Elizabeth Gaffney: Damals in der Neuen Welt

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Elizabeth Gaffney: Damals in der Neuen Welt
Verlag
ET (D)
2006
Ausgabe
Taschenbuch
Originaltitel
Metropolis
ET (Original)
2005
ISBN-13
9783442734986

Informationen zum Buch

Seiten
668

Sonstiges

Übersetzer/in
Erster Satz
"Warmer Mais, frischer warmer Mais!"

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New York, Ende des 19. Jahrhunderts: Der junge Steinmetz Georg Geiermeier aus Deutschland wandert nach Amerika aus, um dort ein neues Leben zu beginnen. Doch der Neuanfang ist schwerer als er dachte: Er arbeitet zunächst als Tierpfleger, dann als Schneeräumer und wird schließlich von einer gefürchteten Gang angeheuert, den Whyos. Fortan nennt er sich Frank Harris und wird in die Machenschaften der Unterwelt eingeweiht. Doch Frank hat nicht das Zeug zu einem Ganoven, da er einfach viel zu ehrlich ist. Und außerdem ist er unsterblich verliebt in die Freundin des Gangsterbosses ...

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In New York brennt 1868 zum zweiten Mal Barnum's American Museum ab. Der Brandstiftung verdächtigt wird einer der Pferdeknechte, ein deutscher Einwanderer namens Georg Geiermeier. Der hat zwar noch versucht, die Tiere aus dem Brand zu retten und dabei selbst erhebliche Verletzungen davongetragen, aber dieser Widerspruch stört niemanden, auch nicht bei der Polizei, die vor allem einen Täter präsentieren muß. Da man ihn aber nicht sofort eingesperrt hat, gelingt es Georg zunächst unterzutauchen – wenn auch nicht ganz freiwillig. Tatsächlich handelt es sich eher um eine Art Entführung durch eine Bande Kleinkrimineller, die ihn für einen besonders gewitzten und kaltblütigen Verbrecher halten, den sie in ihrer Gang gut gebrauchen können. Er wird bei einer irischen Familie einquartiert und zum Iren „umerzogen“. Zur besseren Tarnung schleust man ihn erst bei einer irischen Straßenbaubrigade, später bei der städtischen Abteilung für das Kanalwesen ein. Hier fühlt sich Georg, der inzwischen Frank Harris heißt, recht wohl, denn er kann selbstbestimmt arbeiten und niemand tritt ihm dauernd auf die Füße. Daß er nebenbei diese Unterwelt für die Gang kartiert, verursacht ihm zwar Gewissensbisse, aber darüber setzt er sich hinweg, solange von ihm keine ausdrücklich kriminellen Handlungen verlangt werden. Schwierig ist aber, daß er sich in Beatrice verliebt hat, ein Gangmitglied aus seiner irischen Gastfamilie. Nach dem großen Coup, für den man seine Hilfe brauchte, gelingt Frank so etwas wie ein Ausstieg aus der Bande, und er bekommt sogar Arbeit beim Bau der Brooklyn Bridge, für ihn als Steinmetz ein Traum, auch wenn er sich im wahrsten Sinne des Wortes hocharbeiten muß. Aber ganz abgeschrieben hat ihn die Gang noch nicht, und dann gibt es auch noch den echten Brandstifter, der ihm immer noch auf den Fersen ist und ihn der Polizei ausliefern will.

Für einen historischen Roman ist das ja schon eine eher ungewöhnliche Zeit, aber Gaffney rührt noch ein paar weitere durchaus interessante Zutaten hinein. Zum einen gibt es die Einwanderergeschichte, denn Georg alias Frank hat Deutschland schon nicht ganz freiwillig verlassen, nimmt später nur widerstrebend Kontakt nach Hause auf und muß vor allem feststellen, daß der Neustart sich weitaus schwieriger gestaltet als er sich das für einen gelernten Handwerker vorgestellt hat. Daß die meisten seiner Probleme dabei gar nicht in ihm begründet liegen, sondern ihm von außen als Hindernisse in den Weg gelegt werden, spielt dabei keine Rolle. Er ist nun mal fremd im Land und daher für alle möglichen Leute erst einmal ein dankbares Opfer.

Dann ist da das Gangmilieu. Frank gerät in die Fänge der Whyos, die eine besondere, auf Musik und Geräuschen basierende „Sprache“ für die Kommunikation untereinander entwickelt haben. Hier hat Gaffney sicher eine Menge Phantasie eingebracht, aber sie schafft damit schon eine recht eigene Atmosphäre in dieser Gruppe. Abgesehen von Anführer Dandy Johnny, der mit seiner Mutter unter dem Deckmantel der Gang gute „Geschäfte“ macht und ein sehr komfortables Leben führt, sind die übrigen Mitglieder tatsächlich Kleinkriminelle: Taschendiebe und ähnliches, Mord und Totschlag sind nicht ihre Branche und daher kann man sie mit einer gewissen Sympathie betrachten, zumal sie auch den ahnungslosen Frank aus einer Reihe unangenehmer Situationen herausboxen. Als Helden sind die Whyos natürlich eher untypisch, genauso wie der biedere Frank, aber in der Gesamtheit paßte das ganz gut zusammen.

Dazu kommt noch eine gute Portion Lokalkolorit, erfreulicherweise durch einen Stadtplan am Ende des Buches unterstützt, an dem auch die Haupthandlungsorte gesondert markiert sind, so daß man sich recht gut orientieren kann. Und Gaffney erzählt ihre Geschichte in einem gefälligen, aber nicht ausgefallenen Stil. So kommt am Ende ein Roman heraus, der das Genre nicht gerade neu erfindet, aber sich zumindest für mich recht wohltuend von der Masse der historischen Romane abhob und allemale als Schmöker für ein paar nette Lesestunden herhalten kann.

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