Zoe Hagen: Tage mit Leuchtkäfern

Zoe Hagen: Tage mit Leuchtkäfern

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Zoe Hagen: Tage mit Leuchtkäfern
Verlag
ET (D)
2016
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783548286945

Informationen zum Buch

Seiten
192

Sonstiges

Originalsprache
deutsch

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Handlungsort

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»Das Leben ist ein Privileg«, sagte ich. »Das Leben ist ein Privileg?«, fragte Noah erstaunt. »Ja«, sagte ich. Noah zog die Luft ein, ein Lächeln umspielte seine Lippen. Er drehte sich zu Fred und den anderen um und fragte: »Wo zum Henker hast du denn den kleinen Gandhi hier her?«
Du bist einsam und unglücklich, dein Leben wie ein falscher Film, der an dir vorbeiläuft. Bis du neue Freunde triffst. Gut, die sind alle ein bisschen verrückt, sie nennen sich »Der Club der verhinderten Selbstmörder«. Aber sie geben dir Halt und sind wie Leuchtkäfer in deiner bodenlosen Traurigkeit. Denn du hast nur das eine Leben.

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Intensiv und emotional

Ein junges Mädchen schreibt Briefe an Gott. Sie glaubt nicht wirklich an ihn, stellt sich aber eine übernatürliche Kraft vor und an irgendjemanden will sie ihr Tagebuch einfach adressieren.
So lernen wir Gandhi kennen.
Lange erfahren wir ihren wirklichen Namen nicht, Gandhi ist der Spitzname, den Noah und seine Clique ihr geben. Noah, Fabien, Fred, Lynn und Amira sind junge Menschen, die alle eins gemeinsam haben: sie haben versucht, sich umzubringen und sind glücklicherweise daran gescheitert. Sie haben sich gefunden und sind die ersten wirklichen Freunde, die Gandhi in ihrem Leben hat. Zwischen ihnen herrscht ein besonderes Verständnis, das Gandhi sonst nirgends in ihrem Umfeld hat, ihre Familie versteht ihre Probleme nicht wirklich, in der Schule wird sie gar verspottet und gemobbt und mit ihrer Therapeutin kommt sie auch nicht wirklich zurecht.

Eigentlich mag ich keine Bücher in Tagebuchform. Doch schnell hat mich diese Geschichte hier immer mehr fasziniert.

Das Buch umfasst nur knapp 200 Seiten, ist aber so voller Emotionen und wunderbarer Sätze, dass ich es einerseits kaum aus der Hand legen mochte, andererseits wollte ich möglichst langsam lesen, um nicht so schnell zum Ende zu kommen.

Es geht um ernste Themen, ernster, als ich nach dem ersten Blick auf das lila-pinke Cover vermutet hatte. Erst nach und nach entpuppt sich, was Gandhis Probleme sind. Von den Schicksalen der anderen erfahren wir nicht allzu viel, aber es genügt, um sich ein Bild zu machen und sich das Schlimmste vorzustellen. Durch die Tagebuchform ist man als Leser dafür sehr dicht an Gandhi selbst dran, spürt ihre Gedanken, ihre Traurigkeit und ihre Verzweiflung hautnah mit, erlebt auch die schönen Momente mit ihr, aber ebenso die darauf folgenden Abstürze.

Auch wenn ich persönlich sehr weit von Gandhis Problemen entfernt bin, habe ich hier sehr eindrücklich gespürt, wie sich Betroffene fühlen müssen. Für mich klang die Darstellung sehr authentisch, die Emotionen wirkten echt und schrecklich glaubwürdig.

Am Ende geschieht vieles sehr schnell und dann ist das Buch auch schon zu Ende. Vielleicht hätte ich mir an manchen Stellen etwas mehr Informationen gewünscht, letztlich ist es aber auch nicht so wichtig, die Botschaft kam auch so rüber und eigentlich reichen die Andeutungen völlig aus.

Ein intensives, emotionales Buch, trotz oder gerade wegen seiner Kürze!

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Emotional intensives Buch - jedoch bleiben die meisten Hintergründe ungeklärt

Beim Blick auf das Cover könnte man von einer leichten Lektüre ausgehen, doch dieses Buch offenbart dann eine emotionale Intensität, die man aufgrund der leuchtenden Farben auf dem Buchdeckel als Leser im ersten Moment nicht vermutet. In Tagebuchform begleitet man als Leser die junge Protagonistin, von der man lange Zeit weder weiß wie sie heißt, noch wie alt sie ist, noch was sie genau bedrückt. Erst nach und nach offenbaren sich ihre Probleme und zeitweise hatte ich doch schon etwas Angst, in welche Richtung das Buch schlagen könnte.

Die Emotionen der weiblichen Hauptfigur, die die meiste Zeit des Buches einfach als "Gandhi" betitelt, sind sehr gut und intensiv beschrieben und ich konnte mich sehr gut in sie hineinfühlen. Gleichzeitig vermittelt das Buch dabei vor allem Emotionen und die "harten" Tatsachen werden eher umschrieben bzw. der Leser muss sie sich zum Teil einfach selber zusammenreimen. Das ist zum einen sehr spannend, jedoch muss ich gestehen, dass mir zu viel in der Schwebe blieb und zu wenig am Ende aufgeklärt wurde.

Durch die Tagebuchform bleiben die anderen auftretenden Figuren auch eher blass im Hintergrund und man erfährt sehr wenig über ihre Beweggründe und Motivation. Da eindeutig "Gandhi" der Mittelpunkt der Geschichte ist, war das für mich ok, auch wenn ich mir hier gewünscht hätte etwas mehr zu erfahren und nicht zum Teil komplett im Dunkeln gelassen zu werden.

Insgesamt ein sehr intensives Buch, das sich vor allem auf die Emotionen einer Protagonistin mit entsprechenden Problemen fokussiert. Vom Schreibstil und der Ausdruckskraft sehr gut gemacht, jedoch blieb für mich am Ende des Buches einfach zu viel ungelöst.
Daher gibt es von mir 3 von 5 Punkten.

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Ein überraschend tiefgründiges Buch

INHALT
Die 15-jährige Berlinerin Antonia, genannt Gandhi, hasst ihr Leben und vor allem ihre ach so perfekte Mutter.
Elterliche Zuneigung und Wärme kennt sie nicht und vermisst diese sehr. Infolge flüchtet sich Gandhi in Bulimie und beginnt sich zu ritzen. Die innere Leere und ihr Außenseitertum ist groß.
Erst als sie eines Tages Fred und dessen Freunden Amira, Lynn, Noah und Fabien begegnet, erfährt sie Verständnis und wahre Freundschaft. Doch Fred & Co sind keine gewöhnlichen jungen Erwachsenen, sondern bilden den geheimen "Club der verhinderten Selbstmörder". Wird Gandhi gerade durch sie wieder Freude am Leben gewinnen und die Bulimie besiegen können?

MEINUNG
"Tage mit Leuchtkäfern" ist das erste Buch der deutschen Jungautorin Zoe Hagen, das ich bisher gelesen habe. Es hat mir ausgesprochen gut gefallen, mich regelrecht positiv überrascht. Warum?

Erstens, Zoe Hagen schreibt im Tagebuchstil, was ich so nicht erwartet hätte und bei Romanen eher ungewöhnlich ist. Doch Ich-Erzählerin und damit Tagebuchschreiberin Gandhi konnte im Laufe der Handlung damit überzeugen. Man lernt sie und ihre Sorgen bzw. Nöte dadurch viel intensiver und authentischer kennen. Ich mochte besonders ihre direkte bis flapsige Sprache, die perfekt zu ihrem widersprüchlichen Charakter passte. Auch Gott als Adressat ihrer Briefe bzw. Tagebucheinträge lässt sich mit ihrer zwiespältigen Art erklären, denn obwohl sie Atheistin ist, schreibt sie ausgerechnet ihm. Was für eine Ironie des Schicksals!

Zweitens, Zoe Hagen beschönigt in ihrer Geschichte die Realität bzw. schmerzliche Vergangenheit von Gandhi, Fred etc. nicht, sondern nennt Dinge schonungslos offen beim Namen. Und obschon alle Charaktere Schlimmes durchgemacht haben, können sie miteinander lachen und das Leben genießen. Diese Freundschaft lässt Gandhi wieder ans Leben glauben und ist besser als jede Therapie.

Drittens, jede der verschiedenen Figuren ist anders gestaltet, sprich, hat einen anderen Charakter bzw. bestimmte Spleens. So liebt der nihilistische Noah alte Musik und Gustave Flaubert, fabuliert einfach gern. Fred hingegen ist etwas verrückt und macht schon mal spontan im Winter einen Schneeengel. Fabien kommt aus Frankreich und sagt zu allem "C'est la vie". Mir haben diese unterschiedlichen Charaktere sehr gefallen, auch wenn man nicht über jede Figur alles erfährt. Sie haben der Geschichte Farbe und Heiterkeit verliehen.

Viertens, Weltliteratur (Flaubert und Catull) wurde an passenden, meist philosophischen Stellen in die Handlung eingebunden, was das Niveau des Buchs ungemein gesteigert hat. Zudem kam dadurch Tiefe in die Story.

Fünftens, das Cover wurde sehr stimmungsvoll und ansprechend designt. Es harmoniert bestens mit dem Inhalt und wird die junge Leserschaft sicher anziehen.

Hier ein paar Zitate zur Einstimmung:

"Denn manchmal ist die Illusion schöner als die Realität, die Realität nichts als die schlechte Kopie der Vorstellung."

"Für meine Wunden heute gibt es keine Pflaster. Sie sind in mir, ich verblute innerlich und schaue mir dabei zu und kann doch nichts ändern."

"Nun fühle ich es, und mein Herz droht zu zerreißen, und ich bin wütend und zufrieden zugleich, und ich sehe, atme und weine und lache, aber mehr als das spüre ich: Ich lebe."

FAZIT
Ein authentisches Buch über Lebensverdruss und -lust. Absolute Leseempfehlung!

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Das Leben wäre so leicht, wenn es nicht so schwer wäre

"Das Leben wäre so leicht, wenn es nicht so schwer wäre."

Einfühlsam und sehr realistisch werden dem Leser Gandhis Probleme und Lebensumstände vor Augen geführt.
Normalerweise gefallen mir Bücher / Geschichten in Tagebuch- oder Briefform nicht so gut, doch in diesem Fall fühlt man sich der betroffenen Person näher. Man erfährt ihre Gedanken, durch die spezielle Sichtweise.
Ich hätte stellenweise gerne mehr über die anderen Personen erfahren, aber das war nicht Sinn und Zweck dieses Buches und über Gandhi kann der Leser reichlich Informationen sammeln.

Aufmerksam wurde ich auf das Buch, durch das tolle Cover, allerdings hatte ich anhand der Inhaltsangabe etwas vollkommen anderes erwartet!
Jedoch wurde ich nicht im negativen Sinne überrascht, im Gegenteil, aber mit so einer tiefgehenden Geschichte hätte ich absolut nicht gerechnet!
Ich ging von einer Geschichte über Jugendliche / junge Erwachsene aus, die zusammen ihre Probleme händeln, ausserdem hab ich witzige Momente erwartet, schnell war mir aber klar, dass absolut das Gegenteil hier das Thema ist.
Leider muss ich sagen, der Inhaltstext lässt von etwas völlig anderem ausgehen, als einen letztendlich dann erwartet.
Auch das Hauptthema des Buches, welches ich hier nun nicht verraten werde, um nicht zu spoilern... lässt sich anhand der Inhaltsangabe nicht wirklich erahnen!
Deswegen wurde ich völlig unvorbereitet mit einigen tiefgehenden Themen konfrontiert, die ich im Nachhinein, nach Beenden des Buches erstmal sacken lassen musste!

Fazit: Eine interessante Geschichte, aber schwer verdaulich!
(4/5 Sterne)

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Wenn ich nur nicht so unglücklich wäre, dann…

Als ich den Klappentext las, ging ich von einer Geschichte über Jugendliche aus, die auch witzige Momente erleben, doch kaum hatte ich mit der Lektüre begonnen, musste ich schnell feststellen, dass ich etwas ganz anderes in den Händen hielt.

In der Story geht es um Gandhi, die alles andere als glücklich ist. Per Zufall begegnet sie Fred und lernt durch ihn den sogenannten „Club der verhinderten Selbstmörder“ kennen. Endlich hat sie Kontakt zu Menschen, die sie zu verstehen scheinen. Wie wird es ihr weiteres Leben beeinflussen?

Zunächst einmal ist das Buch im Tagebuchstil geschrieben, so dass wir alles aus der Sicht von Gandhi erfahren. Ich bin nicht wirklich ein Freund dieses Erzählstils, weil ich immer das Gefühl habe, dass einem wichtige Informationen fehlen, die der Tagebuchschreiber vielleicht lieber für sich behält.

Während die Randfiguren zum Großteil nur erwähnt, aber nicht richtig charakterisiert werden, bekommt man von Protagonistin Gandhi nahezu alles mit. Für mich war ihre traurige Stimmung immer greifbar, was es nicht gerade leichter gemacht hat das Buch zu lesen, denn es zieht einen gefühlstechnisch ordentlich nach unten.

Völlig überrascht hat mich, dass das Hauptthema Essstörung ist, denn daran leidet Gandhi im wahrsten Sinne des Wortes. Ihre Erlebnisse damit waren für mich als Leser nur schwer zu ertragen. Ich finde es gut, dass die Autorin diese Seite aufzeigt, dennoch berührte mich das alles zu stark.

Im Roman wird vieles nur angedeutet, mehrheitlich soll man als Leser seine eigenen Schlüsse ziehen und Gedanken verfolgen. Hier hätte ich mir persönlich etwas mehr Informationen an die Hand gewünscht, denn ich lese ja in erster Linie, um mich zu unterhalten und nicht um eine Geschichte selbst auszukleiden.

Fazit: Schwere Kost, die hoch interessant ist, für die man aber definitiv in Stimmung sein muss. Daher nur bedingt lesenswert.

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