Claudia Beinert, Nadja Beinert: Die Mutter des Satans

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Claudia Beinert, Nadja Beinert: Die Mutter des Satans
Verlag
ET (D)
2017
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
ISBN-13
9783426653838

Informationen zum Buch

Seiten
448

Sonstiges

Originalsprache
deutschDer Tod
Erster Satz
Der Tod lauert uns Menschen auf allen Wegen auf.

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In Zeiten von Pest, Aberglaube und Ablass: 1480 wird die junge Margarethe mit dem gleichaltrigen Hans Luder vermählt. Trotz der zunächst trostlosen Aussicht eines Lebens an der Seite eines Bergmannes ist die Ratsherrentochter 1483 über die Geburt ihres ersten Sohnes Martin sehr glücklich. Als Martin Luther sich Jahre später gegen den Willen des Vaters für ein Leben als Mönch entscheidet, ist Margarethe hin- und hergerissen zwischen Ehegehorsam und Mutterliebe. In den gefährlichen Jahren der beginnenden Reformation wagt sie einen gefährlichen Balanceakt und trifft den mittlerweile berühmt-berüchtigten Sohn sogar heimlich. Erst ihre bedingungslose Zuneigung und Liebe zu Martin – von Geburt an – machten aus Martin Luther den mutigen, unerschütterlichen Reformator, der uns bis heute überliefert ist.

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Aus dem Leben einer Mutter

Ende des 15. Jahrhunderts heiratet Margarethe den Bergmann Hans Luder. Eigentlich keine aufregende Sache, wäre sie nicht die Mutter des Reformattors Martin Luther gewesen. Hier aber wird nicht die Geschichte von Martin erzählt, sondern die seiner Mutter. Von ihrer Ehe mit dem Bergmann, von ihrem schweren Leben und ihren Kinder. Für Margarethe ist es schwer ihre Kinder richtig zu erziehen und ihrem Mann den nötigen gehorsam entgegen zu bringen. Bald heißt es für sie, sich zu entscheiden, Martin zu vertrauen oder ihrem Ehemann gehorchen.

Auf diesen Roman habe ich mich sehr gefreut, leider wurde meine Erwartungen nicht erfühlt. Ich kam irgendwie nicht klar mit dem Schreibstil der Schwestern Beinert. Dabei haben sie ausführlich geschildert, wie es Margarethe ergangen ist. Sie durfte ihre Geschichte in Rückblenden selbst erzählen. Dies hat sie auch eindrucksvoll getan, aber der Funke ist bei mir einfach nicht übergesprungen. Ich bin mit der Geschichte nicht wirklich warm geworden und konnte somit auch nicht wirklich mit Margarethe mitfühlen.

Ausführlich wird hier geschildert, wie die Geburt von Martin war, wie seine Kindheit verlief und wie er zu seinem Glauben gefunden hat. Aber auch sein Umfeld wird dargestellt. Sein Vater hat sich von einem einfachen Bergmann zu einem Hüttenmeister hoch gekämpft. Gerade das Leben in diesem Berufszweig wird ausführlich geschildert und war auch interessant, aber leider nicht besonders spannend. Es gab zwar die eine oder andere Szene, wo sich Spannung hätte aufbauen können, tat es dann aber nicht. Margarethe erzählt dann weiter von ihren anderen Kindern und deren Leben und sterben. Mir waren einige Szenen mit Margarethe teilweise einfach zu langatmig, es fehlte an Spannung. Ihr Leben verlief im Grunde in einfachen Bahnen und wurde erst durch Martin sein Handeln anstrengend. Aber zu dem Zeitpunkt war der Sohn ja schon erwachsen und aus dem Haus. Die Familie hatte zwar darunter zu leiden, wie Martin seinen Glauben verbreitet hat, aber diese Zeit ist eben erst zum Ende des Buches hin aktuell und bis dahin verlief das Leben seiner Mutter eben nicht spektakulär aufregend.

Das Thema war so gut gewählt, der Titel versprach spannende und interessante Unterhaltung, aber leider konnte dies aus meiner Sicht nicht erfühlt werden. Interessant ist allerdings der Lebenslauf von Martin Luther und wie vor allem eben auch seine Familie unter seinem Handeln gelebt und eben auch gelitten hat. Dies hat das Autorenpaar wunderbar in Szene gesetzt.

In diesem historischen Roman ist alles enthalten was das Leserherz begehrt, ein Personenregister zu Beginn, ein ausführliches Nachwort, ein paar Fabeln, die im Laufe der Geschichte erzählt werden, sind am Ende noch mal im ganzen nachzulesen, sowie ein Glossar der fremden Begriffe.

„Die Mutter des Satans“ ist eigentlich ein interessanter Roman über die Mutter von Martin Luther, der mich leider nicht gänzlich überzeugen konnte. Obwohl er alles hat, was man bei einem solchen Roman erwarten kann. Einige Szenen waren spannend und interessant, andere wiederum nicht. Auf jeden Fall erlauben die Autoren einen schönen Einblick in das Leben von Martin Luther und seiner Familie.

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Porträt einer starken Frau

INHALT
Margarethe Luther (1463-1531) stammte aus Eisenach. Ihr Vater war Jurist und Ratsherr. Ihre Heirat mit dem Bergbauer Hans Luder (heute: Luther) war nicht standesgemäß und das folgende Leben in Mansfeld alles anderes als leicht. Der dortige Silber- und Kupferabbau sorgte für verschmutzte Luft und Kleidung. Margarethe brauchte Jahre, um heimisch zu werden.

Ihr Lebensalltag war geprägt von Haushalts- und Erziehungsaufgaben. Insgesamt gebar sie 6 Kinder und liebte ihren ersten Sohn Martin abgöttisch.

Aus dem feinfühligen Martin wurde ein Gelehrter, der sein Jurastudium für die Kirche aufgab und Mönch wurde. Sein Vater Hans war außer sich und brach mit ihm, währenddessen Margarethe den Kontakt nicht abbrechen ließ. Briefe und heimliche Besuche zeugen davon.

Mehrere Pestwellen, die Reformation und der Bauernkrieg erschütterten Mansfeld und Umgebung, doch die Familie Luther überlebte auch das.

MEINUNG
Die Autorinnen Claudia und Nadja Beinert haben mit ihrem Roman "Die Mutter des Satans" eine glaubwürdige Geschichte abgeliefert. Als Leser fühlte man sich durch die gelungene Einbindung zeitgenössischer Aspekte (Lutherbriefe, Hexenverfolgung, Sprache sowie Bräuche und Sitten) schnell in der Zeit am Anfang des 16. Jahrhunderts heimisch. Die teilweise prekären Lebensumstände machten betroffen.

Das Leben der Familie Luther, allen voran der Ich-Erzählerin Margarethe Luther, wurde ausführlich und sehr lebensecht beschrieben. Dabei standen ihr Gerechtigkeitssinn, ihre Mutterliebe und ihre Religiosität im Vordergrund. Die damals weit verbreitete Schicksalsergebenheit sowie Gottesfürchtigkeit kam auch zum Tragen. Zu ihrer luziden Darstellung der damaligen Lebens- und Glaubenswelt kann man den Autorinnen nur gratulieren. Ich fand es gleichermaßen spannend und informativ, ins Lutherische Leben eintauchen zu dürfen. Einzig die Passagen, in denen der Porträtmaler Lucas Cranach zu Wort kam, wollten nicht so recht in die Gesamthandlung passen. Detailreich, aber auch redundant wird seine Malkunst beschrieben. Ich empfand diese stetigen Unterbrechungen des Erzählflusses eher störend als erhellend. Hier hätte ein einzelner Exkurs zur Kunst genügt.

FAZIT
Eine lesenswerte, weil historisch sehr gut aufbereitete Biografie, die man sich gerade im Jubiläumsjahr der Reformation nicht entgehen lassen sollte.

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