Julia Kröhn: Die Chronistin

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Julia Kröhn: Die Chronistin
Verlag
ET (D)
2006
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783442735914

Informationen zum Buch

Seiten
602

Sonstiges

Erster Satz
Wo man die Tote berührte, löste sich die äußerste Schale ihres vertrockneten Körpers.

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Eine grausige Mordserie erschüttert das Damenstift von Corbeil: Mehrere Nonnen werden erdrosselt aufgefunden. Äbtissin Roesia versucht die Morde aufzuklären und stößt dabei auf eine geheimnisvolle Chronik, die das erste Mordopfer - Sophia de Guscelin - kurz vor ihrem Tod geschrieben hat. Darin erfährt die Äbtissin, dass Sophia, um ihrer großen Leidenschaft frönen zu können, dem Lesen und Lernen, nicht vor Verrat, Betrug und sogar Mord zurückschreckte. Doch warum sterben auch all jene, die ihre Chronik gelesen haben?

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Portrait einer eigenwilligen und starken Frau im 12. Jahrhundert
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Sophia, ein Mächen im 12. Jahrhundert, ist hochbegabt: Sie kann jedes geschriebene Wort, sobald sie es einmal gelesen hat, für immer in ihrem Kopf behalten und wahlweise Zitate etc. aus ihrem Gedächtnis zitieren. Diese Gabe wird jedoch zu der Zeit als Teufelswerk angesehen, gefürchtet und bei einer Frau so wieso nicht gut geheißen.

Da Sophia schon früh ihre Eltern verliert, verbringt sie die ersten Jahre ihres Lebens in einem Kloster. Dort wird zwar ihr Geist geschult, jedoch kümmert sich niemand um ihre emotionalen Bedürfnisse und sie verkümmert sozial. Ihr ganzes Leben lang wird ihr schließlich genau das zum Fluch: Ein heller Kopf, aber emotional verkrüppelt.

Parallel dazu werden in der "Gegenwart" in einem Damenstift ungeklärte Frauenmorde bearbeitet, die alle irgendwie mit Sophia und ihrer Chronik zusammen zu hängen scheinen.

Ich habe doch ein bisschen länger gebraucht, um meine Meinung zu dem Buch aufschreiben zu können. Das Buch lässt sich nicht in ein Schema einordnen. Die Protagonistin passt eindeutig nicht in ihre Zeit. Jedoch gerade durch ihre Andersartigkeit, in Verbindung mit dem total üblen Frauenbild von damals, ergibt sich ein für mich sehr fesselnder Roman.

Sophia ist wirklich niemand, den man gern haben kann. Jedoch wird ihr Leben so detailliert beschrieben, dass man als Leser sie verstehen und ihre Handlungen nachvollziehen kann. Eigentlich ist sie v. a. ein Opfer der damaligen Zeit und das wird sehr gut dargestellt.

Wenn man sich dann noch überlegt, dass sogar heutzutage Hochbegabte es nicht so einfach haben, kann man sich gut vorstellen, was das für so einen Menschen im 12. Jahrhundert bedeutet haben mag. Und dann noch als Frau!

Sehr geschickt werden in diesem Bild total unterschiedliche Frauenbilder beschrieben und aufgezeigt, dass doch jede für sich auf ihre Art und Weise gegen die von Männern dominierte Welt aufbegehrt oder es zumindest versucht. Jedoch scheitern die meisten Frauen dabei gar nicht an den Männern selber, sondern an ihren eigenen Leidensgenossinen, was dem Buch noch mehr einen Hauch von Tragik gibt.

Sprachlich ist das Buch gut an die Zeit angepasst. Dies mutet vllt. zu Beginn etwas seltsam an, jedoch passt es so gut dazu, dass man sich sehr schnell eingelesen hat.

Sehr geschickt verwebt die Autorin außerdem historische Persönlichkeiten mit fiktiven Figuren und haucht den geschichtlichen Figuren Leben ein.

Besonders hervorheben möchte ich auch das Nachwort am Ende des Buches, in dem die Autorin nochmal explizit darauf eingeht, was den Tatsachen entspricht und wo sie sich künstlerische Freiheiten genommen hat.

Insgesamt ein Buch, in dem man sich auf jeden Fall nicht mit der Hauptfigur identifizieren kann. Jedoch deren Handeln man nachvollziehen und mit der man doch mitleiden kann.

In dem Kriminalfall selber deutet sich zwar die Auflösung relativ früh an, jedoch ist die Aufdeckung des Motivs sehr spannend und der gesamte Handlungsstrang in der "Gegenwart" endet mit einem kleinen Augenzwinkern!

Für mich ein sehr interessantes Buch, das überhaupt nicht in das Klischee der historischen "-in" Romane passt.
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