Eva-Ruth Landys: Die dritte Sünde

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Eva-Ruth Landys: Die dritte Sünde
Verlag
ET (D)
2012
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
ISBN-13
9783937357706

Informationen zum Buch

Seiten
576

Serieninfo

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
"Du kannst schließlich nichts dafür, dass du so schrecklich aussiehst!"

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Handlungsort

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England 1838: Die Krönung der jungen Victoria steht bevor. Auch Isobel de Burgh, wohlbehütete und egoistische Tochter des Herrn von Whitefell, soll daran teilnehmen. Vor allem, um sich im Rahmen der überbordenden Feierlichkeiten in London einen geeigneten, möglichst adeligen Gatten zu angeln. Doch dann kommt alles ganz anders. Mr Havisham, der reiche Geschäftsfreund ihres plötzlich verarmten Vaters, bekundet deutliches Interesse an ihr. Isobel ist verärgert und enttäuscht. Weiß Lady Craven, die weltgewandte und leichtlebige Freundin ihrer verstorbenen Mutter, vielleicht Rat? Und was hat Havisham mit dem überraschenden Tod David de Burghs, des rechtmäßigen Erben Whitefells, zu tun?

Währenddessen zeigt sich auf Whitefell Cathy - Tochter des Feldpflegers und Isobels langjährige ungleiche Spielgefährtinwider Willen - erleichtert, endlich von ihrer ungeliebten Herrin befreit zu sein. Doch die kleine Freude währt nicht lang. Isobel kehrt zurück als Verlobte Havishams und erzwingt Cathys Dienste erneut. Cathy wird Isobels Zofe - nicht zuletzt, um deren intime Eskapaden zu decken. Es gibt da nämlich den ausgesprochen verführerischen jungen Stallmeister Aaron Stutter auf Whitefell, der nicht nur Isobels erotische Fantasien beflügelt. Doch Aaron hat ein schreckliches Geheimnis - und er liebt die scheue Cathy. Eine verhängnisvolle Menágeà trois beginnt, die geradewegs in eine Katastrophe führt.

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Die dritte Sünde - Wollust

England im 19. Jahrhundert: Die verwöhnte Tochter eines Gutsherrn, Isobel, entscheidet bereits als kleines Kind, dass das Bauernmädchen Cathy ihre ständige Gefährtin werden muss. Von nun an entscheidet Isobel über Leben und Handeln von Cathy und verändert damit deren Leben auf sehr tragische Weise. Auch als die beiden Mädchen älter werden, kann sich Cathy nicht dem Würgegriff von Isobel entziehen und wird schließlich deren Zofe. Tragische Ausmaße nimmt dieses ungleiche Verhältnis schließlich an, als Isobel den Stallburschen Aaron für sich beansprucht, der aber eigentlich in Cathy verliebt ist.

Die tragische Beziehung zwischen Isobel und Cathy ist dabei eingebettet eine Phase des Aufbruchs und der Veränderung in England. Gut versteht es die Autorin den geschichtlichen und politischen Kontext mit einfließen zu lassen und gleichzeitig die Schicksale von Isobel und Cathy in den Mittelpunkt zu stellen. Ganz klar wird dabei v. a. die Rolle der Frau beleuchtet, die zu diesem Zeitpunkt als nicht viel mehr als schmückendes Beiwerk angesehen wurde und außer gut auszusehen und Kinder in die Welt zu setzen, keine anderen Aufgaben zugedacht bekommen hat. Aus diesem Gefängnis versucht Isobel auszubrechen - was man verstehen kann - nur leider bedient sie sich dabei sehr skrupelloser Methoden.

Alle Charaktere sind sehr gut gezeichnet und waren für mich in ihren Handlungen, auch wenn ich oft den Kopf schütteln musste, gut nachvollziehbar. Gut hat mir v. a. die Verwandlung von Cathy gefallen, wie sie schön langsam doch endlich sich aus der Opferrolle befreit und anfängt ihr Leben sich nicht mehr von anderen vorschreiben zu lassen. Isobel macht dagegen eine Verwandlung in die extrem negative Richtung mit und ich habe jetzt schon Angst noch mehr über sie zu lesen. Jedoch wurden auch die Nebenfiguren detailliert ausgearbeitet und ich konnte mich gut in die Geschichte hinein versetzen.

Extra hervorheben, möchte ich auch hier das ausführliche Nachwort, in dem die politischen Hintergründe der damaligen Zeit, aber auch v. a. das Rollenbild der Frau sehr ausfürhlich dargelegt werden. So etwas gefällt mir immer sehr gut und rundet einen gelungenen Roman wunderbar ab.

Dieses Buch stellt den Auftakt zu einer Trilogie her und endet daher zwar nicht ganz mit einem Cliffhanger, aber doch so, dass ich jetzt schon ungeduldig auf den 2. Teil warte.

Alles in allem ein wunderbarer historischer Schmöker, wenn auch mit einem sehr schwer verdaulichen Charakter.

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Sehr gelungener und fesselnder Trilogieauftakt

England, um 1838. Die wohlbehütete, ja richtiggehend verzogene Tochter des Herrn von Whitefell, Isobel de Burgh, entdeckt eines Tages die arbeitsame, für einen Moment zu neugierige Cathy, eine Tochter des Feldpflegers ihres Vaters. Aus ihrer Langeweile heraus missbraucht die Gutstochter das unschuldige Mädchen über Jahre als ihre Leibeigene und Spielgefährtin. Diese erzwungene Beziehung der ungleichen Mädchen gerät auf dramatische Weise an ihre Grenzen, als auf Whitefell ein höchst verführerischer Stallmeister eingestellt wird. Während die egoistische Isobel, diesen in ihrer heranblühenden Weiblichkeit für sich beansprucht, wächst auch in Cathy eine leise Sympathie für den ihr so unerreichbar erscheinenden Aaron heran. Alles droht eines Tages zu eskalieren, als Isobel aus einer finanziellen Not heraus zu einer lukrativen Hochzeit mit einem sehr berechnenden Geschäftsfreund ihres Vaters gezwungen ist.

Eva Ruth-Landys „Die dritte Sünde“ ist für mich ein sehr gelungener Auftakt einer Romantrilogie zur Zeit des viktorianischen England. Brillant gezeichnete Charaktere, ansprechende Handlungs- sowie Umgebungsbeschreibungen und eine sehr ergreifende Story, zogen mich sogleich in ihren Bann. Dabei startete die Geschichte überraschender Weise recht gemächlich aber mit Bedacht. Diese Einfühlsamkeit der Autorin, mit welcher sie mir als Leserin, die beiden so unterschiedlichen Hauptprotagonistinnen über ihre Jugendjahre auch auf psychologischer Ebene näher brachte, bereicherte diesen Roman enorm. Erwartete ich doch zunächst einen eher erotisch gehaltenen Roman, so wurde mir über diesen entscheidenden Part ihrer Jugend die Verständlichkeit der gesamten Tragik ein ganzes Stück weit näher gebracht. Doch auch die Erotik, ebenso wie die Romantik oder auch politische Ränkelspiele kamen in diesem Werk keinesfalls zu kurz. Stets wohldosiert und fesselnd fühlte ich mich stets gefühlsbetont angeregt. Anrührende Emotionen, fiese Intrigen, sowie gefährliche Machtkämpfe, füllten die Geschichte an und ließen mich das Buch kaum noch aus der Hand legen.

Kurz: Ein Lesegenuss um eine verhängnisvolle, aber auch sehr tiefgründige Menáge à trois, vor der Kulisse des viktorianischen England.

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(Aktualisiert: 22 Januar 2013)
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Die dritte Sünde

Also vorab muss ich sagen, dass ich schon lange kein Buch mehr gelesen habe, welches mich so gefesselt hat.

Eva Ruth-Landys beginnt die Geschichte recht langsam, die aber sehr schnell an Fahrt gewinnt. Dadurch dass es so viele verschiedene Figuren gibt, die in ihrem Charakter sehr vielschichtig sind, fand ich einen eher langsamen Einstieg sehr angenehm. So konnte man nach und nach die Charaktere kennenlernen und man war bei der Vorgeschichte der Personen dabei, ohne diese auch noch als Informationen nebenbei verarbeiten zu müssen. Vor allem da diese ja auch essentiell für den weiteren Verlauf ist. Spannend und fesselnd wurde die Geschichte, dadurch dass viele Wendungen eingebaut wurden, mit denen ich nicht gerechnet hätte. Irgendwann hatte ich das Gefühl, dass alles passieren könnte und das machte es für mich so fesselnd.

Die Charaktere sind dabei so unterschiedlich wie facettenreich. Cathy und Isobel, die beiden Protagonistinnen, sind allein schon wie Tag und Nacht, aber dennoch vielschichtig und sehr durch ihre Vergangenheit geprägt. Jeder Charaktere hat seine Ängste und Sorgen, die er mit sich herum trägt. Auch Geheimnisse gibt es viele und ich bin gespannt, welche da noch auf uns zukommen. Dabei wurden nicht nur die Protagonistinnen ausführlich geschildert, Landys widmet mit sich mit dem gleichen Eifer auch den Nebenfiguren.

Der Lesefluss wurde durch die Sprache und den Stil natürlich noch begünstigt. Es liest sich flüssig und somit auch schnell, so dass dem einstellenden Lesesog auch da nichts im Wege steht. Was mir dabei besonders gefallen hat, dass sich Mühe gegeben wurde, nicht in unserer modernen Sprache zu schreiben, sondern diese der damaligen Zeit anzupassen. Vor allem bei den Zeitangaben ist mir das immer angenehm aufgefallen, die mit Fußnoten für den modernen Leser erklärt wurde.
Zuletzt sollte man noch das ausführliche Nachwort erwähnen. Es war informativ und der Leser konnte sich auch vorab schon in die damalige Zeit einlesen.

Ein rundum gelungener Roman!

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(Aktualisiert: 22 März 2013)
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Ein wunderbares Buch!

Kathleen Thomson ist 12 Jahre alt, als ein Ereignis ihr Leben von Grund auf ändern soll. Das Bauernmädchen wird die Spielgefährtin von Isobel de Burgh, der reichen und verwöhnten Tochter des Herrenhauses. Von nun an bestimmt Isobel über das Leben von Cathy und macht sie später zu ihrer Zofe.
Isobel heiratet, hat aber immer noch den gutaussehenden Stallmeister Aaron im Kopf, mit dem sie eine Affäre beginnt - gegen dessen Willen. Denn Aaron liebt Cathy...
* Meine Meinung *
Dieses Buch hat es geschafft, mich sehr positiv zu überraschen. Ich hatte schon ein wenig die Befürchtung, eine Art "Shades of grey" vor mir zu haben, aber weit gefehlt! Die Erotikanteile sind wirklich relativ gering, passen dafür aber wirklich zur Geschichte und sind nicht niveaulos oder pornografisch.
Die Entwicklung der Figuren - allen voran natürlich Cathy, Isobel und Aaron - mitzuverfolgen, hat mir viel Spaß gemacht. Die zarte Liebesgeschichte, die sich zwischen Cathy und Aaron anbahnt, hat mir sehr gefallen. Die Gemeinheiten von Isobel dagegen haben mich schockiert.
Die ganze Geschichte ist nicht so sehr handlungsorientiert, sondern es wird mehr Gewicht gelegt auf die verschiedenen Charaktere und deren Entwicklung und Motive. Was aber nicht heißt, dass es keine Handlung gibt; die gibt es natürlich trotzdem! Und die ganze Geschichte ist sogar sehr spannend, dramatisch und fesselnd! Ich mochte das Buch kaum aus der Hand legen und freue mich sehr auf den zweiten Teil, denn "Die dritte Sünde" ist der erste Teil einer Trilogie.
Für das Buch gibt es ganz klar fünf Sterne von mir!


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Sehr guter Beginn einer Triologie

Zum Inhalt:

Die Geschichte beginnt im Jahre 1835 in England. Auf dem dem Gut von Whitefell House lebt die 12 jährige Isobel de Burgh und ihr Vater mit einer großen Dienerschaft. Leider ohne Mutter und Freunde, in ihrer Einsamkeit versucht Isobel ,die Sache selber in die Hand zu nehmen und als Tochter des Herren von Whitefell House fällt ihre Wahl auf Cathy, die Tochter eines Feldarbeiters/Hüters auf dem Gut. Auch Cathy muss ohne Mutter aufwachsen, aber als älteste der Töchter muss sie alle Arbeiten im Haushalt/Feld übernehmen. Keine leichte Arbeit bei den vielen Pflichten und da bleibt wenig Raum für eigenes Tun. So entscheidet Isobel über das weitere Schicksal von Cathy, denn diese wird kurzer Hand zum menschlichen Spielzeug gemacht, ohne Wenn und Aber. Diese Sache hat zur Folge, dass Cathy ihren Bruder Billie einfach mit einem Seil am Bein an den nächsten Baum bindet. Das Wort von Isobel ist Gesetz für Cathy und hat oberste Priorität für Cathy. Übliche Maßnahme mangels Betreuungsmöglichkeiten. Leider reist Billie aus und stürzt so unglücklich das er dadurch Zeit seines Lebens mit einer Behinderung leben muss, die wiederum normales Leben und Arbeit in der Familie und so unmöglich macht. Worauf der Vater Cathy verstößt. Und nun gibt es kein entrinnen mehr für Cathy. Sie mutiert zum Spielzeug ohne Rechte und der Möglichkeit auf Änderung. Mit klappt 17 Jahren kommt dann eine Veränderung ins Leben auf dem Gut, denn ein neuer Mann wird für den Reitstall eingestellt Aaron. Und die ersten Gefühle erwachen in den jungen Frauen. Außerdem soll Isobel in die Gesellschaft von London eingeführt werden und entsprechend sich verheiraten. Isobel hat da ganz romantische Vorstellungen, die aber von der Wirklichkeit schnell eingeholt werden, denn der Vater ist hoch verschuldet und hat schon jemand im Auge für Isobel Mr Havisham, einen älteren, reichen Kaufmann.

Ob sich Isobel in dieses Schicksal fügen wird. Wird das die Erfüllung ihres Lebens sein? Was wird aus dem Spielzeug Cathy. Kann Cathys Vater, seiner Tochter endlich verzeihen?Wie geht es Billie? Welche Rolle spielt der neue Mann Aaron auf dem Gut?
Viele Fragen und auch einige überraschende Wenden, die das Buch beantworten wird/kann.



Meine Meinung:

Eine interessant, spannende Geschichte, die sehr gut die Gesellschaft und die Einstellung in dieser Zeit zum Thema Frauen , Ober und Unterschicht wieder spiegelt. Eine Mischung aus "Roots" und "Das Haus am Eton Place ", also Leibeigenschaft und die gesellschaftliche Einordnung der Menschen in England, die es in dieser Zeit auch noch immer gab. Sehr intensiv und gefühlsbetont geschrieben. Die Autorin Eva-Ruth Landys schafft es mit Leichtigkeit den Leser in ein Bad der Gefühle zu stürzten, im positiven wie im negativen Sinne. Man muss einfach mit fiebern, bangen und hoffen, finde ich.

Es regt zum Nachdenken und Innehalten an.

Ein wirklich guter Beginn für eine Trilogie, denn das Ende ist so weit stimmig. Aber man macht sich als Leser/in schon so seine Gedanken wie es weitergehen könnte, wie ich persönlich finde.

Einen Roman, den ich gerne so weiterempfehlen möchte.

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Sehr empfehlenswert

England, 1833: Cathy lebt als Tochter des Feldpflegers auf dem Gut der Familie de Burgh. Da die Mutter bereits verstorben ist, hat die Zwölfjährige viele Pflichte zu übernehmen, nicht nur auf dem Feld sondern auch im Haushalt und bei der Betreuung der jüngeren Geschwister. Als sie sich eines Tages davon stiehlt, um einen kurzen Blick auf die Isobel, Tochter des Gutsbesitzers, zu werfen, wird sie von dieser zur Spielkameradin erwählt. Für Cathy ändert sich dadurch ihr Leben. Als fünf Jahre später der neue Stallknecht Aaron in das Leben der beiden Frauen tritt, gibt es weitere Veränderungen und zwar nicht immer zum Guten.

Eva-Ruth Landys ist hier ein Gesellschaftsroman par excellence gelungen. Die Geschichte Cathys und Isobels wird in einem großen gesellschaftlichen Rahmen dargestellt, das frühviktorianische England spielt selbst eine große Rolle im Roman. Die Autorin hat dabei gut recherchiert, was die hin und wieder vorkommenden Fußnoten, die den Lesefluss nicht stören, und vor allem das sehr ausführliche Nachwort in dem auf gesellschaftliche, soziale, wirtschaftliche und politische Besonderheiten dieser Zeit eingegangen wird, bezeugen. Da ich historische Bücher auch immer als Möglichkeit sehe, mein Wissen zu erweitern und daher gut recherchierte Romane vorziehe, gefällt mir das sehr gut.

Die Charaktere sind, auch was die Nebenfiguren angeht, gut ausgeformt, ihre Handlungen und Gefühle nachvollziehbar auf den jeweiligen Charakter bezogen und der Zeit angepasst. Gerade das Innenleben der Figuren wird dem Leser/der Leserin sehr gut nahe gebracht.

Der Schreibstil ist bildhaft und sehr lebendig, die Dialoge wirken nie künstlich, die Charaktere und ihre Umgebung entstehen vor meinem inneren Auge, die Autorin schreibt Kopfkino pur.

Die Geschichte ist sehr spannend, man hofft, leidet, hasst mit den Figuren mit, alle möglichen Gefühle werden angesprochen. Auch eine erotische Komponente ist da, aber sehr dezent und immer in den Kontext passend. Da es sich um den ersten Band einer Trilogie handelt, gibt es einen vorläufigen Abschluss, so dass man nicht ganz in der Luft hängt, aber auch einen kleinen Cliffhanger und es bleiben genug Fragen übrig für die weiteren Bände.

Noch ein Wort zum Cover: Es ist wunderschön, mich hat es sofort angesprochen, es drückt viel aus ohne etwas zu verraten. Die Farbgebung tut dazu ein Übriges.

Eva-Ruth Landys ist ein toller Einstieg in die geplante Trilogie gelungen. Bis zum zweiten Teil heißt es noch etwas warten, er soll im Frühsommer 2013 erscheinen, ich kann es kaum noch erwarten. Insgesamt ein sehr empfehlenswertes Buch, vor allem aber nicht nur für Freunde gut recherchierter historischer Romane.

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Ein Genuss für die Sinne...

Inhalt
England 1838, Isobel de Burgh ist einer der jungen Mädchen, die der oberen Schicht des damaligen Adels angehört. Hier lebt sie alleine mit ihrem Vater auf Whitefield.
Doch auch all der Reichtum tröstet sie nicht über ihre schiere Langeweile hinweg und so entdeckt sie an einem Tag auf ihrem Landsitz, eines der jungen Mädchen, die zu den Bauern gehören, die den Landsitz bepflanzen.
Da Isabel es gewohnt ist alles zu bekommen, was sie möchte, macht sie das Mädchen zu einem Spielball ihrerseits. Unvorhergesehen Ereignisse zwingen Cathy dazu sich der jungen Miss zu beugen und an ihrer Seite zu leben und im Laufe der Jahre der einen oder anderen Intrige über sich ergehen lassen zu müssen…

Meine Meinung
Dieses Buch macht eine wirklich interessante Mischung aus. Ich mag den geschichtlichen Hintergrund über das frühe England und die Erklärungen die ich unter jeder Seite als Fußnote lesen konnte. Auch im Nachwort finden sich allerlei geschichtliche Hintergrundinformation über die Zeit damals, welche mich sehr angesprochen haben.
Es ist ein Buch, welches sicher nicht nur Leser begeistert, die an geschichtlichen Ereignissen Interesse haben. Im Vordergrund steht vielmehr die verlockende Erzählung des damaligen Adels, mit allen ihren Intrigen, Eskapaden und der aufkeimenden Frage nach der Sexualität und ihrer gesellschaftlichen Bedeutung im Jahr 1838.

Wie ich oben schon kurz andeutete, gibt es in diesem Band auch einen erotischen Teil, der nicht zu übertrieben dargestellt ist und das ganze immer wieder auflockert. Es ist definitiv nicht Vergleichbar mit anderen bekannten Büchern, in denen das Thema Erotik ein Großteil der Handlung einnimmt.
Es gibt hier immer wieder sehr interessante Einschübe, die uns hinter die Mauern der Prüderie der damaligen Zeit blicken lassen.
Der Schreibstil ist sehr locker und es lässt sich wunderbar lesen. Die Charaktere sind allesamt sehr gut dargestellt und ich habe das ein und andere Mal mit den Protagonisten mitgelitten. Eine Achterbahn der Gefühle durchflutete mich bei jedem Satz. Sei es weil die Protagonisten Isobel immer wieder neue Gemeinheiten auf Lager hatte oder Cathy, die eher als Spielball der jungen Miss fungierte und allerhand aushalten musste.

Ja, es ist spannend zu lesen und begeisterte mich bis zur letzten Seite, die mit einem eher offenen Ende thront und ich leider noch bis Frühjahr/Sommer 2013 auf die Fortsetzung der Geschichte warten muss.

Ich empfehle dieses Buch nicht nur Menschen, die gerne historische Romane lesen, denn dafür ist es zu facettenreich um nur auf dieser Bandbreite abgestellt zu werden. Wer Geschichten mag, die allerhand Spannung bieten und immer wieder mit neuen Handlungen aufwarten, wird hier sicherlich keine falsche Wahl treffen.
Ich persönlich bin begeistert und warte schon sehnsüchtig darauf, wieder ins alte England reisen zu können...

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Die dritte Sünde - der ganz besondere historische Roman

Die dritte Sünde - Eva Ruth Landys

Kurzbeschreibung Amazon:
England 1838: Die Krönung der jungen Victoria steht bevor. Auch Isobel de Burgh, wohlbehütete und egoistische Tochter des Herrn von Whitefell, soll daran teilnehmen. Vor allem, um sich im Rahmen der überbordenden Feierlichkeiten in London einen geeigneten, möglichst adeligen Gatten zu angeln. Doch dann kommt alles ganz anders. Mr Havisham, der reiche Geschäftsfreund ihres plötzlich verarmten Vaters, bekundet deutliches Interesse an ihr. Isobel ist verärgert und enttäuscht. Weiß Lady Craven, die weltgewandte und leichtlebige Freundin ihrer verstorbenen Mutter, vielleicht Rat? Und was hat Havisham mit dem überraschenden Tod David de Burghs, des rechtmäßigen Erben Whitefells, zu tun? Währenddessen zeigt sich auf Whitefell Cathy - Tochter des Feldpflegers und Isobels langjährige ungleiche Spielgefährtin wider Willen - erleichtert, endlich von ihrer ungeliebten Herrin befreit zu sein. Doch die kleine Freude währt nicht lang. Isobel kehrt zurück als Verlobte Havishams und erzwingt Cathys Dienste erneut. Cathy wird Isobels Zofe - nicht zuletzt, um deren intime Eskapaden zu decken. Es gibt da nämlich den ausgesprochen verführerischen jungen Stallmeister Aaron Stutter auf Whitefell, der nicht nur Isobels erotische Fantasien beflügelt. Doch Aaron hat ein schreckliches Geheimnis - und er liebt die scheue Cathy. Eine verhängnisvolle Menágeà trois beginnt, die geradewegs in eine Katastrophe führt.

Mein Leseeindruck:
Die dritte Sünde ist ein absolut faszinierender - aber auf seine ganz besondere Art ein etwas "anderer" historischer Roman.

Das Buch hat mich absolut in den Bann gezogen und die Hauptprotagonisten haben sich jeweils auf ihre "besondere Art" sympatisch ( Cathy, Aaron) sowie absolut unsympatisch (Havisham, Isobel) in das Empfinden des Lesers eingefügt.
Wenn man in dem Buch eigene Gefühle als Leser zulässt, so steckt man sofort komplett selbst in der Handlung und man erlebt hautnah alle Gefühle der Hauptprotagonisten mit.
Liebe, Geborgenheit und Vertrauen.... aber auch das komplette Gegenteil wie Abscheu, Ekel, Missgunst und Boshaftigkeit füllen die Geschichte mit Leben und wurden von Frau Landys sehr gefühlvoll beschrieben. Es ist absolut kein Problem sich in das Jahr 1838 zurück zu denken und man kann sich vieles bildlich vorstellen.

Fazit:
Ich habe in dem Buch mit Cathy und Aaron gezittert und gelitten, mich mit ihnen über die Hochzeit gefreut und über das Schlimme danach geweint.
Es ist ein Buch mit ganz viel "Tiefgang" und wirklich der beste historische Roman, den ich bisher gelesen habe. Einfach weil er so anders ist als die normalen historischen Bücher.
Da es der erste Band eines Dreiteiler ist freue ich mich natürlich jetzt auf die Fortsetzung.

Das Buch verdient uneingeschränkt 5 Sterne!
Ich kann es mit besten Wissen und Gewissen unbedingt weiter empfehlen!!!

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Lesetipp!

Ich muss zugeben, dass ich mit dem Anfang des Buches meine Schwierigkeiten hatte und nur schwer in die Geschichte hineingekommen bin. Doch zum Glück habe ich das Buch in einer Leserunde gelesen und _musste_ so weiterlesen - ansonsten hätte ich ein faszinierendes Buch verpasst! Als die Handlung nämlich erst einmal in Gang gekommen war, konnte ich gar nicht mehr aufhören zu lesen.

Man merkt, dass sich die Autorin gründlich mit den historischen Hintergründen ihrer Geschichte beschäftigt hat und sich gut mit Psychologie auskennt. Auch, wenn ich als „moderner Mensch“ die Verhaltensweisen der Personen nicht immer unmittelbar verstehen konnte, waren sie doch psychologisch und historisch gut begründet.

Der Roman hat viele Gefühle in mir hervorgerufen:
ich habe mit Cathy mitgelitten und mir immer wieder gewünscht, sie würde sich nicht so vieles gefallen lassen. Habe mit ihr für Aaron geschwärmt und war oft enttäuscht, wie er sich verhalten hat. Sogar mit Isobel hatte ich anfangs Mitleid - das hat sich allerdings im Verlaufe des Romans gelegt!

Auch bei den Nebenfiguren hatte ich nie das Gefühl, dass sie nur Buchstaben auf Papier sind und ich möchte unbedingt wissen, wie es mit ihnen weitergeht.

Isobel ist die Person, die im Roman am meisten für Spannung sorgt: man wartet förmlich darauf, welche Grausamkeit ihr nun wieder einfällt und ist dennoch jedes Mal wieder überrascht, dass sie ihre Gewissenlosigkeit noch steigern kann.

Auch vor dem Cliffhanger am Ende war es für mich schon klar, dass ich die nächsten beiden Bände der Trilogie („Stadt der Schuld“ und „Wege nach Eden“) gleich nach ihrem Erscheinen lesen werde. Spannende Unterhaltung mit Anspruch und zugleich etwas fürs Herz- ich liebe es!

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