Axel S. Meyer: Das Buch der Sünden

Axel S. Meyer: Das Buch der Sünden

Hot
 
4.5 (2)
 
0.0 (0)
3730   1  
Bewertung schreiben
Add to list
Axel S. Meyer: Das Buch der Sünden
Verlag
ET (D)
2010
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783499253805

Informationen zum Buch

Seiten
784

Sonstiges

Erster Satz
Die Normannen brachten den Tod nach Paris.

Kaufen

[Werbung / Affiliate-Link]

Bei Amazon kaufen Bei Booklooker kaufen Bei Thalia kaufen

Handlungsort

Handlungsorte
Karte anzeigen (Gesamtübersicht)
Hoch im Norden haust das Böse. Im Jahre 845 bringen die Normannen den Tod nach Paris. Die Mörder kommen über die Flüsse: Am Morgen besetzen 120 Drachenboote die Seineinsel, am Abend sind die Straßen mit Leichen übersät. Brandgeruch liegt in der Luft. Hilflos muss der junge Odo mit ansehen, wie sein Vater getötet und seine Mutter verschleppt wird. Er schwört Rache. Jahre später fällt ihm im Kloster Sankt Gallen eine Schrift in die Hände: Das Buch der Sünden. Es prophezeit den Untergang der heidnischen Welt sobald die sieben Todsünden gesühnt sind. Besessen von der Idee, dieses Werk zu verrichten, macht sich Odo auf den Weg nach Norden. In die gottlose Stadt der Wikinger, nach Haithabu ...

Autoren-Bewertungen

2 Bewertungen

Gesamtbewertung 
 
4.5
Plot / Unterhaltungswert 
 
4.5  (2)
Charaktere 
 
4.5  (2)
Sprache & Stil 
 
4.5  (2)
Gesamtbewertung 
 
5.0
Plot / Unterhaltungswert 
 
5.0
Charaktere 
 
5.0
Sprache & Stil 
 
5.0

Das Buch der Sünden

Ich habe zu diesem Buch gegriffen, weil ich schon immer mal etwas über die „Wikinger“ in Haithabu lesen wollte.
Gleich auf den ersten Seiten geht es dann auch schon heftig zur Sache. Der Überfall auf Paris wird von dem Autor in ziemlich klaren Worten geschildert. Dann konnte ich verfolgen wie Odo nach Haithabu gelangte und dort dann auf die Menschen traf die diese Geschichte zu einem unvergessenen Erlebnis gemacht haben. Mit den Protagonisten Helgi, Teska und den vielen Bewohner dieser, damals dänischen Siedlung sind dem Autor Axel S. Meyer unglaublich gute Charaktere gelungen. Sie haben Ecken und Kanten und Fehler und machen sie gerade deswegen zu liebenswerten Charakteren. Ich war von Anfang an in ihren Bann gezogen und konnte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Erst der dramatische Überfall auf Paris und dann die sich überschlagenden Ereignisse in Haithabu, Spannung von der ersten bis zur letzten Seite. Die Ausführung der Rache von Odo macht „Das Buch der Sünden“ fast zu einem Thriller.

Der Erzählstil dieses Autors ist facettenreich und bildhaft so dass ich mir jede Szene lebhaft vorstellen konnte und zeitweise das Gefühl hatte unmittelbar vor Ort zu sein. Es war ganz großes Kopfkino. Die Seiten folgen nur so dahin, beim lesen spürte ich förmlich die Liebe des Autors zum Detail und zur Sprache. Davon, dass es sich hier um ein Erstlingswerk des Autors handelte war nichts zu spüren. Es hat Spaß gemacht dieses Buch zu lesen. Die großartige Recherchearbeit, die hier im Vorfeld geleistet wurde, ist dem Buch deutlich anzumerken. Die Lebensweise der Menschen und die Orte, die Odo, Helgi und die anderen Protagonisten aufsuchen mussten, waren so gut beschrieben, dass ich sie mir lebhaft vorstellen konnte. Sehr gut gefallen hat mir, dass hier z.B. die Ortsnamen in ihrer alten damals geläufigen Schreibweise geschrieben wurde. So wirkte die ganze Geschichte auf mich noch glaubwürdiger und so konnte ich auch leicht über kleine Fehler wie „Baumwollhosen“ hinwegsehen.

Am Schluss gibt es noch ein Nachwort in dem der Autor auf Fiktion und Wahrheit eingeht und eine Karte Nordeuropas ist auch vorhanden. Ich fand Beides sehr nützlich und aufschlussreich.

Mein Fazit: „Das Buch der Sünden“ ist ein historischer Roman, der jedem ans Herz zu legen ist, der sich für die Menschen im Mittelalter in Norddeutschland interessiert. Ich selbst hatte einige spannende Lesestunden. Ich hoffe, dass Axel S. Meyer noch mehr solcher aufregenden Bücher schreibt.

War diese Rezension hilfreich für Sie? 
Gesamtbewertung 
 
4.0
Plot / Unterhaltungswert 
 
4.0
Charaktere 
 
4.0
Sprache & Stil 
 
4.0

Obwohl ich diverse negative Kommentare gelesen habe, hat mich das Buch neugierig gemacht. Nachdem es im letzten August erschienen war, wurde bereits im Oktober 2010 die dritte Auflage herausgebracht. Nachdem der Autor 2009 bei einer Verlagsausschreibung von Rowohlt damit den ersten Preis belegt hatte, wurde er in diesem Jahr zusätzlich mit Platz 26 bei einem Lovelybooks-Wettbewerb bedacht. Und das alles mit einem Debütroman.

Worum geht es darin?

"Im Jahr 845 bringen die Normannen den Tod nach Paris. Die Mörder kommen über die Flüsse: Am Morgen besetzen 120 Drachenboote die Seineinsel, am Abend sind die Straßen mit Leichen übersät. Brandgeruch liegt in der Luft.

Hilflos muss der junge Odo mit ansehen, wie sein Vater getötet und seine Mutter verschleppt wird. Er schwört Rache. Jahre später fällt ihm im Kloster St. Gallen eine Schrift in die Hände: Das Buch der Sünden. Es prophezeit den Untergang der heidnischen Welt – sobald die sieben Todsünden gesühnt sind. Besessen von der Idee, dieses Werk zu verrichten, macht sich Odo auf den Weg nach Norden. In die gottlose Stadt der Wikinger, nach Haithabu …."

Was dabei unerwähnt bleibt, dennoch einen großen Raum einnimmt, parallel läuft und sich stellenweise mit dem in der Inhaltsangabe beschriebenen Handlungsstrang vermischt, ja sogar verbunden ist, ist die Geschichte des Schmiedes und späteren Woiwoden Helgi. Von seiner Liebe zu der Sklavin Runa. Von der Andeutung und Erahnung von Runas Vergangenheit. Von ihrer Flucht in Runas Heimat. Ich nenne Runa jetzt einfach weiterhin Runa, obwohl die spätestens nach Ankunft in ihrer alten Heimat ihren ursprünglichen Namen zurückerhält. Von seinem beziehungsweise ihrem neuen Leben.

Der Roman beginnt mit einer Offenbarung des Johannes (wie übrigens alle der folgenden sieben Buchteile), dann folgen zwei Karten, bevor es mit dem ersten Teil in Paris losgeht, der im Jahr 845 um die Osterzeit spielt. Der zweite Teil führt uns im Herbst 861 bis zum Frühjahr 862 nach St. Gallen. Im Dritten lenkt der Autor unser Augenmerk im Sommer 863 nach Haithabu, während der Vierte in Rujana von Sommer bis Herbst des gleichen Jahres spielt. Der fünfte Teil steuert zurück nach Haithabu und umfasst den Zeitraum von Herbst 863 bis Frühjahr 864, der Sechste bringt und wiederum nach Rujana, dieses Mal im Frühjahr 864, bevor der siebte und letzte Teil erneut um die Osterzeit im Jahr 864 nach St. Gallen zurückführt. Im Epilog macht die Geschichte nochmals einen Sprung nach Haithabu. Wir begleiten zumindest Odo also über einen Zeitraum von 19 Jahren, wobei aber große Sprünge gemacht werden. Ein Nachwort rundet alles ab. Alle Teile sind in kurze Kapitel gefasst, was das Lesen erleichtert. Gleichwohl gibt es einige Längen, die es wiederum stellenweise erschweren.

Mit dem Roman hat man sowohl einen Krimi/Thriller – es geschehen einige grausame Morde, ganz abgesehen davon, dass die Zeit damals sehr brutal dargestellt wird – als auch eine Liebesgeschichte in der Hand. Die Liebesgeschichte spielt sich vor dem Hintergrund der recht trostlos beschriebenen damaligen Welt ab. Das mindert sie nicht zwingend – wer jedoch auf einen Liebesroman mit reinem Happy-End-Feeling spekuliert, wird vielleicht etwas enttäuscht. Historische Bezüge zu heute noch existierenden Orten sind da, Meyer baut geschichtlich belegte Personen in seine fiktive Geschichte ein. Es wird sowohl das Problem der Christianisierung beschrieben, als auch das eigentliche Leben der Dänen und Wikinger, die ja nicht nur als Seefahrer und furchtlose Krieger zugange waren.

Ich bin ehrlich gestanden etwas gespalten, was meine Meinung zu dem Buch betrifft. Einerseits beschreibt Meyer sehr plakativ die damaligen Lebensumstände. Die Morde gehen weder unter noch werden sie bei aller Brutalität übertrieben blutrünstig dargestellt. Runas Rechtlosigkeit in ihrer Zeit als Sklavin, die Armut, die Emotionen der Romanfiguren – all das vermag der Autor glaubwürdig zu vermitteln. Der Wandel des Waisenjungen und späteren Mönchs Odo zum Verfechter seiner fanatischen Ideologie ist so beschrieben, dass sie angesichts seines kindlichen Traumas erklärbar ist. Soweit so gut.

Doch die Geschichte verliert immer wieder genau diese Glaubwürdigkeit durch das gleichzeitige Einbringen von Zufällen, die in manchen Passagen einfach zu viel sind. Logischerweise muss Odo auf das Buch der Sünden treffen, es finden, um sein Verhalten zu rechtfertigen. Doch die Weise, wie das in dieser Geschichte geschieht, überzeugt mich nicht. Logischerweise muss er das Schicksal seiner Mutter eruieren, damit der Handlungsbogen von Helgi und Odo zu einem schlüssigen Ende kommt. Angesichts des kurzen Zeitraumes, in dem Odo dies gelingt, hapert es aber schon wieder an meinem Verständnis dafür. Logischerweise muss Odo eine sichere Basis (sprich den kleinen Orden in Haithabu) für sein Vorhaben finden. Die Umstände, die dazu führen, sind aber eben sehr zufällig.

Es gibt kleinere Nebenstränge. Beispielsweise die abgrundtiefe Feindseligkeit zwischen Runa und ihrer Schwester. Woher der Hass derselben kommt, arbeitet der Autor nicht genau heraus. Er nutzt ihn in meinen Augen einfach als Mittel, die Geschichte gegen Ende noch einmal hochzuputschen. Fast scheint es, als würde Meyer sich in zu vielen Nebenschauplätzen verlieren. Doch das stimmt nur bedingt. Zumindest teilweise führen wie einfache Füllkapitel wirkende Passagen tatsächlich letztendlich irgendwie zum Ende des Gesamthandlungsbogens. Ebenfalls negativ aufgefallen ist mir eine gewisse Vorhersehbarkeit, die mal schwächer, mal stärker ausgeprägt daherkommt. Leider wirkt das tödlich auf die Spannung, die dadurch kein wirklich hohes Level erreicht. Und auch die vielen, vielen lebensbedrohlichen Situationen, in die beispielsweise Helgi kommt, sind mir etwas zu überzogen dargestellt. Mag sein, dass das mit der damaligen Zeit zusammenhängt, in der man sich seines Lebens nicht sicher war. Doch auf mich wirkt es einfach so, als ob die Spannung künstlich aufgeputscht wird. – Was schade ist, denn der Schreibstil Meyers hat das im Grunde genommen nicht nötig. Das Ende selbst könnte aus Hollywood stammen. Zwar explodiert nichts, aber etwas zu blutig wird es spätestens jetzt allemal und wie alte Westernhelden schaffen es auch die Figuren in Meyers Roman noch das eine oder andere mit übermenschlich wirkender Kraft in Angriff zu nehmen und gar zu erledigen, bevor sie denn sterben. Von dramatisch einstürzenden Gebäuden, just an dem Ort, an dem Odo seinen Plan vollenden will, ganz zu schweigen.

Dennoch, obwohl diese Sachen es mir stellenweise sehr schwer gemacht haben, den Roman zu Ende zu lesen, war gleichzeitig etwas darin, das mich immer wieder zum Weitermachen angestachelt hat. War es die Hoffnung, dass sich die Schwächen in nichts auflösen? Der sympathisch dargestellte Helgi? Der völlig unsympathische, doch seltsam diffus bleibende Soziopath Odo? Die Neugier, weil Haithabu und Rujana gleich um die Ecke liegen und ich einfach hinfahren könnte (obwohl natürlich so gut wie nichts mehr von damals im Heute vorhanden ist)? Ich weiß es wirklich nicht.

Ein durchaus opulenter Roman, der aber die eine oder andere Schwäche aufweist. Kein Lesequickie, man sollte dabei bleiben, damit der Handlungsfaden nicht verloren geht. Die Geschichte hat mich nicht wirklich überzeugt und gepackt. Aber auch nicht endgültig abgeschreckt.

War diese Rezension hilfreich für Sie? 

Benutzerkommentare

In dieser Liste gibt es noch keine Bewertungen.
Bewertung (je höher desto besser)
Plot / Unterhaltungswert
Charaktere
Sprache & Stil
Rezensionen

Für eine werbefreie Plattform und literarische Vielfalt.

unterstuetzen books

 

 

Affiliate-Programm von Amazon, um Literaturschock zu unterstützen. Weitere Möglichkeiten, Danke zu sagen.

Tassen, Shirts und Krimskrams gibt es übrigens im

Buchwurm-Shop

I only date Booknerds

Diese Seite nutzt Cookies.

Datenschutz & Widerspruchshinweise

Erlauben
© 2018 Susanne Kasper, Literaturschock

Mobile-Menue