Regina Gärtner: Der Glanz von Südseemuscheln

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Regina Gärtner: Der Glanz von Südseemuscheln
Verlag
ET (D)
2015
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783453418196

Informationen zum Buch

Seiten
624

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Schlagworte
Erster Satz
Alma beobachtete, wie der Postmann auf der gegenüberliegenden Straßenseite von Haus zu Haus ging.

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Handlungsort

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Sydney/Samoa 1914: Kaum haben Alma und der australische Seemann Joshua zueinandergefunden, wird ihre Liebe auf eine harte Probe gestellt. Die Hysterie des Ersten Weltkrieges bricht über sie herein, und plötzlich befinden sie sich auf verfeindeten Seiten. Als das Schicksal sie auseinanderreißt, muss Alma als Deutsche in Australien nicht nur um ihre Existenz bangen. Sie muss auch darum ringen, ihre hart erkämpfte Liebe zurückzugewinnen. Ausgerechnet ein hilfloser Straßenjunge erweist sich als Lichtblick in dunklen Zeiten. Doch er hütet ein seltsames Geheimnis.

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Spannende Familiengeschichte vor exotischem Hintergrund

Australien 1914: Nach vielen Irrungen und Wirrungen beginnt Alma mit ihrem Mann Johsua und dem gemeinsamen Sohn Max in Australien ein neues Leben. Doch schon bald wird das Familienglück durch den Ausbruch des ersten Weltkriegs gefährdet. Joshua verschwindet in den Kriegswirren spurlos und Alma und Max sind plötzlich auf sich selbst gestellt.
Auf Samoa kämpfen derweil Mathilde und Fritz, Almas Geschwister, verzweifelt um den Erhalt ihrer Plantage, müssen jedoch bald feststellen, dass der Krieg nicht nur ihren Besitz, sondern sehr bald auch ihr Leben bedroht.

„Der Glanz der Südseemuschen“ ist die Fortsetzung des Romans „Unter dem Südseemond“ (aber problemlos auch für sich alleinstehend lesbar). Mir persönlich hat dieser 2. Band noch besser gefallen als der Vorgänger, ich fand ihn insgesamt runder und noch viel spannender. Das mag zu einem an der mehr als nur interessanten Historie des I. Weltkriegs gelegen haben, aber auch daran, dass meiner Meinung nach die Charaktere sehr vielschichtig dargestellt wurden. Insbesondere die männlichen „Helden“ fielen sehr positiv durch ihre Ecken und Kanten auf!

Zu Beginn benötigte die Geschichte meiner Meinung nach ein wenig Zeit, um an Tempo zu gewinnen, danach war sie jedoch sehr spannend und unterhaltsam – und durch die sorgfältige Recherche der Autorin Regina Gärtner dazu noch ausgesprochen lehrreich.

FAZIT: Eine Empfehlung für alle, die dramatische Familiengeschichten vor einen historischen Hintergrund lieben!

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Der Glanz von Südseemuscheln

Alma hat ihren geliebten Seemann Joshua, der nunmehr Kapitän eines eigenen Schiffes ist, geheiratet und ihn nach Sydney begleitet. Dort liegt nun ihr Lebensmittelpunkt, auch wenn Alma oft genug die Sehnsucht nach ihrer alten Heimat Samoa und den dortigen Familienmitgliedern plagt. Dennoch ist Alma glücklich mit Joshua und dem gemeinsamen Sohn Max.

Auch auf Samoa geht das Leben weiter und Mathilde und Fritz stehen kurz davor als Plantagenbesitzer ganz bald auch Betreiber der ersten Konservenfabrik der Insel zu sein. Die britische Ladenbesitzerin Heather hat mit ihrem deutschen Mann noch ihr spätes Glück gefunden und alles scheint perfekt.

Doch dann bricht der erste Weltkrieg aus und das Leben sowohl auf Samoa und den umliegenden Inseln, als auch in Australien verändert sich abrupt. Die Deutschen in dieser Region haben zu leiden, aus Freunden werden Feinde und ein friedliches Zusammenleben verschiedener Völker untereinander scheint nicht mehr möglich. Der Leser darf im Zeitraum von August 2014 bis Februar 2019 erleben was Alma und ihre Familie widerfährt und dabei die Stärken der beiden „Schwestern“ Alma und Mathilde erleben. Diese Frauen sind wirklich starke Persönlichkeiten, denen die Autorin Regina Gärtner in ihrem Roman einiges zumutet, was aber durchaus glaubhaft und realitätsnah ist.

Anders oder besser gesagt wesentlich intensiver als im Vorgängerroman „Unter dem Südseemond“ bringt die Autorin hier historische Fakten und Daten ein und beschreibt eine Kriegshysterie, wie man sie selbst sicherlich niemals erleben möchte. Dennoch gelingt es ihr neben dem vielen Leid und der Trauer auch viel Liebe und Lebensfreude mit ihrem Roman an die Leser zu übermitteln.

„Der Glanz von Südseemuscheln“ ist ein ganz eigenständiger Roman, der kein Vorwissen erfordert, aber seine Handlung schließt an die Vorgängergeschichte „Unter dem Südseemond“ an und wer dieses Buch schon kennt, wird auf viele alte Bekannte treffen. Diese Auswanderersaga ist wirklich lesenswert und garantiert angenehm spannende Unterhaltung über viele Stunden.

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Der Glanz von Südseemuscheln

Es ist kurz von dem Ersten Weltkrieg, Alma ist zu ihrer großen Liebe Joshua nach Sydney gezogen, sie haben geheiratet. Gemeinsam wollen sie sich ein Leben aufbauen doch Joshua ist Kapitän zur See und nicht wirklich viel daheim und dann beginnt auch noch der Krieg. Ein Leben mehr oder weniger allein und noch dazu als Deutsche ist für Alma nicht leicht.
Auf Samoa kämpfen Almas Cousine Mathilde und die restliche Familie ebenfalls mit den Folgen des Krieges. Die Insel wurde von Neuseeländern besetzt und sie machen den Menschen das Leben nicht eben leichter.

„Der Glanz von Südseemuscheln“ ist bereits der zweite Band um die Aussiedlerfamilie aus Deutschland. Er schließt unmittelbar an „Unter dem Südseemond“ an und erzählt die Geschichte von Alma und ihren Lieben weiter. Natürlich kann man die beiden Bücher auch einzeln lesen, kleine Rückblenden sorgen dafür, dass man sich beim Lesen zurecht findet, aber der Leser lernt die Charaktere schon kennen, wenn er Band 1 gelesen hat und kann dann vielleicht auch die Handlungsweise der Protagonisten besser nachvollziehen. Ein Lesegenuss ist es allemal.

Hier wird die Geschichte in zwei Handlungssträngen erzählt. Zum einen von Alma in Sydney. Glaubhaft wird geschildert was es bedeutete eine deutschstämmige Frau zu sein, die quasi allein lebt. Joshua ist ja ständig auf See und nur zu sagen der Mann sei Australier reichte eben nicht. Deutlich wird klar, wie groß der Hass der Menschen war. Europa ist im Ersten Weltkrieg versunken und die Menschen in Australien sahen eben auch die Menschen als Feinde an, die in ihr Land ausgewandert waren. Die Autorin hat diese explosive Stimmung im Land sehr gut eingefangen und wiedergegeben. Deutlich ist zu spüren, wie schwer es gerade für Alma war. Sie muss einige Hürden überwinden und hart um ihr Leben und ihre Liebe kämpfen. So geht es dann auch Schlag auf Schlag. Ich hatte lebhafte Bilder vor Augen und konnte den Schmerz gut mitfühlen. Almas Einsamkeit scheint so manches Mal zum Greifen nah, denn erst ist ihr Mann ständig auf See und dann galt er als vermisst. Die Beziehung zu ihrer Schwägerin ist auch nicht als besonders gut zu betrachten, eher im Gegenteil Mary will ihren Bruder für sich allein und so hat Alma schon einiges auszuhalten.

Der zweite Erzählstrang nimmt den Leser dann mit nach Samoa. Dort kämpfen Almas Cousine Mathilde und deren Bruder Fritz ebenfalls mit den Wirren des Krieges. Die besetzte Insel ist weit entfernt von dem Paradies, in das sie einst ausgewandert sind. Das Leben auf der Insel veränderte sich durch diesen Krieg der in Europa wütete weit mehr als man meinen sollte. Die Neuseeländer, die Samoa besetzten, stellen die Familien unter Aufsicht und jedes mal wenn in Europa wieder bekannt wurde was für Gräueltaten die Deutschen begangen hatten ordnete der Kommandant auf Samoa neue Sanktionen gegen den Feind an. Trotz allem versucht Mathilde ihre Familie zusammenzuhalten, was nicht immer einfach ist. Es wird für sie auch nicht leichter als sie sich ausgerechnet in einen neuseeländischen Offizier verliebt. Auch hier überschlagen sich die Ereignisse. Manchmal scheint es schon ein bisschen viel an Dramatik und Ereignissen zu sein was die Protagonisten alles so aushalten müssen, doch macht es Spaß die Geschichte zu lesen. Die historischen Ereignisse sind einfach gut mit in die fiktive Geschichte eingewoben und wirken trotz allem glaubhaft und echt. Die Atmosphäre der Zeit auf Samoa und in Sydney wurde einfach gut wiedergegeben und eingefangen.

„Der Glanz von Südseemuscheln“ nimmt die Leser mit auf eine aufregende Reise in die Südsee und nach Australien. Die Wirren des Krieges und seine Auswirkungen sind gut eingefangen und sorgen für ziemliche Spannung. Aber auch die Liebe findet ihren Weg und gibt Hoffnung. Ein rundherum gelungenes Lesevergnügen. Karten von Samoa und Apia sowie ein Glossar der fremden Begriffe und ein Nachwort vervollständigen dann das Buch.

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Wenn das Paradies zur Hölle wird

Sydney/Samoa, 1914. Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs kommt überraschend für die Siedler am anderen Ende der Welt. Während anfangs noch alle glauben, dass der Konflikt schnell beendet sein wird und vor allem kaum Auswirkungen auf das Leben in den Kolonien und Australien haben wird, zeigt die politische und militärische Entwicklung doch bald das Gegenteil. Auch wenn der Krieg weit entfernt stattfindet, die Auswirkungen werden auch hier spürbar. Auf Samoa wird eine riesige neuseeländische Truppe stationiert, die deutschen Einwohner und Plantagenbesitzer werden immer mehr eingeschränkt und schikaniert.

Man kann das Buch sicher auch gut lesen, ohne den ersten Teil "Unter dem Südseemond" zu kennen, aber da mir dieser auch sehr gut gefallen hat, empfehle ich die richtige Reihenfolge. Der zweite Band erzählt parallel die Entwicklung auf Samoa und in Sydney, anhand der Schicksale von Mathilde und Alma. Die Lektüre des ersten Bandes ist schon eine Weile her, dennoch standen mir einige Figuren schon nach den ersten Seiten wieder klar vor Augen.

Mathilde, die so glücklich war, dass ihre Konservenfabrik bald mit der Produktion beginnen könnte, sieht sich bald vor den Trümmern ihrer Existenz. Doch sie muss die Familie zusammenhalten, für ihr Mündel Grete da sein und ihren Bruder Fritz vor Dummheiten bewahren. Die Heirat mit einem Engländer könnte die Lösung sein, doch Mathilde sträubt sich gegen eine Ehe, die nicht aus Liebe geschlossen wird, sondern nur aufgrund der wirtschaftlichen und politischen Vorteile.

Mathildes Cousine Alma hingegen, die im ersten Band die Hauptrolle gespielt hat, lebt nun mit ihrem Mann Joshua und ihrem gemeinsamen Sohn Max in Sydney. Joshua ist als Kapitän viel unterwegs und so muss sich Alma allein gegen die immer stärker werdenden Anfeindungen gegen sie als Deutsche zur Wehr setzen. Ihre Schwägerin Mary ist ihr keine große Hilfe, sondern versucht stattdessen immer weiter, einen Keil zwischen Alma und Joshua zu treiben.

Das Buch ist immer noch eine unterhaltsame Familiengeschichte, aber es wirkt auf mich auch deutlich politischer als der erste Band. Das ist kein Kritikpunkt, im Gegenteil, ich fand es äußerst spannend. Über den Ersten Weltkrieg habe ich bereits viele Bücher gelesen, diese spielten aber hauptsächlich in Europa, selten einmal in den USA. Mit der Geschichte Australiens oder der deutschen Südseekolonie Samoa in dieser Zeit habe ich mich hingegen noch nie befasst, umso interessanter fand ich die Beschreibungen hier!

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Der Krieg macht auch vor dem Paradies nicht Halt

Bei dem vorliegenden Buch handelt es sich um den zweiten Teil einer Reihe. Der Vorgängerroman heißt "Unter dem Südseemond", es können allerdings beide Romane unabhängig voneinander gelesen werden, da beide in sich abgeschlossen sind, allerdings würde man etwas verpassen wenn man Teil eins nicht liest.

Mittlerweile schreiben wir das Jahr 1914 und Alma hat endlich ihr Glück mit Joshua gefunden. Doch dieses hält nicht lange an, schließlich macht der erste Weltkrieg auch vor dem Paradies nicht Halt. Alma ist fernab der Heimat Anfeindungen ausgesetzt, weil sie Deutsche ist und Schwägerin Mary macht ihr das Leben zusätzlich zur Hölle. Doch auch den Verwandten auf Samoa geht es nicht besser, wird der Inselstaat doch besetzt und die Deutschen zählen als Feind. Werden unsere liebgewonnenen Protagonisten dennoch ihr Glück finden?

Regina Gärtner hatte bereits mit dem ersten Band gezeigt wie leidenschaftlich sie schreiben kann und hier legte sie für meine Begriffe noch einmal eine Schippe drauf.

Im Roman merkt man wie sich die Charaktere von einst weiter entwickelt haben und für ihr Glück kämpfen. Mich hat hier mal wieder am meisten Alma fasziniert, die nie aufgibt und trotzdem das Herz am rechten Fleck hat.

Der Autorin gelingt es die damalige Zeit mitsamt ihren Umbrüchen anschaulich darzustellen und auch die Handlungsorte kann man sich beim Lesen sehr gut vorstellen.

Der über 600 Seiten Schmöker kommt mit jeder Menge Drama, Intrigen und Wendungen daher, die mich die Geschichte teilweise atemlos lesen ließen. Manches Mal dachte ich, dass es für die Charaktere nicht mehr schlimmer kommen kann, aber Frau Gärtner belehrte mich eines Besseren.

Fazit: Eine gelungene Fortsetzung, die nicht nur ins Paradies führt, sondern auch ein wenig Zeitgeschichte und Wissen vermittelt. Lesenswert!

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Südseesehnsucht.2

Regina Gärtner - "Der Glanz von Südseemuscheln" - Heyne

Samoa/Sydney 1914 - 1918

Das Leben geht weiter, auch ohne Alma, die als Witwe endlich ausziehen konnte, um in Australien ihr Glück zu suchen, sie heisst jetzt Fitzgerald und ist stolze Ehefrau ihres Joshuas, des Seemannes, der einst ihr Leben rettete und jetzt Kapitän seines eigenen Schiffes ist.
Das Max sein eigenes "Blut" ist, macht ihn glücklich, doch sehr bald, wird eine "steiffe Brise" aufziehen, die Alma, ganz allein auf sich gestellt, auch ohne Kapitänspatent meistern muss.
Alma trifft auf einen geheimnisvollen Jungen, der sie an irgendjemanden erinnert..

Die kleine Mathilde ist inzwischen zu einer schönen Frau herangewachsen, eine Frau, die weiß, was sie will und klug genug ist, sich nicht von der einen schlechten Erfahrung in die nächste zu stürzen. Ein gerissener Charmeur und Betrüger bringt Mathilde um einen Großteil ihres Geldes, ihren Traum ihre eigene Dosenfabrik zu eröffnen, verfolgt sie trotzdem weiter.
Eine wichtige Maschine fehlt noch, auf die sie täglich wartet, derweil reiffen die Früchte ihrer Ananasplantage heran. Wird sie es noch rechtzeitig schaffen? Der Traum rückt in weite Ferne, denn der erste Weltkrieg scheint bis in die hintersten Ecken, sein grausames Monster voran zu treiben, keiner bleibt unberührt oder verschont..Es war ein kleines Paradies, in dem Briten und Deutsche mit den Samoanern zusammenleben durften, als Samoa von der britischen Armee besetzt wird, ziehen sich die Auswirkungen des Krieges wie eine scharfe Schlinge um den Hals des "Feindes". Freunde werden nur noch heimlich Freunde sein können und das Wort Nachbar verliert an Bedeutung. Fritz ist alt genug um verhaftet zu werden und Grete arbeitet im Hospital. Mathilde findet eine Stelle als Haushaltshilfe, bei einem Offizier. Captain Scott Turner verliebt sich sofort in Mathilde, als sie das Salz von seinen Lippen schmeckt, sagt ihr Herz ja, doch die Vernunft verbietet es ihr..
Ein Südseeparadies, Krieg und Liebe, Familiengeheimnisse und Naturgewalten.
Hochdramatisch und spannend in Szene gesetzt, ein Roman zu Schwelgen, Sehnsucht nonstop!
Dieses Buch ist eine unabhängige Fortsetzung, aber auch "Unter dem Südseemond" muss man lesen, weil man es lieben wird..

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1914 Samoa/Sydney - der 1. Weltkrieg ist allgegenwärtig

Alma ist ihrem Mann in sein Heimatland Australien gefolgt und so lebt sie nun mit Joschua und ihrem Sohn Max in Sydney. Als Seemann ist Joshua tage- oder gar wochenlang mit dem Schiff unterwegs, das Geld ist oft knapp und Alma muss den Gürtel ziemlich eng schnallen um für Max und sich sorgen zu können.

Almas Cousine Mathilde, ihr Mündel Grete und ihr Bruder Fritz leben weiterhin auf Samoa und es fehlt nur noch ein einziges Teil um die neu erbaute Konservenfabrik endlich in Betrieb nehmen zu können. Jeden Tag erwarten sie das Postschiff mit dem Ersatzteil.

Statt des sehnsüchtig erwarteten Postschiffes liegt jedoch eines morgens die neuseeländische Flotte vor der Insel – der 1. Weltkrieg ist ausgebrochen und Samoa wird besetzt.

Für die deutschen Einwanderer beginnt ein Leben voller Angst, Entbehrungen und Demütigungen.

Meine Meinung:

„Der Glanz von Südseemuscheln“ ist der Nachfolger des Buches „Unter dem Südseemond“. Leider habe ich es vor der Leserunde nicht mehr geschafft den 1. Teil zu lesen. Zu Anfang ist es vielleicht etwas verwirrend, weil die vielen Charaktere in „Unter dem Südseemond“ vorgestellt wurden, aber man kann sich sehr schnell zurechtfinden. Es ist also nicht notwendig, aber wie ich beim Lesen feststellen musste, ist es durchaus ein Verlust den 1. Teil nicht zu kennen.

Der Leser erfährt in 2 Parallelsträngen über das Leben von Alma, Max und Joshua in Sydney sowie von Mathilde, Grete und Fritz auf Samoa. Niemand hätte geglaubt, dass der Ausbruch des 1. Weltkrieges Auswirkungen auf das Leben in Australien bzw. der deutschen Kolonie auf Samoa haben könnte. Leider war das ein Trugschluss. Die deutschen Einwohner wurden schikaniert, entrechtet und enteignet. Der Nachbar mit dem man gestern noch befreundet war, wurde über Nacht zum Feind.

Ich habe mit allen Protagonisten mitgelitten aber Alma hatte immer mehr Mitgefühl von mir als ihre Verwandten auf Samoa. Alma musste sich alleine durchschlagen während Mathilde, Grete und Fritz sich gegenseitig Kraft und Mut geben konnten. Wobei diese aber auch mehr ertragen mussten.

Regina Gärtner baut ihren Roman auf einer hervorragenden Recherchearbeit auf. Die Charaktere sind toll beschrieben und für alle ist das Leben im Krieg kein Zuckerschlecken was sich natürlich auf die Entwicklung der Personen sehr stark auswirkt. Jede der 624 Seiten ist mit Leben gefüllt, es wird an keine Stelle langweilig oder langatmig aber auch nicht überfüllt, denn alles das was passiert trägt den Leser weiter, von der 1. bis zur letzten Seite.

Ein wirklich wunderschönes Buch, das Regina Gärtner zum Leben erweckt hat.

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Der Krieg reicht weit

Als 1914 der Krieg ausbricht, sind auch die Bewohner Samoas davon betroffen. Ihre Hoffnung, dass alles schnell vorbei ist und an ihnen vorrübergeht, wird bald zerschlagen. Neuseeländische Truppen machen sich auf der Insel breit und drangsalieren die Bewohner. Mathilde kann ihre Konservenfabrik nicht mehr fertigstellen und steht vor dem Aus. Um ihre große Familie durchzubringen, muss sie den Haushalt von Offizier Scott Turner führen.
Auch Alma in Sydney hat es nicht einfach. Glaubte sie zunächst noch, ein glückliches Leben mit Joshua und Max führen zu können, steht sie bald alleine da und wird als Deutschstämmige angefeindet. Auch ihre Schwägerin macht ihr das Leben zusätzlich schwer.
Dieses Buch ist der zweite Band einer Reihe und kann unabhängig gelesen werden. Ich habe den Vorgängerroman "Unter dem Südseemond" nicht gelesen und bin der Meinung, dass es schöner gewesen wäre, wenn ich auch die Vorgeschichte besser gekannt hätte.
Der Schreibstil ist zügig und schön flüssig zu lesen. Es handelt sich eindeutig um eine Familiengeschichte, aber die Politik der damaligen Zeit wird sehr deutlich darstellt. Das gefällt mir sehr. Bildhaft und sehr schön sind die Handlungsorte beschrieben, so dass das Kopfkino voll auf seine Kosten kommt.
Die Charaktere sind äußerst authentisch und lebendig beschrieben. Man kann mit ihnen leiden und sich freuen. Das Leben ist für die Menschen nicht einfach, sie wissen oft nicht, wie sie das Notwendige zum Leben bekommen können. Aber sie nehmen ihr Schicksal in die Hand. Das gilt für Mathilda, die mit Anfeindungen rechnen muss, wenn sie bei den Besatzern arbeitet, das gilt aber auch für Alma, die selbst in größter Not noch ein Herz für andere hat. Man möchte die undankbare Mary, die gegen Alma integriert, am liebsten erwürgen. Oft dachte ich, mehr kann ja nun nicht mehr passieren, aber es kam immer schlimmer.
Das Buch zeigt, dass auch das Paradies seine Schönheit verliert, wenn Menschen zu Feinden werden und versuchen andere zu unterdrücken. Die Geschichte war spannend und sehr emotional. Ich fühlte mich sehr gut unterhalten.
Absolute Leseempfehlung!

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