Dagmar Trodler: Der Duft der Pfirsichblüte

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Dagmar Trodler: Der Duft der Pfirsichblüte

Autor

Biografie & Bibliografie von
ET (D)
2012
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783352008245

Informationen zum Buch

Seiten
448

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Alles hatte mit einem dürren roten Ast begonnen.

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Handlungsort

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London 1812. Mary MacFadden verdient sich ihr Geld als »Engelmacherin« mit illegalen Abtreibungen. Als eine Adlige dabei stirbt, wird sie nach Australien verbannt. Sie erreicht, dass ihre geliebte Tochter Penelope mit aufs Schiff darf. Doch die Überfahrt wird zum Höllentrip. Penelope wird vergewaltigt und gebiert an Bord eine Tochter. In Sydney werden Frauen und Kind jäh voneinander getrennt. Mit Glück findet Penelope eine Anstellung in gutem Hause und führt fortan ein besseres Leben. Doch der Verlust von Mutter und Tochter quält sie, und sie will die beiden um jeden Preis finden. Als ein junger Arzt seine Hilfe bei der Suche anbietet und ihr seine Zuneigung offenbart, weiß sie nicht mehr, was sie fühlt – Dankbarkeit oder Liebe.

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Das harte Leben der Sträflingsfrauen

Anfang des 19. Jahrhunderts: England leidet unter der Kontinentalblockade durch den französischen Kaiser Napoleon, die Handel fast unmöglich macht und den Schmuggel vorantreibt. Die Verteuerung treibt die Menschen in Armut und immer öfter in die Verurteilung zum Tod oder Deportation, denn schon der Diebstahl von ein paar Kartoffeln, um den Hunger zu stillen, führt schnell zur Verurteilung. Penelope, eine junge Häklerin, scheint es gut getroffen zu haben, als sie eine Anstellung in einem feinen Haushalt erhält, doch ist ihr Glück nur von kurzer Dauer. Ihre Mutter, die Frauen in Not zu Schwangerschaftsabbrüchen verhilft, wird erwischt und gemeinsam mit ihrer Tochter landet sie auf einem Gefängnisschiff mit anschließender Deportation nach Australien. Schon die Überfahrt bringt die Frauen an ihre körperlichen und seelischen Grenzen,  und getrennt von Mutter und ihrem neugeborenen Kind muss sich Penelope nun dem harten Leben eines Sträflings stellen. Wird Penelope es schaffen, ein neues Leben zu beginnen?

Meine Meinung
Dieser Roman ist nicht mit einem seichten und romantischen Abenteuerroman zu vergleichen, auch wenn Titel und Cover dies vielleicht andeuten könnten. Intensiv recherchiert, hat die Autorin hier das Leben der weiblichen Sträflinge dargestellt. Viele historische Details fließen in die Handlung ein, doch ganz bewusst hat die Autorin vermieden, Ähnlichkeiten zu realen Gefangenen aufzuzeigen, da noch immer Menschen ihre Vorfahren suchen. Trotzdem gibt es auch ganz bewusst historische Personen zu entdecken, so z. B. Elizabeth Macquarie, die Gattin des Gouverneurs, die für mich hier in der Geschichte eine ganz beeindruckende Persönlichkeit war. Insgesamt sehr authentisch wird das harte Leben der Sträflinge während ihres Aufenthaltes auf den Gefängnisschiffen, bei der Überfahrt und auch in Australien selbst erzählt. So z. B. die Demütigungen und Willkür, die die Frauen zu ertragen hatten, die Abhängigkeit von Männern, die es als selbstverständlich ansahen, dass die Frauen sich ihnen hingaben für einen Schlafplatz in der Nacht und ein bisschen was zu essen, und immer wieder der Rum, der den Frauen für den Moment das Leben erträglicher machte, sie aber gleichzeitig immer mehr abstumpfen ließ und langsam zerstörte. Es erschien einem dann schon fast wie ein Wunder, wenn Ärzte ein freundliches Wort für die Sträflingsfrauen hatten oder eine der Frauen eine Arbeit in einem netten Haushalt fand, in dem sie wie ein Mensch behandelt wurde.

Penelope gehört nicht zu den „Wunderfrauen“, die allen Widrigkeiten trotzen, die alles können, aus jeder Pein noch gestärkter aufstehen, um sich dem nächsten Schicksalsschlag entgegenzustellen und alleine ihren „Mann“  zu stehen.  Sie ist nicht stark und selbstbewusst, hat keine erotische Ausstrahlung und sieht auch nicht gut aus, im Gegenteil, sie hat sogar ein gesundheitliches Problem. Nein, sie ist jung naiv und unsicher und das was man ihr antut zerstört sie fast, weil sie eben nicht die Kraft hat, sich dem entgegenzustellen,  nicht den Mut, sich zu wehren oder zu kämpfen. Sie überlebt es einfach irgendwie, läuft mit, stumpft ab. Und den Schmerz vergisst sie mit regelmäßigen Rumrationen. Es sind andere Menschen, die so gut es geht immer mal wieder mal ihre Hand über sie halten: ihre Mutter, ein Arzt, eine Mitgefangene, die Frau des Gouverneurs. Es dauert eine Weile, bis Penelope merkt, dass sie ihr Schicksal in ihre eigenen Hände nehmen muss, etwas tun muss, wenn sie ein neues zufriedenes Leben beginnen will. Dies passiert in kleinen Schritten, aber immer beharrlicher und es ist eine Entwicklung, die die Autorin nach meinem Empfinden sehr authentisch und glaubwürdig  erzählt.

Der Roman wirkt realistisch und daher auf längere Strecken zwar bedrückend und grausam, aber er bietet am Ende Hoffnung. Die Sprache wirkt dabei trotz der schrecklichen Vorkommnisse oft fast poetisch, was vielleicht ein Grund ist, dass die beschriebenen Bilder und Emotionen manchmal eine besondere Intensität hatten.

Den Klappentext oder die Buchbeschreibung würde ich allerdings nicht vorher lesen, denn sie suggeriert eine andere Art Handlung und verrät zudem noch viel zu viel.

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Ein wunderbares Buch!

Zum Inhalt:
1812 in London: Die 16-jährige Penelope arbeitet als Spitzenhäklerin. Ihre Mutter Mary führt verbotenerweise Abtreibungen durch. Als Penelopes Arbeitgeberin unerwünscht schwanger wird, soll Mary ihr helfen. Die Abtreibung bleibt aber nicht unbemerkt, und Mary und Penelope werden dem Richter vorgeführt. Der verurteilt die beiden zunächst zum Tode, ändert das Urteil dann aber noch einmal ab. So werden Mary und Penelope nach Australien verschifft…

Meine Meinung:
Dieses Buch ist eines der besten Historischen Romane, die ich in der letzten Zeit gelesen habe. Die Sprache ist so bildhaft, dass man sich alles sehr gut vorstellen kann und ein richtiger Film im Kopf entsteht. Die Figuren sind gut beschrieben; sie wirken sehr echt und lebendig. Ihre Gefühle und Gedanken sind nachvollziehbar, und man leidet wirklich mit Penelope und Mary mit.
Was die beiden Frauen und die übrigen Sträflinge auf dem Schiff erleiden mussten, ist fast unvorstellbar. Auch in Australien geht das Leid für Penelope und Mary weiter, und man hofft einfach nur, dass sie endlich einmal Glück haben werden!
Besonders Penelope, die Hauptfigur des Romans, ist mir sehr ans Herz gewachsen. Einerseits ist sie sehr naiv, andererseits aber eine starke Persönlichkeit mit dem Herzen auf dem rechten Fleck.
Hinter dem Roman steckt eine gute Recherche; das kommt beim Lesen immer wieder rüber. Gerade deshalb wirkt vielleicht alles so echt.
Ich bin sehr beeindruckt von diesem Roman und kann ihn nur wärmstens empfehlen!

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Hartes Leben in London und Australien

London, Beginn des 19. Jh., das Armenviertel Southwark, die Straßen sind voller Unrat, die Menschen schlagen sich irgendwie durchs Leben, die Armut prägt alles: hier leben die 14jährige Penelope und ihre Mutter Mary MacFadden. Mary verdient ihr Geld als Engelmacherin, die Kenntnisse hat sie bei Penelopes Vater erworben, der nach Australien deportiert wurde. Penny arbeitet als Spitzenhäklerin und ist glücklich, eine Näherinnenstelle in einem vornehmen Haus zu bekommen. Dort sieht sie zum ersten Mal in ihrer Arbeitgeberin eine Frau, die auf der Sonnenseite des Lebens zu stehen scheint. Doch als die Lady ungewollt schwanger wird und Mary eine Abtreibung bei ihr vornimmt, werden sie erwischt und zur Strafe nach Australien deportiert. Die Zustände auf dem Sträflingsschiff sind katastrophal, Penny wird schwanger vom irischen Sträfling Liam, der deutsche Schiffsarzt Bernhard Kreuz rettet ihr Leben bei der Entbindung, doch am Ende der Reise werden alle voneinander getrennt. Penny weiß nicht, ob ihre Mutter und das Baby überlebt haben, doch als Sträfling in New South Wales kann sie nicht auf die Suche gehen, sondern nur auf Begnadigung durch einen Ehe hoffen oder sich dem Rumgenuss ergeben…
Vom Cover und Klappentext hätte ich eine leichte Liebesgeschichte erwartet, doch Dagmar Trodler legt in Charles-Dickens-Manier den Schwerpunkt auf das harte und trostlose Leben der Menschen in Southwark, die eigentlich keine Chance haben, Armut und Kriminalität zu entgehen bzw. die in Australien unter schwierigen Umständen versuchen, ihr Glück zu finden.
"Der Duft der Pfirsichblüte" hat mir sehr gefallen, die Personen waren vielschichtig dargestellt und die Handlung wechselte immer wieder zu unterschiedlichen Schauplätzen, was die Geschichte abwechslungsreich aber nie verwirrend machte. Ein empfehlenswerter historischer Roman!

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