Kai Meyer: Die Alchimistin

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Kai Meyer: Die Alchimistin
Verlag
ET (D)
1998
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783453151703

Informationen zum Buch

Seiten
492

Serieninfo

Sonstiges

Originalsprache
deutsch

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Die letzten Tage des 19. Jahrhunderts. Im düsteren Schloß ihrer Ahnen, auf einem Felsriff in der Ostsee, wächst Aura Institoris inmitten eines Labyrinths endloser Gänge und Säle heran. Als ihr Vater, der Alchimist Nestor Nepomuk Institoris, im Auftrag seines ärgsten Widersachers Lysander ermordet wird, gerät Aura unversehens zwischen die Fronten eines Konflikts, dessen Wurzeln weit zurück ins Mittelalter reichen. An der Seite ihres verhaßten Stiefbruders Christopher nimmt das junge Mädchen den Kampf gegen den alten Feind ihres Vaters auf, der in den Katakomben unter der Wiener Hofburg seine Ränke schmiedet. Ein historischer Roman über die faszinierende Welt der Alchimie und ihre Ursprünge, der von den kargen Mooren des Nordens über das morbide Wien des "Fin de siecle" bis nach Siebenbürgen führt, und die fesselnde Geschichte einer bemerkenswerten jungen Frau, die trotz Intrigen und mysteriöser Familienvermächtnisse dem Geheimnis auf die Spur kommt.

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Der Traum von der Unsterblichkeit gehört wohl zu den ältesten Mythen der Menschheit, und in unserem Kulturkreis ist keine andere Gruppierung mehr damit verknüpft als die der Alchimisten ? beständig auf der Suche nach dem Stein der Weisen, dem Großen Werk, dem aurum potabile. Kai Meyer hat sich dieses Themenbereiches mit besonnen geführter Feder angenommen und ein atemberaubendes Abenteuer erschaffen, das um die Wende vom 19. ins 20. Jahrhundert, größtenteils in deutschsprachigen Landen, angesiedelt ist. Meyer studierte Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften, Philosophie und Germanistik ? und all diese Bereiche kamen ihm bei der Schaffung von "Die Alchimistin" zugute. Er hat inzwischen eine sehr große Zahl von Romanen in verschiedensten Bereichen veröffentlicht, von gefälliger Fantasykost bis zu anspruchsvoller Lektüre wie diesem Werk; das phantastische Element ist dabei jedoch ein beständiges Merkmal. Und so ist auch "Die Alchimistin" trotz der historischen Einordnung und der lebendigen und sorgfältig recherchierten Darstellung der entsprechenden Epoche nur schwerlich als reiner Historienroman einzuordnen, weist das Buch doch breit gefächerte Bezüge zur Phantastik, Mystik, Philosophie und Esoterik auf und ist zugleich Okkult-Thriller wie Fantasy-Abenteuer.

Die jugendliche Waise Christopher findet bei der steinreichen Familie Institoris auf einer Schlossinsel in der Ostsee ein neues Zuhause. Christopher ist ein Sonderling, ein höchst belesener Studiosus ? mit einer Buchbindeleim-Allergie. Bis auf die kleine Sylvette, die ein Geheimnis zu umgeben scheint, und seine Ersatzmutter, die auch so einige dunkle Flecken auf ihrer Lebensgeschichte zu verbergen trachtet, stößt er bei der Familie nicht gerade auf freudige Nächstenliebe. Eine besondere Bedeutung kommt Aura Institoris zu, seiner etwa gleichaltrigen neuen Schwester, die nicht nur einen für ihr Geschlecht und jene Zeit ungewöhnlichen Bildungseifer an den Tag legt und ein ungeziemendes Verhältnis zu ihrem ebenfalls adoptierten Bruder Daniel pflegt, sondern ? der Buchtitel lässt es vermuten ? eine zentrale Bedeutung für den Fortgang der Geschichte hat. Da verwundert es kaum noch, dass der eigenbrötlerische, zurückgezogene und menschenfeindlich auftretende Vater der Sippe, Nestor Nepomuk Institoris, sich in seinem Dachgarten seit Jahrzehnten als Alchimist versucht, auch wenn nicht einmal die Familie genau weiß, was er da eigentlich im Einzelnen hinter verschlossener Türe tut. Aus der vermeintlichen Geborgenheit eines neuen Zuhauses entwickelt sich so für Christopher ein Chaos aus unvorhersehbaren Ereignissen, Beziehungen und Geheimnissen, doch diese Entwicklung ist ihm zum Teil gar nicht so zuwider wie es den anfänglichen Anschein hat ? nicht grundlos ist er von nimmersattem Wissensdurst geplagt. Und als der alte Widersacher Nestors, Lysander, von Wien aus einen hermaphroditen (androgynen) Attentäter auf diesen ansetzt, beginnen die Ereignisse sich zu überschlagen, und eine abenteuerliche Hetzjagd nach dunklem Wissen und den für all die Schicksalsschläge Verantwortlichen beginnt ebenso wie eine zeitgleiche beständige Flucht der Protagonisten vor vielfältigen Gefahren. Schlag und Rückschlag folgen aufeinander in einem wahrhaft Atem beraubenden Kaleidoskop überraschender Ereignisse, skuriler Persönlichkeiten, wagemutigen Draufgängertums, gefährlicher Begegnungen und erotischer Abenteuer, durchsetzt und gewürzt mit faszinierendem Geheimwissen der Alchimisten und Templer. Und über allem steht die verzweifelte Suche nach dem Großen Werk ? der Unsterblichkeit durch den Stein der Weisen.

Kai Meyer ist ein erstaunlicher Roman gelungen, der durch sorgfältige historische Darstellung, Detailtreue sowie Inszenierung und Dramaturgie besticht. Die Charaktere sind faszinierend ausgeformt, lebensecht und zugleich wiederum gelegentlich so überdimensionale Persönlichkeiten mit markanten Eigenheiten, dass es theatralisch genug wirkt, um der Verfilmung von "Der Name der Rose" Konkurrenz zu machen. Die faktischen Darstellungen zu Templern und Alchimisten sowie die historischen Beschreibungen gehen zwar nicht zu sehr in die Tiefe, um auf weniger fachlich Interessierten langweilig zu wirken, sind aber immer in exakt bemessenem Umfang ausreichend und interessant genug, um auch unter einem gewissen Bildungsaspekt ein Leseerlebnis zu bieten. Der gesamte Aufbau der Geschichte und der Handlungsstränge, die erzählerische Präsentation und die im Vergleich zu anderen Veröffentlichungen dieses Genres ausgezeichnete Prosa sind durchweg überzeugend und liebevoll ausgefeilt. In der Summe ist "Die Alchimistin" also ein wirkliches Meisterstück geworden, das durchweg spannend, überraschend und auch in literarischer Hinsicht gelungen ist. Ein klarer Fall für meine persönliche Favoritenliste.

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Dieser Roman hat mich total gefesselt! Er ist spannend, es gibt keinerlei Längen und alle Personen sind gut beschrieben. Das Thema ist sowieso faszinierend, man darf es nur nicht zu ernst nehmen.
Etwas irritiert haben mich die beiden Horror-Szenen mit den Wespen. Diese wegzulassen, hätte der Qualität des Buches m. E. keinen Abbruch getan. Sie bringen die Handlung nicht wirklich voran und vermitteln den Eindruck, dass Meyer künstlich Spannung erzeugen will, was absolut unnötig ist.
Nach der Trilogie von der "fließenden Königin" war dies mein erster Roman für Erwachsene, den ich von Meyer gelesen habe und es wird ganz sicher nicht der letzte sein.

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Ich fand das Buch sehr schön. Manchmal etwas langatmig, doch das geht mir bei vielen Büchern so, trotzdem les ich weiter und hier hab ich das nicht bereut. Meiner Meinung nach war dies eine Steigerung zu "Loreley" (obwohl mir das auch gefallen hat).

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Als historischen Roman würde ich das nicht bezeichnen, und auch wer "das morbide Wien" sucht, wird nicht viel davon in diesem Buch vorfinden. Das tut dem Buch keinen Abbruch, ich mag nur keine irreführenden Klappentexte. Das Buch hat eine ganze Menge interessanter Themen: Alchimie, Inzest, Mord, Entführung, Unsterblichkeit... - trotzdem hatte ich beim Lesen ständig das Gefühl, das etwas fehlt. Und das ist so abwegig gar nicht: Etwas mehr Ausführlichkeit hätte dem Buch gutgetan, die Handlung verläuft im Schweinsgalopp: jetzt passiert dies, und dann das und dann gleich das. Zeit, um eine Atmosphäre aufzubauen, wird nicht gelassen. Schloß Institoris und die Festung in Swanetien sind ganz gut beschrieben, von der Wiener "Unterwelt", von Paris und dem Internat hätte ich mehr Details gewünscht.

Einige handlungsrelevante Ereignisse werden nur erwähnt, aber nicht durchlebt, und in der Mitte der Geschichte befindet sich eine Zeitlücke von 7 Jahren, welche das Buch in zwei Hälften teilt. Der Autor versucht, neben der Titelfigur noch zwei weitere Charaktere aufzubauen, diese bleiben jedoch etwas farblos, insbesondere die Figur des Christopher.

Ein paar kleine logische "Knicke" sind mir aufgefallen, wie z.B. daß die See ruhig ist, auf der nächsten Seite aber man sich den Hut festhalten muß, weil er sonst vom Kopf geweht wird. Und die Sache mit der Unsterblichkeit bzw. wie man es werden kann, ist auch ein wenig inkonsistent dargestellt. Was die Alchimie angeht, fällt auf, daß der Autor ausnehmend gut recherchiert hat. Leider teilt er uns nicht allzu viele Details mit.

Ich vergebe 3 Punkte, weil mich die Geschichte - trotz aller Kritikpunkte - ganz gut unterhalten hat, und auch hie und da Spannung aufkommt. Also gute Durchschnittskost.

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