John Vermeulen: Der Garten der Lüste

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John Vermeulen: Der Garten der Lüste
Untertitel
Ein Roman aus der Zeit von Hieronymus Bosch
Verlag
ET (D)
2002
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
Originaltitel
De tuin der lusten. Roman over het leven en werk van Jeroen Bosch
ET (Original)
2001
ISBN-13
9783257063301

Informationen zum Buch

Seiten
591

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Handlungsort

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Wer war Hieronymus Bosch, dessen Werk von Ungeheuern und Traumwesen bevölkert ist? Ein Ketzer, der dem Scheiterhaufen nur entging, weil er als namhafter Künstler und wohlhabender Mann gewissen Privilegion genoß? Ein Drogensüchtiger? Ein Lüstling, wie man aus seiner unverkennbar erotischen Symbolik schließen könnte? Oder ganz einfach ein Genie, das man nie ganz ergründen wird?

Auf der Grundlage von wenigen bekannten Fakten und vielen Vermutungen erweckt John Vermeulen den eigenwilligen Künstler zu neuem Leben. Entstanden ist ein spannender, sinnlicher Roman mit geschliffenen Dialogen und filmreifen Schnitten - und wunderbaren Bildbeschreibungen, die einem das Werk Boschs noch einmal anschaulich vor Augen führen. Und ein Roman über eine aufregende Zeit voller Umbrüche und Widersprüche

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Als viertes Kind von Anthonius van Aken wird im 15. Jahrhundert in 's Hertogenbosch Jeroen geboren. Er ist ein wenig anders als seine Geschwister, ein nachdenkliches, stilles Kind, das von den anderen gehänselt wird und nur zu seiner ältesten Schwester, der rebellischen Herberta, einen "Draht" hat.

Herberta und sein Onkel Thomas bringen dem Jungen die Grundlagen des Malens und Zeichnens bei. Herberta hat großes Talent, doch als Mädchen nützt ihr das wenig.

Wegen ihrer scharfen Zunge gerät Herberta in Schwierigkeiten, ihre Kritik an Kirche und Gesellschaft ziehen die Aufmerksamkeit der Inquisition auf sich, und sie wird als vermeintliche Hexe eingesperrt.

Nur dem Einfluss des Vaters, der als Maler Aufträge für hohe Würdenträger ausführt, ist ihre Freilassung zu verdanken.

Jeroen fühlt sich von der Gesellschaft zunehmend abgestoßen und verarbeitet seine Gedanken in aufsehenerregenden Bildern, die manche aufgrund ihrer Symbolsprache für ketzerisch halten, andere sind fasziniert. Er nimmt den Künstlernamen an, unter dem er später bekannt wird: Hieronymus Bosch.

John Vermeulen hat einen farbenprächtigen, bildreichen Roman über diesen Maler geschrieben, über den ich sehr wenig wusste und um den sich viele Gerüchte ranken: war er ein Ketzer? Nahm er Drogen? War er ein Lüstling?

Vermeulen flicht diese Vermutungen glaubwürdig in den Roman ein und schafft das Bild eines Mannes, der nicht in seine Zeit und die herrschenden Moralvorstellungen passte und deshalb von seinen Zeitgenossen nicht verstanden wurde.

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#1 Rezensent
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Die Welt des Hieronymus Bosch ist so düster wie faszinierend. Seine surreale Gedankenwelt bringt ihn dazu, die reale Welt als Hölle auf Erden zusehen, auf der nur das Böse Bestand hat. Schönheit wird überlagert vom hässlichen und ein Kind zu zeugen ist ein Verbrechen an dem ungeborenen menschlichen Leben. Diese selbstzerstörerische Kraft fließt in seine Bilder, die von den vermeintlichen Kunstkennern nicht in ihrer ganzen Symbolik verstanden werden. Bilder voller Glück, Lust, Schmerz und Qual. Doch alle seine Werke werden übertroffen von dem bekanntesten Gemälde: "Der Garten der Lüste", das auf mehrere Flügel verteilt verschiedene Szenen darstellt: Die Hölle (rechter Innenflügel), Der Garten Eden (linker Innenflügel), Der dritte Schöpfungstag (Außenflügel), Das Paradies auf Erden (Mitteltafel).

Der religiöse Wahn, dem auch Hieronymus' geliebte Schwester zum Opfer fällt, lässt ihn immer mehr an der Welt zweifeln. Auch die Heirat mit der schönen Aleyt kann ihn nicht aus seiner düsteren Welt, die nur aus menschlicher Torheit zu bestehen scheint, reissen. Seine Seelenqual fließt immer stärker in seine Bilder, bis er schließlich einen Ort gefunden zu haben scheint, an dem nur Friede und Glück herrscht: Ecce Homo. Doch der Inquisitor Jakob Sprenger, der Bosch der Ketzerei und Hexerei verdächtigt, lässt dem Künstler keine Ruhe. Er will ihn auf dem Scheiterhaufen brennen sehen.

Über die Person Hieronymus Bosch ist nicht viel überliefert. Seine Werke wurden oft missgedeutet und sind bis heute nicht vollständig entschlüsselt. Umso interessanter war für mich die Lektüre dieses wunderbaren Buches. John Vermeulens Sprache ist einfach faszinierend und steckt voll poetischer Kraft. Die Gedanken, die er Bosch in den Kopf legt, sind so surreal und doch erschreckend realistisch, dass man den Eindruck hat, mit Bosch einen Joint geraucht zu haben. Ich möchte dieses Buch jedem Leser historischer Romane ans Herz legen.

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Ich habe dieses Buch nicht gelesen - ich habe es inhaliert!

Vermeulen lässt den Leser in die Welt und in die Psyche des Meisters Bosch meisterhaft eintauchen. Wer das Thema Religion schon immer etwas kritisch gesehen hat wird sich in dem Charakter Boschs wiederfinden. Das Buch macht wütend auf die Machenschaften der Inquisition; auch die Darstellung der Frauen in diesem Buch ist hervorragend. Das Beste was ich seit langem gelesen habe!!!

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