Heike Koschyk: Die Alchemie der Nacht

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Heike Koschyk: Die Alchemie der Nacht
ET (D)
2011
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
ISBN-13
9783352008115

Informationen zum Buch

Seiten
458

Sonstiges

Originalsprache
deutsch

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Der junge Medizinstudent Christoph Wilhelm Hufeland wird Zeuge, wie ein Kommilitone von einem Degenstoß niedergestreckt wird. Als die Leiche unter mysteriösen Umständen verschwindet, versucht er gemeinsam mit Helene, der Schwester des Toten, dieses Rätsel zu ergründen. Sie kommen einer blutigen Verschwörung auf die Spur - es geht um ein allmächtiges Heilmittel, skrupellose Menschenversuche an jungen Mädchen und die düsteren Machenschaften einer Freimaurerloge. Begleitet von Samuel Hahnemann, der seine Heilkunst der Homöopathie erst vollendet sieht, wenn er Gewissheit über eine letzte Frage gewinnt, begeben sie sich auf die Fährte einer geheimnisvollen Rezeptur, die ewiges Leben verheißt.

Autoren-Bewertungen

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Medizingeschichte meets Mystery

Christoph Wilhelm Hufeland studiert gegen Ende des 18. Jahrhunderts in Jena Medizin, zu einem Zeitpunkt, da die Stadt eher für die Ausschweifungen als für die Leistungen ihrer Studenten bekannt ist. Auch Hufeland schlägt sich mehr schlecht als recht durchs Studium, ist aber einigermaßen entsetzt, als ein Kommilitone bei einem Duell ums Leben kommt, was einige Ungereimtheiten und vor allem einige haarsträubende Entdeckungen nach sich zieht. Ein Grüppchen von Studenten scheint sich nämlich der Suche nach einem sagenumwobenen Lebenselixier verschrieben zu haben und schreckt dabei nicht vor seltsamen Experimenten zurück. Auf der Suche nach der Rezeptur ist wohl jedes Mittel recht.

Helene Steinhäuser ist die Schwester des Duellopfers. Sie ist auf der Flucht vor einer arrangierten Ehe, die hauptsächlich dem Zweck dient, die durch Spielschulden bedrohte Apotheke des Vaters in Königsberg zu retten, unterwegs nach Jena, wo sie sich von ihrem Bruder Beistand erhofft und stattdessen gezwungen ist, sich irgendwie ein paar Groschen zu verdienen, um Kost und Logis zu bezahlen und sich klarzuwerden, wie es weitergehen soll.

Und auch den Arzt Samuel Hahnemann verschlägt es irgendwann nach Jena. Er hat sich zwar seinem Beruf mit Leib und Seele verschrieben und vor allem den Quacksalbern den Kampf angesagt, sehr viel Geld bringt ihm das Ganze aber nicht ein, zum großen Verdruss seiner Frau, die die Zukunft der Hahnemannschen Kinderschar gefährdet sieht. Auch Hahnemann hat von der legendären Rezeptur des Lebenselixiers gehört und versucht, sich selbst ein Bild zu machen.

Heike Koschyk malt ein ungemein plastisches Bild ihrer Schauplätze, vor allem aber von Jena, der kleinen Universitätsstadt im ausgehenden 18. Jahrhundert. Gassen, Gebäude, Sinneseindrücke katapultieren den Leser mitten hinein in vergangene Zeiten und längst veränderte Orte. Ihre leicht altertümelnde Ausdrucksweise tut noch ihr Übrigens dazu, dass ganz viel Zeitreisefeeling aufkommt. Besonders spannend fand ich die zahlreichen medizinhistorischen Aspekte - was damals gängige Praxis war, lässt uns heute die Haare zu Berge stehen, und umgekehrt waren Methoden und Denkansätze, die heute zu den wissenschaftlichen Grundlagen des Heilens gehören, verpönt, unbekannt oder wurden zumindest mit großem Argwohn betrachtet.

Ehrlich gesagt wäre es mir lieber gewesen, die Autorin, die selbst lange als Heilpraktikerin gearbeitet hat, hätte sich auf diesen Themenkreis konzentriert und einfach eine Romanbiographie über Hahnemann und/oder Hufeland - zwei sehr unterschiedliche, aber gleichermaßen interessante Figuren - geschrieben, statt das Ganze noch mit einer Art Kriminalgeschichte zu spicken. Mir erschien das Drama um das Lebenselixier ein wenig zu ausufernd und auch ein bisschen wirr mit zu vielen Anleihen bei den üblichen Mysterythrillern.

Die einzige fiktive Hauptfigur, Helene Steinhäuser, war dann auch diejenige, deren Handlungsstrang mich etwas genervt hat, weil dort zu viele Historienromanklischees, eindimensionale Bösewichte eingeschlossen, zu finden waren (auch wenn sie ihre Verkleidung als Junge gottlob ziemlich schnell wieder aufgegeben hat). Hahnemann und Hufeland hingegen fand ich deutlich besser, glaubwürdiger und runder dargestellt.

Abgerundet wird das Buch durch ein sehr informatives Nachwort mit Details zu den historischen Persönlichkeiten und den medizinischen Hintergründen sowie ein Glossar mit den wichtigsten verwendeten Begriffen, die womöglich nicht jedem Leser vertraut sind. Hier wird auch schön klargestellt, was Fiktion und was Fakt ist.

Sollte sich Frau Koschyk irgendwann dafür entscheiden, einen historischen Roman über einen Arzt oder Apotheker zu verfassen, würde ich ihn sehr gerne lesen, weiteren History-meets-Mystery-Geschichten aus ihrer Feder stünde ich aber eher kritisch gegenüber.

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Sehr spannende Medizingeschichte

Inhaltsangabe:

Jena 1780: Christoph Wilhelm Hufeland ist Student der Medizin und muss miterleben, wie sein Kommilitone Albert Steinhäuser in einem Duell getötet wird. Hufeland kommen die Umstände des Duells merkwürdig vor und er beginnt nachzuforschen. Dabei kommt er einer geheimen Verbindung auf die Spur, die verbotene, medizinische Experimente durchführt und im Besitz eines Geheimrezeptes sein soll, das die Medizin revolutionieren könnte. Hufeland ist nicht der Einzige, der sich für Albert und das geheime Rezept interessiert. Helene, Alberts Schwester, will Genaueres über den Tod ihres Bruders erfahren und dann ist da auch noch Samuel Hahnemann, dessen wissenschaftliche Neugier ihn den Weg Helenes und Christophs kreuzen lässt, und der aufgrund der von ihm entwickelten, neuen medizinischen Behandlungsart, der Homöopathie, von der Kirche und der Schulmedizin angefeindet wird ...

Der erste Satz:

„Leiser Gesang drang an ihr Ohr, eine sich wiederholende Melodie, die anschwoll, sich verdichtete.“

Meine Meinung zum Buch:

Ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen – es ist spannend, man möchte unbedingt wissen, wie die Geschichte endet und die Figuren sind so lebendig, dass sie einem richtig ans Herz wachsen und man mit ihnen mitfühlen kann.

Hufeland und Hahnemann sind historische Personen und hier in eine Geschichte eingebettet, die sich auch so zugetragen haben könnte. Welche Teile Fiktion sind, kann man in einem interessanten und informativen Nachwort lesen – das hat mir sehr gut gefallen, denn mit Hilfe dieser Informationen kann man die Historie und die Personen besser einordnen.

Ebenso interessant war für mich zu lesen, wie Hahnemann langsam aber sicher seine medizinische Therapie, die Homöopathie, entwickelt. Heike Koschyk beschreibt das sehr schlüssig und logisch, so dass auch Medizinlaien wie ich diese Szenen mit Interesse und Spannung lesen können.

Ich finde es auch eine tolle Idee, die Handlung in einen „Mordfall“ einzubetten – das erzeugt doppelte Spannung und natürlich wollte ich unbedingt wissen, was hinter dem Duell, hinter der geheimen Verbindung und hinter den medizinischen Experimenten steckt. Die Fäden werden alle am Ende des Buches zu einem runden Schluss verknüpft.

Die Hauptpersonen sind sehr lebendig gezeichnet. Die Handlung des Buches erstreckt sich über mehrere Jahre, so dass man als Leser die Personen auch über einen längeren Lebensabschnitt begleiten kann und auch erfährt, welche Konsequenzen ihren früheren Handlungen gefolgt sind.

Interessant war es auch, „nebenher“ mehr über das Leben in einer Universitätsstadt der damaligen Zeit zu erfahren, über die Zeit der Aufklärung und über den Stand der damaligen Medizin. Hier standen mir ein paar Mal die Haare zu Berge und ich bin wieder einmal froh, heute und hier leben zu dürfen.

Für mich ist das Buch eine klare Leseempfehlung.

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Benutzerkommentare

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Die Alchemie der Nacht- grandios

Die Handlung dieses Romanes findet in Deutschland im 18. Jahrhundert statt.
Alle Protagonisten stellen Persönlichkeiten dar, wo man sich freut, diese kennen zu lernen.
Christof Hufeland ist ein Student in Jena, mit dem Ziel Arzt zu werden. Er lässt sich ein wenig von seinem Ziel abbringen und muss so eines Tages einen Mord an seinem Kommilitonen Albert Steinhäuser miterleben. Dieser geriet in einen Streit mit Carl.
Durch eine Vorlesung, bei der es um Scheintot geht, überkommt Christoph eine ungute Ahnung und Johann Vogt scheint es nicht anders zu gehen. Beide begeben sich zu dem Grab. Mit dem Gedanken der Grabschändung machen sie sich trotz alledem ans Werk und öffnen dieses.
Alberts Schwester hat ein schweres Los, ihr Vater will sie aus einem ganz bestimmten Grund mit dem Medizinalrat Meschkat verheiraten Helene ist darüber unglücklich und flieht zu ihrem Bruder. Sie ist völlig unwissend, was mit diesem in der Zwischenzeit geschehen ist.
Ein weiterer Protagonist ist Samuel Hahnemann der schon Arzt ist und sein Leben der Forschung widmet und verzweifelt versuch die Menschen von Hygiene - -bedingungen zu überzeugen.
Im weiterem Verlauf kommen noch Johann Vogt, Professor Loder, Professor Gruner, Dürbaum-Hausvogt mit in das Geschehen. Nun gilt es einem Mysterium auf der Spur zu kommen, wer trägt welches Geheimnis und wie wird sich alles auflösen?
*** Meine Meinung***
Heike Koschyk ist ein wunderbares Werk gelungen.Man bekommt Spannung,einen historischen Kriminalfall und Fakten der damaligen Zeit .Gut Recherchen.
Durch die wechselnden Handlungsstränge ist es immer wieder spannend
Mir persönlich hat sehr gut gefallen soviel von den Lebensumständen und dem Aufbruch der Medizin darüber hinaus welche Experimenten am Menschen verübt wurden um dem Wissen näher zu kommen.
Von mir bekommt dieses Buch volle verdiente fünf Sterne.

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Alchemie der Nacht

Inhalt:

Jena im Jahre 1780. Der Leser lernt den jungen Medizinstudenten Hufeland kennen. Zunächst kann auch er nicht den Verlockungen des Studentenlebens widerstehen und vertieft sich nicht so sehr in seine Studien. Doch nach und nach wird ihm der Sinn bewusst und er will sich nur noch seinen Studien widmen. An einem Abend wird er Zeuge bei einem Duell und dabei wird der junge Albert Steinhäuser hinterücks erstochen. Nach und nach deckt Hufeland eine Verschwörung auf, die unvorstellbare Dinge betreibt.
Parallel dazu wird die Geschichte von Hahnemann und seine Forschungsarbeit mit den Anfängen der Homöopathie erläutert, auch hier muss Hahnemann durch Tiefen gehen, denn er wird oft verrufen.
Die Geschichte spielt über mehrere Jahrhunderte und somit reifen auch die Protagonisten.

Fazit:

Das Buch liest sich sehr flüssig, selbst die mitunter vielen medizinischen Begriffe stören nicht. Als Leser hat man immer Bezug zur Geschichte und kann sehr gut folgen und befindet sich mitten im Geschehen der Jena wilden Zeit. Die handelten Personen sind mit viel Gefühl ausgestattet worden und durch die "Zeitreise" reifen die Figuren und man merkt neben dem Fortschritt in der Medizin, auch den Fortschritt der Person. Das Werk ist sehr gut recherchiert und die detailgetreue Beschreibungen der verschiedenen Städte wie Königsberg und Hermannstadt lade zum Träumen ein.
Die Verbindung der Fortschritte der Wissenschaft/Medizin mit Verschwörungsgruppierungen und Freimaurern ist für mich gelungen dargestellt und ich besonders gefallen hat mir, dass alle Handlungsstränge zum Ziel geführt haben. Für mich ein gelungenes Werk!

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"Die Alchemie der Nacht" ist der erste Roman, den ich von Heike Koschyk gelesen habe, aber sicher nicht mein letzter. Die Geschichte spielt um 1800 in Deutschland, es geht um die Entstehung der Homöopathie. Zwei der drei Hauptpersonen, Christoph Wilhelm Hufeland und Samuel Hahnemann haben tatsächlich gelebt und die Medizin der Zeit mit beeinflusst.
Die Geschichte beginnt in Jena um 1780. Hier studiert Christoph Wilhelm Hufeland Medizin und schwankt zwischen ernsthaftem Studium und lustigem Studentenleben. Er beobachtet ein Duell, bei dem der Student Albert Steinhäuser erstochen wird. Da ihm dabei einiges merkwürdig vorkommt, stellt er Nachforschungen an und gerät ins Visier einer geheimen Verbindung. Helene, die Schwester des toten Studenten, lebt in Königsberg. Dort will sie ihr Vater gegen ihren Willen mit einem älteren Mann verheiraten, sie flieht nach Jena zu ihrem Bruder und begegnet dort Hufeland. Der dritte Protagonist ist Samuel Hahnemann, der Begründer der Homöopathie, er versucht als junger Arzt gegen die überkommenen Heilmethoden neue Ideen in der Medizin zu entwickeln, immer auf der Suche nach einem universellen Heilmittel. Ein Stadtplan Jenas, ein gutes Glossar und ein ausführliches Nachwort zum historischen Hintergrund verstärken meinen positiven Eindruck noch.
Mir hat "Die Alchemie der Nacht" sehr gefallen und die interessante Leserunde hat das Lesevergnügen noch erhöht – danke an alle für die klasse Leserunde, danke vor allem an Heike für die schöne Geschichte, die ich gerne weiter empfehlen werde.

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