Rebecca Maly: Der Ruf des Sturmvogels

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Rebecca Maly: Der Ruf des Sturmvogels
Verlag
ET (D)
2013
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783453409682

Informationen zum Buch

Seiten
480

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Graue Wolken jagdten über den Himmel.

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Handlungsort

Land
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1859. Nach dem Tod ihres Vaters stehen die Schwestern Stella und Claire völlig mittellos da. Ihr Onkel Longacre arrangiert für Claire eine Ehe mit dem wohlhabenden Schafzüchter Shawn Fergusson im weit entfernten Chile. Doch die fromme Claire wehrt sich innerlich gegen die Ehe, während Stella sich nichts sehnlicher wünscht, als zu heiraten. Als die Schwestern auf der entlegenen Farm ankommen, fühlt Stella sich wie magisch von Shawn angezogen. Doch das Leben in dem fremden Land ist hart, und Stella hat ihrer Schwester versprochen, ihr zur Seite zu stehen. Sie muss sich entscheiden zwischen ihrer Pflicht und der Liebe ...

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Das Schicksal der Ureinwohner Feuerlands

Südamerika, 19 Jahrhundert. Die beiden Schwestern Stella und Claire müssen nach dem Tod ihres Vaters ihre Heimatstadt Buenos Aires verlassen. Ihr Onkel Longacre hat in Chile einen wohlhabenden Ranchbesitzer in Feuerland als Ehemann für die ältere Claire gefunden. Die junge Frau wäre lieber ins Kloster gegangen als einen ihr völlig unbekannten Mann zu heiraten, aber sie hat keine Wahl. Auch für Stella soll schnellstmöglich ein passender Ehemann gefunden werden.
Doch zuerst steht die aufregende Reise zur Hazienda der Fergusons an. Auf dem Weg dorthin lernen die beiden behütet aufgewachsenen Schwestern sowohl die Schönheit als auch die Härte des faszinierenden Landes kennen. Außerdem müssen sie erleben, wie die reichen, weißen Grundbesitzer und Viehzüchter mit den Eingeborenen umgehen.

Der Autorin gelingt es sehr gut, Land und Leute zu beschreiben. Sowohl die beiden Schwestern Claire und Stella, die unterschiedlicher nicht sein könnten, aber dennoch in wichtigen Belangen immer fest zusammenhalten als auch die weiteren Nebenfiguren. Besonders gut gefallen hat mir der Einblick in das Leben der Ureinwohner. Über die Indianer Südamerikas habe ich noch nicht viel gelesen, dabei ist ihr Schicksal noch erschütternder als das der Stämme Nordamerikas, denn sie wurden nahezu vollständig ausgerottet. Die Brutalität und Sinnlosigkeit, mit der hier vorgegangen wurde, trieb mir beim Lesen öfter einen Kloß in die Kehle.

Auch wenn das Hauptaugenmerk nicht darauf liegt, darf in so einem Roman natürlich auch die Liebesgeschichte nicht fehlen. Auf der Farm angekommen, verliebt sich Stella in Shawn, den Mann, dem ihre Schwester versprochen ist, ihren zukünftigen Schwager. Eine aussichtslose Geschichte, die einen tiefen Keil zwischen die beiden Schwestern treiben könnte. Stella verstrickt sich immer tiefer in diese hoffnungslose Liebe und erkennt erst sehr spät, wo ihr wahres Glück liegen könnte.

Für mich handelt es sich hier um ein ganz besonderes Buch, welches aus der Masse der „Love&Landscape“ Romane hervorsticht und mit einer Geschichte ohne Klischees und gängige vorhersehbare Handlungsstränge aufwartet.
Die bisherigen Bücher der Autorin habe ich mir danach umgehend zugelegt und freue mich schon auf ihr neues Werk, welches im Juli 2014 erscheint und uns nach Neuseeland entführen wird.

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Eine malerische Reise nach Feuerland

Nach dem Tod ihres Vater bleiben die Schwestern Stella und Claire mittellos zurück. Ihre Mutter arrangiert für ihre ältere Tochter die Ehe mit dem Schafzüchter Shawn und so reisen die sehr unterschiedlichen Schwestern in das weit entfernte und abgelegene Feuerland, wo ein Ehemann auf Claire wartet, den sie noch nie zuvor gesehen hat, und der ausgerechnet auf Stella bald einen unwiderstehlichen Reiz ausübt...

Der wunderbare Schreibstil der Geschichte hat mich schnell in ihren Bann gezogen. Und auch wenn es eine Weile gedauert hat, bis ich mit den ungleichen Schwestern gleichermaßen "warm geworden" bin, war ich sogleich fasziniert von dem malerischen Feuerland, das die Autorin in leuchtenden Farben und seiner ganz eigenen Schönheit schildert. Es war eine Wohltat über ein Land zu lesen, das mir noch nahezu unbekannt war! Hinzu kam die geschickt mit der Handlung verwobene ebenso grausame wie faszinierende Geschichte der Ureinwohner Feuerlands, so dass in diesem Roman Fiktion und Wirklichkeit gekonnt miteinander verwoben wurden.

FAZIT; Eine schöne, manchmal ein wenig sperrige Liebes- und Familiengeschichte in einer malerischen Kulisse, verwoben mit der Geschichte der Ureinwohner Feuerlandes - keineswegs kitschig für die Freunde von eher ungewöhnlichen Romanen eine klare Leseempfehlung!

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Eine ungewisse Reise nach Feuerland und eine aussichtslose Liebe

Feuerland 1859: die Schwestern Claire und Stella Newville reisen von Buenos Aires nach Feuerland zu Claires zukünftigem Ehemann und Schafzüchter Shawn Fergusson. Während Claire sehr unsicher ist und Angst davor hat, was sie in ihrer neuen Heimat und bei den Fergussons erwarten wird, ist Stella begeistert von den Eindrücken der Reise und freut sich auf das unbekannte Land. Auf Feuerland angekommen, müssen die Schwestern zusammen mit ihrem Onkel und dem Indio Navarino eine mehrtägige Reise mit dem Pferd zurücklegen, um zur Estanzia der Fergussons zu kommen. Auf dieser Reise kommen die Schwestern zu einer schockierenden Erkenntnis: die Ureinwohner von Feuerland sind absolut rechtlos und für die meisten Weißen Freiwild, das man nach Belieben jagen und töten kann.
Auf der Estanzia angekommen, fühlt sich Stella von Claires Verlobten Shawn angezogen und gerät damit in einen Gewissenkonflikt, der ihre Gefühle komplett durcheinanderwirbelt. Shawn hat einen Pluspunkt, der ihn den Schwestern sehr sympathisch macht: er behandelt die Indios nicht wie Freiwild.

Das ist mein erster Roman von Rebecca Maly und auch mein erstes Buch, das auf Feuerland spielt, daher war mir bisher die Geschichte und das Schicksal der Feuerland-Indianer komplett unbekannt. Ich bin froh, daß sich das jetzt geändert hat, auch wenn, oder gerade weil ihre Geschichte leider sehr traurig und schockierend ist. Daß Indianer selten gut behandelt wurden, ist nichts Neues, aber die Menschenjagden, die Amerikas Südspitze durchgeführt wurden sowie das Geschäft mit menschlichen Trophäen ist einfach nur widerwärtig und menschenverachtend.
Durch diesen Roman erhält der Leser einen Einblick in den Alltag der Selk'nam (Landnomaden) und Yag'han (Seenomaden), in ihre Religion und ihrem Problem, sich in einem Land zurechtzufinden, in dem sie zunehmend durch feste Grenzen, festgelegt durch die fremden Weißen, immer mehr zurückgedrängt werden sowie dem Rückgang ihrer Hauptnahrungsquellen.

Die Charaktere sind sehr schön und vielschichtig beschrieben. Die beiden Schwestern Stella und Claire sind ziemlich unterschiedlich: Claire ist eher der ängstliche Typ, die lieber ihr Leben in einem Kloster verbringen würde, als zu heiraten. Allerdings bleibt ihr keine andere Wahl, da sie als ältere Schwester Verpflichtungen gegenüber ihrer Familie hat, nachdem ihr verstorbener Vater die Firma in den Bankrott getrieben hat. Ihre Begeisterung darüber, nach Feuerland zu reisen, hält sich bei ihr sehr in Grenzen, ebenso kann sie sich mit dem rauhen Klima der Insel nicht anfreunden.
Stella dagegen ist voller Neugier auf Feuerland, geniesst die Ausritte in der faszinierenden Natur, und verliebt sich prompt in ihren zukünftigen Schwager, was sie damit hadern läßt, daß nicht sie an Claires Stelle Shawn heiraten kann.
So unterschiedlich die beiden Schwestern sind, sind sie sich jedoch einig, was die Behandlung der Ureinwohner angeht und verurteilen das Tun der Weißen aufs Schärfste. Wenn es um die medizinische Versorgung der Indios bzw. deren Sicherheit geht, arbeiten Claire und Stella Hand in Hand und setzen sich für Indios ein.

Shawn Fergusson hebt sich wohltuend von den üblichen Weißen in Feuerland ab: er kann es zwar genauso wenig dulden, daß die Ureinwohner seine Schafe wildern, aber er tötet sie nicht einfach, um sie zu bestrafen. Durch Claire und Stella bekommt auch er einen besseren Einblick in die Welt der Indios und verwehrt ihnen nicht die Hilfe, wenn sie sich brauchen. Allerdings fühlt auch er sich zu Stella hingezogen, wodurch er sich Claire gegenüber nicht fair verhält.

Sehr gut hat mir der Yag'han Navarino gefallen, der durch ein grausames Schicksal als Kind seine Heimat und Familie verloren hat und nun zwar für die Weißen arbeitet, aber dennoch rechtlos ist. Mir hat seine aufrechte und souveräne Art sehr gut gefallen, ja, auch sein Stolz, den er sich erhalten hat. Während des Buches nimmt Navarino immer mehr die Rolle eines Vermittlers zwischen den Eingeborenen und den Schwestern sowie Shawn ein. Während der Reise zu den Fergussons kommt es zu zwei Vorfällen, die das Band des Vertrauens zwischen ihm und den Schwestern erstarken läßt.

Aber es gibt noch zwei weitere Charaktere, die mir sehr gut gefallen haben: die beiden Naturforscher Constantin Moss und Doktor Holton, die keine unerhebliche Rolle in dem Buch spielen; ich möchte jedoch nicht weiter darauf eingehen, um nicht zu viel zu verraten.

Wer eine Liebesgeschichte mit unvorhersehbaren Wendungen lesen und dazu noch etwas über die Geschichte von Feuerland im 19. Jahrhundert erfahren möchte, dem kann ich dieses Buch nur empfehlen.

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#1 Rezensent
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Überzeugende Charaktere und eine Geschichte, die zu Herzen geht

Unterschiedlicher könnten zwei Schwestern nicht sein: Die gottesfürchtige Claire liebt es, in Ruhe im Haus zu sticken oder zu lesen, während die jüngere Stella immer wieder von Abenteuerlust gepackt wird und nur ungerne zu Hause herumsitzt. Nachdem ihr Vater die in Buenos Aires lebende Familie erst in den finanziellen Ruin trieb und kurz danach starb, übernimmt ihr im Chile lebender Onkel Longacre die Vormundschaft für die beiden Mädchen und arrangiert für Claire eine Ehe mit dem Schafzüchter Shawn Fergusson. Während Claire voller Angst in die Zukunft blickt, reist Stella mit ihr im November 1859 frohen Mutes in das fremde, oft unwirtliche Land und als sie Shawn zum ersten Mal in die Augen blickt, fühlt sie sich unwiderstehlich von ihm angezogen.

Die Autorin liebt Chile, das ist offensichtlich. Das karge, oft ungastliche Land, windgepeitscht und kalt, beschreibt sie einnehmend und detailliert, ohne jemals zu langweilen mit endlosen Landschaftsbeschreibungen. Geschickt verknüpft sie die Besiedlungsgeschichte dieses faszinierenden Erdteils mit den Erlebnissen von Claire und Stella. Gemeinsam mit den beiden begab ich mich auf Neuland, denn über Chile wusste ich bisher nur wenig. Doch besonders die Charaktere des Buches waren es, die mich faszinierten. Nicht nur Stella und Claire, sondern auch der Rest des Personals hat den für eine authentische Atmosphäre nötigen Feinschliff erhalten. So trifft man hier kaum auf Klischees oder Schwarz-Weiß-Malerei und auch die "Guten" haben viele Fehler, wogegen der eine oder andere Bösewicht immer menschlich bleibt (was nichts daran ändert, dass man ihn dennoch aus tiefstem Herzen verabscheut).

Rebecca Maly versteht sich darauf, die Leser in ferne Welten eintauchen zu lassen. Sie studierte Skandinavistik und Archäologie und hat ein ganz besonderes Faible für Ureinwohner. Nachdem sie in "Im Tal des Windes" über Neuseeland und die Maori geschrieben hat, widmet sie sich in "Der Ruf des Sturmvogels" den Selk'nam, einem chilenischen Volk , das auf der Inselgruppe Tierra del Fuego (Feuerland) lebte und im Zuge der Besiedlung durch die Weißen inzwischen als ausgerottet gilt. Die letzte reinblütige Selk'nam, Angela Loij, starb 1974. Die Sprache des Volkes gilt seit den 80ern als ausgestorben.

Die Umschlaggestaltung ist nicht überraschend, fällt das Buch wohl in die Kategorie "Love & Landscape" - damit geht dieses Juwel zwischen all' den ähnlich aussehenden Neuerscheinungen unverdient etwas unter. Die Erzählperspektive aus der dritten Person erzeugt in mir in manchen Büchern eine gewisse Distanz, aber Rebecca Maly schafft auch hier die Wanderung auf einem schmalen Grat und ganz schnell schlichen sich die Charaktere in mein Herz. So sehr, dass mir die Trennung auf der letzten Seite schwer fiel.

"Der Ruf des Sturmvogels" ist eine Geschichte mit gewissem Ausgang, denn die Ureinwohner ziehen den Kürzeren. Dies war schon immer so und wird immer so sein. Dennoch wird die Lektüre niemals langweilig und natürlich hat vor allem Stella einige Überraschungen für den Leser in petto. Eine niemals kitschig anmutende Liebesgeschichte, ein fremdes Land, das es zu entdecken gilt - kann es etwas besseres geben, als eingekuschelt auf dem Sofa tief einzutauchen in eine abenteuerliche, zu Herzen gehende Geschichte? Die letzte Seite ist zugeklappt und die Antwort lautet: Nein.

Anmerkung: Am 07. März 2014 beginnt eine autorenbegleitete Leserunde zum Buch. Neue Teilnehmer sind herzlich willkommen.

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(Aktualisiert: 19 März 2014)
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Der Ruf des Sturmvogels

Inhalt:
1859: Nach dem Tod ihres Vaters, der die Familie auch finanziell ruiniert hat, reisen Stella und Claire nach Chile zu ihrem Onkel Longacre. Dieser hat für Claire eine Ehe mit dem Schafzüchter Shawn Fergusson arrangiert. Doch als die Schwestern auf der Estanzia der Fergussons ankamen, verliebt sich nicht Claire sondern Stella in Shawn.....

Meine Meinung:
Auf diese Geschichte war ich sehr gespannt, denn dies ist mein erstes Buch von Rebecca Maly und auch Chile als Schauplatz ist mir neu.
Es hat mir gut gefallen, Einblick in die Welt der Selk´nam und Yag´han Stämme zu bekommen. Ich war äußerst schockiert, die Indianer hatten keinerlei Rechte, viel schlimmer, sie wurden einfach als Wilde betrachtet und von den weißen grausamst abgeschlachtet, wofür diese noch gerühmt wurden.

Durch den sehr flüssigen und bildhaften Schreibstil habe ich mich in der Geschichte sehr wohl gefühlt. Sehr mühevoll beschreibt die Autorin das Land, was aber zu keiner Zeit langatmig auf mich wirkte. Im Gegenteil, gerade dies war mit ein Highlight dieser wundervollen Geschichte.

Auch die Charaktere waren sehr ansprechend.
Stella und Claire könnten unterschiedlicher nicht sein. Stella ist lebensfroh, neugierig, genießt die Zeit auf Feuerland und verliebt sich in Shawn. Während Claire sehr christlich ist, sich lieber ihren Handarbeiten widmet und eigentlich gerne ins Kloster gegangen wäre.
Doch wenn es hart auf hart kommt, halten beide zusammen.

Auch von Naviol und Navarino habe ich sehr gerne gelesen. Naviol kümmert sich sehr aufopferunsvoll um seinen Stamm; Navarino, der seine Familie verloren hat, arbeitet nun für die weisen. Mit der Zeit werden die beiden zumindest von der Familie Fergusson weitgehendst akzeptiert.

Die Bekämpfung der Feuerland-Indianer, eigentlich ein sehr trauriges Thema, welches die Autorin aber in eine wunderschöne Geschichte integriert hat. Ich fühlte mich von Anfang bis zum Schluß bestens unterhalten, vergebe 5/5 Sternen und freue mich schon auf weitere Werke von Rebecca Maly.

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(Aktualisiert: 11 April 2014)
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Feuerland im Jahr 1859

Als der Unternehmer Newille merkte, dass sein Geschäft mit Kakao, Kaffee und Gewürzen dem Untergang geweiht ist, versucht er sein kleines Handelsunternehmen durch Spekulationen zu retten, leider erfolglos. Daraufhin erleidet er einen Herzinfarkt und hinterlässt seiner Frau und seinen Töchtern Claire und Stella so hohe Schulden, dass sie gezwungen sind das Anwesen zu verkaufen, das viele Jahre ihre Heimat war.

Da kommt das Angebot von Onkel Longacre, einem Halbbruder des Verstorbenen, gerade richtig. Er arrangiert in seiner Wahl-Heimat - im fernen Chile - eine Ehe zwischen Claire und dem wohlhabenden Schafzüchter Shawn Fergusson und so machen sich Stella und ihre Schwester Claire auf den langen Weg per Schiff nach Chile.

Dort angekommen fühlt sich nicht Claire sondern Stella von Shawn magisch angezogen ...........


Mein Eindruck:

Die Schwestern Claire und Stella könnten unterschiedlicher nicht sein. Claire, die ältere der Schwestern, hätte ihr Leben eigentlich gerne im Kloster verbracht. Sie ist ruhig, zurückhaltend und fast schon verschlossen. Stella ist das komplette Gegenteil; lebenslustig, lebenshungrig und für die Zeit in der der Roman spielt vermutlich auch ein klein wenig zu forsch. Beide lebten bisher wohlbehütet in Buenos Aires und werden ins weit entfernte Chile verschickt weil Claire dort als erste der Schwestern verheiratet werden wird. Für Stella soll ein Mann vor Ort gefunden werden. Eine Reise, die die Schwestern zusammenschweißt.

Rebecca Maly beschreibt die Vegetation und das Klima auf der Insel Feuerland so authentisch, dass man fröstelnd die Schultern zusammenzieht wenn der raue und kalte Wind über das Land bläst.

Sehr eindrucksvoll beschreibt Rebecca Maly auch die einheimischen Selk’nam die von den Kolonial-Einwanderern gejagt und getötet wurden, sie wurden als Freiwild betrachtet und einfach abgeschlachtet. Damals gab es Prämien für abgeschnittene Ohren oder Köpfe.

Über einen Farmarbeiter hat die Autorin geschickt eine Brücke gespannt zwischen den urtümlichen Selk’nam die noch niemals Kontakt zu den weißen Farmern hatten und Navarino, der sich auf der Farm der Fergussons seinen Lebensunterhalt verdient weil auf dieser Estanzia keine Vorurteile gegen die Eingeborenen herrschen.

Nicht zu vergessen die beiden Forscher Constantin Moss und Professor Holton, die durch die Lande reisen um Pflanzen zu katalogisieren die zu einem späteren Zeitpunkt in das Geschehen auf der Estanzia der Fergussons verstrickt werden.

Da ich sehr gerne Romane über die Kolonialzeit im 19. Jahrhundert lese, passte dieses Buch genau in mein Beuteschema. Bisher führten mich diese Lektüren jedoch immer eher nach Australien oder Neuseeland als nach Chile und somit konnte ich aus diesem Buch noch einiges mitnehmen an interessanten Informationen über Flora und Fauna.

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