Tania Douglas: Die Ballonfahrerin des Königs

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Tania Douglas: Die Ballonfahrerin des Königs
Verlag
ET (D)
2009
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783499252525

Informationen zum Buch

Seiten
584

Sonstiges

Erster Satz
Es war früh am Morgen.

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Frankreich, im Revolutionsjahr 1795. Um dem Schafott zu entkommen, hat sich die Adlige Marie-Provence de Serdaine in einem verlassenen Schloss versteckt. Niemand weiß von ihrem Schwur, den eingekerkerten Königssohn zu retten. Unter falschem Namen erlangt die junge Frau eine Anstellung beim Arzt des Kindes, wo sie auch dem bürgerlichen André Levallois näherkommt. André ist ein Pionier der Ballonfahrt dies bringt Marie auf einen tollkühnen Gedanken: Wird sie das gefangene Königskind womöglich mit Hilfe einer Montgolfiere aus dem Turmverlies befreien können?

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"Die Ballonfahrerin" entführt den Leser nach Paris zu Zeiten der französischen Revolution, genauer zu Robbespiere's Schreckensherrschaft. Die junge Adelige Marie-Provence hält sich zusammen mit noch anderen Flüchtlingen in einem Schloss vor Paris auf. In ständiger Angst vor Entdeckung, aber auch mit dem einen großen Ziel: Den kleinen Charles aus seinem Gefängnis zu befreien. Als sie den Tüftler André kennenlernt, rückt ihr Ziel in greifbare Nähe.

Die Sprache und die Beschreibungen sind so bildlich und detailliert, dass man als Leser sofort das Gefühl hat, man befindet sich mitten in Paris. Man spürt das Gedrängel, man riecht den Abfall und man spürt die Stimmungen der Menschen um einen herum. Ich bin sofort in das Buch eingetaucht und habe das Lesen von der ersten bis zur letzten Seite genossen.

In Marie gibt es eine Protagonistin, die man versteht, mit der man sympathisiert, aber die den Leser auch arg verzweifeln lässt und man sich teilweise fragt, würde ich auch so handeln, warum tut sie das, aber schließlich ist es doch nachvollziehbar. Insgesamt bieten die Figuren alle Facetten von Eigenschaften und keine Figur ist nur weiß oder schwarz. Jeder Charakter hat seine Gründe, warum er so und nicht anders handelt und diese Motive werden aufgezeigt, beschrieben und können vom Leser nachverfolgt werden. Sehr gelungen finde ich dabei, dass kein gut und böse geschaffen wurde, sondern die feinen Grautöne dazwischen. Wer ist schon nur gut oder abgrundtief böse? In der Realität wohl kaum einer und das bringt das Buch richtig gut rüber.

Nebenbei erfährt man viele geschichtliche Hintergründe zu Zeiten der französischen Revolution. Einige reale historische Persönlichkeiten tauchen auf und ich muss sagen, dass das Erscheinen von Napoleon und v. a. die tolle Beschreibung von ihm für mich ein ganz besonderes Highlight unter anderem dargestellt haben. Gut gefallen hat mir dabei auch, dass auch bei der Darstellung der Revolution und der Monarchie davor, nicht alles weiß und schwarz gezeichnet wird, sondern auch hier die feinen Abstufungen aufgezeigt werden. Man kann dabei als Leser nie sagen "Das sind die Guten" bzw. "Das sind die Bösen", sondern alles liegt immer irgendwo dazwischen und macht das Buch gerade deswegen zu so einem Genuss.

Auch die Umbrüche in der Technik und die Hintergründe zur Ballonfahrt werden immer wieder in die Handlung mit eingeflochten und liefern dem Leser so auch noch jede Menge zusätzliche Informationen.

Eine sehr gelungene positive Überraschung stellte für mich dann auch noch das Ende dar. Ein Abschluss, den ich zu keiner Zeit erwartet hätte und der mich rundum zufrieden das Buch hat beenden lassen.

Für mich ist das Buch ein absoluter Buchtipp und ich kann es Lesern, die gerne historische Romane lesen, nur wärmestens empfehlen!

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Wir werden in eine grausame Zeit geworfen, in der das Leben schneller unter der Guillotine enden kann, als einem lieb, besonders, wenn man wie Marie dem Adelstand angehört. Durch sie und die Mitverfolgten, die sich im Schloss verstecken und auch durch die Royalisten rund um Maries Vater, lernen wir diese Seite kennen. Durch ihre gute Freundin Rosanne (die Tochter einer Dienerin) , den Arzt des Waisenhauses, den Republikaner Cédric, den Ballonbauer André und einige andere lernen wir die andere Seite kennen. Die Autorin hat dabei sehr gut die einzelnen Personen und ihre Gesinnung herausgestellt, so dass sehr gut deutlich wurde, dass es nicht nur einfach schwarz und weiß, nicht einfach nur „Richtig“ und „Falsch“ gibt, sondern auch ganz viel dazwischen. So ist es mir als Leserin möglich geworden, mich in beide Seiten einzufühlen und mitzuerleben, wie auf beiden Seiten die Menschen von ihren Lebenszielen angetrieben werden.

Maries Besessenheit, den kleinen König zu befreien, zog sich durch die Geschichte, wie auch auf der anderen Seite die Besessenheit Cédrics, Marie und ihren Vater zu vernichten. Dazwischen erblüht die Liebe zwischen Marie und André, die allein schon durch den Standesunterschied und die damit zusammenhängenden unterschiedlichen Ansichten, nicht unkompliziert ist. Aber nicht dies allein scheint der Tod für eben diese Liebe zu sein, sondern ein katastrophaler Vertrauensbruch, der mir als Leserin selbst auch ganz schön zu schaffen machte.

Die Personen sind sehr vielschichtig und erscheinen in ihrer Handlung sehr glaubhaft. Die Autorin lässt mich deren Emotionen spüren und so kann ich sie gut verstehen und nachvollziehen, was sie antreibt. Gerade Marie macht es mir als Leserin darin nicht immer leicht, trotzdem kann ich ihren Weg verstehen und ihr am Ende sogar verzeihen, was ich mir teilweise während der Handlung nicht vorstellen konnte, so sehr haben mich die Folgen ihres Tuns gegenüber André mitgenommen.

Die Charaktere sind wirklich eine große Stärke der Autorin, denn sie beschreibt diese sehr lebendig und menschlich mit all ihren guten und schlechten Eigenschaften. Dazu schreibt sie in einer schönen bildhaften Sprache, die das Frankreich der damaligen Zeit lebendig werden lässt und mir die Umgebung und die Menschen deutlich vor Augen führte, selbst die Gerüche stiegen mir in die Nase. Das Bild des kleinen leidenden Jungen in seiner Zelle werde ich wohl nicht mehr vergessen. Dankenswerterweise schafft sie es aber, dabei die Gräuel nicht im Detail zu beschreiben, sondern alles durch kleine Bilder oder Andeutungen ausreichend deutlich zu machen. Die eigene Fantasie reicht für den Rest völlig aus.

Neben den grausamen und tödlichen Auswirkungen der Revolution wurden aber auch die neu entstanden Ströme gut deutlich gemacht. Man spürte richtig die Lust auf neue Lebensfreude durch die veränderte Mode und die Kunst, den Forschungsdrang konnte man gut miterleben z. B. durch das Mikroskop, das Metermaß und natürlich die Entwicklung des Ballons. Gerade die Entstehung des Ballons und der Flug damit waren sehr interessant und spannend beschrieben. Diese kleinen toll recherchierten Details machen mir immer wieder Spaß und machen die damalige Zeit noch deutlicher.

Spannend war für mich an der Geschichte auch die Verflechtung der historischen Personen in die Handlung, die auch alle noch einmal extra vorne im Personenregister genannt wurden. Dies brachte mich dazu, das ein oder andere im Internet oder auf der Homepage der Autorin nachzulesen, die dort extra einige historische Informationen zu ihren Büchern mit Bildmaterial aufgeführt hat. So war gerade das ungewisse Schicksal des jungen Königs so in die Geschichte eingewebt, dass ich mir gut vorstellen kann, dass es wirklich so passiert sein könnte.

Diese außergewöhnliche Geschichte mit ihren toll gezeichneten Figuren hat mich einfach gefesselt.

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