Charlotte Thomas: Die Lagune des Löwen

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Charlotte Thomas: Die Lagune des Löwen
ET (D)
2008
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
ISBN-13
9783431037449

Informationen zum Buch

Seiten
960

Sonstiges

Erster Satz
Der schwarze Junge blutete aus Mund und Nase, während er über den Landungssteg auf den Kai stolperte.

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Venedig zu Beginn des 16. Jahrhunderts. In den Gassen der Lagunenstadt begegnen sie einander zum ersten Mal - Laura, die vor den Nachstellungen ihrer Feinde flieht, und Antonio, der sich mit Diebstählen über Wasser hält. Von Anfang an fühlen sie sich trotz aller Gegensätze zueinander hingezogen. Und beide sind erfüllt von der Sehnsucht, Not und Armut hinter sich zu lassen. In den folgenden Jahren kreuzen sich Lauras und Antonios Wege immer wieder, und ihre Begegnungen sind geprägt von tödlichen Intrigen und verzehrender Leidenschaft. In der von Sinnenfreude überbordenden Lagunenstadt treffen sie auf Maskenträger und Meuchelmörder, Gaukler und Genies. Zwischen Licht und Schatten wandelnd, begeben sie sich auf abenteuerliche Streifzüge und trotzen verhängnisvollen Gefahren. Triumphe kennzeichnen ihren Lebensweg ebenso wie bittere Niederlagen, doch am Ende dieses wechselvollen Spiels gibt es für sie beide nur ein Ziel - den Sieg über ihre Vergangenheit.

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Freundschaft und Intrigen in Venedig im 16. Jahrhundert

Laura wächst wohl behütet und glücklich bei ihren Eltern im Venedig Anfang des 16. Jahrhunderts auf. Bis zu dem Tag, als ihre Familie von einem Fremden aufgesucht wird. Mit seinem Auftauchen ändert sich für Laura von heute auf morgen alles: Sie verliert alles, was ihr bis dahin lieb und teuer war und muss sich und ihren Bruder fortan alleine durchbringen. Durch das gemeinsame schwere Schicksal lernt sie Antonio, Valeria und Carlo kennen. Eine zeitlang schlagen sie sich zusammen durch, bis jeder seinen eigenen Weg findet, um sein Leben zu meistern.
Trotz allem bleiben sie alle vier über die Jahre hinweg miteinander verbunden und merken erst, als es fast zu spät ist, dass ein gemeinsamer Feind sie alle zusammen bedroht.

Charlotte Thomas schafft es wieder bereits nach der ersten Seite, dass man sich als Leser sofort im Venedig des 16. Jahrhunderts befindet und beinahe das Gefühl hat, die Kanäle zu riechen, die Stimmen der Stadt zu hören und den Puls der Stadt zu fühlen. Die Beschreibungen der Gassen, Häuser und aller Schauplätze ist anschaulich und erwacht im Kopf des Lesers sofort zu Leben.
Sehr detailliert und intensiv werden hier auch die Fresken an und in den Häusern beschrieben und geschickt tatsächlich gelebte Maler mit fiktiven Personen verbunden.

Darüber hinaus sind die Figuren wieder sehr liebevoll und detailliert ausgearbeitet. Man lernt jede einzelne sehr gut mit ihren Stärken und Schwächen kennen und kann immer nachvollziehen, welche Beweggründe die jeweilige Person zu der jeweiligen Tat führen. Durch den Wechsel des Fokus in der Geschichte zwischen den Personen, ist es möglich bei allen Hauptfiguren ihr Schicksal nachzuvollziehen und an ihnen teil zu haben.

Auch die Nebenfiguren agieren nicht nur als bloße Schatten am Rande, sondern werden detailliert beim Leser eingeführt. Ihre Macken und Eigenarten sind sehr schön ausgearbeitet und es gibt einige Nebenfiguren, die einem fast noch mehr ans Herz wachsen, als die eigentlichen Protagonisten.

Der Erzählstil ist sehr flüssig und ich war sofort wieder in der Geschichte gefangen.
Auch in diesem Buch, wie schon in ihrem Vorgängerroman "Die Madonna von Murano", baut Charlotte Thomas Intrigen, Verrat und dunkle Geheimnisse ein, die sich dann in einem großen Finale alle zusammen fügen. Diesmal, da ich schon darauf gewartet habe, waren einige Wendungen gar nicht mehr so überraschend, dennoch musste ich die letzten Seiten nahezu verschlingen, um zu erfahren, wie alles ausgeht.

Gut gefallen hat mir auch, dass historische Figuren sehr geschickt eingebunden und geschichtliche Hintergrund-Informationen dem Leser geliefert werden, aber nie so, dass das Buch überfrachtet bzw. die Erwähnung gekünstelt wirkt.

Insgesamt ein sehr schönes Buch, dass ich jedem Fan von historischen Romanen nur ans Herz legen kann!

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Venedig, Anfang des 16.Jahrhunderts. Eine kleine Ansammlung von Straßenkindern nimmt den Überlebenskampf inmitten der Lagunenstadt auf. Sie könnten unterschiedlicher kaum sein. Und unterschiedlich sind auch die jeweiligen Vergangenheiten, der einzelnen Opfer einer mehrgesichtigen Gesellschaft. Allen voran die wohl behütete Laura, der das Schicksal von einem Tag auf den anderen alles entreißt und sie, ohne Pardon in die Düsternis eines anderen Gesichts dieser herrlichen Stadt, mit hinunterzieht. Dort lernt sie sich durchzusetzen und zu überleben. Getrieben von Unverständnis über ihren Schicksalsschlag und zwischen Freundschaft und Überlebenswille, beginnt sie ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen und stößt dabei auf fast schon unglaubliche Tatsachen…

Es war für mich mal wieder ein ganz sicherer Griff.

Eine wunderbar geschriebene Geschichte voller unterschiedlichster Emotionen, lebendiger Figuren und bezaubernden Bilder, die ein wahres Kopfkino auszulösen vermochten.

Diese Geschichte um das Schicksal, der doch so unterschiedlichen Straßenkinder, inmitten des Venedigs Anfang des 16.Jahrhunderts, konnte mich durchweg vom ersten Augenblick bis hin zur letzten Seite begeistern und fesseln. Spannend, witzig und voller Liebe und Hass, beschrieb die Autorin, Charlotte Thomas, einen Teil jener Zeit voller Gegensätze und politischer Unruhen. Dabei glänzte sie vor allem mit einer Sprache, die sehr angenehm und flüssig zu lesen war, ins Detail zu gehen vermochte, ohne auch nur ansatzweise zu langweilen und vor allem auch sehr viel Einfühlungsvermögen beinhaltete.

Es ist für mich immer sehr schwierig, zu begründen warum mir ein Buch so gut gefallen hat, ohne dabei zu viel zu verraten. Doch es waren die einzelnen Protagonisten, ebenso wie einige Nebenfiguren, die mein Herz im Sturm erobern konnten. Hier ist es der Autorin sehr schön gelungen die sehr unterschiedlichen, menschlichen Seiten zu betonen. Allen voran die beherzte Laura, die temperamentvoll doch auch umschlichen von ihren Ängsten und Zweifel, sehr authentisch und ohne all zu heldenhaft zu erscheinen, mich durch diese Geschichte begleitete. Ebenso die individuellen Gegensätze und Ziele aller Beteiligten, welche hier in vielen Facetten ja schon fast liebevoll herausgearbeitet und unterstrichen wurden. Dazu kam eine derart gut gezeichnete Kulisse, die mich auch ohne viel Fantasie jeweils sofort in die schönsten oder auch düstersten Ecken entführen konnte. Action, Dramatik und einige zunächst noch offene Fäden ließen jede Menge Raum für Spekulationen und Vorstellungen, die aber letztendlich allesamt in einem gelungenen Schluss verarbeitet und umgesetzt wurden.

Für mich ist „Die Lagune des Löwen“ von Charlotte Thomas eines der anspruchsvolleren historischen Romane, welches ich nicht nur den Fans von „Die Madonna von Murano“ ans Herz legen möchte…

Charlotte Thomas hat es geschafft, sich durch ihre bisher zwei veröffentlichen Bücher zu einer Autobuy-Autorin meinerseits zu entwickeln.

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Nach dem plötzlichen Tod ihrer Eltern landen Laura Monteverdi und ihr kleiner Bruder Matteo in einem Waisenhaus. Als sich die Gilde ihres Vaters nicht mehr für die Kinder interessiert, vermittelt die Leiterin des Waisenhauses, die Nonne Arcanzola, die beiden an einen Patrizier, der sich ihrer an Vaters Statt annehmen will. Aber gerade erst in den Palazzo gekommen, belauscht Laura ein Gespräch zwischen der Nonne und dem Patrizier Cattaneo, das sie veranlaßt, sofort mit ihrem Bruder zu fliehen. Unterschlupf finden sie bei einer Gruppe von Straßenkindern. Da ist einmal Antonio, der sich als Taschendieb durchschlägt, bis er dafür zu groß und auffällig wird, Valeria, die als Prostituierte ihren Lebensunterhalt bestreitet, der afrikanische Junge, genannt Carlo, dessen Flucht vor der Sklaverei Laura einst beobachtet hatte, die Zwillinge Oratio und Tomàso, die vor allem immer Hunger haben. Die Gruppe fällt aber durch äußere Umstände auseinander. Laura hat das Glück, in der Apotheke der alten Crestina unterzukommen und dort alles über Kräuterkunde und Pharmazie zu lernen, was diese weiß, auch wenn das Verhältnis zu deren mißgebildeter Tochter Mansuetta, die dafür aber Matteo heiß und innig liebt, nicht immer einfach ist. Antonio macht derweil auch Karriere und entwickelt sich zu einem recht erfolgreichen Kaufmann. Carlo und Valeria geraten an jenen Patrizier, der Laura und ihren Bruder hatte adoptieren wollen, und damit in ein Netz emotionaler Abhängigkeiten. Immer wieder treffen die früheren Gruppenmitglieder aufeinander und es wird klar, daß es eine Reihe von verdeckten Verbindungen gibt. Insbesondere um Laura spinnt sich ein Geheimnis, denn warum sonst sollte sie dieser Maskenträger verfolgen, der am Todestag ihrer Mutter in der Wohnung aufgetaucht war? Welche Rolle spielt Cattaneo in diesem Geflecht, und welche der Ratsherr Querini, der Antonio fördert? In den Kriegswirren, denen Venedig in dieser Zeit ausgesetzt ist, fällt die Auflösung nicht leicht.

In einem farbenprächtigen und detailreichen Bilderbogen erweckt Charlotte Thomas das Venedig des beginnenden 16. Jahrhunderts zum Leben. Die Lebensbedingungen der unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen werden spürbar und der historische Hintergrund inklusive echter Personen nimmt angemessenen Raum ein – es wirkt weder übertrieben noch künstlich eingebaut, sondern gut integriert. In all diesen Punkten handelt es sich eindeutig um einen historischen Roman im besten Sinne des Wortes, zumal das ganze Geschehen auch sprachlich flüssig und angenehm präsentiert wird.

Leider gab es für mich trotzdem einige Wermutstropfen. Bei aller Freude über die vielen präsentierten Details war es mir in Summe einfach der ein oder andere Schlenker zu viel, der die Geschichte nicht weiterbrachte. Ich habe nichts gegen erzählerische Ruhephasen, Bücher mit permanenter Aktion langweilen mich auch eher, aber hier hatte ich, vor allem im letzten Drittel, doch ab und an das Gefühl, nur noch auf der Stelle zu treten. Darüber hätte ich noch hinweg gesehen, wenn die Auflösung anders erfolgt wäre. Diese findet auf den letzten hundert der 1000 Seiten statt und das in einer Form, die ich persönlich nicht schätze: Enthüllungen auf dem Totenbett, bei denen es immer gerade noch für alle wichtigen letzten Worte reicht, Rettungen in letzter Minute, ein insgesamt sehr aufgeräumtes Personaltableau und auch sonst eine Beseitigung aller Probleme, die vielleicht am Horizont hätten drohen können, so daß in bester Hollywood-Manier nur noch "The End" einzublenden bleibt. Sehr schade, damit ist an dieser Geschichte einiges verschenkt worden.

Sehr schön ist dem Verlag aber die Aufmachung gelungen. Jeder der den Roman strukturierenden Teil wird mit einem atmosphärischen Schwarz-Weiß-Photo aus Venedig eingeleitet, das Lesebändchen im edlen Goldton leistet gute Dienste, das Papier ist angenehm in Griff und Tönung und Extras wie das Personenregister, eine Zeittafel und ein Glossar runden den positiven Eindruck ab.

Trotz der oben geäußerten Kritikpunkte an der Konstruktion der Geschichte ist "Die Lagune des Löwen" ein Historienschmöker, der für einige spannende und unterhaltsame Stunden in den venezianischen Karnevalstrubel, die Palazzi und Gassen zu entführen vermag.

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