Eliot Pattison: Das Ritual

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Eliot Pattison: Das Ritual
ET (D)
2008
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
Originaltitel
Bone Rattler
ET (Original)
2007
ISBN-13
9783352007545

Informationen zum Buch

Seiten
542

Sonstiges

Übersetzer/in
Erster Satz
Hoffnung war die tödlichste Sache der Welt - davon war Duncan McCallum nach zwei Monaten auf einem englischen Sträflingsschiff fest überzeugt.

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Duncan ist von den Engländern wegen Hochverrats zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt worden. Nun soll er in den neuen Kolonien seine Strafe verbüßen. Schon die Überfahrt ist voller Rätsel und Gefahren. Zwei Morde geschehen, rituelle Zeichen tauchen auf, und immer wieder ist von Stony Run die Rede, einem Ort, wo es angeblich einen geheimnisvollen Kampf gegen die Indianer gegeben hat. In New York hofft Duncan seinen Bruder wiederzusehen, der bei der englischen Armee dient. Doch Jamie ist zu den Indianern übergelaufen. Duncan ahnt, dass man ihn nur als Lockvogel in die Kolonien geholt hat. In Stony Run soll er seinen Bruder wiederfinden - und die Wahrheit über sich selbst und den Kampf der Weißen erfahren.

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1759: Der junge Schotte Duncan McCallum hat eine Ausbildung zum Arzt genossen und außer seinen Erinnerungen scheinbar keine Verbindung mehr zu seiner Hochland-Abstammung. Doch als ein alter Verwandter, ein letzter Überlebender, auf der Flucht bei ihm Unterschlupf sucht, besinnt er sich auf seine Clanzugehörigkeit und hilft ihm, was Duncan letztendlich eine Verurteilung zu 7 Jahren Zwangsarbeit in den amerikanischen Kolonien einbringt. Auf dem Schiff erneuert er seine Freundschaft mit einem alten Bekannten, der jedoch plötzlich Selbstmord begeht und Duncan ein geheimnisvolles Erbe hinterlässt. Nicht weniger geheimnisvoll sind die junge Frau, die als Passagierin auf dem Schiff mitreist und der Naturwissenschaftler, der plötzlich ermordet aufgefunden wird.

Eigentlich ist die Handlung viel zu komplex um sie hier mal eben aufzuführen, vor allem, wenn man versucht nicht zu viel vorab zu verraten. Der Autor hat mehrere Gruppierungen und Parteien entwickelt und lässt sie alle irgendwie miteinander und gegeneinander agieren. Die Motive der meisten von ihnen bleiben dabei lange unklar und auch Duncan stolpert meistens durch die Handlung, während er versucht möglichst aufrecht und ehrlich zu leben und sein schottisches Erbe in Ehren zu halten. Die Annahme der wilden Indianer, bösen Engländer und aufrechten Schotten ist nämlich zu einfach gedacht. Zwar wird von den Schotten durchaus ein eher positives Bild geschildert, aber auf Seiten der Engländer und Indianer gibt es jeweils mehrere Parteien, die ihre eigenen Pläne verfolgen, die nicht unbedingt mit denen ihrer Umgebung übereinstimmen. Während er bei der Darstellung der Intrigen und Verwicklungen an nichts spart, schwächelt Patttison bei der Figurenzeichnung, man kann sich selbst in die Hauptfigur Duncan nicht wirklich einfühlen, der stets ein wenig hin- und hergerissen wirkt und somit profillos bleibt.

Der durch den Titel „Ritual“ angedeutete Mystizismus wird vom Autor mit gemischten Ansätzen geschildert. Er bietet durchaus eine logische, mit den Naturgesetzen übereinstimmende Lösung an, gestattet seinen Figuren und damit auch dem Leser aber, hinter den Geschehnissen eine Macht wahrzunehmen, die das Geschehen steuert und durch Magie beeinflussbar ist. Den Glauben an magische Rituale erkennt er an, ohne sich darüber jemals zu mokieren.

Insgesamt war das Buch zwar nicht schlecht, ich habe es durchaus mit Interesse gelesen, hatte aber mehr davon erwartet und gerade die schwache Hauptfigur enttäuschte mich. Da kann auch ein hübsches Äusseres, mit Karten, Personenverzeichnis, Zeittafel und einem erläuternden Nachworten nichts mehr retten.

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Im Jahr 1759 wird Duncan McCallum als Rebell von England nach Amerika deportiert. Aber die Überfahrt steht schon unter keinem guten Stern. Sein Freund Adam Munroe stürzt sich eines Tages über Bord, direkt nachdem er Duncan unauffällig eine kleine schwarze Steinfigur in die Hand gedrückt hat. Wenig später wird Professor Evering, der eine Stelle als Hauslehrer bei einem Lord Ramsey antreten sollte, im Sturm ertrunken wieder an Bord gehievt. Und mitten in diesem Sturm wird Duncan, der einige Zeit Medizin studiert hat, zum Kompaß gerufen, wo die Überreste eines merkwürdigen Rituals zu sehen sind, in dem sich Einflüsse aus Alter und Neuer Welt vermischt haben. Kurz darauf will sich eine junge Frau, über die an Bord nichts bekannt ist, gleichfalls ins Meer stürzen, wird aber von Duncan gerettet, der sich zum Dank anschließend in einer kleinen Zelle wiederfindet. Eine Autopsie, die er an Everding vornehmen darf, bestätigt, daß dieser ermordert wurde. Ein mitreisender Vikar macht ihm das Angebot, Nachfolger des Professors bei Lord Ramsey zu werden. Duncan ist klar, daß er dafür einen Preis zahlen muß, kann aber nicht abschätzen welchen, genauso wenig, wie die Rolle des Offiziers Woolford zu durchschauen ist. In Everings Aufzeichnungen wie in Adams letzten Worten an ihn verstecken sich Hinweise auf furchtbare Dinge, die Duncan unbedingt entschlüsseln will

In New York angekommen macht er unliebsame Bekanntschaft mit dem britischen Militär, das seinen Bruder Jamie als Deserteur sucht. Er erfährt viele Details über den Krieg gegen Frankreich und die Verbindungen zu den Indianern, die beide Seiten in diesem Krieg mitbenutzen. Unglücklicherweise sterben alle Personen, die er über die Hintergründe des ihm von Adam und Everding hinterlassenen Rätsels befragen will, zwar in seiner Nähe, aber bevor er sie sprechen kann. Und welche Pläne Lord Ramsey mit seiner Ramsey-Company genau verfolgt, ist auch eher undurchsichtig. Duncans Position wird durch das Mißtrauen seiner schottischen Landsleute, die als Häftlinge für die Company arbeiten nicht einfacher.

Zugegebenermaßen bin ich kein versierter Krimileser, daher ist es wahrscheinlich recht einfach, mich mit solchen Geschichten zu verwirren. Ich nehme aber an, daß es in diesem Fall nicht nur daran lag, daß ich mir nicht alle Hinweise so gut merken konnte wie Duncan. Aber Personen tauchten manchmal an Stellen auf, wo sie meiner Vorstellung nach gerade gar nicht sein konnten, und die tieferen Bedeutungen der Symbole, die als Kommunikationsmittel eingesetzt werden, waren für mich im wesentlichen unverständlich. Trotzdem war es spannend, Duncan bei der Enträtselung zu folgen. Zum einen nutzt Pattison nämlich recht geschickt die historischen Hintergründe, um seine Geschichte zu treiben und die Motive der Personen letztlich erklärbar zu machen, und zum anderen erfolgt die Auflösung nicht völlig aus heiterem Himmel, sondern enthüllt sich kontinuierlich, auch wenn unterwegs noch neue Fragen aufgeworfen werden und sich manches anders darstellt als der erste Eindruck vermittelt. So hatte ich am Ende durchaus das Gefühl, die Auflösung bis auf Details der Symbolik auch verstanden zu haben.

Die Geschichte lebt im wesentlichen von diesem Rätsel und nicht von den Figuren. Selbst Duncan als Hauptperson blieb für mich merkwürdig blaß, am ehesten hat noch Woolford Konturen bekommen. Dafür bringen einige Nebencharaktere einige Farbe und teils auch Komik ins Spiel. Und Pattison erzählt das alles in einem flüssigen Stil, der zum Weiterlesen reizt.

Abgerundet wird das Buch durch die Reproduktion einer Karte im vorderen und hinteren Einband, einem knappen Personenregister zu Beginn sowie einer Zeittafel und einem kurzen Nachwort des Autors, in dem er sein Interesse an der Zeit etwas erläutert. Ein schöner Schmöker, bei dem ein bißchen Mitgrübeln und -staunen möglich ist.

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