie zur unmissverständlichen Kommunikation mit dem Hund zu nutzen und den Hund durch eine klare Präsenz zu leiten.

Dabei zieht die Autorin die dargestellten Personen nicht ins Lächerliche, sondern zeigt vielmehr auf, daß nicht die Hunde alleine Hilfe brauchen, sondern vielmals auch die Hundehalter, die ihrerseits durch psychische Probleme einem harmonischen Miteinander mit ihrem Hund im Wege stehen. Ebenso zeigt die Autorin an ihrer eigenen Person auf, wie eine Spielzeugsucht bei dem Hund ausgelöst werden kann, obwohl sie ursprünglich das gesundheitliche Wohl ihres Hundes im Blick hatte.

Mich haben die Geschichten berührt und zum Nachdenken gebracht.

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Geschichten zum Nachdenken

Maike Maja Nowak ist bekannt aus dem Fernsehen mit ihrer Sendung „Die Hundeflüsterin“. In diesem Buch erzählt sie nun Geschichten aus ihrer reichhaltigen Erfahrung mit problematischen Hunden – oder vielmehr mit den Problemen, die die jeweiligen Menschen mit diesen Hunden haben. Obwohl ganz unterschiedliche Hunde und Probleme beschrieben werden, zieht sich ein roter Faden durch all die Erzählungen: die mangelnde Kommunikation zwischen Mensch und Hund und das daraus resultierende Unvermögen, richtig mit dem vierbeinigen Gefährten umzugehen, was dann wiederum dazu führt, dass der Hund unerwünschtes Verhalten anfängt und ausbaut.

Immer wieder erstaunlich fand ich in den Erzählungen, wie schnell mit der richtigen Kommunikation und Anleitung so ein unerwünschtes Verhalten unterbrochen und wieder in die richtige Richtung gelenkt werden kann. Oft sind es nur kleine Veränderungen, die aber ein völliges Umdenken innerlich erfordern – und die dann aber auch große Wirkung zeigen!
Natürlich ist es nicht in jedem Fall nur eine Kleinigkeit, die geändert werden muss, in vielen Fällen ist lange, intensive Arbeit erforderlich und dies natürlich vor allem beim Mensch und nicht nur beim Hund. Aber jede einzelne der Geschichten zeigt, dass es möglich ist und dass kein Hund ein hoffnungsloser Fall ist. In manchen Fällen ist es aber durchaus so, dass Hund und Mensch einfach nicht zusammenpassen und eine andere Kombination für beide besser sein kann. Auch dies muss man sich manchmal eingestehen, um allen Beteiligten ein glückliches und stressfreies Leben zu ermöglichen.

Die Geschichten sind teilweise recht kurz, dennoch bringt jede von ihnen ihre Botschaft rüber und animiert zum Nachdenken und Reflektieren der eigenen Mensch-Hund-Beziehung.

Wer einen Erziehungsratgeber erwartet, der wird hier vielleicht enttäuscht sein, denn es sind Einzelfälle, die hier beschrieben werden und immer wieder wird auch betont, dass die Handlungsweise der Autorin nicht zur Nachahmung empfohlen wird, denn sie ist instinktiv und individuell auf den jeweiligen Hund, den jeweiligen Menschen und die jeweilige Situation zugeschnitten. Es gibt eben kein Patentrezept, mit dem jedes MenschH-Hund-Problem zu lösen ist. Sich von diesem Gedanken zu lösen, ist für mich eine der wichtigsten Botschaften des Buches. Maike Maja Nowak zeichnet das Bild eines Handwerkskoffers voller Werkzeuge, von denen man einige getrost aussortieren kann, weil sie einfach veraltet und unnütz geworden sind, andere wiederum zwar ursprünglich nicht im Koffer waren, aber sich als hilfreich und sinnvoll gezeigt haben – immer jeweils auf die Situation angepasst!

Einige der Geschichten haben mich zum Lachen, andere beinahe zum Weinen gebracht – aber alle zum Nachdenken!

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(Aktualisiert: 29 Oktober 2013)

#1 Rezensent
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Kurzweilige von Mensch-Hund-Begegnungen

Es sind besonders die ängstlichen, unsicheren und schließlich aggressiven Hunde, die die größten Probleme mit ihren Menschen haben. Als Hundetrainerin, die längere Zeit ein frei lebendes, zehnköpfiges Hunderudel in Russland beobachtete, kennt Maike Maja Nowak, die auch auf dem Titelbild zu sehen ist, viele Geschichten. An einigen davon lässt sie uns nun in "Wie viel Mensch braucht ein Hund" teilhaben. Sie erzählt von verwöhnten Pudeln, die nicht Hund sein dürfen ebenso, wie von Akitas und Schäferhunden, die auf ganz andere Art ebenfalls nicht ihrer Natur gemäß leben dürfen. Eines wird schnell klar und der Gedanke ist nicht neu: Der Mensch ist das Problem.

Maike Maja Nowak ist, obwohl sie in der Szene sehr kontrovers diskutiert wird, so etwas wie der neue Star am Hundeflüstererhimmel. Sie sagt von sich, dass sie weder über Bestechung noch Gewalt, sondern nur mit reiner Kommunikation ohne Tricks und klassische Konditionierung arbeitet. So ganz stimmt das nicht, denn selbst Hunde konditionieren und belohnen sich untereinander (wenn auch nicht unbedingt mit Käsewürfeln), weshalb Maja Nowak in diesem Buch auch den Begriff meidet, damit es nicht zu Mißveständnissen kommt. In den Geschichten zeigt sich - mal mehr, mal weniger deutlich -, dass sie die Hunde ebenfalls positiv bestärkt durch Belohung, was ja auch gar nicht schlimm ist. Ganz klar auf der Hand liegt jedoch auch für mich, dass ein Hund rein über Leckerlies oder Gewalt niemals zuverlässig handeln wird. Das kann jeder, der das Leben mit einem sehr triebstarken Hund teilt, bestätigen.

Manche Geschichten stimmen nachdenklich, manche erschüttern, manche rühren gar zu Tränen. Das Buch ist in drei größere Bereiche ("Rette sich, wer kann", "SehnSUCHT" und "Gesschenke") unterteilt und enthält insgesamt elf Erzählungen. Maja Nowak berichtet locker und bodenständig über die Begegnungen, manche Phrase nutzt sie für meinen Geschmack etwas zu oft (wenn sie beispielsweise etwas "lachend erwidert").

Zum Nachmachen sind übrigens die wenigsten Geschichten geeignet. Man sollte also nicht glauben, dass man sich nun selbst auf das "Hundeflüstern" versteht, sobald man das Buch gelesen hat. Im Gegenteil, manche Aktionen könnten sogar gefährlich werden und eskalieren. Doch davor warnt die Autorin auch ausdrücklich und erwähnt am Ende des Buches, dass es kein bestimmtes Aktionsschema für alle Hunde gibt, sondern man jedes Tier und jeden Menschen als Individuum sehen muss.

Sehr gut gefallen hat mir das Bild eines Handwerkskoffers, das Nowak zeichnet. Manche Werkzeuge hat man nie genutzt, sie kann man aussortieren. Manches Neue kommt dazu und für jede Situation sollte man neu entscheiden, welches Werkzeug man nun benötigt. Wichtig sei nur, nicht zu festgefahren und engstirnig auf eine bestimmte Arbeitsweise zu sein. Ihre Devise: Bereitschaft zeigen, den Horizont zu erweitern und über den eigenen Tellerrand zu sehen, doch vor allem: Dem Hund seine Natur lassen.

Es waren nicht so sehr die Geschichten, die mich beeindruckt haben. Vielmehr war es der Aspekt, den sie immer wieder erwähnt: Menschen sind auch nur Tiere. Den Ausdruck "menschliche Tiere" kannte ich bisher nur aus der Tierrechtssprache und ich habe mich darüber gefreut, dass er mir hier so unerwartet begegnete, macht er doch darauf aufmerksam, dass alle Lebewesen gleichermaßen über Gefühle, Leidensfähigkeit und Instinkte verfügen. Es wäre nun für mich interessant herauszufinden, ob und wo die Autorin die Grenze zieht, denn natürlich gilt das gleiche auch für die Tiere, die keine so starke Lobby haben (im allgemeinen als "Nutz"Tiere bezeichnet).

"Wie viel Mensch braucht ein Hund" erzählt sehr kurzweilig von Mensch-Hund-Begegnungen aus Sicht einer Hundetrainerin. Man muss nicht unbedingt selbst das Leben mit einem Hund teilen, um Spaß an diesen Geschichten haben zu können, aber hilfreich ist es allemal.

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