Anne Jacobs: Das Erbe der Tuchvilla

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Anne Jacobs: Das Erbe der Tuchvilla
Verlag
ET (D)
2016
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783734103261

Informationen zum Buch

Seiten
672

Serieninfo

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Leo hatte es eilig.

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Augsburg, 1920. In der Tuchvilla blickt man voller Optimismus in die Zukunft. Paul Melzer ist aus russischer Kriegsgefangenschaft zurück und übernimmt die Leitung der Tuchfabrik, um der Firma wieder zu altem Glanz zu verhelfen. Seine Schwester Elisabeth zieht mit einer neuen Liebe wieder im Herrenhaus der Familie ein. Und Pauls junge Frau Marie will sich einen lang gehegten Traum erfüllen: ihr eigenes Modeatelier. Ihre Modelle haben großen Erfolg, doch es kommt immer wieder zu Streitigkeiten mit Paul – bis Marie schließlich die Tuchvilla mit den Kindern verlässt …

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Das Ende der Tuchvilla-Saga

„Das Erbe der Tuchvilla“ ist der dritte und letzte Band um die Augsburger Fabrikantenfamilie Melzer und ihrer Angestellten in der sogenannten Tuchvilla.
Wer die ersten beiden Bände gelesen hat – was ich zum besseren Verständnis unbedingt empfehle – trifft hier auf viele alte Bekannte wieder.
Aber auch neue Figuren kommen hinzu, so stellt Mutter Melzer die Gouvernante Serafina von Dobern zur Betreuung der Enkel ein, aber diese fügt sich leider gar nicht gut in den Haushalt ein. Schließlich kommt es so weit, dass Kitty mit ihrer Tochter auszieht.

Paul Melzer hat die Leitung der Fabrik übernommen. Eine ziemliche Umstellung für seine Frau Marie, die sich nun ganz den Kindern widmen könnte. Doch in ihr schlummern noch mehr Talente und Paul ist großzügig genug, ihr ihren großen Traum zu ermöglichen: ein eigenes Mode-Atelier. Doch schnell wird ihm der Erfolg seiner Frau zu viel und als dann noch eine Sammlung aufsehenerregender Gemälde von Maries verstorbener Mutter auftaucht, kommt es zum Streit, der sich immer weiter hochschaukelt. Werden Paul und Marie eine Lösung finden oder ist ihre Beziehung zum Scheitern verurteilt?

Parallel zu den Ereignissen in Augsburg erfahren wir auch, wie es der älteren Schwester Elisabeth auf dem Gut in Ostpreußen ergeht. Auch Elisabeths Ehe steht unter keinem guten Stern, ist sie doch immer noch in einen anderen als ihren Ehemann verliebt!

Und dann gibt es natürlich noch Welt der Dienstboten! Deren Geschichten fallen in diesem Band für meinen Geschmack fast ein wenig zu sehr in den Hintergrund, die verschiedenen Beziehungsschwierigkeiten der Melzers nehmen einen weitaus größeren Stellenwert ein.

Insgesamt hat mich das Buch wieder gut unterhalten, zog sich aber an manchen Stellen auch ein wenig hin.

Gegen Ende überstürzen sich plötzlich die Ereignisse, es gibt einen Mord, der für mich nicht wirklich schlüssig in die Geschichte passte und es tauchen Personen aus den vorherigen Bänden wieder auf, die mir leider nicht mehr präsent waren und deren Wiederauftauchen auf mich auch irgendwie den Eindruck machte, als müssten jetzt schnell noch ein paar schlüssige Lösungen und Verbindungen her, damit am Ende alle glücklich und zufrieden sein können. Das schmälerte gegen Ende meine Begeisterung ein wenig.

Insgesamt war die Tuchvilla-Saga aber wirklich eine schöne Geschichte über ein „Downton Abbey in Augsburg“.

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Wiedersehen und Abschied von Familie Melzer

Wir befinden uns im Jahr 1920 in Augsburg. Der Aufbau nach dem Ende des 1. Weltkrieges schreitet stetig voran und bei Familie Melzer ist wieder der Alltag eingezogen. Das Lazarett ist aus der Empfangshalle verschwunden und die Villa erstrahlt wieder in altem Glanz.

Marie Melzer, die während des Krieges die Tuchfabrik am Laufen hielt, hat die Führung der Firma an ihren Mann Paul und dessen Freund Ernst von Klippstein abgegeben. Mutter Alicia hält in der Villa noch immer alle Fäden straff in der Hand und hat vor allen Dingen das Personal gut im Griff (Ausnahmen bestätigen die Regel). Tochter Elisabeth von Hagemann wohnt mit ihrem vom Krieg gezeichneten Ehemann Klaus auf einem Gut in Pommern und Kitty Bräuer lebt seit dem Tod ihres Mannes Alfons wieder mit ihrer Tochter Henny in der Tuchvilla. Aber das Leben der Mälzers ist von Veränderungen durchsetzt und nichts ist für die Ewigkeit.

Zum 3. und letzten Mal nimmt die Autorin Anne Jacobs den Leser mit in die Villa der Familie Melzer und genau wie die beiden umfangreichen Vorgänger „Die Tuchvilla“ und „Die Töchter der Tuchvilla“, wartet auch dieses Buch mit satten 672 Seiten auf. Wenn man Band 1 und 2 gelesen hat, fühlt sich Band 3 tatsächlich wie „nach Hause kommen“ an.

Ich denke es ist möglich, dieses Buch auch als Einzelband zu lesen. Im Hinblick auf die ganze (schöne) Vorgeschichte empfiehlt es sich jedoch, beide Vorgänger gelesen zu haben.

Den 2. Band habe ich vor fast genau 1 Jahr gelesen, weswegen ich zuerst einmal die Charaktere wieder sortieren musste. Zur Gedächtnisauffrischung streut die Autorin zwischendurch immer mal wieder Informationen ein, anhand derer ich mich dann auch wieder an Dinge erinnern konnte, die in meinem Gedächtnis leider nicht mehr ganz so präsent waren. Der Einstieg gelang mir deswegen recht schnell.

In erster Linie geht es in diesem Band um die Probleme zwischen Paul und Marie Melzer. Zwar haben sie vor dem Krieg aus Liebe geheiratet, aber Pauls Einberufung in den Krieg hat ihnen dann leider keine Zeit gelassen sich näher kennenzulernen und nun müssen sie gemeinsam den Alltag meistern.

Nachdem Marie die Leitung der Tuchfabrik wieder in die Hände ihres Mannes und dessen Freund von Klippstein zurückgegeben hat, widmet sie sich der Erziehung ihrer Kinder Dodo und Leo. So wirklich füllt sie dieser „Job“ aber nicht aus, weswegen Paul ihr einen Traum erfüllt, indem er Räumlichkeiten für ein Atelier anmietet, in dem Marie fortan ihre Kreativität ausleben kann. Erstaunlicherweise geht der Laden sehr gut – und das zu einer Zeit, in der der Kauf einer Toilette 300 Millionen Reichsmark kostet.

Man kann nicht alle Dinge gleichzeitig tun/haben und mit steigender Bekanntheit ihres Ateliers schwindet die Zeit, die Marie für ihre Kinder aufwenden kann, weswegen ihre Schwiegermutter Alicia, über alle Köpfe hinweg, Serafina von Dobern als Kinderfrau einstellt.

Frau von Dobern bringt ziemlich Unruhe in die Tuchvilla, denn ihre Erziehungsmethoden stoßen - außer bei Alicia - nirgendwo auf Wohlwollen. Ihr Einzug in die Villa hat Auswirkungen auf die ganze Familie und es scheint, als ob Alicia dieser Frau hörig wäre.

Positiv überrascht hat mich in diesem Buch Kitty, die in Band 1 und 2 fast immer rücksichtslos und egoistisch nur ihre eigenen Bedürfnisse durchgesetzt hat. In diesem Teil zeigt sie, dass sie durchaus auch anders kann, denn für ihre Familie wird sie zur Löwenmutter, die für das kämpft was sie liebt – ungeachtet aller Konsequenzen. Kitty entwickelt sich zu meiner Lieblingsfigur.
Elisabeth von Hagemann, normalerweise das genaue Gegenteil von Kitty, erscheint mir dieses Mal sehr wankelmütig und sprunghaft und erst eine Veränderung ihres persönlichen Umfeldes gibt ihr wieder ihre Selbstsicherheit und Stabilität zurück. Bei ihr braucht es tatsächlich bis fast zum Ende der Geschichte, bis sie wieder in Einklang mit sich selbst und ihrem Umfeld ist.

Auch Paul hat nicht immer meine uneingeschränkte Sympathie. Gerade was die Angelegenheit Serafina von Dobern betrifft, hätte ich mir von ihm ein konsequenteres Auftreten gewünscht – indem er auch seiner Mutter einmal die Stirn bietet, um diese von Dobern zu stoppen. Paul jedoch schweigt. Den Umgang mit seinen Kindern muss er ebenfalls erst lernen, hier braucht er ein wenig Zeit um dann doch noch auf den richtigen Pfad zu gelangen.

Neben den Herrschaften trifft der Leser natürlich auch wieder auf die Bediensteten der Tuchvilla und es ist schön zu sehen, dass auch ehemalige Angestellte immer willkommen sind um ihr Herz auszuschütten. Aber natürlich gibt es auch unter den Bediensteten eine Hackordnung, gegen die tunlichst nicht aufbegehrt werden sollte.

Auch im 3. Teil der Tuchvilla-Saga ist der Schreibstil von Anne Jacobs sehr angenehm zu lesen und die wechselnden Erzählungen jeweils aus Sicht der Melzers oder der Bediensteten, machen die Geschichte auch dieses Mal wieder abwechslungsreich. Die Sprache und das Auftreten der Personen passt für mich in die damalige Zeit und die Charaktere erscheinen mir realistisch und authentisch.

Die Autorin schafft es tatsächlich, dass es über die Gesamtlänge von 2.113 Seiten in 3 Bänden nicht langweilig wird. Lediglich am Schluss des 3. Bandes erscheinen Personen auf der Bildfläche, an die ich mich so gar nicht mehr erinnern konnte und die, meiner Meinung nach, nicht mehr hätten auftauchen müssen um der Geschichte einen Abschluss zu geben.

Alles in allem ist „Das Erbe der Tuchvilla“ ein wirklich gelungener Abschluss der Familien-Saga, die in und um die Zeit des 1. Weltkrieges angesiedelt ist.

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Es läuft nicht glatt bei Melzers

Nachdem Paul aus dem Krieg zurückgekehrt ist, hat er die Geschäfte der Melzerschen Tuchfabrik übernommen. Auch wenn in der Tuchfabrik ein wenig gespart werden muss, geht es allen, die hier leben, doch recht gut im Gegensatz zu vielen anderen Menschen, die Hunger leiden müssen, denn der Wert des Geldes sinkt von Tag zu Tag. Nachdem Marie lange Verantwortung für die Fabrik und die Arbeiter übernommen hatte, ist sie nun nicht ganz zufrieden mit ihrem Dasein als Ehefrau und Mutter. Daher ist sie überglücklich als ihr Paul ein Modeatelier einrichtet. Mit Enthusiasmus stürzt sie sich in die Arbeit. Alicia stellt eine Gouvernante für die Kinder ein, damit beweist sie aber wenig Feingefühl, denn Serafina von Dobern, eine Freundin von Pauls Schwester Elisabeth, ist nicht nur bei Marie und Kitty sehr unbeliebt, sondern auch beim Personal. Die von Dobern zeigt dann auch mit ihren Erziehungsmethoden und ihren Intrigieren, dass man sich vor ihr in Acht nehmen muss. Das treibt zunächst Kitty mit ihrer Tochter aus dem Haus und später auch noch Marie, die sich von Paul nicht verstanden fühlt, als Bilder ihrer Mutter auftauchen. Aber auch Elisabeth im fernen Pommern hat mit einigen Problemen zu kämpfen, so dass sie wieder zurück in die Tuchvilla kommt.
Nach den Vorgängerbänden „Die Tuchvilla“ und „Die Töchter der Tuchvilla“ ist es beim Lesen dieses Buches fast so, als würde man zurück in den Kreis der Familie kommen.
Der Schreibstil liest sich sehr schön flüssig und ist an die damalige Zeit angepasst. Die Charaktere sind alle sehr gut und individuell ausgearbeitet. Alicia ist das Oberhaupt dieser Familie und mit ihrer Entscheidung für die Einstellung von Serafina als Gouvernante bringt sie einigen Wirbel in die Familie. Kitty ist kapriziös wie eh und je und Paul ähnelt von seinen Einstellungen her immer mehr seinem Vater. Außerdem geht er Konflikten gerne aus dem Weg. So kommt es zwischen ihm und Marie zu Missverständnissen und Streit. Marie zieht zu Kitty und erwartet von Paul Entgegenkommen. Die beiden müssen lernen, dass man Kompromisse schließen muss. Elisabeth hat sich das Leben in Pommern sehr schön vorgestellt mit Mann und Verehrer und muss feststellen, dass Sebastian ein Mann mit Prinzipien ist.
Bunt und unterhaltsam geht es auch in den Personalräumen zu. Die resolute Köchin Fanny Brunnenmayer hat mir dabei am besten gefallen, denn sie kann nicht nur hervorragend kochen, sondern hat auch ein Herz für andere.
Das Ende dieser Geschichte war vorauszusehen, aber das ist nicht schlimm, denn der Weg dorthin war unterhaltsam und interessant. Aber obwohl mir das Buch wieder gut gefallen hat, ist es für mich der schwächste Band dieser Trilogie, denn am Ende ging mir alles ein wenig zu glatt und zu schnell.
Eine unterhaltsame Familiengeschichte.

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