Bernhard Hennen: Die Könige der ersten Nacht

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Bernhard Hennen: Die Könige der ersten Nacht
ET (D)
1999
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783404150434

Informationen zum Buch

Seiten
496

Sonstiges

Erster Satz
Das Schwert funkelte in der Frühlingssonne.

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Neben dem Turiner Grabtuch sind die Gebeine der Heiligen Drei Könige die kostbarsten Reliquien der Christenheit. Als Rainald von Dassel, der Erzbischof von Köln und zugleich Reichskanzler des Kaisers Barbarossa, im Jahre 1162 Mailand belagert, sieht er sich am Ziel: Hier, in einer kleinen Kapelle, sollen die Gebeine der Könige ruhen. Er wählt vier Ritter aus, die ihm die Reliquien aus der Stadt bringen sollen. Doch auch die Mailänder wissen um den unschätzbaren Wert der Gebeine, die über verschlungene Wege aus Konstantinopel in die Lombardei kamen. Ein gefährliches Versteckspiel beginnt. Als Rainald die Heiligen in seinem Besitz wähnt, erkennt er, dass er betrogen wurde: In die Haare einer der Mumien eingeflochten findet er ein Diadem, das eine Schlange darstellt. Ganz offensichtlich handelt es sich um die Gebeine einer Frau. Rainald bleibt nur eine Rettung: Die vier Ritter müssen den dritten König im Heiligen Land für ihn finden.

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Im Jahr 1161 belagert Kaiser Friedrich Barbarossa die aufsässige Stadt Mailand. Besonders unterstützt wird er dabei von seinem Erzkanzer Rainald von Dassel, in Personalunion Erzbischof zu Köln. Diesen interessiert vor allem eines: Die Gebeine der Heiligen Drei Könige, die in Mailand verwahrt werden und die Rainald nach Köln holen will, um die Bedeutung der Stadt zu steigern. Merkwürdig ist allerdings, daß die Überreste der Könige nicht im Mailänder Dom, sondern in einer kleinen Kirche vor den Toren der Stadt aufbewahrt werden. Rainald bestimmt vier Ritter, ihm die Könige zu beschaffen, aber gefunden werden nur noch die leeren Särge. Einem der vier Ritter, ein sehr junger Mann, der auch dem Kaiser positiv aufgefallen ist, gelingt es, in die Stadt hineinzukommen, allerdings wird er dabei von den Mailändern verhaftet. Man schickt ihn als Boten zurück zu Friedrich, aber natürlich klappt das alles nicht wie geplant, so daß statt eines möglichen Friedens der Krieg die Oberhand behält. Die Belagerung der Stadt endet letztlich mit ihrer Einnahme, Plünderung und vielen Toten. Rainald wähnt sich fast am Ziel, bis einem Mönch auffällt, daß eine der mumifizierten Leiche eine Frau gewesen ist. Wußten die Mailänder dies und haben den Gebeinen deshalb keinen Platz im Dom eingeräumt? Und wenn ja, wo ist dann der dritte König? Rainald schickt die drei überlebenden Ritter nach Konstantinopel. Dort geraten diese in allerlei Abenteuer und an einen etwas merkwürdigen Mönch, der ihnen hilft. Unter dramatischen Umständen müssen sie aus der Stadt fliehen und machen sich auf den Weg ins Heilige Land, um ihre Suche dort fortzusetzen – nicht wissend, daß ihnen ein Spion im Auftrag des Papstes Alexander folgt. Der Mönch und die drei Ritter finden tatsächlich einen Hügel mit königlichen Gräbern und mehreren Leichnamen, von denen aber nur einer als der gesuchte König in Frage kommt. Aber ist es wirklich der Richtige? Und wird es gelingen, den toten König zu Rainald zu bringen?

Diese Hauptgeschichte, die im wesentlichen aus drei größeren Blöcken (Mailand und die Eroberung der Könige; Suche nach dem dritten König; Rückkehr und Auflösung in/um Köln) besteht, ist eingebettet in eine Rahmenerzählung, die im Januar des Jahres 1189 angesiedelt ist. Der junge Ritter und Dichter Hartmann von Ouwe will zum Dreikönigstreffen nach Köln. Hinter Xanten sucht er Nachtlager auf einem Gehöft, dessen Besitzer Ingerimm ziemlich merkwürdig ist, so trägt er eine komplette Gesichtsmaske und wirkt auch sonst recht unheimlich. Von diesem Mann hört Hartmann die Geschichte, und schnell ist klar, daß Ingerimm einer der Ritter sein muß. Ich hatte relativ früh eine Vermutung, welcher es sei, aber Bernhard Hennen hat es doch noch mehr als einmal geschafft, mich daran etwas zweifeln zu lassen. So gibt es einige überraschende Wendungen und Raum für Spekulationen, bis sich am Ende alles fügt. Für überzeugte Katholiken mag vieles, was hier erzählt wird, absurd oder ketzerisch sein, aber sich darauf einzulassen erlaubt eine besondere Schlußpointe.

Als historischer Roman gehört dieser eindeutig zu den besseren des Genres, Bernhard Hennen hat erfreulicherweise seine Ausbildung nicht an das Thema verraten. Stilistisch und an der Personenzeichnung merkt man im Vergleich zu seinen aktuellen Elfen-Büchern aber, daß er sich in den Jahren seit den Königen weiterentwickelt hat. Die ganze Anlage des Plots ist hier noch etwas durchschaubarer, die Personen noch eindeutiger „gut“ oder „böse“ (nicht als absolute Kategorie, aber in der Tendenz!) und die Sprache kommt noch nicht ganz so glänzend und flüssig daher. Wohlgemerkt: Es ist immer noch besser, als vieles andere, was in die Buchläden gelangt, aber es ist auch erfreulich zu sehen, daß ein Autor an Qualität gewinnt.

Leider ist das Buch weder als Taschenbuch noch als Hardcover mehr neu erhältlich. Das Hardcover hat ein anderes Titelbild als das hier gezeigte und ist darüber hinaus auch mit einem Lesebändchen ausgestattet, ein immer wieder gern gesehenes Extra, das ein gelungenes und unterhaltsames Buch abrundet.

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