Ulf Schiewe: Der Bastard von Tolosa

Ulf Schiewe: Der Bastard von Tolosa

Hot
 
4.7
 
5.0 (1)
2437   1  
Bewertung schreiben
Add to list
Ulf Schiewe: Der Bastard von Tolosa
Verlag
ET (D)
2009
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
ISBN-13
9783426198414

Informationen zum Buch

Seiten
928

Sonstiges

Erster Satz
Es waren die Gänse, die zuerst Alarm schlugen.

Kaufen

[Werbung / Affiliate-Link]

Bei Amazon kaufen Bei Booklooker kaufen Bei Thalia kaufen

Handlungsort

Handlungsorte
Karte anzeigen (Gesamtübersicht)
Wie Tausende »Soldaten Christi« folgt der junge Edelmann Jaufré Montalban 1096 dem Aufruf des Papstes, Jerusalem von den Ungläubigen zu befreien. Doch viele grausame Schlachten später beginnt er, an der Gerechtigkeit dieses Krieges zu zweifeln. Als seine Geliebte brutal niedergemetzelt wird, beschließt er, sich auf seine Burg nahe dem heutigen Toulouse zurückziehen. Doch dort erwartet ihn eine Gattin, die er nur unter Zwang geheiratet hatte - und eine tödliche Intrige um das Rätsel seiner Herkunft.

Autoren-Bewertungen

1 Bewertungen

Gesamtbewertung 
 
4.7
Plot / Unterhaltungswert 
 
5.0  (1)
Charaktere 
 
5.0  (1)
Sprache & Stil 
 
4.0  (1)
Gesamtbewertung 
 
4.7
Plot / Unterhaltungswert 
 
5.0
Charaktere 
 
5.0
Sprache & Stil 
 
4.0

Aus dem Leben eines Kreuzritters

1096, Jaufré Montalban folgt dem Aufruf des Papstes und verbringt einen großen Teil seines Lebens in Outremer. Als Ritter kämpft er für die Freiheit der Christen. Aber nach Jahren erkennt er, dies ist nicht das was er sich für seine Zukunft wünscht. Als dann die Frau, die er über alles liebt, brutal getötet wird, ist dies für ihn das Zeichen das Land zu verlassen und nach Hause zurückzukehren. Seine Heimat ist eine Burg Namens Rocafort in der Nähe von Toulouse. Dort hat er eine Ehefrau und seinen Sohn, vor 14 Jahren zurückgelassen, diese ist wenig begeistert von seiner Heimkehr. Obendrein hat sein Onkel seltsame Andeutungen gemacht, was die Herkunft von Jaufré betrifft. Eine Intrige von ungeahntem Ausmaß ist längst im Gange und so beginnt auch hier ein Kampf um eine sichere Zukunft.

Der Autor startet seine Geschichte im Jahre 1131 auf der Burg Rocaford. Jaufré Montalban ist bereits in die Jahre gekommen und beschließt seine Lebensgeschichte einem jungen Mönch anzuvertrauen. Dieser lauscht nun gespannt den Ausführungen des Ritters. Aus der Ich-Perspektive erzählt Jaufré nun seine Geschichte. Er beginnt damit, wie es zu seiner Reise nach Outremer kam, was er dann dort erlebte und im zweiten Teil des Buches, seine Heimkehr und sein Kampf um sein Erbe. Dadurch, dass die Geschichte in der Rückblende erzählt wird, ist natürlich klar, dass Jaufré überlebt hat, aber es mindert in keinem Fall die Spannung des Buches. Im Gegenteil. Ausführlich schildert Schiewe zunächst die Ereignisse im Heiligen Land, von den Kreuzzügen und der Grausamkeit des Krieges. Krieg ist immer furchtbar und hier wird nichts verschwiegen. Aber genauso wurden auch Freundschaften und Bündnisse geschlossen. Ab und an schweift Jaufré in seinen Erzählungen auch mal ab. So sind zum Beispiel seine Gespräche mit seiner Tochter sehr weitläufig, er holt hier noch weiter aus und erzählt eben aus der Vergangenheit. Ich mag solche Ausschweifungen, zeigen sie doch noch mehr Seiten von dem Protagonisten und man lernt ihn eben noch besser kennen und auch verstehen.

Der zweite Teil erzählt dann von den Intrigen in der Heimat und davon wie die politischen Gegebenheiten waren. Denn auch hier kämpften die Mächtigen und Reichen des Landes um ihre Ziele. Insgesamt wurde im Vorfeld gut recherchiert und dies ist eben auch beim Lesen spürbar.
Aber nicht nur die brutalen Kämpfe werden geschildert, sondern auch viel aus dem Leben des Ritters. Seine Frauen, sein eigener Kampf mit seinem Gewissen und nicht zuletzt von seinen Kindern. Der Bastard von Tolosa ist eine gelungene Mischung aus historischem Roman mit Wissen und Fakten aus den Kreuzzügen und Liebesgeschichten. Denn auch die Frauen haben hier eine wichtige Rolle gespielt. Gerade im zweiten Teil wird dies deutlich. Seine Ehefrau Berta sorgt zum Beispiel für einiges an Heiterkeit.

Der Bastard von Tolosa ist ein gelungenes Debüt des Autors. Über mehr als 900 Seiten versteht er es, seine Leser zu fesseln. Jedes neue Kapitel bringt neue Spannung, auch wenn vielleicht das eine oder andere vorhersehbar war und dem Leser ziemlich schnell klar sein dürfte, was das Rätsel um die Herkunft von Jaufré betrifft, macht es einfach Spaß in diesem opulenten Schmöker zu versinken. Am Ende klärt ein Nachwort noch kurz Fiktion und Wahrheit und eine kleine Karte vorn im Buch sorgt dafür, dass der Leser genau weiß, wo sich die Protagonisten aufhalten. Außerdem gibt es ein Personenregister der historisch belegten Charaktere. Und wer jetzt noch nicht genug von dieser Geschichte gelesen hat, kann gleich mit dem nächsten Teil starten, denn hier handelt es sich um eine Trilogie.

1. Der Bastard von Tolosa
2. Die Comtesa
3. Die Hure Babylon

War diese Rezension hilfreich für Sie? 

Benutzerkommentare

1 Bewertungen

Gesamtbewertung 
 
5.0
Plot / Unterhaltungswert 
 
5.0  (1)
Charaktere 
 
5.0  (1)
Sprache & Stil 
 
5.0  (1)
Bewertung (je höher desto besser)
Plot / Unterhaltungswert
Charaktere
Sprache & Stil
Rezensionen
Gesamtbewertung 
 
5.0
Plot / Unterhaltungswert 
 
5.0
Charaktere 
 
5.0
Sprache & Stil 
 
5.0

Der Bastard von Tolosa

Enttäuschung über seine Familie veranlasst den jungen Edelmann Jaufré Montalban, sich den Kreuzzügen anzuschließen, um Jerusalem von den Heiden zu befreien. Da ihn nichts zurück in seine Heimat zog, ist er in Outremer geblieben. Nun dient er Bertram dem Bastard und ist Castelan einer Festung. Aber rundherum herrscht noch lange kein Frieden. Als seine Geliebte Noura grausam getötet wird, kommen ihm langsam Zweifel, ob er dieses Leben weiter führen will. Deshalb begibt er sich zusammen mit seiner Tochter Adela zurück zu seiner Familie nach Südfrankreich. Er will nicht mehr kämpfen. Aber auch in der Heimat bleiben ihm Kämpfe nicht erspart.
Jaufré ist kein Heiliger. Er ist ein Kämpfer, der sehr hart sein muss, um in einem feindlichen Land zu überleben. Aber immer wieder zeigt sich, dass er auch eine andere Seite hat. Er leidet als ihm Noura genommen wird und es macht ihm nichts aus, das zu zeigen. Gut für ihn ist, dass er Freunde hat, die ihn unterstützen. Er ist ein sympathischer Mensch, der Wunden trägt, die ihm das Leben schlug. In der Heimat erwartet ihn seine resolute Frau Berta, die ihm einst aufgezwungen wurde und sein Sohn, der ihm feindlich gegenüber tritt. Berta musste unter schwierigen Bedingungen die Familie durchbringen. Sie hatte nicht damit gerechnet, dass ihr Mann noch lebt. Daher ist sie zunächst nicht so erfreut, als er wieder auftaucht. Dann da ist jemand, der ein Auge auf Berta und Jaufrés hochverschuldeten Besitz geworfen hat.
Bertram der Bastard ist ein schwer zu durchschauender Mensch. Seine Aufgabe scheint ihm auch nicht so recht zu gefallen, aber auch er hat keine Wahl. Sein Verhalten ist sehr unterschiedlich, manchmal freundschaftlich, aber er nutzt auch seine Macht. Er hat seinen Vetter Ricard aufgenommen, der jung und sadistisch ist. Dem macht es Spaß, anderen Angst einzujagen. Mit Jaufré verbindet ihn wahre Feindschaft und so müssen sich die beider später auch wieder über den Weg laufen.
Die Andeutungen von seinem Onkel über seine Herkunft sowie seine Aufforderung zur Aufrüstungen muten Jaufré eigenartig an. Doch bald schon bleibt ihm nichts anderes, als wieder zu kämpfen.
Die Geschichte ist mit über 900 Seiten sehr umfangreich, aber sie zieht einen in ihren Bann. Wir lernen Jaufré Montalban ganzes Leben kennen, seine Zeit in Outremer, seine Jugend und auch das, was er als alter Mann dem Mönch Aimar zu erzählen weiß.
Der Geschichte ist einer wunderbare Verquickung von historischen Fakten und Fiktion. Es ist eine grausame Zeit und es ist manchmal hart, wenn über die begangenen Gräueltaten berichtet wird. Dennoch ist der Schreibstil sehr angenehm zu lesen.
Wir erleben eine sehr spannende Geschichte, die wunderbar erzählt ist. Daher kann ich das Buch nur empfehlen.

War diese Rezension hilfreich für Sie? 

Für eine werbefreie Plattform und literarische Vielfalt.

unterstuetzen books

 

 

Affiliate-Programm von Amazon, um Literaturschock zu unterstützen. Weitere Möglichkeiten, Danke zu sagen.

Tassen, Shirts und Krimskrams gibt es übrigens im

Buchwurm-Shop

I only date Booknerds

Diese Seite nutzt Cookies.

Datenschutz & Widerspruchshinweise

Erlauben
© 2018 Susanne Kasper, Literaturschock

Mobile-Menue