Sabine Wassermann: Das Zeichen des Ketzers

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Sabine Wassermann: Das Zeichen des Ketzers
Verlag
ET (D)
2008
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783499247170

Informationen zum Buch

Seiten
544

Sonstiges

Erster Satz
Die Frau gefiel ihm.

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Handlungsort

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Konstanz 1415: Die Hinrichtung des Ketzers Jan Hus steht bevor. Zwei Brüder machen sich auf den Weg zum Konzil in die überfüllte Stadt: Martin, ein raubeiniger Söldner, und Alban, ein heimlicher Anhänger von Hus. Während sich Martin im Hurenviertel herumtreibt, versucht Alban, dem eingekerkerten Reformator zu helfen. Beide geraten in Lebensgefahr. Doch ein dunkles Geheimnis hindert sie, einander beizustehen.

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Zwei Brüder, ein gemeinsames Geheimnis verpackt um das Konzil von Konstanz

Martin und Alban sind Brüder, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten: Während Martin als Söldner seinen Lebensunterhalt bestreitet, öfters mal eine große Klappe riskiert und insgesamt ein sehr rauhbeiniger Zeitgenosse ist, ist Alban Mönch, zurückhaltend, eher ängstlich und hat zu der Zeit nur ein wirkliches Laster: Er hängt den Lehren von Jan Hus an. Beide Brüder sind durch ein Geheimnis voneinander getrennt, dass sie beide nicht verwunden haben, worüber sie aber auch beide nicht reden können. Trotzdem begeben sie sich im Jahr 1415 zusammen nach Konstanz, zu dem Konzil, dass über Jan Hus und seine Lehren entscheiden soll...

Das Buch zieht den Leser sofort in seinen Sog. Gleich das erste Kapitel katapultiert den Leser mitten ins Geschehen. Man befindet sich gleich im Jahre 1415, lernt gleich Martin kennen und kann das Buch nur noch schwer aus der Hand legen. Wie schon bei anderen Romanen von Sabine Wassermann, schafft es die Autorin ein lebendiges Bild der Zeit vor den Augen des Lesers entstehen zu lassen und der Geschichte einen unwiderstehlichen Sog zu verpassen.

Die Charaktere, hier v. a. Martin und Alban, sind sehr vielschichtig aufgebaut und während man sich in den ersten Kapiteln noch ganz klar daüber ist, wer die Sympathie erhält und wer nicht, ändert sich das im Laufe des Buches rapide. Beide Brüder offenbaren im Laufe des Buches überraschende Wendungen und entwickeln sich weiter. Das "Geheimnis" lüftet sich erst kurz vor Ende und hat zumindest bei mir auch für eine große Überraschung gesorgt!

Schön sind auch die Szenen, in denen ein Bild von Jan Hus gezeichnet wird und der Leser einen Teil von ihm, zumindest fiktiv, kennenlernen darf. Diese Abschnitte haben mir sehr gut gefallen. Gespickt mit noch Zusatzinformationen über das Konzil, den Ablauf etc., fand ich das alles sehr spannend.

Hervorheben möchte ich hier auch das Glossar am Ende des Buches und das Nachwort der Autorin, dass auch noch mal hervorhebt, was Fakt und was Fiktion ist.

Ein sehr gelungenes Buch, dass mir sehr gut gefallen hat und dass ich Fans von historischen Romanen nur weiter empfehlen kann!

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Zwei ungleiche Brüder

Der Roman spielt in Konstanz zur Zeit des Konzils. Dort ist Jan Hus wegen ketzerischer Reden angeklagt und soll zum Tode verurteilt werden. In diese turbulente Zeit und die vollgestopfte Stadt geraten die zwei ungleichen Brüder Alban und Martin. Martin ist als Söldner unterwegs und Alban versucht seinen heimlich verehrten Hus zu sehen. Die Wege der beiden kreuzen sich und fortan haben beide nicht nur mit ihren eigenen Problemen, sondern auch mit dem dunklen Geheimnis, das sie beide umgibt, zu kämpfen. Können sie wieder zueinander finden?

Sabine Wassermann lässt die damalige Zeit, den Ort und die dort lebenden Menschen bildhaft auferstehen und lässt einen an den super recherchierten Geschehnissen teilhaben. Man fühlt sich als Teil der brodelnden Stadt und kann die Ungerechtigkeiten im und um den Prozess herum kaum fassen. Jan Hus bekommt ein Gesicht und man bewundert seine Standhaftigkeit, sieht aber auch seine verletzliche Seite. Man bekommt richtig das Gefühl, den Menschen kennenzulernen.

Die Hauptpersonen aber sind natürlich Martin und Alban, deren beider Leben von Hus Präsenz beeinflusst werden. Alban, weil er ihn heimlich bewundert und dies sein Schicksal bestimmt, Martin einfach dadurch, dass er ihm begegnet und mit ihm spricht. Auf diese Weise, geschickt mit den historischen Ereignissen verwoben, fiebert man mit den beiden Brüdern mit, spürt sehr gut den Hass, den sie aufeinander haben, aber auch das spröde Band, das sie beide zusammenhält. Bis zum Ende bleibt die Spannung hoch und wird durch eine überraschende Erklärung der Ereignisse in der Vergangenheit aufgelöst.

Auch eine Liebesgeschichte fehlt hier nicht und ist wunderbar und unaufdringlich erzählt. Man merkt richtig, wie schwer sich Martin tut und freut sich über die zarten Momente, denen unweigerlich Situationen folgen, die einen dazu anregen, Martin nur noch kräftig zu schütteln. Dies möchte man ebenso oft und gerne mit Alban tun, bei dem man lange nicht weiß, ob man ihn hassen oder bemitleiden soll. Personen, die man ganz sicher hassen darf, bekommt man aber auch geliefert.

Eine emotionale und spannende Geschichte, die mir viele schöne Lesestunden bereitet hat.

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#1 Rezensent
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Zwei Brüder, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, machen sich auf die Reise in das mittelalterliche Konstanz. Der eine, Alban, ein junger Mönch, der sich den Lehren Johannes Hus' verschrieben hat und den Reformator vor dem Scheiterhaufen retten will, der andere, Martin, ein lebenslustiger Söldner, der oft nur Frauen, Trinken und Raufen im Sinn hat. Beider Wege müssen sich erst trennen, um dann wieder vereint zu werden.

Der neue Roman von Sabine Wassermann ist für mich der bisher Beste der Autorin. Jedenfalls von denen, die ich gelesen habe. Hier gibt es durchaus Lücken, die noch zu schließen sind. Ihre Charaktere sind von den Hauptprotagonisten angefangen bis zu den Nebencharakteren fein herausgearbeitet und vielschichtig. Die Autorin bewegt sich jenseits der stereotypen Schwarz-Weiß-Malerei, die uns oft in den unterschiedlichsten Büchern begegnet. Alban und Martin sind ein ungleiches Gespann und so fliegen zwischen ihnen oft die Fetzen. Rogatus, der Böse, ist hassenswert und tut doch auch leid. Korsz, der brutale Söldner, vermag zu überraschen und Susanna ist nicht einfach nur eine nette, junge Frau, sondern mutig und beherzt.

Die Geschichte um den Reformator Johannes Hus ist zentral und doch oft nebensächlich, wird er doch von Alban und Martin in den Hintergrund gedrückt. Der Zwist zwischen den beiden Brüdern eskaliert und trotzdem nahm sich Sabine Wasserman genügend Zeit, die Rahmenhandlung gründlich zu recherchieren. Neben einer wirklich von Anfang bis Ende spannenden Geschichte bietet sie also viel Geschichte und Information über dieses düstere Kapitel der Kirche.

Die Zeit der drei Päpste, die legendäre Flucht des einen Papstes Johannes XXIII (Baldassare Cossa), die Geschichte des Konstanzer Konzils - alles flechtet die Autorin flüssig zu lesen in die Geschichte ein und hinterlässt ein buntes, mittelalterliches Bild im Kopf des Lesers. Da ich gerade nicht wüsste, was es an dem Roman zu kritisieren gibt, bekommt er von mir die Höchstwertung in der Hoffnung, dass ihm noch viele weitere LeserInnen vergönnt sind.

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Martin und Alban sind Brüder, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten: Während Martin als Söldner seinen Lebensunterhalt bestreitet, öfters mal eine große Klappe riskiert und insgesamt ein sehr rauhbeiniger Zeitgenosse ist, ist Alban Mönch, zurückhaltend, eher ängstlich und hat zu der Zeit nur ein wirkliches Laster: Er hängt den Lehren von Jan Hus an. Beide Brüder sind durch ein Geheimnis voneinander getrennt, dass sie beide nicht verwunden haben, worüber sie aber auch beide nicht reden können. Trotzdem begeben sie sich im Jahr 1415 zusammen nach Konstanz, zu dem Konzil, dass über Jan Hus und seine Lehren entscheiden soll...

Das Buch zieht den Leser sofort in seinen Sog. Gleich das erste Kapitel katapultiert den Leser mitten ins Geschehen. Man befindet sich gleich im Jahre 1415, lernt gleich Martin kennen und kann das Buch nur noch schwer aus der Hand legen. Wie schon bei anderen Romanen von Sabine Wassermann, schafft es die Autorin ein lebendiges Bild der Zeit vor den Augen des Lesers entstehen zu lassen und der Geschichte einen unwiderstehlichen Sog zu verpassen.

Die Charaktere, hier v. a. Martin und Alban, sind sehr vielschichtig aufgebaut und während man sich in den ersten Kapiteln noch ganz klardaüber ist, wer die Sympathie erhält und wer nicht, ändert sich das im Laufe des Buches rapide. Beide Brüder offenbaren im Laufe des Buches überraschende Wendungen und entwickeln sich weiter. Das "Geheimnis" lüftet sich erst kurz vor Ende und hat zumindest bei mir auch für eine große Überraschung gesorgt!

Schön sind auch die Szenen, in denen ein Bild von Jan Hus gezeichnet wird und der Leser einen Teil von ihm, zumindest fiktiv, kennenlernen darf. Diese Abschnitte haben mir sehr gut gefallen. Gespickt mit noch Zusatzinformationen über das Konzil, den Ablauf etc., fand ich das alles sehr spannend.

Hervorheben möchte ich hier auch das Glossar am Ende des Buches und das Nachwort der Autorin, dass auch noch mal hervorhebt, was Fakt und was Fiktion ist.

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