Nicole C. Vosseler: Das Herz der Feuerinsel

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Nicole C. Vosseler: Das Herz der Feuerinsel

Autor

Biografie & Bibliografie von
Verlag
ET (D)
2012
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783442477968

Informationen zum Buch

Seiten
608

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Das musste er sein, der Duft der Freiheit.

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Handlungsort

Handlungsorte
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Amsterdam 1882. Auf der Überfahrt von Amsterdam nach Batavia schließen zwei Frauen Freundschaft, die unterschiedlicher kaum sein könnten: die ernsthafte Jacobina, Tochter aus gutem Hause, und die temperamentvolle Floortje aus einfachen Verhältnissen. Beide träumen vom Glück in der Ferne, und berauscht von der exotischen Schönheit der Tropen wähnen sie sich im Paradies. Nach und nach jedoch offenbart der Garten Eden seine Abgründe, und während auf Jacobina ein böser Verdacht fällt, gleitet Floortje ab in die Prostitution. Als der bislang so friedliche Vulkan Krakatau ausbricht, beginnt für die beiden Freundinnen ein Kampf um Leben und Tod …

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Ein gelungener historischer Roman

Der Erzählstil von Nicole C. Vosseler ist bildhaft und facettenreich. Sie schafft es wie keine andere Autorin Bilder zum Leben zu erwecken, Gerüche so zu umschreiben, dass man als Leser das Gefühl hat sie zu riechen. Ich konnte den Wind in den Haaren fast schon spüren, den Dschungel Sumatras sehen. Genauso hatte ich diesen Roman von ihr wie gewohnt erwartet, allerdings ist „Das Herz der Feuerinsel“ dann ganz anderes als die Vorgänger von Fr. Vosseler. Es ist direkter, schonungsloser und offener. Sie nennt die Dinge direkt beim Namen und lässt ihre Protagonisten ziemlich heftige Abenteuer bestehen.

Die Lebensgeschichten von Jacobina und Floortje sind keine Heile-welt-Geschichten, sie sind hart und entbehrungsreich und dabei auch voll von Liebe und Emotionen. Mir hat es gut gefallen die Beiden kennen lernen zu dürfen und sie ein Stück ihres Weges begleiten zu können.
Ich war von den ersten Seiten an gefangen und hatte fast das Gefühl mit Jacobina und Floortje könnte ich befreundet sein. Ich habe mit ihnen mitgefiebert und gelitten und Todesängste ausgestanden. Leider waren die Seiten viel zu schnell gelesen, und das obwohl es hier immerhin 600 Seiten waren, es hätte gern mehr sein dürfen.
Gut gefallen hat mir, dass es für einige geschilderte Personen historisch reale Vorbilder gibt. Für mich macht so was einen historischen Roman immer eine Spur authentischer. So auch hier.

Ein paar Worte zur Aufmachung dieses Buches. Mit dem blauen Hintergrund hebt es sich von den anderen Büchern hervor und sticht ins Auge. Das Cover verspricht schon ein Südsee-feeling, welches sich bei mir auch sehr schnell eingestellt hatte. Auf den ersten Seiten gibt es dann gleich eine Karte der Java See, so wusste ich doch gleich wo ich war, ich liebe Karten einfach. Am Ende gibt es noch ein paar Anmerkungen zu den historischen Begebenheiten und klärt über Fiktion und Wahrheit auf.

Mein Fazit: „Das Herz der Feuerinsel“ ist ein gelungener historischer Roman über das Auswandern der Frauen im 19 Jahrhundert. Gleichzeitig ist er ein ans Herz gehender Liebesroman der mir ausnehmend gut gefallen hat. Die Protagonisten waren glaubwürdig und ihre Handlungen nachvollziehbar. Auch wenn ich nicht immer einverstanden war mit den Verhalten von Jacobina oder Floortje so habe ich mir doch immer gewünscht alles würde gut werden für die Zwei. Aber nicht nur diese beiden Protagonisten haben mir gut gefallen, es gab auch noch einige Andere zu entdecken und schnell fanden auch Jeroen und Ida Einzug in mein Leseherz und am Ende viel es mir sehr schwer sie alle gehen zu lassen.

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Eine Ode an die Freundschaft

Auf der Fahrt von Amsterdam nach Java lernen sich Ende des 19. Jahrhunderts die lebenslustige Floortje und die ernste Jacobina kennen. Während Erstere in Batavia einen Ehemann sucht, tritt die Zweite eine Stellung als Hauslehrerin und Gouvernante an. Doch das vermeintliche Paradies, in das die beiden Frauen vor ihrer Vergangenheit geflohen sind, entpuppt sich mehr und mehr als Abgrund und sowohl Floortje als auch Jacobina zahlen einen hohen Preis für ihre Träume.

Mit Das Herz der Feuerinsel" legt Nicole C. Vosseler einen wunderschönen, mitreißenden Roman vor, in dem das Thema Freundschaft eine zentrale Rolle spielt. Mit Jacobina und Floortje hat sie zwei Figuren geschaffen, mit denen der Leser mit fiebern, sich mitfreuen und mitleiden kann, und an deren Seite er das Paradies Javas, seine farbenfrohe Natur und seine vielfältigen Kulturen vor dem Hintergrund der niederländischen Kolonie entdecken kann, mit ihnen wird er mitgerissen in die Abgründe des vermeintlichen Paradieses und die brodelnden Naturgewalten.

Nicole C. Vosseler beschreibt diese Welt mit opulenter, bildhafter Sprache und füllt die 600 Seiten des Romans scheinbar mühelos mit buntem Leben, tiefen Gefühlen, herzzerreißenden Schicksalen und spannenden Geschichtsfakten, so dass man am Ende der Lektüre vor allem eines bedauert: dass das Buch sein Ende gefunden hat und man die liebgewordenen Figuren ihrer Wege ziehen lassen muss.

FAZIT: Das Herz der Feuerinsel" hat mich begeistert, in mir eine bunte Palette vielschichtiger Gefühle geweckt und mich einmal wieder daran erinnert, wie wertvoll und selten wirkliche Freundschaft ist. Ich empfehle diese Lektüre jedem weiter, der nicht nur historische Romane liebt, sondern auch bereits ist die Höhen und Tiefen der Geschichte mit Floortje und Jacobina zu durchleben und zu durchleiden. Ein ganz klarer Buch-Tipp

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Ein dramatisches Kaleidoskop der Gefühle...

Amsterdam 1882. Von hieraus starten zwei so ungleich erscheinende, jungen Frauen in ein neues Leben. Die so gewissenhafte Jacobina aus gutem Hause und die Lebenslust versprühende Floortje aus einfachen Verhältnissen. Während der Schiffspassage von Amsterdam nach Batavia spannen sie ein erstes, zartes Band der Freundschaft. Neugierig und zaghaft zugleich vertrauen sie sich gegenseitig nur sehr wenig an. Doch schnell wird klar, dass beide jeweils ihre ganze Hoffnung in diesen neuen Aufbruch nach Java legen. Während Jacobina zumindest eine Anstellung als Gouvernante bei einer betuchten Familie erwartet, muss Floortje darauf hoffen, einen Mann zu finden. So ersehnen sich beide in ihrer Verschiedenheit ein kleines Stück vom Glück, welches diese so paradiesisch anmutende Insel wohl verheißen soll.

Ein Roman, der nur so sprüht vor Leidenschaft und Lebendigkeit inmitten dieser wunderbar schillernden, aber auch kontrastreichen Inselwelt der Tropen. Lebensecht und intensiv beschreibt die Autorin Nicole C. Vosseler ein dramatisches Kaleidoskop, welches mich einer Achterbahn gleich, emotional und fesselnd mit hinein in seinen Strudel zog. In einem Moment noch den wunderschönen Landschaftsbeschreibungen mit ihrer üppigen Pracht verfallen, rissen mich im nächsten die Geschehnisse mit sich hinweg. Denn die bezaubernde Welt der Insel sowie die lockere wie lockende Gesellschaft Batavias bargen auch ihre Schattenseiten. Vielschichtig und sehr illustrativ habe ich vor allem die einheimischen Viertel der Stadt erlebt. Dramatik wurde zwischen den Handlungssträngen immer wieder groß geschrieben. Kein Wunder, denn gemeinsam mit Jacobina und Floortje durfte ich auch hinter so manche Fassade schauen, ein Blick in die Verderbtheit wagen. Durch den erzählten Perspektivenwechsel zwischen den Protagonisten wurden mir die gekonnt einfühlsam beschriebenen Charaktere, mit gehaltvollem Hintergrund und einer jeweils sehr unterschiedlichen Ausstrahlung, stets näher gebracht. Auch wenn mir zumindest Jacobina, mit ihrer zu Beginn so überakkuraten Art, nicht gleich ganz nahe stand. Liebe und Hass, Freundschaft und Täuschung gingen hier in einer äußerst komplexen Geschichte einher, gewürzt mit einem gelungenen Gesellschaftsbild der damaligen Zeit. Dies alles vor der atemberaubenden Kulisse der Vulkanwelt des Krakataus. Dabei war mir die poetisch-blumige Beschreibung der Landschaft niemals zuviel. Vermochte sie doch die dunklen Seiten wieder ein wenig abzumildern. Es war ein Genuss die Entwicklung von Jacobina und Floortje anhand dieser spannenden Geschichte mitzuerleben. Und auch wenn ich so manches Mal hart schlucken musste, so gab es stets auch Momente die berauschen konnten. Ein Roman mit dem sich dem Alltag wunderbar entfliehen lässt...

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Berauschend wie ein exotischer Duft

„Das musste er sein, der Duft der Freiheit“ … so beginnt dieser wundervolle Roman und das neue Leben von Jacobina und Floortje. Beide verlassen ihre Heimatstadt Amsterdam um in Batavia ein neues Leben zu beginnen. So unterschiedlich die Beiden auf den ersten Blick auch sein mögen, sowohl von der Herkunft als auch in ihrem Wesen, sie schließen Freundschaft und erleben nicht nur schöne Dinge im scheinbaren Paradies im indischen Ozean.

Von Anfang an hat Nicole Vosseler mich mit ihrem Schreibstil verzaubert. Sie schwelgt in der Sprache, sie zelebriert sie förmlich. Sie geizt nicht mit Adjektiven, sie schreibt so opulent und bildhaft. Das muss man mögen, ich liebe es! Dieser Roman ist so berauschend wie ein exotischer Duft.

Die beiden „Mädels“ mochte ich von Anfang an mit all ihren Ecken und Kanten. Und sie hatten keinen leichten Weg. Ich war manchmal den Tränen nahe, ich hatte Gänsehaut … vor Freude, vor Spannung und auch vor Ekel. Nicole Vosseler hat mir als Leser einiges zugemutet und dafür danke ich ihr.

Das Buch hat mich wunderbar unterhalten, mich in die niederländische Kolonialzeit mit all ihren Höhen und Tiefen entführt. Hauptsächlich geht es natürlich im Jacobina und Floortje auf dem Weg in ein neues Leben und zu sich selbst. Ich fand es so spannend und auch berührend, das aus nächster Nähe zu beobachten Ja, ich hatte geradezu das Gefühl, die beiden zu kennen. Ich mag so viel Lebendigkeit in einem Buch, ich liebe es, so dermaßen in eine Handlung hineingezogen zu werden. Das schaffen nicht viele Autoren.

Die Erzählperspektive wechselt immer zwischen Jacobina und Floortje und es treten auch einige andere interessante Persönlichkeiten in Erscheinung. Auch deren Facetten lerne ich gut kennen und die Personen sind so vielschichtig, dass man hier Schwarz-Weiß-Malerei vergeblich sucht. Immer wieder passieren Dinge, mit denen ich nicht gerechnet habe. Und selbst die nicht so schönen Ereignisse werden so behutsam beschrieben, dass sie mich zwar betroffen machen und zu Tränen rühren, aber ich habe auch immer wieder das Gefühl, dass die Autorin selbst mich mit ihren Worten trösten möchte.

Ich habe schon lange nicht mehr ein so schönes Buch gelesen. Hier stimmt einfach alles, Handlung, Schreibstil, Charaktere und ein Ende, das mir einen wohligen Schauer über meinen ganzen Körper schickte und die Tränen kullern ließ …

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Zwei Frauen suchen ihr Glück in Batavia

Der Roman „Das Herz der Feuerinsel“ von Nicole C. Vosseler handelt von Jacobina und Floortje, zwei jungen Niederländerinnen, die 1882 in die holländische Kolonie Batavia auswandern, um dort ihr Glück zu finden. Jacobina ist 26, kommt aus einem reichen angesehenen Elternhaus, hat aber trotz ihrer Bildung keine Heiratschancen, da die Bewerber jüngere und attraktivere Mädchen vorziehen. Sie möchte als Gouvernante in der Familie eines Majors arbeiten. Floortje ist 19, wirkt lebendig und lebenslustig, hat große Freude an Kleidung und Schmuck und hofft auf die Heirat mit einem reichen Farmer, da in Java Frauenmangel herrscht. Trotz ihrer Unterschiedlichkeit werden die beiden Frauen zu Freundinnen und zu Beginn scheinen sich ihre Träume auch zu verwirklichen. Jacobina gewinnt die Kinder der Familie de Jong lieb und verliebt sich in Jan, einen Freund der de Jongs. Floortje ist eine umschwärmte Junggesellin und entscheidet sich für den sympathischen und attraktiven Farmer James. Doch unter der paradiesischen Oberfläche der Feuerinsel schlummern Geheimnisse, die das Leben aller Bewohner durcheinanderbringen werden…

Wunderbar bildreich und lebendig nimmt uns Nicole C. Vosseler mit ins ferne Indonesien um 1900. Meine anfängliche Befürchtung, das Cover lasse auf einen seichten „Love and Landscape“-Schmöker schließen, statt der gut recherchierten anspruchsvollen historischen Romane, wie ich sie von der Autorin kenne, hat sich zum Glück nicht bewahrheitet. „Das Herz der Feuerinsel“ ist zwar sehr gut lesbar und eignet sich zum Eintauchen und Verschlingen, ist aber keinesfalls seicht und klischeehaft. Die Personen sind vielschichtig dargestellt und über die Abenteuer von Floortje und Jacobina hinaus erfährt man einiges über das Kolonialleben in Java um 1900, so etwa den Umgang der Niederländer mit Einheimischen und chinesischen Einwanderern, einige der im buch vorkommenden Personen haben historische Vorbilder, was die Geschichte spürbar plausibel macht.

Ich bin begeistert, vergebe für „Das Herz der Feuerinsel“ die volle Sternanzahl und empfehle das Buch allen, die gefühlvolle und anspruchsvolle historische Romane lieben.

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(Aktualisiert: 06 Oktober 2012)
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Ein Neubeginn und der Wert einer Freundschaft

Wir lernen auf der Überfahrt nach Batavia (heute Jarkata) Jacobina und Floortje kennen. Beide haben sich in Amsterdam auf den Weg in eine, hoffentlich für beide, bessere Zukunft gemacht. Jacobina ist ein ganzes Stück älter und auch vom Wesen her ganz anders als Floortje, eher verschlossen und auf jeden ihrer Schritte bedacht, dass sie ja keinen Fehler in der Gesellschaft macht. Floortje hingegen ist sehr locker und fröhlich und kommt schnell ins Gespräch mit den anderen Reiseteilnehmern. Während der Überfahrt entsteht das zarte Band einer Freundschaft, was dem Leser das gesamte Buch über begleiten wird.
Jacobina wird als Governante bei einer gutsittuierten Familie eingestellt und kommt schnell mit den Kinder und den Gegebenheiten vorort klar. Sie lernt auch Malaiisch, die Sprache der Einwohner. Floortje lernt durch ihre fröhliche Art Männer kennen und doch holen sie Dinge aus der Vergangenheit ein. Doch dies soll genug zum Inhalt sein.

Fazit:

Für mich steht in diesem Buch ganz klar der Wert eine wahren Freundschaft im Mittelpunkt. Beide Frauen sind sehr unterschiedlich, dazu hat schon allein die Verschiedenartigkeit der Erziehung beigetragen. Jacobina ist sehr streng erzogen wurden und hatte fast gar keine Chance auf einen eigenen Weg. Doch hier hilft ihr viel die Freundschaft und Bestätigung Floortje´s. Und Floortje hatte keine gute Kindheit bzw. Jugendzeit. Trotzdem ist sie eine sehr willensstarke Frau, die ich auf Grund der Vielzahl ihrer Schicksale nur bewundern kann.
Nicole C. Vosseler schafft es, nach Sterne über Sansibar, mich wieder völlig für eine Geschichte zu begeistern, so dass ich schon wie die Protagonisten denke und mir einen Lösung der verfahrenen Situation ausdenke. Der Schreibstil ist sehr bildhaft, detailgetreu. Mit der Beschreibung der Insel steht man förmlich selber am Strand und schaut auf die Flora und Fauna. Aber auch die Menschen und der Umgang der europäischen Herrschaften mit den Ureinwohner ist sehr gut dargestellt und leider wird hier auch der Unterdrückerwille wieder deutlich.
Die gesamte Geschichte ist für mich stimmig und ich habe mich auf dem Weg der beiden sehr wohl gefühlt und könnte noch weiter auf der Feuerinsel umher wandern.
5 von 5 Sternen.
Ein wahres LESEVERGNÜGEN!!

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Weltuntergang im Paradies

Meine Inhaltsangabe

Zwei junge Frauen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, treffen sich auf einem Schiff während der Überfahrt von Amsterdam in die holländische Kolonie Java. Jacobina, Tochter eines reichen Bankkaufmanns, tritt eine Stelle als Hauslehrerin an während Floortje voller Erwartung ist, einen reichen Ehemann zu finden. Die Reise geht vorerst für beide nach Batavia. Jacobina wird liebevoll aufgenommen von der Familie ihres Arbeitgebers und es gelingt ihr sehr schnell Zugang zu den beiden Kindern Jeroen und seiner jüngeren Schwester Ida. Die Kinder sprechen bisher vorwiegend Malaiisch, die Sprache ihres Kindermädchens und Jacobina soll ihnen gutes Holländisch beibringen. Das Oberhaupt der Familie, Major Vincent de Jong führ mit seiner Frau Griet eine sehr lebhafte Ehe. Sie bilden sozusagen das Herz des gesellschaftlichen Lebens in Batavia.

Floortje hat sich in einem Hotel eingemietet, lebt unbeschwert in den Tag hinein, genießt das Leben und gewinnt die Aufmerksamkeit gleich mehrerer heiratswilliger Männer. Es kommt beinahe zu einer Verlobung mit einem Pflanzer auf einer reichen, aber abgelegenen Plantage, doch da trifft ein Schatten aus Floortjes Vergangenheit auf sie und ist dem jungen Glück im Weg. Floortje hat inzwischen alle ihre Ersparnisse aufgebraucht und muss sich selber über Wasser halten.

Das Leben meint es mit Vincent de Jong nicht nur gut. Aufgrund eines Zwischenfalls wird er vom Zentrum der holländischen Kolonie nach Sumatra versetzt. Jacobina begleitet die Familie, die ein wunderschönes Haus direkt am Meer bezieht. Griet de Jong vermisst den gesellschaftlichen Trubel der Stadt und fühlt sich immer häufiger krank und zerschlagen.

An der Seite Jacobinas und Floortjes lernt der Leser völlig unterschiedliche Seiten des Lebens in einer holländischen Kolonie kennen. Einerseits erlebt man die betörende Landschaft mit ihren duftenden und farbenfrohen Blumen, andererseits blickt man in menschliche Abgründe infolge zuvielen Luxus, der auch mal in Dekadenz umkippt. Das gesellschaftliche Leben ist eine sehr oberflächliche Angelegenheit. Vordergründig erfreuen sich die Angehörigen der holländischen Gesellschaft eines großen Freundeskreises und abwechslungsreichen kulturellen Lebens. Hintergründig zeigt sich das aber als sehr oberflächlich und unehrlich.

Die Überfahrt der beiden Protagonistinnen Jacobina und Floortje ist im Jahre 1882 angesiedelt. Aus der Geschichte wissen wir, dass Ende August 1883 der Vulkan Krakatau ausgebrochen ist, der sich auf einer Inselgruppe zwischen Java und Sumatra befindet, jeweils etwa 50 km von der Küste entfernt. Ein Ereignis, das die Welt, aber natürlich auch das Leben der Menschen in diesem Roman tief geprägt hat.


Meine persönliche Meinung

Die Personen dieses Romans sind so weit ich mich erinnere durchwegs fiktiv, sie sind aber dem Leben historisch verbürgter Menschen nachempfunden. Die Autorin hat sehr viele Informationen aus der holländischen Kolonialgeschichte im Buch verarbeitet, so dass man ein sehr anschauliches Bild der Landschaft gewinnt sowie der sozialen Gepflogenheiten unter den Menschen. Das betrifft sowohl die Mitglieder der holländischen Gesellschaft als auch die einheimischen Menschen und das Zusammenspiel der Herrschaften mit ihren Angestellten. Die sozialen Probleme im Milieu der Prostiuierten sind sehr gut herausgearbeitet ohne aufdringlich zu wirken. Um dem Leser einen bleibenden Eindruck zu verschaffen, stellt Nicole C. Vosseler auf ihrer Homepage viel Bildmaterial und Informationen zur Verfügung. Damit kann man richtig schön in die Geschichte eintauchen.
http://www.nicole-vosseler.de/

Die Autorin schreibt in ihrem Nachwort, dass sie mit diesem Buch die Bilder des Tsunamis an Weihnachten 2004 verarbeitet hat, anhand eines Unglücks aus der Vergangenheit in der Region. Vorne im Buch ist eine Karte Javas und Sumatras abgedruckt, auf der man gut nachvollziehen kann, wie sich die Explosionen des Krakatau auf die Region ausgewirkt haben.

Die Szenen kurz vor und nach dem Ausbruch sind sehr packend, aber auch gefühlvoll beschrieben. Man fiebert und leidet mit den Beteiligten mit, sieht die zerstörte Landschaft förmlich vor seinem inneren Auge und riecht die alles einhüllende Asche in der Luft.

Für mich war dieser Roman ein sehr eindrückliches Leseerlebnis. Die Charaktere sind sehr liebevoll gezeichnet mit ihren Fehlern und Schwächen. Selbstverständlich knistert nicht nur der drohende Vulkanausbruch in der Luft, sondern es spitzt sich auch die eine oder andere Liebesgeschichte zu, aber es ist beim Lesen irgendwie immer klar, dass die Geschichte keine Lösung durch ein einfach gestricktes „Happy End“ haben wird. Es passieren durchaus auch sehr traurige Dinge, die dem Buch Glaubwürdigkeit verleihen. Nicht zuletzt flößt der Roman einen gesunden Respekt vor den Naturgewalten ein.


Mein Fazit

Als in einem exotischen Land angesiedelter historischer Liebesroman, ist das Buch dem Genre „Love & Landscape“ zu zuordnen. Nicole C. Vosseler hat sich mit der Herausarbeitung der historischen Begebenheiten sehr viel Mühe gegeben, dass der Schmöker bestimmt auch für viele Fans historischer Romane ein Genuss ist. Von mir bekommt dieses Buch eine uneingeschränkte Lesempfehlung mit 5 Sternen.

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Das Paradies und seine Schattenseiten...

Inhalt:
Zwei junge, völlig unterschiedliche Frauen suchen ihr Glück 1882 auf einem Dampfer von Amsterdam nach Java. Dort scheint das Leben so frei und wundervoll zu sein. Und jeder der beiden betritt diese Insel mit ganz bestimmten Wünschen und Vorstellungen.
Doch auch hier entgeht ihnen das wahre Leben nicht und die beiden Frauen müssen auch hier einsehen, dass nicht alles Gold ist, was glänzt.

Meine Meinung:
Wie oben schon erwähnt worden ist, ist es auch einer meiner Favoriten im Jahr 2012.
Wobei ich das Buch auch erst in der Hand hielt und noch nicht genau wusste, was mich erwarten würde und wohin diese Reise mich führen wird.
Jedoch auf den ersten Seiten wurde ich dann schon mehr als positiv überrascht :-)

Die wirklich bildhafte Sprache, die mit vielen Adjektiven unterstrichen worden ist, ließ mich tief in die Geschichte versinken und alles um mich herum vergessen. In diesem Buch jagte eine Emotion die Nächste.
Von Freude, Wut, Entsetzen und Traurigkeit war alles vertreten.

Die beiden Protagonisten Jacobina und Floortje waren sehr gut dargestellt worden, sodass ich zu beiden ein recht enges Verhältnis aufgebaut hatte. Ein so enges Verhältnis, dass mir bei manchen Szenen ein Kloß im Hals steckte und ihre Geschichte mich auch neben den Zeilen nicht los ließ.
Jeder der beiden erzählte ihren Teil in diesem Roman und ließ mich so weit in ihre Gedankenwelt eintauchen und ein Teil von ihnen werden.
Beide haben ihre Stärken und ihre Schwächen und manches Mal musste ich auch den Kopf über die beiden schütteln aber genau das machte sie so sympathisch. Sie sind eben nicht perfekt, sondern Menschen, die Fehler machen und falsche Entscheidungen treffen können. Es ist sind zwei Frauen, die unterschiedlicher nicht sein konnten aber die ein ganz besonderes enges Band der Freundschaft verband.

Besonders schön daran fand ich auch, dass Teile dieses Romans auf historischen Begebenheiten beruhen und es die Sache noch authentischer erscheinen ließ.
Durch Nicole C. Vossler hatte ich so die Gelegenheit bekommen, in die damalige Zeit zurück zu reisen und noch vieles Geschichtliches mitnehmen zu können.

Mein Fazit:
Am Schluss möchte ich nur noch sagen, dass wirklich alles sehr gut gepasst hat. Die Handlungen, die Erzählungen der Orte und Landschaften waren sehr stimmig und rissen mich in einen Strudel aus Emotionen mit. Und es zeigt auch hier wieder, dass jedes noch so schöne Land, dunkle Geheimnisse hüten kann.
Jacobina und Floortje sind mir so ans Herz gewachsen, dass sie mich auch nach dem Lesen immer noch nicht los lassen und es wohl eine lange Zeit auch nicht werden.
In meinen Augen ein Roman, der mehr als 5 Sterne verdient hätte.

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