Nora Berger: Der Fluch der Zuckerinsel

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Nora Berger: Der Fluch der Zuckerinsel
Verlag
ET (D)
2014
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
ISBN-13
9783937357997

Informationen zum Buch

Seiten
464

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Annabelle bemerkte nur ein leises Rascheln unter ihren Füßen.

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Handlungsort

Handlungsorte
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Insel Martinique, Anfang des 19. Jahrhunderts: Annabelle und Léon lieben sich. Doch ihre Familien, reiche Zuckerrohr-Plantagenbesitzer, sind verfeindet und gegen eine Verbindung. Sklavenaufstände erschüttern die Insel, die nur ein scheinbares Paradies ist. Léon, der in Paris sein Medizinstudium abschließen will, erleidet Schiffbruch und gilt als verschollen. Annabelle, die nach einem leidenschaftlichen Abschied ein Kind von ihm erwartet, erfährt, dass die elterliche Plantage verschuldet ist. Sie ist gezwungen, den einen reichen Sklavenhändler zu heiraten. Ein böser Fluch scheint über ihr und Léon zu liegen, trotz des schützenden Amuletts einer Mambo-Priesterin. Nach einem Brand und der Plünderung der Plantage durch aufständische Sklaven, flieht Annabelle vor ihrem brutalen Ehemann zu Verwandten nach Paris. Auf der Überfahrt kommt ihr Sohn Valentin zur Welt. Um zu überleben, arbeitet sie im frivolen Cabaret „Jolie Femme“ wo rasch ihr Gesangstalent entdeckt wird. Doch bald droht neues Unheil, der „Fluch der Zuckerinsel“ scheint sie weiter zu verfolgen. Trotz allem kann sie Léon nicht vergessen. Lebt er vielleicht doch noch?

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Von der Insel Martinique nach Paris

Martinique, Anfang des 19. Jahrhunderts.
Wie in „Romeo und Julia“ geht es Léon und Annabelle zu Beginn dieses Buches. Ihre Familien sind seit Ewigkeiten verfeindet und hassen sich, doch die beiden jungen Menschen haben sich dennoch ineinander verliebt. Bisher halten sie ihre Gefühle geheim, Léon will erst sein Medizinstudium abschließen und dann um Annabelles Hand anhalten. Obwohl sie nicht glücklich darüber ist, verspricht sie, auf ihn warten.
Doch dann schüttelt das Schicksal ihrer beider Leben ziemlich durch.
Annabelles Vater ist hochverschuldet und will seine Tochter an den reichen Plantagenbesitzer und Sklavenhändler Ramazon verheiraten. Obwohl sie den Mann abstoßend findet, hat sie keine Wahl, es geht um den Familienbesitz und das Seelenheil ihrer Mutter. Außerdem hat sie von Léon schon lange nichts mehr gehört und zweifelt inzwischen an seiner Liebe. Weitere Schicksalsschläge beuteln die Familie und Sklavenaufstände bedrohen das bisher so angenehme Leben der weißen Plantagenbesitzer.

Schließlich bleibt Annabelle nur noch die Flucht!
Gemeinsam mit Léons Schwester macht sie sich auf den Weg nach Paris. Doch auch dort reißen die schrecklichen Ereignisse nie lange ab. Zwischendurch allerdings ergibt sich auch immer wieder ein Hoffnungsschimmer und Annabelle kommt irgendwie immer durch, findet neue Freunde und Helfer, so dass ihre Situation zwar oft aussichtslos wirkt, sich aber dennoch immer irgendwie ein Ausweg ergibt.

Mir persönlich hat das Buch trotz einiger kleiner Kritikpunkte gut gefallen. Eine Figur hätte von mir aus ganz aus der Geschichte gestrichen werden können, ein Freund vom Verlobten ihrer Schwester, dessen Sinn für die Handlung sich mir leider nicht so ganz erschlossen hat.
Auch sterben in diesem Buch unglaublich viele Menschen. Kaum hat man sich an eine Figur gewöhnt, ist sie auch schon wieder tot – nur sehr wenige begleiten uns von Anfang bis zum Ende.

Dennoch war es ein sehr interessanter Roman mit zwei kontrastreichen und spannenden Schauplätzen, der Insel Martinique und natürlich der französischen Hauptstadt Paris.

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Verflucht oder einfach nur vom Schicksal gebeutelt ?

Die Familien der benachbarten Zuckerrohrplantagen de Castellin und de Montargis sind schon seit Ewigkeiten miteinander zerstritten. Dieser Zustand konnte aber weder Léon (de Montargis) noch Annabelle (de Castellin) davon abhalten sich ineinander zu verlieben.

Léon interessiert sich sehr für die Kunst des Heilens und studiert Medizin in Paris –gegen den Willens seines Vaters. Er steht kurz vor seinem Abschluss, verbringt gerade seine studienfreie Zeit auf Martinique und muss nun nach Paris zurück um die letzten Prüfungen zu absolvieren.

Léon ist bei seinem Vater in Ungnade gefallen weil dieser keinen Sinn in einer medizinischen Ausbildung sieht, Annabelle soll aufgrund der finanziellen Situation der Plantage gegen ihren Willen mit dem wohlhabenden Sklavenhändler Venancio Ramazon verheiratet werden.

Als Léon nach Paris abreist beginnt „Der Fluch der Zuckerinsel“

Mein Fazit:

Zuerst einmal möchte ich bemerken, daß ich das Cover des Buches sehr gelungen und ansprechend finde.

Die Autorin Nora Berger wirft den Leser sofort ins Geschehen hinein. Man erlebt gleich hautnah mit wie Annabelle von einer Lanzenotter gebissen wird und Léon sein medizinisches Wissen unter Beweis stellen kann.

Aus den Gesprächen der Beiden ist zu erfahren, dass ihre Liebe unter keinem guten Stern steht. Die Familien der Plantagenbesitzer sind seit Jahren zerstritten, eine Verlobung oder gar Hochzeit würde keine Zustimmung finden. Aber bevor an eine Verlobung auch nur zu denken ist, möchte Léon gerne seine medizinische Ausbildung zum Abschluss bringen. Annabelles Familie hat jedoch ganz andere Pläne was ihren Ehemann betrifft.

Leider gibt es innerhalb des Buches keine Angabe darauf, in welchem Jahr wir uns gerade befinden. Das ist ein kleiner Minuspunkt den ich gerne anmerken möchte. Für den Lesegenuss ist das nicht wirklich wichtig, fällt mir aber auf. Lediglich in einem Satz von Annabelle wird erwähnt, daß der Code Noir, die Wiedereinführung der Sklaverei in den französischen Kolonien durch Napoleon gerade in Kraft getreten ist. Es müsste sich also um die Zeit gegen 1802 handeln.

So hab ich dann auch gleich den Übergang zum Thema Sklaverei gefunden.
Dass dieses Thema kein schönes und nettes Thema ist, wissen wir vermutlich alle. Viele Jahre wurden Menschen von Menschen gequält, gedemütigt und benutzt, um nicht zu sagen missbraucht. Der Missbrauch war sowohl körperlich in Bezug auf die Arbeitskraft, als auch oftmals sexueller Natur. Der Code Noir, der die Sklaverei in den französischen Kolonien billigte, war ganze 163 Jahre gültig. Schrecklich.

Die Autorin Nora Berger hat das Thema sehr gut verarbeitet. Wir werden einerseits Zeuge wie rüde und brutal der Aufseher Crowling mit den Sklaven der Plantage der Familie de Castellin umgeht, andererseits lesen wir wie gut die Sklaven im Haushalt behandelt werden. Der Gesamtzustand war jedoch für diese Menschen irgendwann nicht mehr zu ertragen und eines Tages formierten sich die Sklaven auf Martinique zu einem Aufstand und von den Zuckerrohrplantagen blieben nur noch Schutt und Asche .....

Bis zu diesem Zeitpunkt spielt die Handlung des Buches auf Martinique – als dort alles in Trümmern liegt, verlagert sich die Handlung nach Paris.

Um ihr Leben zu retten und ihren Liebsten Léon zu suchen flüchtet Annabelle während des Sklavenaufstandes mit ihrer Freundin Émilie (und Halbschwester von Léon) nach Paris. Mit im Gepäck haben sie die neugeborene Tochter der verstorbenen Sklavin Leila, die Annabelles Nichte ist und Shalima, die sie als Amme für Sarah mit auf die Überfahrt nehmen.

Auch die Zustände in Paris werden von der Autorin nicht beschönigt. Die 4 leben in einer kleinen heruntergekommenen Wohnung und müssen dem Leben jeden einzelnen Tag abringen. Und dann bekommt Annabelle die Chance ihres Lebens.

Annabelle ist eine hübsche Frau und so macht sie auch die eine oder andere Herrenbekanntschaft, sogar ein Fürst buhlt um ihre Liebe – aber Annabelle kann Léon nicht vergessen.

Werden sie sich wiedersehen ??

Im Laufe dieses Buches sterben sehr viele Menschen.
Sicherlich hätte die Autorin auch andere Lösungen finden können jemand unbequemes aus dem Weg zu räumen, aber für mich hat es so gepasst.

In unserer Leserunde habe ich das Buch „bezaubernd“ genannt und genau so finde ich es auch immer noch nachdem ich alle Seiten gelesen habe. Es hat genau meinen Geschmack getroffen.

Das Ende ist zwar in sich abgeschlossen, lässt aber durchaus Raum für einen 2. Teil.

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Wenn der Fluch der Insel dein Leben bestimmt…

Sowohl die Autorin als auch der Verlag, in dem das Buch erschienen ist, waren mir bis dato völlig unbekannt und so machte ich mich nahezu völlig unvoreingenommen ans Lesen und wurde mehr als nur überrascht.

Ehrlich gesagt habe ich einen seichten historischen Roman erwartet, aber ich bekam deutlich mehr geboten, denn Nora Berger hat in ihrem Werk einiges zu erzählen.

Im Buch lernen wir das Pärchen Léon und Annabelle kennen, deren Familien verfeindet sind, wie es einst bei Romeo und Julia der Fall war. Doch damit endet auch schon die Gemeinsamkeit zu Shakespeares Werk, denn die Autorin entführt uns gekonnt in die damalige Zeit, in der nicht alles eitel Sonnenschein war.

Als Leser bekommen wir einen Einblick in alle Persönlichkeiten. Im Wechsel erleben wir nach der erzwungenen Trennung des Protagonistenpärchens mal Léon und mal Annabelle in ihrem weiteren Leben. Vor allem in Annabelle ihrem Leben geht es drunter und drüber und oft liest man mit angehaltenem Atem.

Mir hat an dem Buch vor allem gefallen, dass es hier mal nicht seicht zugeht, sondern man das raue Leben der damaligen Zeit live miterleben darf. Mir erging es oft so, dass ich dachte, dass es nicht schlimmer kommen kann, aber darin täuschte ich mich doch oft.

Zwei kleine Kritikpunkte muss ich bei diesem Buch anbringen. Der Einstieg in das Buch fiel mir erst ein wenig schwer, da ich mich an den detaillierten, blumigen Schreibstil erst gewöhnen musste, denn so etwas liest man doch nicht alle Tage, aber nach den ersten hundert Seiten war ich drin und konnte mit dem Lesen nicht mehr aufhören. Ansonsten wird mir in dem Buch etwas zu oft gestorben. Stört ein Charakter, so wird er seitens der Autorin aus dem Weg geräumt. Hier hätte ich mir ab und zu gern eine andere Lösung gewünscht.

Fazit: Ein überzeugender und sehr unterhaltsamer historischer Roman, den ich sehr gerne weiter empfehle. Lesenswert!

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Fluch oder Aberglauben?

Inhalt:

Annabelle und Lèon leben auf Martinique, sind die Nachkommen von reichen Zuckerrohrplantagenbesitzer und lieben einander. Zu Beginn des 19ten Jahrhunderts reicht Liebe aber alleine nicht aus, schon gar nicht, wenn die eigenen Familien untereinander verfeindet sind. Daher wollen die beiden warten, bis Léon sein Medizinstudium beendet hat, um ihre Eltern vor vollendete Tatsachen zu stellen. Schweren Herzens verlässt er Annabelle, um in Paris seine letzten Prüfungen abzulegen. Was weder er noch Annabelle wissen, ist, dass ihre Eltern schwer verschuldet sind und Annabelles Hand dem reichen Sklavenhändler Ramazon versprochen haben, um die Plantage retten zu können.

Meine Meinung:

Nora Berger schildert die Zustände auf einer mit Sklaven betriebenen Plantage sehr anschaulich und realistisch, was einen harten Kontrast zur farbenprächtigen Beschreibung der paradiesischen Insel Martinique darstellt. Auch als sich der Schauplatz nach Paris verlagert, verzichtet sie auf Schönfärberei und beschreibt die hässlichen Seiten der Armut in all ihren Gesichtern. Das waren für mich die großen Pluspunkte des Romans.
Leider konnte mich die Geschichte nicht packen. Mir passierte zu viel zu schnell und vor allem fehlte mir ein Gerüst in welcher Zeitdauer sich das Buch bewegt. Bis zum Schluss konnte ich nicht sagen, wie viele Jahre seit dem Anfang vergangen waren. Dies wäre vor allem in Hinsicht der vielen Toten und Unglücksfälle, mit denen vor allem Annabelle konfrontiert wird, nicht unerheblich gewesen. Leider fehlte mir auch der Tiefgang der Nebenpersonen. Viele waren entweder nur gut, nur böse, nur verderbt, nur das Opfer und so weiter. Die Hauptcharaktere Annabelle und Lèon sind facettenreicher gezeichnet, aber gerade bei Annabelle konnte ich so manche ihrer Handlungsweisen nicht komplett nachvollziehen.

Fazit: Ein motivierter historischer Roman, der mich leider nicht überzeugen konnte.

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