Sabine Weigand: Die Markgräfin

Sabine Weigand: Die Markgräfin

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Sabine Weigand: Die Markgräfin
Verlag
ET (D)
2004
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783596159352

Informationen zum Buch

Seiten
480

Sonstiges

Erster Satz
Missmutig stapfte der Kastellan durch den frisch gefallenen Schnee über den Schönen Hof.

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Mit zehn ist sie verheiratet. Mit zwölf Witwe. Mit fünfzehn heiratet sie den König von Böhmen. So steht es in den Chroniken. Als sie endlich ihr eigenes Leben führen will, sperren ihre Brüder sie ein. Ihre Spur verliert sich 1542. Bis in unseren Tagen ein geheimnisvoller Fund die Geschichte der Markgräfin Barbara von Ansbach enthüllt.

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Eine runde Sache

Franken, im Jahr 1527. Zum Wohl der Familie wird die Markgrafentochter Barbara im Alter von zehn Jahren verheiratet, mit zwölf ist sie bereits wieder Witwe. Wieder wegen der Familie heiratet sie drei Jahre später den böhmischen König, doch die beiden Ehegatten werden sich nie auch nur begegnen. Aus erbrechtlichen Gründen wird Barbara von ihren beiden Brüdern auf der Plassenburg bei Kulmbach festgesetzt, um zu verhindern, dass sie ihr Leben und Schicksal selbst bestimmen kann. Und dort verbringt sie Jahr um Jahr, bis ihre Chance doch eines Tages zu kommen scheint.

Das Leben von Barbara steht zwar im Mittelpunkt, aber das Buch wartet noch mit einem zweiten Erzählstrang auf, nämlich der Suche von vier Männern, die zufällig auf Hinterlassenschaften aus dem 16. Jahrhundert und damit auf Barbaras Spuren stoßen. Teil aus beruflichen Gründen, teils aus privater Leidenschaft beschließen sie, das Geheimnis zu lüften. Obwohl das auf trockene Recherchen hinausläuft, ist es doch nicht weniger spannend als die eigentliche Geschichte. Meist sind die Männer der historischen Handlung immer einen Schritt voraus, doch es wird nie so viel verraten, dass man gleich weiß, wie es mit Barbara weitergeht. Sie verkörpert die vielen Frauen, die früher aus politischen oder wirtschaftlichen Interessen nach Gutdünken der Männer ihrer Familien mehr oder weniger verschachert wurden. Eigene Vorstellungen, Wünsche oder gar Gefühle zählten dabei überhaupt nicht. In Barbara ist schon ein wenig die Frau von des 20. Jahrhunderts zu erkennen, aber ob und wie sie es umsetzen kann, verrate ich natürlich nicht.

Die Charaktere, egal in welcher Zeitebene, erscheinen sehr authentisch, denn jeder von ihnen hat auch Schwächen, keiner ist ein Übermensch. Barbara wird nicht als die atemberaubende Schönheit dargestellt, sondern als äußerlich durch eher durchschnittlich. Auch vom Intellekt her hebt sie sich zwar von vielen der damaligen Frauen ab, wird aber nicht als übertrieben klug geschildert. Ihre Gedanken und Empfindungen lassen sich leicht nachvollziehen, es ist nicht schwer, sich in sie hineinzuversetzen.

„Die Markgräfin“ aus dem Jahr 2004 ist Sabine Weigands erster Roman und weist schon die bewährten Stilmittel auf, die auch ihre späteren Bücher kennzeichnen. Auf geschickte Weise werden Wahrheit und Phantasie verwoben und eine spannende Geschichte daraus geschaffen. Die Handlung dreht sich um eine historische Persönlichkeit, echte Schauplätze und Ereignisse. Die Rahmenhandlung fügt sich nahtlos in die geschichtlichen Begebenheiten ein und vermittelt ein lebendiges und glaubhaftes Bild der damaligen Zeit. Der Wechsel zwischen den Zeitebenen gefiel mir anfangs nicht so gut, aber nachdem ich mich daran gewöhnt hatte und diese Abschnitte zunehmend spannender wurden, machte mir das Hin und Her nichts mehr aus. Zwischen den Kapiteln erscheinen immer wieder Briefe, die in altertümlichem Stil geschrieben und auf gewisse Weise das Salz in der Suppe sind, selbst wenn sie in den meisten Fällen erfunden wurden. Zarte Liebesgeschichten gibt es ebenso wie blutige und brutale Szenen, die in der damaligen Zeit fast als normal hingenommen wurden. Auch wenn sich Sabine Weigand einige schriftstellerische Freiheiten genommen hat, wie sie im Nachwort erläutert, ist die Geschichte doch eine runde Sache.

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Im Jahr 2001 findet der Kastellan auf der Plassenburg die Leiche eines Säuglings aus dem Zeitraum um das 16. Jahrhundert. Während nun in der Gegenwart die Spurensuche beginnt und einige Leute heraus zu finden versuchen, wer die Mutter des Säuglings war und was es mit der Leiche auf sich hat, springt die Zeitebene immer wieder in eben besagte Zeit. Hier beginnt die Geschichte 1525 mit der kleinen Barbara, Markgräfin von Ansbach, die mit 10 Jahren an einen viel älteren Ehemann verheiratet wird. Jedoch stirbt dieser bereits nach 2 Jahren Ehe, ohne dass die Ehe wirklich vollzogen wurde und das Leid von Barbara nimmt seinen Lauf.

So wie die Zeitebene wechselt, so wechselt auch die Sprache: In der Vergangenheit ist der Schreibstil komplett der damaligen Sprache angepasst, was es für mich als Leser zuerst schon erschwert hat, in die Geschichte mich einzufinden. Jedoch nach anfänglicher Gewöhnungszeit, war ich dann total in der Geschichte drinnen und wollte lieber in der Vergangenheit weiter lesen, als die Spurensuche in der Gegenwart zu verfolgen!

Die Autorin hat geschickt eine wahre Begebenheit mit einem Schuss Fantasie vermengt und daraus ein sehr lebendiges Porträt der Markgräfin gezeichnet. Da die Geschichte der Frau teilweise auf Tatsachen beruht, war ich noch mehr erschüttert, was diese Frau alles erleiden und erdulden musste, einfach aus dem Grund, weil sie eine Frau war und ihre einzige Daseinsberechtigung darin bestand, möglichst gewinnbringend verheiratet zu werden. Als sie selber bestimmen möchte, wird sie von ihrem Bruder eingesperrt und und muss noch einiges Schlimmeres ertragen. Ich muss sagen, dass mich das Buch stellenweise sehr erschüttert hat und ich froh bin, dass ich nicht zu der Zeit lebe!

Sehr gut gefallen hat mir an diesem Buch, dass es der Autorin gelungen ist, eine für ihre Zeit starke Frau zu zeichnen, die aber trotzdem sich immer noch ihrer Zeit entsprechend verhält. Der Leser bekommt keine Superheldin präsentiert und auch keine Frau, die eigentlich in unsere Zeit passen würde, sondern eine weibliche Hauptfigur, die trotz allem versucht das Beste aus ihrer Lage zu machen und eine sehr große innere Stärke vorweist.

Auf keinen Fall passt die Assoziation, die der Titel hervorruft, mit anderen historischen "...-in" Romanen.

Sehr positiv ist mir auch das Nachwort der Autorin aufgefallen, in dem sie noch mal darauf eingeht, was historischen Tatsachen entspricht und was leider nicht. Dass der einzige Lichtblick im Roman leider nicht historisch belegt ist, hat mich dabei sehr nachdenklich zurück gelassen.

Auf jeden Fall ein Buch, dass ich Fans historischer Romane nur empfehlen kann!

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