Lea Korte: Die Maurin

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Lea Korte: Die Maurin
Verlag
ET (D)
2010
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783426502303

Informationen zum Buch

Seiten
663

Sonstiges

Erster Satz
Zahra wusste, dass sie um diese späte Stunde in ihrem Bett zu liegen und zu schlafen hatte, aber die Nacht war drückend heiß, die Luft in ihrem Zimmer schwül und stickig, und so schlich sie sich doch hinaus und huschte über die Treppe auf die Dachterrasse.

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Andalusien im 15. Jahrhundert. Zwischen Mauren und Christen toben erbitterte Kämpfe - und mittendrin steht die junge Zahra. Als Hofdame und enge Vertraute -Aischas, der Hauptfrau des tyrannischen Emirs, gerät sie in ein grausames Spiel dunkler -Intrigen und rücksichtsloser Machtkämpfe. Dann verliebt sie sich ausgerechnet in den Spanier Gonsalvo - eine Liebe, die sie in tödliche Gefahr bringt ...

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Andalusien im 15. Jahrhundert. Während sich die Auseinandersetzungen zwischen dem maurischen Herrscherhaus des Emir Hassan von Granada und der spanischen Königin Isabel zuspitzten, verbringt die junge Maurin Zahra als Hofdamen der Sultanin Aischa viel Zeit in der herrschaftlichen Alhambra, dem Stolz Granadas. Dort bekommt Zahra auch die Machtkämpfe innerhalb der Sultansfamilie hautnah zu spüren. Ihr Geschick und vor allem ihr Mut lassen sie für ihre, unter Arrest stehende Herrin Aischa, immer wieder zum Spielball der kleinen und großen Intrigen werden. Denn Aischas Mann, der grausame Emir, herrscht undiplomatisch und unnachgiebig gegenüber der christlichen Bedrohung. Gleichzeitig will Königin Isabel mit ihren Mannen das Land endgültig von den Mauren und Andersgläubigen befreien und erklärt den Krieg. Doch die Sultansfamilie ist zusätzlich noch in internen Fehden verstrickt. So trachtet Hassan nach dem Leben seines Sohnes Boabdil, der ihm den Thron streitig machen könnte. Dieser, geschützt durch seine Mutter Aisha, lebt nach seiner Flucht im Verborgenen. Und zwischen all den Machenschaften der beiden Königshäuser und den familiären Zwistigkeiten versucht der christliche Gesandte Gonzalo immer wieder zu vermitteln. Denn er glaubt gleichsam wie Thronanwärter Boabdil an den gemeinsamen Frieden. Dabei begegnet er eines Tages der spionierenden Zahra und noch während sich die beiden ein ersten Mal in die Augen sehen, ermächtigt sich in beiden ein Gefühl, welches die beide in Verwirrung stürzt. Doch dann überstürzen sich die Ereignisse…

Für mich bestach dieser Roman von Lea Korte vor allem durch seine wunderbar bildhafte Lebendigkeit. Schauplätze, wir Charaktere waren sehr authentisch und ansprechend ausgelegt, so dass ich mir alles überaus plastisch und lebensnah vorstellen konnte. Dabei wurde der Fokus aber niemals einseitig oder nur auf einzelne Figuren verteilt. So gab es viele liebenswerte, wie hassenswerte Nebenrollen, interessante und auch grauenhafte Blickwinkel auf Schlachten und Belagerungen, sowie politische Hintergründe, die faszinieren konnten. Angetrieben durch einen gekonnt gelegten und außerordentlich spannenden Plot konnte ich dieses Buch dann auch kaum noch aus den Händen legen. Doch trotz all der Spannung, die sich durchweg bis in den Schluss hinein halten konnte, erschien mir dieser Roman nie überzogen oder reißerisch. Stets konnte ich mit den einzelnen Protagonisten mitfiebern und mitfühlen. Ein Wechselbad der Emotionen war ebenso geboten wie überraschende Wendungen. Die Protagonistin Zahra war mitsamt ihrer mischkulturellen Familie sehr plastisch gezeichnet. Sie konnte mit ihrer Hilfsbereitschaft und Menschlichkeit sofort bei mir punkten. Aber es gab auch noch jede Menge anderer Sympathieträger in diesem Buch. Die fundamentale Basis der Geschichte war die sehr akribische Recherche der damaligen Historie durch die Autorin. Dazu diente unter anderem auch die kurze, sehr informative geschichtliche Einführung der historischen Begebenheiten zum Zeitspann davor. Geschrieben in einer leichten, bildhaften Sprache, flogen die Seiten nur so an mir vorbei. So war „Die Maurin“ für mich ein Lesegenuss der besonderen Art, den ich nur zu gerne weiterempfehlen möchte.

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Granada 1478: Seit Jahrhunderten teilen sich die Kastilier und die Mauren die iberische Halbinsel, doch die Unzufriedenheit auf beiden Seiten ist groß. Immer wieder kommt es zu Überfällen, Raubzügen und Brandschatzungen auf der jeweils gegnerischen Seite. Als Hassan, Emir von Granada, schließlich nicht mehr bereit ist, seinen Tribut an Isabel, Königin von Kastilien, zu entrichten, beginnt eine Zeit des Krieges. Mauren gegen Christen, Christen gegen Mauren, Christen gegen Juden, Mauren gegen Mauren. Die Welt der jungen Halbmaurin Zarah steht Kopf und als wäre das noch nicht genug, muss sie sich auch noch darüber Gedanken machen, einen ungeliebten Mann heiraten zu müssen. Ihr einziger Lichtblick ist die Zeit, die sie mit Sultanin Aischa als deren Gesellschafterin verbringen kann. Diese starke Frau lehrt sie, sich in einer Welt der Männer durchsetzen und ihren ganz eigenen Weg gehen zu können.

"Die Maurin" ist Lea Kortes zweiter Roman. Das Buch erzählt vom Untergang des Maurischen Reiches in Spanien und man wird auf den letzten Seiten schon etwas wehmütig, was für eine wunderbare Welt von den Christen im Laufe der vergangenen Jahrhunderte immer wieder zerstört wurde. Die in Spanien lebende Autorin befasste sich intensiv mit der Vergangenheit ihrer Wahlheimat und so ist das Buch sehr umfassend recherchiert. Die wenigen Stellen, an denen sie die Geschichte zugunsten ihres Plots etwas angepasst hat, führt sie im Nachwort auf. Ihre Sprache ist so lebendig, dass schon die ersten Seiten den Leser völlig in der Handlung versinken lassen und man unbedingt wissen will, wie Zahras Abenteuer enden.

Neben der gut recherchierten, spannenden Handlung erschienen mir die Charaktere oft als etwas zu fortschrittlich in ihrem Denken und Handeln. Das Buch wimmelt leider auch nur so von Stereotypen: Die Guten sind gut, die Bösen sind böse (und oft auch hässlich). Zahra erlaubt sich Freiheiten, die sogar heutzutage oft noch mit Ehrenmorden geahndet werden, doch irgendwie verzeihen sowohl ihr Vater als auch ihr Bruder ihr diese Fehltritte. Zwar ist der Ehrenmord und der Druck ihres Glaubens Thema des Buches, aber trotzdem erfährt Zahra in dieser Hinsicht wenige Konsequenzen (zugegeben: Eine "maurische" Maurin wäre für das Buch eher uninteressant). Natürlich gibt es auch Kontrastpunkte, die für mich wahre Lichtblicke waren: Charaktere, die anfangs etwas zwiegespalten sind. Neben Zahra gibt es da nämlich noch Gonzalo, den adeligen Kastilier, zu dem sich Zarah vom ersten Moment an hingezogen fühlt. Und dann ist da noch Jamie, dessen Bruder. Diese Charaktere sind der Autorin wiederum sehr gut gelungen.

Fanatische Inqisitoren und vergewaltigende zukünftige Ehemänner kennen wir zur Genüge aus anderen historischen Romanen (tatsächlich bleibt es bei "Die Maurin" aber bei einer "Fast"-Vergewaltigung) und doch empfinde ich dieses Buch als etwas Besonderes. Ich mochte es kaum aus der Hand legen und fühlte mich rundum wohl mit Zahras Geschichte. Es störte mich nicht, dass sie für die damalige Zeit und für mein Empfinden etwas zu neuzeitlich agierte. Und mich störten auch nicht die durchtriebenen, boshaften Charaktere (von denen mich einer am Ende sehr überraschen konnte). Auch die sich entwickelnde Liebesgeschichte überraschte mich im positiven Sinn.

Generell würde ich das Buch eher Frauen als Männern empfehlen. Fans des Autorenteams Iny Lorentz dürfen sich ebenfalls auf "Die Maurin" freuen. Im Gegensatz zu Büchern wie "Die Wanderhure" ist dieses hier noch weitaus komplexer und trotz aller Kritik weniger stereotyp. Wer sich also für die spanische Geschichte interessiert und auch mit nicht ganz so tiefgründigen Charakteren umgehen kann, wer sein Augenmerk auf eine spannende Erzählung mit interessanten Informationen mag, wird sich damit bestens unterhalten. Ich freue mich jedenfalls auf die weiteren Bücher von Lea Korte.

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