Kirsten Schützhofer: Die Konfektmacherin

Kirsten Schützhofer: Die Konfektmacherin

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Kirsten Schützhofer: Die Konfektmacherin
Verlag
ET (D)
2010
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783453354401

Informationen zum Buch

Seiten
608

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Catherine rannte wie noch nie zuvor in ihrem Leben, dicht gefolgt von ihrer Schwester Mariette mit der sechsjährigen Julie auf dem Arm.

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Frankreich 1685: Fast täglich besucht Cathérine den alten Nougatmacher Pierre, um ihrem Traum von einem eigenen Süßigkeitenstand auf dem Markt näher zu kommen. Als Cathérines Familie wegen ihres protestantischen Glaubens verhaftet wird, sie selbst aber fliehen kann, wird ihr Rezeptbuch ihr wertvollster Besitz. Als Konfektmacherin macht sie sich einen Namen. Doch der Ruhm ihres Nougats bringt auch die Verfolger ihrer Familie auf ihre Spur...

Autoren-Bewertungen

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(Aktualisiert: 18 Februar 2012)
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Leider haben mich die Charaktere hier nicht überzeugt

Die Autorin greift für mich immer wieder interessante Themen und Epochen auf und auch dieser Roman fand gleich den Weg zu mir. So hat sie auch einige ergreifende Einblicke in die immer wieder sinnlose Welt der Glaubensverfolgung gezeigt und am Schicksal Einzelner uns Leser daran teilhaben lassen. Interessant für ein noch besseres Verständnis fand ich in dem Zusammenhang auch den Anhang mit historischen Erklärungen.

Wie gewohnt hat mich die Autorin hier wieder mit ihrem Schreibstil überzeugt. Die detailreichen Beschreibungen der Umgebung ließ mich die Atmosphäre spüren, ich konnte sehr gut eintauchen ins Geschehen.

Die Personen dagegen ließen mich z. T. etwas unzufrieden zurück. Sehr gut einfühlen konnte ich mich in den „Feind“ Adrien, auch wenn er mir anfangs überhaupt nicht sympathisch war. Er hat für mich am Ende auch die größte und vor allem nachvollziehbarste Entwicklung durchgemacht. Luc, Catherines langjähriger Begleiter, war mir von Anfang an sympathisch, was aber allein von seiner Art her kein Kunststück war. Ich hätte ihn nicht so links liegen lassen wie Catherine. Julie, Catherines Schwester, war für mich auch eine starke Figur, denn sie war konsequent und hat ihren Weg gefunden. Hier bedaure ich sehr, dass sie insgesamt doch recht wenig Spielraum bekommen hat.

Die Hauptfigur, Catherine, hat mich dagegen nicht überzeugt. Anfangs konnte ich noch sehr gut mit ihr mitfühlen, denn sie zeigte Charakter. Ihr zielstrebiger Überlebenswille, der zwar oft egoistisch wirkte, zeigte mir eine Figur mit Potential. Doch leider schrumpfte diese Figur im Laufe des Geschehens für mich doch sehr zusammen und wurde mir in ihrem sprunghaften, zögerlichen Verhalten immer unverständlicher. Auch wenn ich verstehen kann, dass die ganzen schrecklichen Umstände ihrer Flucht nicht leicht zu verkraften sind, wurde mir ihr späteres Verhalten immer weniger nachvollziehbar, besonders nachdem schon viele Jahre vergangen sind. Sie wirkte auf mich, als würde sie immer weiter rückwärts gehen. Ihre innere Weigerung und Unfähigkeit, sich nach so vielen gemeinsamen Jahren mit Luc über ihre Gefühle zu ihm klar zu werden, ist nur ein Beispiel davon.

Eine weitere Person, die mir unverständlich blieb, war ihr persönlicher Verfolger Barnabas. Jahrelang getränkt vom Hass auf sie, erschien mir sein Verhalten im späteren Verlauf unrealistisch und ließ damit für mich die Grundlage der langjährigen Verfolgung einfach zerbröckeln.

Ich habe das Buch trotzdem gerne gelesen, denn ich mag die Art wie Kirsten Schützhofer schreibt. Aber es hat mich leider im Verlauf der Geschichte von der Figurenseite her z. T. doch enttäuscht und ist damit für mich der bisher schwächste Roman von ihr.

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Das ausgehende 17. Jahrhundert ist keine gute Zeit für Menschen reformierten Glaubens in Frankreich. Auch in Montélimar macht sich der Druck bemerkbar, und von einem rachsüchtigen Nachbarn verraten müssen Catherine Jospin, ihre jüngere Schwester Julie mit Catherines Verlobten Mathieu vor den Dragonern fliehen. Viel mehr als das Rezeptbuch ihrer Mutter kann Catherine nicht retten. Auf der Flucht zur Schweizer Grenze werden sie von Mathieu getrennt, aber der Vagabund Luc, der als bezahlter Fluchthelfer arbeitet, nimmt sich ihrer an und bringt sie nach Orléans, wo Catherine Verwandte zu finden hofft. Stattdessen landen die Schwestern als Mägde in einem vornehmen Haus und könnten dort eine ruhiges Leben vor ihrem unversöhnlichen Verfolger und Nachbarn Barnabas du Port und seinem Sohn und Catherines Jugendfreund Adrien führen, wenn nicht bei einer großen Feier Catherine in der Küche mit ihren Desserts für die erkrankte erste Küchenmagd einspringen müßte. Die Qualität ihres Nougats bringt Adrien auf ihre Spur und so ist es nur eine Frage der Zeit, bis sie entdeckt werden. Julie gerät in Adriens Haushalt, wo sie bald eine immer wichtigere Position einnimmt. Für Catherine entwickeln sich die Dinge nicht so günstig, und Luc, der sich in Catherine verliebt hat und regelmäßig auftaucht, muß schließlich erneut eine Flucht arrangieren, die diesmal mitten in die Cevennen und den Kamisardenaufstand führt. Mathieu hat die Flucht bis nach Frankfurt getrieben, wo er, nach langen Gewissensbissen Catherine gegenüber, in eine französisch-reformierte Familie einheiratet und erfolgreicher Händler wird. Der dringende Wunsch zu erfahren, was mit Catherine geschehen ist, läßt ihn auf der Suche nach ihr nach Frankreich zurückkehren ...

Erneut hat Kirsten Schützhofer einen interessanten Aufhänger für ihren Roman gefunden. Die Verfolgung der Anhänger der reformierten Kirche in Frankreich war mir zwar als solches bekannt, in vielen Details aber Neuland. Es gelingt auch sehr gut, in den verscheidenen Personen die möglichen Strategien aufzuzeigen, wie die Reformierten mit dem äußeren Druck umgehen, dies reicht von Ignoranz zu purer Angst vor Enttarnung, von Übertritt zum Katholoizismus bis hin zu umso starrerem Festhalten am eigenen Glauben. Diese Brüche ziehen sich auch quer durch Familien und sorgen für innere Spannungen, für die ich den Roman durchaus gerne gelesen habe. Das vergleichsweise ruhige Leben, das Mathieu in Frankfurt führt, bildet dazu einen wirkungsvollen Kontrast. Da Kirsten Schützhofer hier nicht, wie bei ihren vorherigen Romanen, mit sehr kurzen Abschnitten zwischen den Protagonisten hin- und herspringt, sondern diesen über ganze Kapitel hinweg folgt, bekommt man auch einen ganz guten Einblick in ihre jeweiligen Gedanken und Gefühle.

Bedauerlicherweise fallen aber die zwei Abschnitte, die hier auch als Buch I und Buch II kenntlich gemacht werden, arg auseinander. Eine Verbindung ergibt sich natürlich aus den Personen, aber inhaltlich war es ein klarer Bruch und der rote Faden ging damit verloren. Nun ist zwar verständlich, daß ein armes Cevennengehöft nicht der geeignete Ort für edles Konfekt ist, aber dieses Thema wie auch Catherines Leidenschaft für die Küche wurden sehr abrupt unterbrochen und ohne rechte Chance auf eine Wiederaufnahme beiseite geräumt. Die Verbindung zum Kamisardenaufstand kam dafür ein bißchen überraschend, aus dem zuvor geführten Leben war das für die Hauptpersonen keine naheliegende Wahl. Zudem hatte vor allem Catherine als Charakter für mich gravierende Schwächen. Sie schwankt in ihren Reaktionen zwischen denen einer starken Frau, Verzagtheit und Dummheit in einem Maße, das – jedenfalls für mich – nur schwer nachvollziehbar war. Als die weitaus interessanteren Charaktere entpuppten sich daher eigentlich so ziemlich alle Figuren drumherum: Julie, Adrien, Luc, selbst Barnabas mit seinem merkwürdigen, schon vom Vater übernommenen Haß auf die Jospins.

Wie gewohnt sind die Beschreibungen der Orte, der Atmosphäre wunderbar gelungen, und auch die inzwischen schon obligatorischen Extras wie Glossar und Nachwort fehlen nicht. Aber insgesamt läßt mich die Geschichte etwas unzufrieden zurück, weil ich das Gefühl habe, daß weder der erste Teil um die Konfektmacherei, noch der zweite um die Kamisarden wirklich „zu Ende erzählt“ ist, beiden Teilen fehlt etwas (dem ersten ein richtiges Ende und dem zweiten mehr Hintergrund) und die Verbindung zwischen ihnen ist zu schwach, um diese jeweiligen Lücken zu kompensieren. Auch Barnabas Rachegedanken und das große Geheimnis zwischen den Familien du Port und Jospin kann darüber nicht hinwegtäuschen.

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Cathérine ist hugenottischen Glaubens, auch wenn sie das aufgrund der französischen Gesetzeslage nicht offen ausleben kann, aber ihre wahre Leidenschaft gilt der Konditorei. Das Rezeptbuch ihrer verstorbenen Mutter hütet sie wie einen Schatz und ihr Traum ist es, als Konfektmacherin ihr Auskommen zu finden. Doch zunächst wird ihre Familie wegen ihres Glaubens verhaftet und sie und ihre Schwester Julie müssen fliehen. Als Küchenmägde finden sie Arbeit, doch als Cathérine ihr Geschick im Umgang mit Süßspeisen offenbart, bringt das Verfolger auf ihre Spur.

Leider konnte sich die Autorin nicht entscheiden, was sie nun eigentlich für ein Buch schreiben wollte. Vom Konfektmachen ist, nach einem viel versprechenden Beginn, ab der Mitte etwa nichts mehr übrig geblieben, das Rezeptbuch, das am Anfang fast auf jeder Seite auftaucht, ist völlig unwichtig geworden und die Autorin bietet am Ende nicht einmal einen Ausblick auf eine „Konditoren-Zukunft“ an, das macht das Buch etwas unrund.

Mit der Darstellung der hugenottischen Sache, die die zweite Hälfte dominiert, bin ich aber ebenfalls nicht zufrieden, das Niveau, auf dem der Glauben dargestellt wird, ist der relativ einfachen Herkunft der Figuren angepasst. Meine Kenntnisse zu dem Thema, habe ich fast völlig Robert Merles "Fortune de France" – Reihe zu verdanken. Diese endet allerdings ungefähr zu dem Zeitpunkt, an dem die Konfektmacherin beginnt und natürlich kann man in 13 Bänden detaillierter schreiben als Kirsten Schützhofer mit ihren 600 Seiten, aber trotzdem erscheint mir „Die Konfektmacherin“ hier einfach zu leicht. Ich hatte immer das Gefühl, dass etwas fehlte, die Autorin hat zwar vermutlich durchaus ordentlich recherchiert, konnte das Wissen aber nicht glaubwürdig mit dem Schicksal ihrer Figuren verknüpfen.

Als lockere Lektüre war das Buch jetzt nicht wirklich schlecht, aber auf den letzten 100 Seiten überschlagen sich die Ereignisse zu sehr, es wirkt, als wolle die Autorin unbedingt noch alle Stränge zusammenführen. Am Anfang des Buches hätte mich so ein übertriebenes Herbeiführen von Begegnungen und Geschehnissen dazu gebracht, das Buch ganz schnell wieder beiseite zu legen und hier gibt es dafür immerhin etwas Punktabzug.

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Die Konfektmacherin

Der Roman ist von Anfang an ereignisreich und bleibt spannend bis zum Schluss. Hier ist eine gute Mischung aus Liebe, Geheimnissen und Abenteuer entstanden, untermalt mit dem geschichtlichen Hintergrund Frankreichs des 17. Jahrhunderts.
Die Beschreibungen der Protagonisten und deren Umgebung sind detailreich und sehr bildhaft. Der Roman fließt wie ein Film an einem vorbei und wenn man die letzte Seite erreicht, ist man erstaunt, dieses 600-Seiten-Buch so schnell gelesen zu haben.
Ich empfand keinen Moment der Langeweile und das spricht für sich und vor allem die Autorin.
Ich bin schon sehr gespannt auf das nächste Werk, denn ich musste feststellen, dass mir jedes Buch welches Kirsten Schützhofer schrieb, besser gefallen hatte, als das vorherige.

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