Tom Coraghessan Boyle: World's End

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Tom Coraghessan Boyle: World's End
Verlag
ET (D)
1989
Ausgabe
Taschenbuch
Originaltitel
World's End
ET (Original)
1987
ISBN-13
9783423116664

Informationen zum Buch

Seiten
615

Sonstiges

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Die märchenhafteste Geschichte in World's End (1987) ist die des amerikanischen Pachtbauern Harmanus Van Brunt, der im 17. Jahrhundert eine Familie durch seine Freßsucht ruiniert. Nachdem er jahrelang mit immensen Mengen an Wildbret, Schnecken und Trüffeln gefüttert worden ist und das einstmals fruchtbare Land nahezu kahlgefressen hat, fällt seine Frau Agatha vor Erschöpfung tot "mit dem Gesicht nach vorn in eine Kasserolle mit Kartoffelauflauf". 300 Jahre später wird auch ihr Nachfahre Walter von einem alles vernichtenden Hunger befallen. Und der "Garten Enden" ist hier kein utopisches Schlaraffenland, sondern ein trostloses Shopping-Mall. Poetischer (und unaufdringlicher) kann man Kolonialismus, ökologischen Raubbau und den Ausverkauf des American Dream kaum kritisieren.

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(Aktualisiert: 03 Juli 2012)
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World's End

Völlig zugedröhnt donnert Walter Van Brunt nach seiner eigenen Geburtstagsfeier mit dem Motorrad gegen eine Gedenktafel und erwacht im Krankenhaus, ohne seinen rechten Fuß. Nach diesem traumatischen Ereignis beginnt er, sich noch stärker mit seiner eigenen Familiengeschichte auseinandersetzen als bereits zuvor. Sein Vater verschwand, als Walter noch klein war, seine Mutter starb nicht viel später und er wuchs bei liebevollen Adoptiveltern auf, die sich jedoch stets bedeckt hielten, wenn es um die Vergangenheit und insbesondere Van Brunt senior ging. Während Walter versucht, sich mit seiner Behinderung abzufinden, fragt er sich gleichzeitig, ob sein Vater wirklich so ein Mistkerl war, wie immer zwischen den Zeilen anklingt, oder ob die Wahrheit vielleicht ganz anders aussieht.

Parallel erzählt Boyle die Geschichte, die zu der schicksalsträchtigen Gedenktafel am Straßenrand führte, die Geschichte der ersten Van Brunts, die sich im 17. Jahrhundert als holländische Einwanderer im heutigen Staat New York niederließen und in ärmlichen Verhältnissen lebten. Jeremias, der älteste Sohn, steht hier im Mittelpunkt, der sich unter widrigsten Umständen durchs Leben schlug und dabei kaum eine Auseinandersetzung scheute. Eng verflochten mit dem Schicksal der Van Brunts ist auch dasjenige der Mohonks, einer Kitchawanken-Indianerfamilie, deren letzter verbleibender Nachfahre wiederum plötzlich in Walters Leben auftaucht.

Boyle schreibt wie eine dreckigere, krassere Version von John Irving. Kein menschlicher Abgrund scheint ihm fremd zu sein, es geht ordentlich zur Sache in diesem Buch - Blut und andere Körpersäfte fließen reichlich, es wird gesoffen und gehurt und exzessiv gefressen, verraten, gekämpft und getötet. Einiges nimmt beinahe märchenhafte Züge an, manche Figuren wirken farcehaft überzeichnet, was ich eigentlich gar nicht so mag, und das Leid häuft sich insbesondere bei Jeremias schon in hiob-artiger Weise, aber Boyle hat es irgendwie hingekriegt, dass mich diese prallvolle Familiengeschichte auf zwei Zeitebenen nach leichten Anlaufschwierigkeiten ziemlich gepackt hat.

Es ist ein bissiges, böses Gesellschaftsporträt, das hier gezeichnet wird, mit zwei Hauptfiguren, Walter in der Gegenwart und Jeremias in der Vergangenheit, die beileibe nicht immer richtig handeln, in ihrer Menschlichkeit dabei aber nie unsympathisch werden. Grundthemen beider Handlungsstränge sind universelle Themen wie gesellschaftliche Abhängigkeiten und Aufstiegsmöglichkeiten, der Umgang mit der eigenen Familiengeschichte, Leben mit körperlichen Handicaps und natürlich auch die Liebe, auch wenn die bei Boyle selbstverständlich nicht auf rosaroten Wölkchen dahergeschwebt kommt.

Sicherlich nicht jedermanns Sache, dieses Buch, aber mir hat es (im zweiten Anlauf nach 15 Jahren - ich glaube, beim ersten Durchgang war ich noch etwas zu jung) sehr gut gefallen, auch wenn es stellenweise zwischendurch ein wenig zäh wurde.

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