Deana Zinßmeister: Der Hexenturm

Deana Zinßmeister: Der Hexenturm

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Deana Zinßmeister: Der Hexenturm
Verlag
ET (D)
2010
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783442472482

Informationen zum Buch

Seiten
448

Sonstiges

Erster Satz
Johann von Baßy preschte auf seinem Rappen in den Burghof, saß ab und überließ das Pferd dem Stallburschen, der sogleich herbeigeeilt kam.

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Seit ihrer Flucht ins Hessenland sind die fünf jungen Thüringer Johann, Franziska, Katharina, Clemens und Burghard auf der Suche nach einer Bleibe. Sie kommen auf dem Gestüt des Pferdehändlers Rehmringer unter, doch nicht jeder im Dorf ist ihnen wohlgesinnt. Auch in den Nachbarorten herrscht Unfrieden, denn hier überführt der Magier Barnabas als vermeintlicher ,,Hexenerkenner Frauen der Zauberei. An seiner Seite befindet sich eine geheimnisvolle ,,Kinderhexe", und gemeinsam hinterlassen sie eine Spur des Grauens. So kommt es, dass bald auch die jungen Thüringer nicht mehr sicher sind ..."

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Ins Hessenland sind die fünf jungen Thüringer aus dem Eichsfeld zunächst geflohen, bevor es sie ins heutige Saarland zog. „Der Hexenturm“ spielt im frühen 17.Jahrhundert. In einer Zeit der Hexenverfolgung, in der allerorts Misstrauen und Unsicherheit herrschten. Verfolgt von Menschen, die ihnen nach dem Leben trachten, geben sie die Hoffnung dennoch nicht auf, einen Weg zu finden sich in Frieden ein neues Zuhause zu schaffen. Wahre Freundschaft schweißt sie zusammen, doch die Gefahren sind groß und ihnen stets auf der Spur…

Nahtlos schließt sich dieser Roman seinem Vorgänger „Das Hexenmal“ an. Selbst nach der großen Zeitspanne zwischen beiden Büchern war sofort alles wieder da. Die Autorin hat es hier aber auch sehr gut verstanden, dem Gedächtnis ein wenig auf die Sprünge zu helfen, ohne sich in endlosen Wiederholungen zu ergehen. Mit einer wunderbaren Leichtigkeit blühten die so unterschiedlichen Charaktere wieder auf und schufen gemeinsam mit der durchweg authentisch geschilderten damaligen Zeit ein historisches Kopfkino das seines Gleichen sucht. Es war ein Genuss gemeinsam mit unseren fünf Freunden aus dem Vorgängerband unterwegs zu sein. Sich den jeweiligen, so individuellen Gefahren zu stellen, die sie verfolgten. Da zitterte ich mit dem jungen Pferdekenner Clemens, dem ein „ehrenhafter“ Auftragsmörder auch noch nach dem Tod seines Auftragsgebers hartnäckig an den Fersen haftete. Ich bangte um das frisch vermählte Paar auf der Flucht vor einem Vater, der seine Schwiegertochter unbedingt als Hexe brennen sehen wollte. Da sorgte ich mich um die von zuhause ausgerissene Katherina, die doch stets nur das Gute wollte und trotzdem fern ihrer Heimat mit der kleinen Gruppe unterwegs sein musste. Aber auch dem Klosterleben so verbundenen Mönch Burghard, der durch eine fremdverschuldete Tat vor seiner eigenen Identität zurückwich um nicht erkannt zu werden und so sehr darunter litt, konnte ich mit Spannung folgen. Gerade da ich aus den gut gesetzten Perspektivenwechseln heraus, mich stets ganz nahe der jeweiligen Figur fühlen konnte und immer die Menschlichkeit und die kleinen Belange eines jeden unterstrichen wurden, fühlte ich mich inmitten in der Geschichte..

Dabei hat es die Autorin Deana Zinßmeister wieder vortrefflich geschafft, die verschiedensten Verstrickungen mit Herz und Spannung zu einem großen Ganzen zusammen zu fügen. Gespickt mit eindringlichen Szenen die unter die Haut gehen konnten und handlungstechnischen Wendungen die hier und da für kleine Überraschungspunkte sorgten. Dabei setzte sie diesmal verstärkte Akzente auf die verschiedenen Nebenfiguren, was mir außerordentlich gut gefallen hat. Erwähnenswert hier vor allem der wandelbar und undurchsichtig gestaltete Magier und „Hexenerkenner“ Barnabas, der sich nach einem schicksalhaften Schlag der kleinen Hinderhexe Maria annahm. Ebenso augenfällig der hasserfüllte Bauer Caspar Bonner, der nicht merkte wie man ihn hinters Licht führte. Oder die Herren Johann von Baßy und Bürgermeister Harßdörfer, über die ich oft ob ihrer Habgier nur den Kopf schütteln konnte. Aber auch die sehr liebenswerte Gestütsbesitzerin Regine Rehmringer möchte ich hier noch einmal erwähnen, da sie viel Wärme und Hoffnung zwischen den Zeilen versprühen konnte. Auch geschichtlich bekannte Personen wie zum Beispiel Hildegard von Bingen, die beiden Theologieprofessoren und Hexenverfolgungsgegner Adam Tanner und Friedrich Spee, oder der Arzt Johann Weyer, der ebenfalls in seinem Denken seiner Zeit voraus war, wurden kurz antouchiert. Dies alles prägte gleichsam die gut recherchierte Atmosphäre der dargestellten Zeit auf ideale Weise. So war es ein eindrucksvoller Lesegenuss, der mich am alltäglichen Leben der einfachen Leute dieser Epoche teilnehmen ließ, die Düsternis dieser Zeit unterstrich und doch auch die anfänglichen Merkmale des damaligen Umdenkens zum Thema „Hexenglaube“ mit einflocht. Kurz: Ein würdiger Nachfolger, der sich nochmals zu steigern wusste.

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Dieser Roman schließt direkt an das Buch „Das Hexenmal“ an. Die fünf jungen Thüringer Johann, Franziska, Katharina, Clemens und Burghard sind weiterhin auf der Flucht, jeder aus ganz persönlichem Grund. Sich gegenseitig unterstützend und in der Hoffnung, bald eine Unterkunft zu finden, in der sie zur Ruhe kommen können, irren sie durchs Land. Und irgendwann haben sie Glück und finden einen Ort, der auf den ersten Blick Sicherheit und Neuanfang bedeutet. Doch die Verfolger von damals geben nicht auf und wie es das Schicksal will, nähern sie sich von mehreren Seiten und wieder sind die Freunde in Gefahr.

Es ist eine Weile her, dass ich das erste Buch gelesen hatte, aber ich kam sehr gut und schnell wieder in die Geschichte hinein und konnte die Atmosphäre der damaligen Zeit wieder gut spüren und auch die Protagonisten waren mir schnell wieder so vertraut, dass es mir bald gar nicht mehr vorkam, als wäre so viel Zeit zwischen den Lektüren vergangen. Kleine Rückblicke brachten zudem auch wieder einige vergessene Details in Erinnerung.

Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt, so dass man immer wusste wo jeder unterwegs war und was er so vorhatte. Das war natürlich sehr spannend, denn so konnte man verfolgen, wie sich die Verfolger immer mehr näherten und wie es ihnen dabei erging. Gleichzeitig erlebte man auch die Freunde aus ihrer jeweiligen Sicht und konnte so an deren Gefühlen und Erlebnissen teilhaben und sehr gut mit ihnen mitfühlen und –leiden und sich freuen.

Auch die Gegenseite erlebte man sehr intensiv mit und spürte den Hass, die Wut und die Angst und auch die Gier, die die einzelnen antrieb. Erschreckend auch die Berufung Barnabas, der es als seine Aufgabe ansah, Hexen zu erkennen und dafür eine neue junge Verbündete fand, die mir in ihrer Art mehr als einmal eine Gänsehaut bescherte und mich das Schlimmste befürchten ließ. Überhaupt war Barnabas hier ein Charakter, der mir viel Kopfzerbrechen bereitete, weil ich über ihn und seine Motivation viel nachgrübeln konnte.

Die unheimliche Wirkung, die auf mich von Barnabas Begleitung ausging, wurde von der Autorin auch mit dadurch erreicht, dass sie die damaligen Ängste der Menschen vor Hexen und dem Teufel sehr eindringlich und emotional darstellte. Es war einfach erschütternd zu beobachten, wegen welcher „Vergehen“ und mit welchen brutalen Verhörmethoden Frauen zu Hexen abgestempelt und getötet wurden. Die Schicksale der Frauen, die hier beschrieben wurden, waren zudem noch aus historischen Quellen, was dem Grauen sogar noch ein reales Gesicht gab.

Das hat mir übrigens gut gefallen, wie schön die Autorin historische Ereignisse und Erklärungen in die Handlung verflochten hatte, so dass man ein Bild der damaligen Zeit und Denkweise bekam. Im Anhang findet sich dazu noch ein Personenregister und ein Nachwort, das auf die historischen Fakten eingeht.

Auch der zweite Teil war also wieder eine sehr schöne Geschichte mit liebenswerten Charakteren, die mir spannende Lesestunden geschenkt hat.

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