Michel Faber: Das karmesinrote Blütenblatt

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Michel Faber: Das karmesinrote Blütenblatt
Verlag
ET (D)
2003
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
Originaltitel
The Crimson Petal and the White
ET (Original)
2002
ISBN-13
9783471775608

Informationen zum Buch

Seiten
1055

Sonstiges

Erster Satz
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London 1874. Das viktorianische Zeitalter steht in voller Blüte, als William Rackham, glückloser und zu Müßiggang neigender Erbe eines Parfümimperiums, auf Sugar trifft. Es ist eine Begegnung, die beider Leben ändern soll. Im Alter von nur 13 Jahren von ihrer Mutter zur Prostitution gezwungen, teilt Sugar das Schicksal der anderen Huren der Stadt. Und doch strahlt sie etwas aus, das sie über die anderen erhebt und ihr den Luxus erlaubt, mit nur einem Liebhaber am Tag ihr Auskommen zu finden. Auch William Rackham verfällt nicht nur ihren - wahrhaft meisterlichen - erotischen Künsten, sondern vor allem ihrer Fähigkeit, mit ihm über Literatur und die Empfindlichkeiten seiner Seele zu parlieren. Mit ihr wendet sich sein Schicksal, denn um sie erobern zu können, wird er schon bald zu einem der erfolgreichsten Unternehmer der Stadt. Und Sugar hat teil an seinem sozialen Aufstieg - bis sie erkennen muss, dass das bürgerliche Leben, in dessen Sog sie zunehmend gerät, ihr als Frau größere Fesseln anlegt, als sie es sich in ihrer früheren Existenz je hätte träumen lassen.

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Ein herrlicher praller Schmöker, eine Art "Sittengemälde" über London unter Queen Victoria mit seinen Fabrikanten, Huren, neurotischen Damen, Dienstboten, Fabrikschloten, Bordellen und Herrenhäusern. Ein Buch, in dem man nachmittagelang versinken kann.

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#1 Rezensent
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Die intelligente, verbitterte Hure Sugar, der verträumte Unternehmer Williams, die verrückte Agnes und noch viele faszinierende Charaktere mehr verleihen diesem Buch den schillernden Glanz eines karmesinroten Blütenblattes. Was der Titel indessen mit dem Buch selbst zu tun haben könnte? Wer weiß das schon, wen interessiert das? Der Leser wird von Beginn an vom Erzähler begleitet, eingeführt in die Geschichte. Er wird zuerst mit der kleinen, unbedeutenden Hure Caroline bekannt gemacht, trifft dann jedoch bald auf Sugar und William, die Menschen, die "die Geschichte vorantreiben". Sugar, die in den "Londoner Lustbarkeiten" als so etwas wie ein Exot der Hurenhäuser angepriesen wird, beeindruckt auch den verheirateten Schriftsteller und Träumer William, dessen Vater eine Seifen- und Parfumfabrik gehört. William verfällt Suger mit Leib und Seele und "hält" sie sich bald als Mätresse, doch um sich dieses kostspielige Abenteuer leisten zu können, muss er die Leitung der ihm verhassten Fabrik übernehmen. Ehefrau Agnes lebt in der Traumwelt eines kleinen Mädchen und gibt sich derweil ihren verqueren Gedanken hin.

Mit eindringlicher und oft derber Sprache und einer etwas anderen Erzählweise schafft Michel Faber ein schillerndes Bild des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Eine Welt der Industrialisierung im schmutzigen London der Neuzeit. Die durchdringende Atmosphäre nimmt leider im Verlaufe des Buches immer mehr ab und auch die Längen ringen dem Leser ab und zu ein bißchen Durchhaltevermögen ab. Die Geschichte lebt von ihren Charakteren, doch leider blieb mir William sehr lange Zeit zu blass. Auch Sugars Beweggründe, die sie durch das Buch trieben, bleiben lange Zeit unklar. Einzig Agnes, Williams verrückte kleine Ehefrau, faszinierte mich von Anfang an. Sie ist für mich auch die vermutlich tragischste Figur des ganzen Romanes: Kränkelnd, von wilden Phantasien getrieben, nie erwachsen geworden. Doch dann gibt es da noch Sophie - die Tochter, vor dessen Existenz die Mutter sich in eine Traumwelt geflüchtet hat und deren Leben der Vater wohlwollend ignoriert.

Das wohl faszinierendste während des Lesens war wohl, dass Michel Faber es die ganze Zeit nicht schaffen konnte, mir die beiden Hauptprotagonisten, William und Sugar, nahe zu bringen. Ihr Schicksal - tot oder lebendig - war mir fast egal. Ich hätte beiden keine Träne nachgetrauert, das Buch selbst nahm mich zwar gefangen, aber ich konnte mich nicht in seiner Welt verlieren.

Nun schlage ich gerade das Buch zu und zurück bleibt ein verwirrter Eindruck. Der Schluß muss Michel Faber sehr leicht gefallen sein, denn er sah sich anscheinend nicht genötigt, irgendetwas aufzuklären. So bleiben auf der letzten Seite für meinen Geschmack zu viele Fragen offen. Andererseits macht dies auch einen besonderen Reiz aus - und "Das karmesinrote Blütenblatt" zu einem höchst ungewöhnlichen Buch.

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