Ulrike Schweikert: Die Hexe und die Heilige

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Ulrike Schweikert: Die Hexe und die Heilige
Verlag
ET (D)
2002
Ausgabe
Taschenbuch
ET (Original)
2001
ISBN-13
9783426622544

Informationen zum Buch

Seiten
474

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Deutschland am Vorabend des 30jährigen Krieges: Während die tugendhafte Helena ins Kloster geht, wird ihre eigenwillige Zwillingsschwester Sibylla Hebamme. Sie lernt die dunklen Geheimnisse der Mächtigen kennen und wird zur Gefahr. Die Häscher der Inquisition rüsten zur Hexenjagd.

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Die Hexe und die Heilige

Vorneweg  ich finde das der Klappentext ein wenig in die Irre führt. Zumindest im letzten Teil  er suggeriert mir etwas anders, als dann im Buch vorkommt ... aber nun denn. Gefallen hat es mir ja trotzdem. ;-)

Sibylla und Helena, zwei Zwillingsschwestern, deren Lebenswege sich sehr unterschiedlich darstellen. Das Buch folgt allerdings vor allem Sibylla und ihrem Weg. Dazu muss ich sagen  Sibylla scheint sich nicht unbedingt der Zeit, in der sie lebte, anpassen zu wollen. Aber sie war mir sympathisch und ich konnte so das Ganze Buch über gut mitfiebern. Auch ist Sibyllas Werdegang zur Hebamme interessant zu lesen. (Auf weitere Personen gehe ich jetzt nicht so sehr ein, es waren einfach so viele.)

Die Sprache empfand ich als angemessen. Die Wortwahl und die Ausdrücke sorgten für die richtige Stimmung, so dass ich mich teilweise wirklich in der Zeit zurück versetzt fühlte. Außerdem war das Buch flüssig geschrieben. Alles in Allem vom Lesefluss her eine angenehme Lektüre. Der Inhalt war nicht immer so angenehm. Ich hab schon ein oder zwei Jugendbücher zu dem Thema gelesen, aber ich finde es trotzdem immer wieder erschreckend, was zu Zeiten der Hexenverbrennung passierte. Weil man es selbst kaum glauben kann, spürt man  wie die Personen im Buch  eine echte Verzweiflung ... wie kann so was passieren? Es ist einfach zu scheußlich ... zu grausam, als das man es begreifen möchte, begreifen möchte, dass es tatsächlich passiert ist. Und wie Ulrike Schweikert in ihrem Nachwort auflistet hat sie ja anscheinend eine Reihe von historisch belegten Personen mit in ihre Erzählung eingearbeitet. (Wenn auch die Jahreszahlen nicht immer stimmen) ...

Was mich allerdings etwas störte:

1.) Über Helena wurde fast gar nichts geschrieben und doch hätte ich mir zumindest die ein oder andere Information mehr über sie und ihr Leben gewünscht.

2.) Das Ende wirkte auf mich ein wenig überstürzt. Das Buch hätte ruhig ein wenig länger sein können. ;-)

Letztendlich führt das aber nur zu einem halben Pünktchen Abzug, denn ansonsten war ich von dem Buch, wie gesagt, sehr angetan. Es hat mich schon in seinen Bann gezogen ... :)

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Ganz nett geschrieben, aber nichts besonderes unter all den Hexen/Heilerin-Romanen, die in Mittelalter oder früher Neuzeit spielen. Bei den heilerischen Beschreibungen der Sybilla waren zwar brav die entsprechenden Kräuter aufgelistet, aber wie sie zu einer Diagnose kam, und was die einzelnen Kräuter einer Mischung bewirken, wird gar nicht erwähnt. Da fehlten mir doch ein paar Details.

Nicht ganz klar gekommen bin ich auch mit Vogt, Probst, Kanzler etc. und der Machtverteilung zwischen ihnen. Da hatte ich ständig das Gefühl der Story hinterherzuhinken und hätte mir eine erläuternde Beschreibung gewünscht.
Da hilft mir auch der Anhang mit Erläuterungen nicht weiter. Die arme Heilige Helena kommt mir ganz und gar zu kurz, die scheint ja gar keine Story wert zu sein, so langweilig erscheint sie. Ab und zu betet sie, aber Gefühle scheint sie bis kurz vor Schluss nicht zu kennen.

Abschliessendes Fazit: für Fans des Genres lesenswert, aber nicht sooo herausragend.

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Die Angst der Menschen vor Hexen, sog. "Unholden", ist kurz vor Beginn des 17. Jhd. groß und die hellsichtigen Schwestern Sybilla und Helena werden früh voneinander getrennt. Helena wird in ein Kloster geschickt, Sybilla jedoch landet anstatt bei ihrer Tante in der Stadt Leonberg, wo sie später die Gehilfin der Stadthebamme wird. Jahre später kehrt sie in ihre Geburtsstadt Ellwangen zurück, wo inzwischen ihre Mutter als Hexe angeklagt wurde.

In den Jahren 1598 bis 1615 wurden laut Anhang des Buches "Die Hexe und die Heilige" etwa 450 Menschen der Hexerei für schuldig befunden und hingerichtet. Dies entspreche ungefähr der Hälfte der damaligen weiblichen Bevölkerung der Stadt Ellwangen. Der Leser begleitet Sybilla auf ihrem Weg durch eine angebliche Hexenstadt und leidet mit der jungen Frau, wenn sie mitansehen muss, wie Freunde und Familie zum Tode verurteilt werden.

Anfangs musste ich mich an den Erzählstil der Autorin gewöhnen. Er erschien mir etwas abgehackt und die Übergänge zwischen den Kapiteln waren etwas zu schnell geraten. Dies gab sich dann aber nach ungefähr 50 Seiten und das Buch wurde immer fesselnder. Die Autorin erzählt meiner Meinung nach sehr anschaulich das Leben im mittelalterlichen Deutschland (schön, mal etwas über das eigene Land zu lesen und nicht nur über das Mittelalter in England und Frankreich) und die Zeit der Hexenverfolgung. Nur an die Sache mit der Hellsichtigkeit der Zwillinge musste ich mich gewöhnen, da solche Dinge für mich eher in den Fantasybereich gehören und nicht unbedingt in einen historischen Roman. Ansonsten ziehe ich meinen Hut: Ulrike Schweikert muss hier wirklich gut recherchiert haben. Es gibt einen mehrseitigen Anhang, in dem einige Dinge erklärt werden und manche Daten, die für das Buch angepasst wurden, werden richtiggestellt. Insgesamt also ein Buch, das ich jedem Liebhaber historischer Romane wärmstens weiterempfehlen kann.

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Hinten auf dem Buch steht, dass Ulrike Schweikert mit diesem Roman ihr Erfolgsdebüt "Die Tochter des Salzsieders" noch übertreffen wird, und dem kann ich nur zustimmen!! Dieses Buch ist einfach wahnsinnig gut!!!

Die Geschichte ist unglaublich spannend und vielseitig, es passiert viel und ich habe mich beim Lesen nie gelangweilt. Vor allem gegen Ende des Buches, wenn sich der Konflikt immer mehr zuspitzt, weiß man als Leser nie, was geschehen wird. Die Geschichte ist absolut unvorhersehbar, und gerade das fand ich so toll! Die Protagonistin Sibylla, um die es die meiste Zeit geht, ist sehr sympathisch, so dass man sich gut mit ihr identifizieren kann. Ich habe ihre Geschichte mit großem Interesse und mit wachsender Spannung mitverfolgt und konnte gegen Ende des Buches nicht mehr aufhören zu lesen, so dass ich eine kleine Nachtschicht eingelegt habe.

Als ich dann fertig war, musste ich noch eine ganze Weile über alles, was im Buch passiert ist, nachdenken, denn es lässt einen nicht los!! Das Buch ist wieder mal unheimlich gut recherchiert, es gibt hinten wieder ein Verzeichnis aller vorkommenden Personen, ein Stichwortverzeichnis mit Erklärungen sowie eine detaillierte Beschreibung, wie die Dinge damals wirklich passierten, was für den Roman geändert wurde und was wirklich so geschah. Außerdem gibt es wieder eine umfangreiche Liste mit Sekundärliteratur.

Ich muss sagen, dass die Geschichte an sich schon sehr spannend und auch sehr erschreckend war. Aber wenn man dann liest, was zu dieser Zeit in dieser Stadt wirklich passiert ist und dass sehr viele Dinge, die im Buch passieren, geschichtlich überliefert wurden, dann läuft es einem noch kälter den Rücken herunter, weil man weiß, dass vieles davon wahr ist! Da die Geschichte in Orten spielt, die hier bei mir in der Nähe sind, hatte ich natürlich einen ganz besonderen Bezug zu den Geschehnissen.

Mein Fazit: ein großes Buch, ich muss es mir unbedingt bald kaufen, denn ich könnte es morgen schon wieder lesen!!

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Nachdem ich auch bereits die drei weiteren 3 Bücher von Ulrike Schweikert mit viel Interesse gelesen habe, würde ich " die Hexe und die Heilige" als Krönung des Ganzen beschreiben. Hautnah kann der Leser die Schrecken der damaligen Zeit mitverfolgen und ist dadurch seltsam berührt. Inspiriert durch die Bücher von Ulrike Schweikert werde ich mich jetzt wieder näher mit der deutschen Geschichte des Mittelalters befassen. Außerdem werde ich meinen Jahresurlaub in Schwäbisch-Hall und Ellwangen verbringen....

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