Iris Kammerer: Der Tribun

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Iris Kammerer: Der Tribun
Verlag
ET (D)
2004
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783453873599

Informationen zum Buch

Seiten
590

Serieninfo

Sonstiges

Erster Satz
Gaius Cornelius Cinna, Sohn des Gnaeus, Urenkel des großen Pompeius, Nachkomme einer langen Reihe illustrer Vorfahren, blinzelte die Nässe von seinen Wimpern.

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Germanien 9 n. Chr. Der römische Tribun Gaius Cinna ist in geheimer Mission in den Wäldern Germaniens unterwegs: Er soll den Statthalter Varus vor einem drohenden Aufstand warnen. Doch Cinna wird abgefangen, und als er Tage später aus seiner Bewusstlosigkeit erwacht, ist die Varusschlacht bereits Geschichte und drei römische Legionen sind in der Schlacht im Teutoburger Wald von den Germanen unter Arminius vernichtet worden. Cinna selbst ist nun Geisel eines cheruskischen Fürsten.Arminius, der unter den Germanen keineswegs unumstritten ist, versucht, die Geisel in seine Gewalt zu bekommen. Dadurch wird Cinna in die Stammesstreitigkeiten tiefer hineingezogen, als ihm lieb sein kann. Mehr als einmal muss er um sein Leben fürchten.Unverbrüchlich hält er jedoch an seiner Absicht fest, sich zu befreien. Und auch die Tochter des Fürsten, in die er sich verliebt, hat Gründe zur Flucht.

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Germanien zur Römerzeit

Dieser Ausflug ins römische Reich und ins 9. Jahrhundert hat mir ausnehmend gut gefallen. Wie der Tribun Cinna sich bei den feindlichen Cheruskern als Geisel durchschlagen muss und wie aus Feinden langsam aber sicher Freunde werden, das ist eine wunderbare Geschichte, die mich gut unterhalten und zeitweise regelrecht gefesselt hat.

Das Leben der Cherusker mit seinem schnöden Alltag, aber auch ihren Festen und ihrem spirituellem Leben steht dabei im Vordergrund, was sich sehr unterhaltsam lesen liess. Eingebaut ist die Geschichte in eine übergreifende Rahmenhandlung, die die Geschehnisse vor und nach der Varusschlacht schildert und für die Hauptfiguren, obwohl so weit weg, entscheidend für Leben oder Tod ist.

Insofern darf der Leser beständig mit den sehr schön ausgearbeiteten Protagonisten mitfiebern und hoffen, zumal sich im Laufe der Lektüre auch noch eine spannende Liebesgeschichte abzeichnet, die angesichts der Umstände eher aussichtslos erscheint...

Für mich war "Der Tribun" nach langer Zeit wieder einmal ein richtig gut gelungener Historienschmöker, in dem ich stundenlang versinken konnte. Die griffige und bildhafte Sprache von Iris Kammerer haben mir ebenfalls gut gefallen und ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzung, die hoffentlich genauso gut ist.

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Der Cherusker Arminius, unter den Römern aufgewachsen und zu Ehren gekommen, gilt als Vertrauter des Statthalters Varus. Obwohl dieser mehrmals eindringlich vor einem Hinterhalt durch die germanischen Stammesfürsten unter Arminius gewarnt wird, schenkt er den Beteuerungen des Segestis keinen Glauben. Als dann jedoch drei Legionen im Feindesland vernichtend geschlagen und Varus wie auch alle seine Männer abgeschlachtet werden, gilt Arminius als Stammesheld. Der Römer Gaius Cornelius Cinna hatte Glück im Unglück, denn er gehörte nicht den drei Legionen an, deren Männer alle den Stammesgöttern als Blutopfer gewidmet waren. So wurde er nur als Geisel von Liuba gefangen genommen, der den stolzen und eigensinnigen jungen Mann seinem Vater Inguiotar, einem Gaufürsten, übergeben. Mehr Knecht als Geisel hadert Cinna mit seinem Schicksal, doch er findet sogar unter den "Barbaren" Freunde. Arminius und Liuba jedoch hassen die Römer und wollen auch Cinna tot sehen.

Das Erstlingswerk "Der Tribun" der deutschen Autorin Iris Kammerer braucht sich nicht hinter Größen wie Tanja Kinkel oder Rebecca Gablé verstecken - eher im Gegenteil. Dem Buch merkt man schnell die sehr gute Recherche an, die spannend verpackt an den Leser gebracht wird. "Der Tribun" verzichtet auf Effekthascherei und unnötige Erklärungen, warum nun ein Charakter auf eine Situation reagiert. Vielmehr vertraut die Autorin auf die Fähigkeit des Lesers, selbst Schlüsse aus der Geschichte ziehen und die Handlungen nachvollziehen zu können. Der Sprachstil ist weder trocken noch schlicht, sondern sehr angenehm und flüssig zu lesen. "Der Tribun" besticht vor allem durch die detaillierte Beschreibung des Alltags der Cherusker und so fließt das Buch oft einfach nur vor sich hin, ohne dass sich die Ereignisse überschlagen. Über mangelnde Spannung kann man sich jedoch nicht beklagen.

Viele Dinge erklären sich leider nicht selbst, doch ich hatte das Glück, dass die Autorin innerhalb einer Leserunde im Bücherforum ihren Lesern Rede und Antwort stand. Dies rückte viele Dinge, wie beispielsweise die Beweggründe mancher Protagonisten, in ein anderes Licht. Das Buch wird angenehm abgerundet durch einen ausführlichen Anhang (Personenregister, Zeittafel, germanische Götter) und ein bestechend schönes Cover. Eine Karte des damaligen Gebietes ist ebenfalls vorhanden, kam bei mir jedoch so gut wie nie zum Einsatz.

Das Ende ist in sich stimmig, man merkt ihm jedoch stark an, dass das Buch der erste Teil einer Trilogie ist. Die Fortsetzung kann man jedenfalls kaum erwarten.

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Ein Römer gerät in germanische Gefangenschaft, muss sich seinen Platz behaupten, was ihm mehr als gelingt - er gewinnt die Familie, die ihn als Geisel gefangen hält, sogar lieb, unter anderem die Tochter des Hauses, die ihm zurück ins Imperium folgt.

Soweit eine recht unaufgeregte Geschichte, aber wunderbar erzählt. Die Fakten um die Varusschlacht und Arminius sind dezent eingewoben und bieten lediglich den stimmigen Rahmen für die eigentliche Geschichte, nämlich die Selbstfindung des Cinna, der, anfänglich eher ein leichtfertiger, arroganter Typ, zu innerer Größe reift. Dabei muss er einiges einstecken und macht nicht immer eine gute Figur - er ist eben ziemlich normal, nicht der überragende Held. Er muss sich schon mal von einem einzigen Gegner an den Haaren durch den Schlamm ziehen lassen und ähnliche Demütigungen aushalten, die er durchaus nicht mit stoischer Gelassenheit erträgt. Auch die Nebenfiguren sind lebensecht gezeichnet, lediglich bei Sunja vermisste ich eine schlüssige Motivation. Sie ist einfach nur da und darf geliebt werden, aber dabei wirkt sie doch recht blass. Da fehlte mir ein wenig die Leidenschaft, die die Autorin aber immer mit poetischen Beschreibungen heraufzubeschwören versuchte.

Und hier lauert der größte Kritikpunkt an dem Roman: die ausladenden Beschreibungen. Da wird jede Handbewegung, jedes Nägelkauen, jedes Fingerkrümmen aufgezählt. Da erfährt man sogar, dass die Fingernägel auf der Haut halbmondförmige Male hinterlassen - ehrlich, so genau wollte ich das nicht wissen, da blieb meine eigene Fantasie auf der Strecke. Weniger wäre hier wirklich mehr gewesen. Trotzdem ein Buch, das man kaum aus der Hand legen kann und gespannt auf die Fortsetzung macht.

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