Susanne Goga: Der dunkle Weg

 
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Susanne Goga: Der dunkle Weg
Verlag
ET (D)
2015
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783453357990

Informationen zum Buch

Seiten
448

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Sie ging durch einen langen Flur.

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Handlungsort

Handlungsorte
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Hamburg 1912: Gegen den Willen ihrer Eltern begibt sich die Kaufmannstochter Ida auf eine gewagte Reise: fort von ihren Pflichten, auf nach Irland. Dublin empfängt sie weltoffen, kreativ und gegensätzlich – genau die Abwechslung, die Ida gesucht hat. Schnell findet die junge Künstlerin Arbeit, schließt Freundschaften und lernt den Arzt Cian kennen – und lieben. Voller Zuversicht hofft Ida auf eine Zukunft mit ihm, eine eigene Familie, ein neues Leben in Irland. Doch Europa stehen blutige Zeiten bevor, und bald muss Ida um ihre Träume kämpfen.

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Hamburg - Dublin, 1912.

Die junge Ida Martens macht sich auf den Weg nach Irland, um in Dublin ihre Freundin Grace Gifford zu besuchen. Die Eltern können diesem Wunsch nichts abgewinnen, sie sähen die Tochter viel lieber unter einer guten Haube. Ob sie ahnen, dass diese Reise das Leben Idas komplett auf den Kopf stellen wird?
Die Kaufmannstochter, der es an nichts mangelte, außer vielleicht an Verständnis und elterlicher Liebe, fühlt sich in Dublin auf Anhieb wohl: die - im Vergleich zu Hamburg deutlich kleinere - Stadt zeigt sich freundlich und offen. Aus dem angedachten Besuch wird mehr und Ida sucht sich ein eigenes Zimmer. Bei der Wirtin Mrs Fitzgerald und in ihren vier Wänden fühlt sie sich nicht nur sehr wohl, sondern kann auch gut malen, da sie die nötige Helligkeit hat. Schon bald lernt Ida Menschen kennen, geht ihrer Leidenschaft, dem Malen, nach und sucht sich eine Arbeitsstelle, um ihr Zimmer finanzieren zu können.
Doch sie lernt auch die Schattenseiten Dublins kennen: Straßen, in denen das Elend herrscht und die Bewohner ums blanke Überleben kämpfen. Bei einem Streifzug durch die Henrietta Street lernt sie Cian O'Connor kennen, einen jungen Arzt, der sich sehr in den Armenvierteln engagiert. Seine schroffe Art täuscht nicht darüber hinweg, dass er sein Herz am rechten Fleck hat und Missstände gerne beim Namen nennt. Aber Ida lernt auch noch andere Menschen kennen, die politische Ziele verfolgen, die durchaus auch Probleme mit der Obrigkeit mit sich bringen können... Der sehr sympathische Séan Mac Diarmada, der Ida schon bald darüber aufklärt, dass er für die Abspaltung vom Vereinigten Königreich ist, da die Briten die irische Bevölkerung schon viel zu lange knechten und somit eine wesentliche Schuld an den katastrophalen Bedingungen in den Elendsvierteln und am Hunger der Iren haben.
Ida ist eine mutige Frau, die nicht einfach wegschauen kann, sondern stattdessen mitfühlt und bereit ist einen Beitrag zu leisten, dass es diesen Menschen, die ihr so lieb geworden sind, zu helfen. Sie zeichnet Szenen und Menschen aus den Brennpunkten und diese werden in einem kleinen Büchlein veröffentlicht. Die Zeichnungen kommen auf diesem Weg in die USA, wo sie die vielen irischen Emigranten an das Elend in der alten Heimat erinnern und für finanzielle Unterstützung werben soll. Und es funktioniert: das Buch ist nicht nur künstlerisch beeindruckend, sondern beschert auch einiges an Geld...
Ida hat inzwischen einen festen Freundeskreis, der zwar durchweg nicht aus den armen Schichten stammt, sich aber für die Verbesserung der Lebenssituationen einsetzt. Einige lindern die Not, wo sie nur können, doch Ida merkt bald, dass etliche auch der Meinung sind, dass das Übel bei der Wurzel gepackt werden muss und die Briten aus Irland verjagt werden müssen - nur dann können sich die Iren vom Joch aus Hunger und Armut befreien. Dass das nicht einfach wird, ist auch Ida klar, doch sie ist erstaunt, dass einige ihrer Freunde auch weiter gehen würden und auch Gewalt nicht ausgeschlossen ist. Je länger sie in Dublin bleibt, je mehr sie kennenlernt und je enger die Freundschaften und ihre Beziehung wird, desto mehr begreift sie die Idee eine Unabhängigkeit. Ist das nicht auch ein Stück ihrer eigenen Geschichte? Hat sie nicht auch das Heft in die Hand genommen und ist inzwischen eine unabhängige Frau, die ihr Leben und ihr Glück in die eigene Hand genommen hat?
Doch während die Verfechter eines eigenständigen Irlands ihre Pläne schmieden und Ida ihnen nahe ist, zieht ein anderes Gewitter über Europa auf: als in Sarajevo der österreichische Thronfolger Franz Ferdinand mitsamt Ehefrau erschossen wird, ist der große Krieg nicht mehr aufzuhalten. Ein Weltgeschehen, das auch an Ida nicht spurlos vorbeigeht...

Was für ein großartiges Buch! Die Autorin Susanne Goga hat eine packende, berührende Geschichte aus dem Herzen Europas geschrieben. Aus heutiger Sicht ist es kaum vorstellbar, wie die Iren noch vor 100 Jahren gelitten haben - eine Tatsache, die bis heute Konsequenzen auf das Verhältnis zwischen Irland und dem Vereinigten Königreich hat. Susanne Goga berichten vom Wunsch nach Unabhängigkeit - vom jahrelangen Kampf der Iren um Freiheit und eine Republik. Besonders bemerkenswert ist dabei, dass sie dafür auf eine Vielzahl an realen Persönlichkeiten zurückgreift, die sie allesamt mit einer tollen Tiefe ausstattet, so dass sie nicht nur authentisch, sondern auch ungemein sympathisch daherkommen. Wer sich mit der irischen Geschichte auskennt, der wird natürlich ahnen, wie das historische Geschehen seinen Lauf nimmt - aber dadurch wird der Lesegenuss keineswegs geschmälert. Denn man kann mit den Charakteren mitgehen, ihre Beweggründe erfahren, ihre Entscheidungen überdenken und hinterfragen. Wer wenig oder keinerlei Kenntnisse der Geschichte Irlands hat, der kann abtauchen und neben einer sehr interessanten Handlung auch einige Fakten lernen. Im besten Fall macht das neugierig - ich habe mich einige Male ertappt, wie ich recherchiert habe und mich über alte Bekannte und allerlei Wissenswertes gefreut habe.

Mein Liebling war neben Ida vor allem Séan, aber auch Joe (Seosamh Máire Pluincéid), Tom (Tomás Mac Donnchadha), die Countess Constance Markievicz und Cian mochte ich wirklich gerne. Mit all diesen Figuren habe ich mitgefühlt und mitgelitten - ja, zum Ende sogar Tränen vergossen. Wie gut, dass wir im Jahr 2015 leben und wissen, welches Ende es mit Irlands Freiheit nahm.

"Der dunkle Weg" hat mich gefesselt und mitfühlen lassen - über einen solch dichten, historisch perfekt recherchierten Roman, der einen so intellent unterhält, kann ich mich einfach nur freuen. Für mich definitiv ein echtes Highlight!

Fazit: Unbedingt lesen! Und wenn das Buch gerade nicht zur Hand ist: 'Fields of Athenry' hören...

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Eine junge Frau sucht in Irland eine neue Heimat - und Irland sucht die Freiheit

Inhalt
Die junge Hamburgerin Ida verlässt 1912 ihre Heimat, um eine Freundin in Irland zu besuchen. Schnell hat sie die Stadt Dublin und die Menschen, die sie dort kennenlernt, in ihr Herz geschlossen und beschließt, gegen den Willen ihrer Eltern, zu bleiben. Sie sucht sich eine Wohnung und eine Arbeit und beginnt zu malen. Denn Ida ist Künstlerin und fängt mit schnellen Strichen die Persönlichkeit von Menschen und Situationen ein. Schon bald findet sie sich in den Elendsvierteln wieder, um die Menschen zu malen und damit auf deren Leben aufmerksam zu machen.

Dort trifft sie auch auf den abweisend und unfreundlich wirkenden Arzt Cian, der sich mit ganzem Herzen der medizinischen Versorgung der notleidenden Bevölkerung verschrieben hat. Trotz seiner schroffen Art fühlt Ida sich schnell zu ihm hingezogen. Gleichzeitig mobilisiert sich der Widerstand der Freiheitskämpfer, die im Geheimen Pläne gegen die englischen Fesseln schmieden. Idas Liebe zu Land und Leuten wird immer fester, das Leben aber auch immer gefährlicher, denn neben den Revolutionen stürzt auch noch der Erste Weltkrieg über sie alle ein und plötzlich gehört Ida zum Feind. Sie muss sich entscheiden, wohin sie gehört...

Meine Meinung
Sehr gut gefällt mir, wie historische Personen der irischen Freiheitskämpfe und historische Ereignisse, wie z. B. die Waffenlieferungen, der Osteraufstand oder auch der Einbruch des 1. Weltkrieges geschickt in die Geschichte eingewebt wurden. Auch wenn Ida und Cian erfunden sind, so hatte ich beim Lesen das Gefühl, sie hätten auch wirklich damals gelebt haben können, so lebensecht agierten sie mit den historischen Personen, die hier von der Autorin zum Leben erweckt wurden.

Überhaupt wirkte die Atmosphäre der Zeit sehr authentisch auf mich. Nicht nur durch die schlimmen Bilder der Elendsviertel , die beschriebene Nöte der Arbeiter, die feinen Gesellschaften der reichen Familien und die gefährlichen Kämpfe der Rebellen, sondern auch durch die Gespräche und Gefühle der Protagonisten. Die Zeit und die Personen wirkten lebendig auf mich.

Und das erreichte die Autorin bei mir trotz oder gerade durch ihren ruhigen Stil. Die Figuren bekommen genug Zeit, sich vorzustellen. So erlebte man sehr gut mit, wie sich Ida in Dublin einlebte, dort neue Freundschaften schloss und zu sich selbst fand. Auch die Liebesbeziehung zwischen ihr und dem Arzt Cian wuchs langsam, aber damit um so realistischer, denn Ida war fremd im Land und musste erst einmal auf eigenen Füßen stehen und dabei die ablehnende Haltung ihrer Eltern verarbeiten, auch wenn sie ihre Liebe zu Irland schnell gefunden hatte. Und Cian trug ein belastendes Päckchen aus der Vergangenheit mit sich herum, das einer vertrauensvollen Verbindung erst einmal im Wege stand. Dazu noch Idas Angst um ihre neu gewonnen Freunde, die sich dem Widerstand verschrieben haben.

Doch auch wenn die Autorin die Geschichte ruhig fließen lässt, so ist sie alles andere als langweilig. Im Gegenteil: ich konnte dadurch eine sehr gute Nähe zu den Figuren aufbauen und daher ganz besonders gut mit ihren Erlebnissen und ihrem Zusteuern auf Krieg und Rebellion mitfiebern.

Ein sehr geschickter Beginn ist dabei der etwas beängstigende Prolog, den man beim Lesen die ganze Zeit im Hinterkopf behält und einen Hoffen und Bangen lässt und der sich gegen Ende dann wieder in die Geschichte einfügt. Das hält die Spannung gut oben.

Durch die historischen Figuren und Begebenheiten sind natürlich einige Schicksale vorgegeben, wenn man die Personen kennt. Aber ich kannte sie nicht und bin entsprechend ahnungslos auf das Ende zugesteuert, auch wenn ich schlimme Befürchtungen hatte. Der Freiheitskrieg der Iren, der mit dem Osteraufstand einen dramatischen Höhepunkt erreichte, war nun mal blutig.

Es war sehr interessant für mich, durch diesen Roman etwas über den Beginn der irischen Freiheitskämpfe zu lesen und die Menschen dahinter ein bisschen kennenzulernen und ihre Motivationen, Probleme und Konflikte zu erleben. Eingebettet in diesem Rahmen war das Schicksal von Ida und Cian für mich sehr spannend und emotional zu lesen.

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Zeitreise nach Irland am Vorabend des Ersten Weltkrieges

Die Hamburger Kaufmannstochter Ida Martens macht sich 1912 auf den Weg nach Dublin, um ihre Freundin Grace zu besuchen. Die junge Malerin fühlt sich in der weltoffenen Stadt schnell wohl und beschließt, für längere Zeit in Dublin zu bleiben und zu arbeiten. Durch ihre Arbeit und ihre Freundschaft mit Grace kommt sie bald mit Menschen in Kontakt, die mit aller Macht die irische Revolution und Abspaltung von England vorantreiben wollen. Dabei lernt sie auch den Arzt Cian O'Connor kennen und verliebt sich in ihn. Als der Erste Weltkrieg ausbricht, ziehen dunkle Zeiten für Ida herauf.

Mir war bisher dieses Kapitel der irischen Geschichte relativ unbekannt, aber mit diesem Roman hat Susanne Goga es geschafft, mein Interesse zu wecken und ich möchte noch mehr über die irischen Aufstände erfahren. Die Geschichte ist eine Mischung aus Liebesgeschichte und historischem Roman, die Mehrheit der im Roman agierenden Figuren haben reale Vorbilder.

Die Geschichte wird nicht fortlaufend erzählt, vielmehr setzt die Autorin den Fokus auf bestimmte Szenen und Zeitpunkte, im nächsten Kapitel können dann schnell einige Wochen oder Monate vergangen sein. Dadurch wirkt die Erzählweise straff und kurzweilig.

Die Beschreibung des Elends unter der Arbeiterbevölkerung im damaligen Irland ist mehr als beklemmend, die Unterdrückung durch die Engländer immens – man kann leicht nachvollziehen, woher der überwältigende Wunsch nach Irlands Unabhängigkeit kommt.

Die Figuren sind der Autorin wieder sehr gut gelungen, allen voran Ida Martens, eine junge und mutige Frau, die manches Mal über ihren eigenen Mut selbst erschrickt. Unabhängigkeit und Freiheit in ihren Entscheidungen ist ihr sehr wichtig – und damit hat sie einiges mit ihrer neuen Wahlheimat gemeinsam. Sie reagiert oftmals spontan, ist dabei aber nicht realitätsfremd, und für ihre große Liebe ist sie bereit zu kämpfen.

Der irische Arzt Cian O'Connor ist ein eher sperriger Zeitgenosse, er nimmt kein Blatt vor den Mund und weiß seine Prioritäten zu setzen, zu denen er dann auch voll und ganz steht. Sein Freundeskreis ist zwar überschaubar, aber dafür ist auf ihn immer Verlaß. Mit Herzblut versucht er, das Elend der armen Bevölkerung Dublins durch unentgeltliche medizinische Hilfe etwas zu lindern.

Der Freundes- und Bekanntenkreis von Ida und Cian stammt aus der besseren Bevölkerungsschicht, aber sie haben sich neben der Unabhängigkeit Irlands die Verbesserung der Lebensgrundlage der Arbeiter auf die Fahnen geschrieben. Oftmals kommt es dabei zu Konflikten mit der Elterngeneration, die keine Notwendigkeit sieht, an dem Status Quo etwas zu ändern. Als Leser konnte ich zwar die Begeisterung für den Unabhängigkeitskampf nachvollziehen, dennoch bleiben aber Zweifel, wie weit man dafür gehen darf oder muß. Eine sehr schwierige Frage, vor allem, wenn man sie als Außenstehender aus der geschichtlichen Distanz betrachtet.

Das Ende des Buches, welches historisch verbürgt ist, hat mir einige Tränen in die Augen getrieben. Mich haben die Ereignisse des Romans über sein Ende hinaus noch eine Zeit lang beschäftigt.

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Kämpfen für die Unabhängigkeit

Die junge Künstlerin Ida Martens besucht im Jahr 1912 ihre Freundin Grace Gifford in Dublin. Dublin nimmt sie von Anfang an gefangen und sie beschließt dort zu bleiben. Ida findet schnell Freunde, sie sucht sich ein Zimmer und eine Arbeitsstelle um ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können. Viele ihrer Freunde und Bekannten engagieren sich für die irische Bewegung. Immer wieder unternimmt Ida Streifzüge durch die Stadt, um Eindrücke für ihre Bilder zu gewinnen. Als sie dabei in eine Straße gerät, wo die Armut und Not in jedem Winkel zu erkennen ist, trifft sie den Arzt Cian O’Connor.
Ida stammt aus einer angesehenen Hamburger Kaufmannsfamilie. Für die Eltern zählt nur das Ansehen in der Hamburger Gesellschaft. Gegen den Willen ihrer Eltern handelt Ida mit ihrer Entscheidung, in Dublin zu bleiben. Ida ist ein mitfühlender und sympathischer Mensch, der mit sehr wachen Augen durchs Leben geht. Ihre Malerei bedeutet ihr sehr viel, in ihr kann sie ausdrücken, was sie beschäftigt.
Cian kümmert sich sehr engagiert um die Armen. Er weiß, dass die Patienten in seiner Praxis ihm das Geld einbringen, das er für die Armen einsetzt. Aber ihm sind die Patienten, die ihre Leiden nur aus Langeweile pflegen, zuwider. Cian hat in der Vergangenheit etwas Furchtbares erlebt, das ihn abweisend und schroff seinen Mitmenschen gegenüber werden ließ. Auch Ida gegenüber kann er sich nicht öffnen.
Daneben gibt es eine Reihe sympathischer Charaktere, welche sich in der „Bewegung“ zusammen geschlossen haben. Sie wollen die Armut in Irland bekämpfen und sich von den Engländern unabhängig machen. Es beginnt mit dem Kampf der Gewerkschaften, die ein Recht auf Arbeit erkämpfen wollen und endet mit dem dramatischen Osteraufstand 1916. Idas Zeichnungen helfen auf die Armut und die Missstände in Irland aufmerksam zu machen. Als dann der erste Weltkrieg ausbricht, muss sich Ida entscheiden. Wo will sie in Zukunft leben? Will sie wirklich Stellung beziehen? Aber sie wäre nicht Ida, wenn sie nicht längst tief in ihrem Herzen längst ein Entscheidung getroffen hätte.
Der Autorin ist es wunderbar gelungen, historischer Persönlichkeiten und fiktive Personen in dieser Geschichte zu vereinen. Alle diese Personen sind sehr authentisch mit ihren Stärken, aber auch ihren Schwächen beschrieben, so dass man mit ihnen fühlen kann. Es ist eine sehr tiefgründige und dramatische Geschichte, die bewegt und einen total in den Bann zieht. Der dunkle Weg, den die Iren beschreiten, ist schwierig zu gehen und ziemlich blutig, und was wir in diesem Buch erleben ist erst der Anfang des irischen Freiheitskampfes.
Ein sehr überzeugendes Buch, das mich bestimmt noch eine Weile beschäftigt.

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Dublin – zwischen 1912 und 1916

Ida Martens, Kaufmannstocher aus Hamburg, besucht ihre Freundin Grace Gifford in deren Heimat Dublin. Verzaubert von Land und Leuten beschließt Ida, sich ein Zimmer zu nehmen, eine Arbeit zu suchen und eine Zeit lang in Irland zu bleiben. Durch ihr offenes Auftreten findet sie schnell Zugang zu einem neuen Freundeskreis und eine Arbeit die ihr Spass macht.

Viele ihrer neuen Freunde gehören der Irischen Freiheitsbewegung an, die sich für die Unabhängigkeit Irlands von Großbritannien einsetzen. Ida unterstützt die Freiheitskämpfer indem sie Zeichnungen von den Missständen anfertigt. So lernt sie den Arzt Cian O’Connor kennen – und lieben.

Während in Irland die Freiheitskämpfer auf den Osteraufstand hinarbeiten bricht in Europa der 1. Weltkrieg aus. Für die deutsche Ida keine einfache Zeit.

Der Roman „Der dunkle Weg“ von Susanne Goga beruht auf wahren Begebenheiten. Viele der Protagonisten die in Verbindung mit dem Osteraufstand von 1916 stehen, tragen ihren echten Namen, denn sie haben reale Vorbilder. Die Geschichte von Ida Martens und Cian O’Connor ist fiktiv – aber es könnte sich genau so zugetragen haben.

Ida ist eine junge sympathische Frau, die genau weiß was sie will. 1912 haben Frauen noch nicht unbedingt das getan was sie tun wollten, eher haben sie von ihren Eltern gesagt bekommen, was sie zu tun haben. Nicht so Ida, die sich gegen den Willen ihrer Eltern in Dublin eine Arbeit und eine Unterkunft sucht. Auch war es nicht üblich, dass junge Frauen einfach auf der Straße wildfremde Männer ansprechen. Aber genau diese Vorgehensweise macht Eindruck auf den jungen Mann und als er sieht wie gut Ida zeichnen kann, empfiehlt er sie weiter an Cian O’Connor.

Cian O’Connor ist Arzt. Er behandelt die „Reichen und Schönen“ und mit dem dort eingenommenen Geld behandelt er an mehreren Tagen in der Woche die Menschen in den Armenvierteln von Dublin unentgeltlich. Für eine Broschüre sucht er einen Maler und als ihm Ida empfohlen wird, verknüpfen sich die Lebenswege von Ida und Cian. Anfangs lässt Ida sich von Cians Art einschüchtern, aber bald schon hat er ihr Herz gewonnen.

Ich mag Bücher aus deren Informationen man als Leser noch etwas lernen bzw. sein Wissen auffrischen kann. So habe ich mich vorher nie mit dem Osteraufstand bzw. dem Kampf der Iren für die Unabhängigkeit von Großbritannien beschäftigt. Schon während ich das Buch gelesen habe, hab ich diesbezüglich einige Wissenslücken geschlossen. Das Thema ist sehr interessant, da der missglückte Osteraufstand trotzdem die Wende für Irland und somit die Unabhängigkeit von Großbritannien gebracht hat.

Susanne Goga versteht es hervorragend die Gefühle zwischen Leser und den Protagonisten zu transportieren. Die Hintergründe sind sehr gut recherchiert und Ida und Cian passgenau in die historischen Gegebenheiten, die sich damals zugetragen haben, hineingewoben.

Die Figuren wachsen an ihren Aufgaben und für den einen oder anderen führt der Weg in den Tod. Rebellion ohne Blutvergießen ist nicht möglich. Und Menschen, die ihr Leben für ihre Ziele lassen müssen (wollen!), wird es immer wieder geben.

Das Ende des Buches hinterlässt eine gewisse Traurigkeit die noch etwas nachklingen wird.

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Der Preis der Freiheit

Als ich mich mit der jungen Deutschen Ida auf die Reise nach Irland begeben habe, wusste ich nicht, was Ida dort erwarten wird. Susanne Goga hat es mit wunderbaren Beschreibungen geschafft, mir die grüne Insel und die Hauptstadt Dublin schnell nah zu bringen. Durch Idas Augen erkunde ich die Stadt und lerne wunderbare und interessante Menschen kennen. Ich habe mich sofort wohl gefühlt, obwohl Susanne Goga auch die Elendsviertel nicht ausgelassen hat. Erinnerungen an „Die Asche meiner Mutter“ von Frank McCourt kamen hoch. Aber Susanne Goga hat für mich eine viel schönere Art auch hässliche und unangenehme Dinge zu beschreiben. Ich konnte mich regelrecht hineinfallen lassen in diese Geschichte. Anfangs war ich auf Erkundungstour und erfahre so einiges über die Konflikte und deren Hintergründe. Der Wunsch nach Freiheit ist für mich verständlicher denn je.

Viele historische Persönlichkeiten kreuzen Idas Weg und bei einigen historischen Ereignissen bin ich hautnah dabei. Und auch das schildert Susanne Goga ruhig aber gleichzeitig sehr eindringlich. Sie spielt nicht mit mir, sie führt mich behutsam tiefer in die Geschichte von Ida, die immer enger mit Irland verbunden ist. Familiäre Konflikte, die anfangs etwas schwierige Liebe zwischen Ida und Cian und Idas künstlerische Begabung nehmen genau so viel Raum ein wie die historisch belegten Ereignisse. Dadurch bleibt die Geschichte lebendig.

Susanne Goga hat ihr Buch in drei Teile gegliedert. Die Ankunft und das behutsame Kennenlernen. Die Ausläufer des ersten Weltkrieges, die auch Irland erreichen. Und dann der unausweichliche Aufstand der Iren. Obwohl Susanne Goga sehr ruhig erzählt, knistert die Spannung zwischen den Zeilen. Wer sich ein bisschen mit der Geschichte Irlands auskennt, weiß, welche Ereignisse bevorstehen. Und bis dahin habe ich einige der Betroffenen so gut kennen gelernt, dass mir die Tragik sehr unter die Haut geht.

Auf dem Umschlag wird dieses Buch als mitreißende Liebesgeschichte beworben, aber für mich ist es viel mehr. Denn die Liebesgeschichte ist nur das Gerüst, um das sich die spannenden Geschehnisse winden. Besonders der letzte Abschnitt ist sehr traurig, aber am Ende bleibt ein Gefühl der Hoffnung.

Fazit: Susanne Goga beschreibt wunderbar einfühlsam die dramatischen Ereignisse in Irland vor und während des ersten Weltkrieges.

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Irlands Freiheitskampf

„Der dunkle Weg“, den Susanne Goga in ihrem neuen Roman beschreibt, ist der der irischen Freiheitskämpfer am Anfang des 20.ten Jahrhunderts. Geschildert werden die Entwicklungen und Geschehnisse die zum Aufstand 1916 in Dublin geführt haben aus der ungewöhnlichen Sicht einer jungen Deutschen, die 1912 eigentlich nur ihre irische Freundin Grace besucht, sich aber schnell in Land und Leute und schließlich in einen Arzt verliebt. Nach und nach lernt sie dieses kleine Land besser kennen und erlebt vor allem auch die Armut und Krankheit und Hunger der Arbeiterklasse und den Kampf gegen die Allmacht der Arbeitgeber hautnah mit. Zu ihrem Freundes- und Bekanntenkreis zählen bald auch einige Männer und Frauen, denen die irische Unabhängigkeit vom verhassten englischen Regime brennend am Herzen liegt und Ida wird Stück für Stück in die bevorstehende Rebellion hineingezogen und gezwungen Stellung zu beziehen und sich nicht nur zu entscheiden, wo sie zukünftig leben will sondern auch, ob sie dem Freiheitskampf der Iren zustimmen kann oder nicht.

Ida ist eine starke und innerlich schon sehr gefestigte junge Frau, die die Gabe besitzt, die Erlebnisse und die Menschen in Dublin durch intensive Bilder festzuhalten. Ihre Malerei verhilft ihr nicht nur zu finanzieller Unabhängigkeit, sondern die von ihr gemalten Bilder halten auch fest, was die Iren in dieser Zeit des Umbruchs erleben, wie ihr Alltag und ihr Kampf ums nackte Überleben und um nationale Stärke aussehen. Mir hat vor allem Gefallen, wie unbeirrbar sie an liebgewonnenen Menschen festhält, wie sie ihre Zuneigung und Unterstützung und auch ihre Gesinnung mit kleinen Mitteln zum Ausdruck bringen und intensiv vertreten kann.

Die Anfänge des irischen Freiheitskampfes werden eindringlich und verständlich geschildert, viele der Personen in diesem Roman sind historische Persönlichkeiten und Ida wirkt unter ihnen wie eine der ihren, als wäre sie nicht erfunden sondern hätte real gelebt. Susanne Goga versteht es, den Leser zu fesseln und ihren Personen Tiefe und Charakter zu verleihen und auch wenn es kein fröhliches Buch ist, so ist es doch eines, welches fesselt und das Interesse weckt für die Geschichte dieses grünen Landes mit seinen störrischen Helden und eigenwilligen Frauen.

Es ist aber auch ein Buch über eine junge Frau, die ihren eigenen Weg sucht, sich von den konventionellen Zwängen ihrer Eltern zu befreien, ein neues Land und ein neues Leben für sich zu entdecken und das Herz eines widerspenstigen, anfangs ziemlich abweisenden Iren zu gewinnen. Und dieser Weg ist keineswegs so dunkel sondern wird stetig heller und ist voller Liebe und Zuneigung. Also auch eine Geschichte für das Herz.

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