Philippa Gregory: Die Königin der weissen Rose

Philippa Gregory: Die Königin der weissen Rose

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Philippa Gregory: Die Königin der weissen Rose
Verlag
ET (D)
2011
Ausgabe
Taschenbuch
Originaltitel
The White Queen
ET (Original)
2009
ISBN-13
9783499254840

Informationen zum Buch

Seiten
560

Serieninfo

Sonstiges

Erster Satz
In der Düsternis des Waldes konnte der junge Ritter das Plätschern der Quelle hören, lange bevor er das Schimmern des Mondlichts sah, das sich auf dem Wasser spiegelte.

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England, 1464: Die Adelshäuser York und Lancaster kämpfen erbittert um den Thron. Als König Edward, der Erbe der Weißen Rose, der schönen jungen Witwe Elizabeth Woodville begegnet, ist es um beide geschehen. Doch Elizabeth weigert sich, Edwards Mätresse zu werden. Da heiratet der König sie entgegen allen Standesschranken - ein ungeheurer Skandal! Und keine Frau im Königreich hatte je so viele Feinde. Neid, Missgunst und Intrigen bringen Elizabeth und ihre Familie in größte Gefahr. Ihre Widersacher nennen sie eine Hure. Sie nennen sie eine Hexe. Doch Elizabeth weiß: Sie ist die Königin.

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Viele Fakten - leider nicht mit Leben gefüllt

In ihrem Buch "Die Königin der Weißen Rose" (engl. "The White Queen") lässt Philippa Gregory Elizabeth Woodville, die Frau von König Edward IV von England zu Wort kommen und ihr Leben erzählen. Wie bereits von Frau Gregory gewohnt, ist auch dieser Roman wieder in der Ich-Perspektive geschrieben und die Geschichte wird dem Leser damit direkt von Elizabeth erzählt. Sie ist die Großmutter von Heinrich VIII, was mir aber bis zu diesem Buch noch gar nicht so bewusst war. Über Heinrich den VIII habe ich bereits viele Bücher gelesen, aber über seine Vorfahren und gerade die Zeit der Kriege zwischen den Familien York und Lancaster war mir bis jetzt noch nicht so viel bekannt.

Das Buch beginnt sehr vielversprechend mit der historisch belegten Begegnung zwischen Elizabeth und Edward, die sie forciert hat und beschreibt den weiteren Verlauf ihrer Liebesgeschichte und schließlich Elizabeth's Kampf um die Krone und ihre Söhne, nach dem zu frühen Tod von Edward. Das erste Drittel des Buches konnte mich dabei noch ganz gut mitreißen, da ich ich es spannend fand von Elizabeth über ihre Familie, ihre Hoffnungen und ihre Liebe zu Edward zu lesen. Jedoch schon in dieser frühen Phase gab es viele Passagen, in denen Schlachten angekündigt, politische Ränkespiele beschrieben wurden und die Figuren stark in den Hintergrund traten.

Im Verlauf des Buches schwankte die Geschichte immer weiter zwischen wirklicher Spannung für mich und einfachem Abarbeiten von historischen Begebenheiten und gegen Ende des Buches war es für mich wirklich schwer mich dazu zu zwingen, dass ich die letzten 60 Seiten auch noch lese, da einfach keine Spannung mehr vorhanden war. Seitenweise wird beschrieben, wie der Regen immer stärker wird und damit die feindlichen Heeren nicht aufeinander treffen können und ich fand diese ausführlichen Details zum Regen und den steigenden Flüssen einfach nur noch ermüdend.

Hinzu kommt, das viel Magisches in das Buch mit eingebunden wird, da Elizabeth von sich selber behauptete von der Wassergöttin Melusina abzustammen und zu damaliger Zeit ihr Hexenkräfte nachgesagt wurden. Entsprechend wird im Buch immer wieder auf die Wassergöttin eingegangen und Elizabeth belegt andauernd irgendwelche Menschen mit Flüchen der Göttin oder lässt es tagelang wie aus Eimern schütten. Diese Elemente empfand ich als störend und die detaillierten Beschreibungen erschwerten das Lesen noch zusätzlich.

Gleichzeitig blieben die Figuren für mich sehr blass. Sogar Elizabeth, die ja eigentlich ihre Geschichte selber erzählt, ist für mich bis zum Ende des Buches einfach ein blasser Schatten geblieben und wirkte nicht wirklich lebendig. Alle weiteren Figuren wurden noch weniger beschrieben und so berührten mich auch die diversen Tode und Schicksale der einzelnen Figuren gar nicht.

Positiv empfand ich das ausführliche Nachwort der Autorin, in dem sie klar stellt, dass ihr Roman zum größten Teil auf Fakten beruht und sie nur teilweise Fiktion mit eingebracht hat. Gut gefällt mir auch, wie sie das Rätsel um das Verschwinden der beiden Söhne von Elizabeth löst und damit eine interessante Möglichkeit beschreibt.

Alles in allem hat mich dieser Roman von Philippa Gregory jedoch leider enttäuscht. So begeistert ich von ihren Büchern zu Zeiten Heinrich VIII war, so wenig konnte mich dieses Buch überzeugen. Die Fortsetzung ("The Red Queen") werde ich aller Wahrscheinlichkeit nicht mehr lesen.

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das war nix ...

Es ist eine Zufallsbegegnung, die inmitten des "Rosenkriegs" zwischen Yorkisten und Lancastrianern Elizabeth Woodvilles Leben verändert - der junge Mann auf dem Pferd, dem sie im Wald über den Weg läuft, ist kein Geringerer als Edward, Spross des Hauses York, der seit kurzem auf dem englischen Thron sitzt. Elizabeth ist die Tochter eines unbedeutenden Adeligen und alles andere als die Wunschbraut für den jungen König - eine Eheschließung zwischen den beiden würde jeglicher durchdachter Heiratspolitik zuwiderlaufen. Und dennoch wird Elizabeth, deren Familie auch noch zu den Anhängern der Lancasters zählt, Edwards Königin ...

Philippa Gregorys Tudor-Romane habe ich als ordentlich recherchierte, farbenprächtige Historienschmöker in Erinnerung, in denen weniger Schlachten und Politik als das Zwischenmenschliche am Hof im Mittelpunkt stehen, weshalb ich mich darauf gefreut hatte, nun die Vorgeschichte dazu zu lesen - die "Rosenkriege", das Ringen um den Thron und nicht zuletzt die auf rätselhafte Weise verschwundenen Prinzen im Tower bieten ja mehr als genug Stoff.

Leider hat es Frau Gregory hier kein bisschen geschafft, mich zu fesseln. Von Anfang an störte mich der mystische Anhauch - Elizabeths Familie mütterlicherseits versteht sich als Nachkommenschaft der Wassernixe Melusine. Was aber noch viel ärgerlicher ist: die furchtbar hölzernen Dialoge und die äußerst blasse Figurenzeichnung. Das historische Geschehen, das den Hintergrund des Buches bildet, wird überhaupt nicht greifbar, wenn es in ein paar dürren Sätzen grob geschildert wird.

Nach etwa 150 Seiten hatte ich keine Lust mehr, mich weiter zu quälen, und habe einfach aufgegeben.

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Wie die Autorin in „Die Königin der Weißen Rose“ anmerkt, handelt es sich dabei um den ersten Roman einer Trilogie über die Plantagenets, der eher auf Fakten als Fiktion beruht. Gleichwohl merkt sie nur eine Seite weiter hinten an, dass dieser Roman fiktionaler ist, als andere, die ihrer Feder entstammen. Und zwar deshalb, weil er sich vor der Tudorzeit abspielt und kriegsbedingt nur spärliche historische Zeugnisse vorhanden sind. In ihrem Auftaktroman zu den Plantagenets behandelt sie die Geschichte einer Königin aus dem Hause Burgund, die abgesehen davon, dass sie eher ungeliebt und missachtet war, sich auch als Nachfahrin der Wassergöttin Melusine verstand – was ein wenig Magie ins Spiel bringt.



Magie – von ihrer Mutter angeregt und der zu diesem Zeitpunkt verwitweten Elizabeth Woodwille ausgeübt – ist es, was König Edwards Interesse an ihr verstärken soll. Grundsätzlich vorhanden ist es schon ab dem Moment, in dem er sie kennenlernt. Obwohl sie gesellschaftlich weit unter ihm steht und dazu noch Lancastianerin ist, wagt sie es, ihn aufzusuchen. Mit dem Tod ihres Mannes und dem Sieg der Yorkisten über die Lancastianer wurden ihr die Güter weggenommen, die die Zukunft ihrer Kinder sichern sollten. Ihr Mut wird belohnt. Edward hört sie nicht nur an, er ist fasziniert von ihr. Und auch er spricht etwas in der jungen Frau an. Er möchte sie zu seiner Geliebten machen, was sie ihm verweigert. Um Elizabeth doch zu bekommen, heiratet er sie heimlich, bevor er in den Krieg zieht, welchen die um den Thron kämpfenden Adelshäuser York und Lancaster nach wie vor ausfechten. Als die heimliche Heirat in ihrer Familie ans Licht kommt, erlebt Elizabeth Stunden des Zweifels und der Ängste. Angeblich hat Edward sich früher bereits ähnlich verhalten und die Heirat später abgestritten. Doch bald stellt sich heraus, dass er dieses Mal zu seinem Wort steht. Er holt Elizabeth gegen alle Standesdünkel, Mutmaßungen und Widerstände an seinen Hof. Schon kurz nach ihrer Krönung zur Königin von England erwirbt Elizabeth viele Feinde, Neid und Intrigen schlagen ihr entgegen und bedrohen sie und ihre Familie. Die einen nennen sie Hure, die anderen Hexe. Nur wenige akzeptieren sie als das, was sie ist – eine Königin.



Elizabeth erzählt uns ihre Geschichte selbst. Grundsätzlich liegt in ihrer Heirat tatsächlich die Chance auf eine Versöhnung der zerstrittenen Adelshäuser, auf Frieden für das gebeutelte Land. Zumal Elizabeth überhaupt kein Problem darin sieht, die Fronten zu wechseln. Ihre Treue zur Gefolgschaft der „Roten Rose“, dem Symbol der Lancastianer, verblasst sehr rasch und sie wird Yorkistin. Während sie gleich zu Beginn des Romans über ihre momentane Situation nachsinnt (Zitat: „In jedem Herrenhaus im Land sitzen jetzt Yorkisten, die an jedem profitablen Geschäft, an jedem Ort und jeder Steuer teilhaben. Ihr junger König sitzt auf dem Thron, und seine Anhänger bilden den neuen Hofstaat. Wir, die Besiegten, sind Arme in unseren eigenen Häusern und Fremde in unserem eigenen Land, unser König ist im Exil und unsere Königin eine rachsüchtige Fremde, die sich mit unserem alten Feind Frankreich verbündet hat. Wir müssen uns mit dem Tyrannen von York einigen, und gleichzeitig beten wir, dass Gott sich gegen ihn wenden und unser wahrer König mit einer Armee zu einer weiteren Schlacht gen Süden stürme möge.“), setzt sie bereits kurz nach ihrer Vermählung alles daran, ihre Familie fest in das zuvor verhasste Adelshaus zu integrieren und ihren Mann zu unterstützen. Dafür vermählt sie beispielsweise ihren Bruder mit einer etliche Jahrzehnte älteren Frau. Bald kann niemand mehr einen Schritt tun, ohne über jemanden zu stolpern, dessen Ehe sie angebahnt hat.



Glücklich kann sie allerdings nie wirklich sein. Abgesehen davon, dass ihre große Liebe Edward, sie regelmäßig betrügt, ist sein Thron nie sicher. Seine eigene Mutter zählt zu seinen Gegnern und würde lieber seinen Bruder als ihn auf dem Thron sehen. Nicht nur einmal müssen Elizabeth und er, ebenso wie ihre Kinder, Verrat und Mord oder auch die Inhaftierung in den Tower (der andererseits Schutz bietet) fürchten. Eines ihrer Kinder kommt im Kirchenasyl zur Welt. Um den Thronfolger zu retten, muss sie letztlich ihren Sohn ins Exil schicken. Ihre Kinder werden per Gesetz zu Bastarden erklärt. Doch Elizabeth gibt die Hoffnung auch nach dem Tod ihres Mannes niemals wieder auf, das Symbol ihres Königs – die „Weiße Rose“ – erneut aufblühen zu sehen. Ihre eigene Tochter, ins Interesse von Henry Tudor gerückt, scheint dieselben Interessen zu verfolgen, denn sie will statt Henry lieber Richard heiraten, der sie zur Königin machen und ihren Sohn auf den ursprünglichen Thron von Edward setzen will. Auch sie strebt danach das Haus York zu einer Dynastie zu machen, damit die „Weiße Rose“ auf ewig blüht.



Zeichnet Gregory mit Elizabeth das Bild eines Opfers? Nein, trotz allem was „Die Königin der Weißen Rose“ erlebt, beweist sie Stärke. Allerdings, eine machtbesessene Stärke. Der im Gegenzug zu Elizabeth eher sympathisch wirkende König Edward IV. erscheint nur als blasse Randgestalt, während Elizabeth selbst kalt und ehrgeizig herüberkommt. Die Liebe zu ihrem Mann? Sie war zweifellos vorhanden und ausgeprägt, doch geht es ihr um Edward selbst?



Elizabeth erzählt beispielsweise vom heimtückischen Mord an ihrem Vater, Bruder oder Sohn, hat jedoch andererseits keine Hemmungen, um der Macht und Rache willen Gegner ausschalten zu lassen. Vielleicht war das in der Zeit, in der sie gelebt hat (1437-1492) notwendig. Doch mich hat die Figur, die Gregory uns hier vorstellt, eher abgeschreckt als fasziniert. Nicht nur die Zeit, auch Elizabeth und ihre Handlungen erschienen mir beim Lesen rücksichtslos, grausam, nahezu besessen. Die vorgebliche Sorge für ihre zwölf Kinder (von denen nur fünf sie überlebt haben) geht immer wieder in ihrem allzu deutlichen Machthunger unter. Gefühllos kalt scheint sie über deren Tod hinwegzugehen. Viel zu kalt, auch wenn man davon ausgeht, dass in dieser Zeit die Kindersterblichkeit weitaus höher war als heute, dass die Kinder am Hof nur bedingt von ihren Eltern erzogen wurden oder dass Kinder in verschiedenen Epochen unterschiedliche Stellenwerte eingenommen haben. Hier setzt sie gefühlsmäßig ganz klare Unterschiede zwischen einer Tochter (schwach, lediglich dazu gut, mögliche nützliche Verbindungen zu stärken) und einem möglichen Thronfolger. Bei diesem scheint der Verlust der Möglichkeit der Machterhaltung weitaus schlimmer für sie zu sein, als der Tod des Kindes an sich. In allem zeichnet sich weniger das Bild einer Mutter, als das einer Königin, die trotz aller Widrigkeiten in meinen Augen nur eines möchte: Königin bleiben und die Nachfolge maßgeblich mitbestimmen. Dies alles geschieht bisweilen seltsam nüchtern.



Das magische Element in diesem Roman – als Nachfahrin von Melusine verfügt ihre Mutter über gewisse hellsichtige Fähigkeiten, die auch in Elizabeth schlummern – ist geschickt in die übrige Handlung eingeflochten, spielt aber dennoch eine eher untergeordnete Rolle. Ebenso die eigentliche Liebesgeschichte zwischen Elizabeth und Edward. Auch die fügt sich ein, kommt aber nicht so wirklich heraus. Insoweit ist die auf dem Buchrücken vermerkte „Zauberin der Liebe“ etwas irreführend. „Herrscherin von Königs Gnaden“ passt schon eher – ohne Edward wäre Elizabeth nie auf den Thron gekommen.



Abgerundet wurde die Geschichte mit einer Karte bezüglich der Schlachten der Rosenkriege, einem Stammbaumausschnitt der Häuser York und Lancaster sowie einem ausführlichen Quellennachweis. Als besonderes I-Tüpfelchen befand sich ein Lesezeichen mit dem Porträt Elizabeth Woodwilles sowie eines Stammbaumes ihres persönlichen Familienzweiges dabei. Letzteres half bisweilen durch die Flut an Personen, die mir im Roman begegneten.



Trotz der stellenweise trockenen Beschreibung historischer Begebenheiten sowie des einen oder anderen überaus künstlich wirkenden Dialogs ein opulenter Roman. Doch obwohl die Autorin die stetige, lebensbegleitende Angst – wem kann ich trauen, wer wird mir gefährlich – sehr gut dargestellt hat, fehlte mir etwas und das Leben der Elizabeth Woodwille konnte mich nicht wirklich begeistern.

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