Ildefonso Falcones: Die Pfeiler des Glaubens

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Ildefonso Falcones: Die Pfeiler des Glaubens
ET (D)
2010
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
Originaltitel
La mano de Fátima
ET (Original)
2009
ISBN-13
9783570100455

Informationen zum Buch

Seiten
928

Sonstiges

Übersetzer/in
Erster Satz
Das morgendliche Läuten der Kirchenglocken durchdrang die eisige Kälte in dem kleinen Dorf am Fuße der Sierra Nevada.

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Andalusien, 1568. Nach Jahren der Unterdrückung erheben sich die spanischen Muslime gegen ihre christlichen Peiniger. Unter den Aufständischen ist auch der junge Maure Hernando, der sein Volk und seine Kultur vor dem Untergang retten will. Doch die Revolte wird bald zum blutigen Glaubenskrieg, und angesichts der von beiden Seiten begangenen Grausamkeiten wächst in Hernando das Bedürfnis nach Frieden und Aussöhnung der Religionen - ein Ziel, dem er fortan sein Leben widmet.

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(Aktualisiert: 18 August 2012)
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Ein Stück dunkler spanischer Geschichte - packend erzählt

In diesem gut 900 Seiten umfassenden Schmöker erzählt Ildefonso Falcones ein dunkles Kapitel der spanischen Geschichte: Die Unterdrückung und schließlich komplette Vertreibung der Mauren aus Spanien durch die Christen zu Beginn des 17. Jahrhunderts.
Aus Sicht des jungen Hernando Ruiz, der aus der Schändung seiner Mutter durch einen Pfarrer entstanden ist, erlebt der Leser die Aufstände der Mauren, ihre Niederlage und anschließende Unterdrückung und Erniedrigung, bis die Geschichte ihren traurigen Höhepunkt mit der Vertreibung erreicht. Hernando ist dabei zwischen den Religionen gefangen und merkt irgendwann, dass das Ziel sein sollte genau die beiden Religionen, die gar nicht so viel trennt, miteinander zu verbinden, um ein friedliches Miteinander zwischen Christen und Mauren zu ermöglichen. Für dieses Ziel muss er selber einen harten und beschwerlichen Weg gehen und viele Schicksalsschläge hinnehmen. Aller Widrigkeiten zum Trotz verliert er nie seinen wahren Glauben und hofft bis zum Ende auf Frieden zwischen den Religionen.

Ich muss gestehen, dass ich vor diesem Buch keine Ahnung über die Vertreibung der Mauren aus Spanien hatte. Ich habe zwar schon Bücher über die Mauren in Spanien gelesen, aber alle behandelten entweder einen früheren oder späteren Zeitpunkt. Dass tausende von Menschen der Heimat beraubt und oft getötet worden sind, war mir nicht bewusst. Umso mehr hat mich dieser Roman mitgenommen.

Spannend beschreibt der Autor die Kämpfe zwischen den Mauren und den Christen, dabei spart er oft nicht mit grausamen Details, die mir wirklich die Haare zu Berge haben stehen lassen. Gut gefallen hat mir dabei, dass keine Seite besser dargestellt wurde, als die andere. Jeder war sich selbst am Nächsten und für jede erlittene Schmach kam die Rache, sobald der Gegner wieder Überhand hatte. Ganz furchtbar ist dabei wieder die Tatsache, dass besonders Frauen und Kinder leiden mussten und oft zu Spielbällen der Rachefeldzüge und Hass-Politik wurden. Unglaublich zu was die Menschen fähig sind, sich gegenseitig anzutun.

Schön finde ich auch, wie mir duch dieses Buch der islamische Glauben näher gebracht wurde und ich wieder eine Menge über diese Religion gelernt habe. Faszinierend fand ich auch, wie die Religionen Einfluss auf ihre Anhänger nehmen: Während die Christen lieber als Märtyrer sterben, bevor sie ihrem Glauben abschwören, dürfen die Muslime so tun, als wären sie Christen, so lange sie in ihrem Herzen weiterhin Muslime bleiben. Und besonders spannend fand ich das Aufzeigen der Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Religionen. Gerade die Suche nach den Gemeinsamkeiten zeigte mir, dass dieses sinnlose Gemetzel und dieser stetige gegenseitige Hass überhaupt nicht notwendig wären. Leider sah das zu der Zeit aber fast niemand sonst so und auch heute ist das noch nicht überall selbstverständlich.

Hernando ist ein mutiger und tapferer Charakter, der sein Herz am rechten Fleck hat, es aber trotzdem im Leben nicht leicht hat. Sein Makel von Geburt an, dass er blaue Augen hat und von einem Pfarrer abstammt, der seine Mutter auch noch vergewaltigt hat, verfolgt ihn sein Leben lang. Trotzdem beweist er bis zum Schluss, dass er erstens mit ganzem Herzen Muslime ist und zweitens mehr Mitgefühl mitbringt, als so mancher Christ, der das aber von sich behauptet. Mir war Hernando sehr sympathisch und ich habe über Seiten hinweg mit ihm mitgelitten und mich auch mitgefreut.

Dank dem ausführlichen Nachwort ist auch ersichtlich, dass sich der Autor in der Beschreibung der historischen Begebenheiten und Persönlichkeiten sehr nahe an den Fakten orientiert hat und viele der auftretenden Personen tatsächlich gelebt haben bzw. auch die Suche nach den Gemeinsamkeiten der Religionen tatsächlich stattgefunden hat. Das verbindende fiktive Glied, ist Hernando, der sehr gut in den Gesamtzusammenhang und die wahren Begebenheiten eingebaut wurde.

Jedes neue Kapitel fängt dabei auch mit Auszügen aus den historischen Quellen an, was mir sehr gut gefallen hat und oft eine gute Hinführung zum Inhalt des Kapitels dargestellt hat.

Alles in allem ein wunderbarer historischer Schmöker, der mir auf wunderbare Weise ein Stück spanische Geschichte näher gebracht und mir viel Stoff zum Nachdenken gegeben hat. Ein sehr ausführlich recherchiertes Buch, das gerade auch in unserer heutigen Zeit gut passt: Ruft es doch zu Toleranz und Mitgefühl auf!

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