Alexander Hartung: Die Rache des Inquisitors

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Alexander Hartung: Die Rache des Inquisitors
Verlag
ET (D)
2010
Ausgabe
Taschenbuch
ISBN-13
9783865062956

Informationen zum Buch

Seiten
320

Sonstiges

Erster Satz
Das Licht des brennenden Scheiterhaufens spiegelte sich im Gesicht von Pater Baselius.

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Deutschland im 17. Jahrhundert: Die Hexenverfolgung erreicht ihren Höhepunkt. Auch für das beschauliche Dorf Reheim im Taunus brechen dunkle Zeiten an, als die Inquisition Einzug hält. Der blinde Dominikanerpriester Baselius und sein Junger Gehilfe Thomas verfolgen erbarmungslos nur ein Ziel: Ketzerei und Teufelswerk jeder Art auszurotten. Einzig die junge Klara, die ohnmächtig zusehen muss, wie ihre geliebte Freundin, die Kräuterfrau Agnes, den Flammen zum Opfer fällt, will dem sinnlosen Sterben Unschuldiger ein Ende bereiten. Entgegen der Warnungen ihres Onkels und Ziehvaters Markus und ihres Jugendfreundes Peter beginnt sie, Nachforschungen anzustellen - und entdeckt, dass sich hinter dem religiösen Eifer des jungen Thomas, der das Dorf und seine Bewohner erstaunlich gut zu kennen scheint, in Wahrheit ein schreckliches Geheimnis verbirgt...

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Im 17. Jahrhundert wächst Klara wohl behütet von ihrem Onkel Markus und der Kräuterfrau Agnes in dem kleinen Dorf Reheim im Taunus auf. Ihre Welt verändert sich von heute auf morgen rapide und zum Schlechteren, als die Inquisition in Reheim auftaucht und einen Bürger nach dem anderen der Ketzerei beschuldigt. Aber Klara glaubt nicht daran, dass es sich wirklich um Ketzer handeln soll und fängt selber an zu recherchieren, ohne dabei an die eigene Gefahr zu denken, in die sie sich begibt…

Kaum hat man die ersten Seiten gelesen, ist man bereits komplett von der Geschichte gefangen und dem Leser werden nicht viele Verschnaufpausen gegönnt. Trotz der Kürze des Buches und des sehr schnellen Schreibstils, gelingt es dem Autor alle wichtigen Informationen an den Leser zu vermitteln und den Spannungsbogen immer sehr weit oben zu halten.

Dabei empfand ich es als sehr positiv, dass Folterszenen nicht explizit beschrieben werden, sondern z. B. nur über die Aufzählung von Werkzeugen beim Leser das notwendige Grauen erzeugt wird.

Die Hauptpersonen sind gut beschrieben, so dass ich ihre Handlungen und auch ihre Motive jederzeit gut nachvollziehen konnte. Klara ist mir dabei fast ein bisschen zu naiv und gutgläubig einerseits, andererseits ist sie mit einem sehr ausgeprägten Gerechtigkeitssinn ausgestattet und einer guten Portion Sturheit, die sie immer wieder in brenzlige Situationen bringt.

Ein kleiner Wehmutstropfen besteht darin, dass kaum Raum für Spekulationen gelassen wird, da mir als Leser relativ schnell klar war, wer wie in die Sache verstrickt ist und welche eigentlichen Motive verfolgt werden. Nur kurzzeitig wird eine andere Fährte gelegt, die sich aber sehr schnell wieder auflöst.

Schade ist auch, dass am Ende die Guten wirklich gut und die Bösen wirklich böse sind und kein Raum für eine Entwicklung von Charakteren etc. oder noch eine überraschende Wendung gegeben wird.

Trotz allem entwickelt das Buch eine sehr hohe Sogwirkung und ich konnte es immer nur sehr schwer aus der Hand legen, geschweige denn die Einteilung der Leserundenabschnitte so einfach einhalten.

Für einen Erstlingsroman finde ich das Buch sehr gut gelungen und ich denke, da verbirgt sich noch sehr viel Potenzial für die hoffentlich bald folgenden Romane!

Daher vergebe ich 3,5 Punkte - da es eher zum positiven tendiert, gibt es 4 Punkte Gesamtwertung)!

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Deutschland zur Zeit der Hexenverfolgung. Der alte Inquisitor Baselius und Thomas, sein zukünftiger Nachfolger, reisen durch das Land und machen Ketzern den Prozess. Als sie in Reheim ankommen, scheinen dort besonders schwere Fälle in größerem Ausmaß vorzuliegen. Die Bevölkerung lebt in Angst und Schrecken vor den Inquisitoren sowie ihren Verhör- und Foltermethoden. Verrat und Beschuldigungen bestimmen den Alltag. Doch es gibt Hoffnung. Die junge Klara glaub nicht an Schuld und Zufälle. Sie forscht unter Einsatz ihres Lebens in der Vergangenheit des Dorfes und kommt einem dunklen Geheimnis auf die Spur.

"Die Rache des Inquisitors" ist der erste Roman von Alexander Hartung. Sein persönliches Interesse an der Inquisition merkt man diesem historischen Kriminalroman an. Fesselnd beschreibt er die Hexenverfolgung in Deutschland am Beispiel eines Dorfes im Taunus. Besonders die bildhafte Sprache hat mir gut gefallen. Der Wandel der Bewohner von Gemeinschaft zu Egoismus, die schwarze Kutsche der Inquisition, die über das Kopfsteinpflaster poltert und den Alltag förmlich zerreisst. So vermittelte mir der Roman Spannung und Gefühl zugleich.

Der Autor verzichtet auf zu tiefe Details der Folter. Man ist als Leser nicht unbedingt darauf angewiesen, weil Worte und kleine Anmerkungen passend plaziert sind. Um sich langsam an das grausame Thema Inquisition heranzutasten, ist es die richtige Lektüre. Die Charaktere empfand ich als angenehm und gut beschrieben. Es gibt Sympathieträger, mit denen man mitfiebert, sowie Typen, vor denen man am liebsten davonlaufen möchte.

Auch wenn das Buch bis zum Schluß spannend blieb, war der Ausgang der Geschichte sehr vorhersehbar. Bei der Umsetzung sind dem Autor aber noch einige Überraschungen gelungen. Für mich ist "Die Rache des Inquisitors" ein kurzweiliger Histokrimi, der gemütliche Lesestunden über ein ungemütliches Thema beschert.

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#1 Rezensent
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Klara Ulner, die hübsche junge Frau, lebt glücklich in dem kleinen deutschen Dorf Reheim. Regelmäßig besucht sie ihre gute Freundin Agnes, die Heilerin und Kräuterfrau und hegt ein freundschaftlich-neckendes Verhältnis mit ihrem Jugendfreund und Schürzenjäger Peter. Da ihre Eltern früh gestorben sind, lebt sie bei ihrem Onkel Markus, einem ehemaligen Soldaten. Die Bewohner ihres Dorfes pflegen eine lockere, nette Gemeinschaft. Jeder kennt jeden, jeder hilft jedem und manchmal gibt es auch Streitereien. Doch als zwei Inquisitoren in Begleitung mehrerer Soldaten in Reheim Einzug halten und geheimnisvollen Anschuldigungen der Ketzerei nachgehen, ändert sich Klaras heile Welt grundlegend.

"Die Rache des Inquisitors" ist Alexander Hartungs Debüt und als solches mehr als gelungen. Das Buch hat mich angenehm überrascht und die Seiten flogen nur so dahin. Klara und Peter sind zwei sehr sympathische Hauptcharaktere und obwohl es sich hier um das Thema Hexenverfolgung und Verbrennung von Ketzern handelt, verzichtet der Autor weitgehend auf die übliche Schwarz-Weiß-Malerei. Sogar der eigentliche Bösewicht der Geschichte schafft es, dass man am Ende Mitleid mit ihm empfindet. Besonders Baselius, der blinde Inquisitor, hat mich überrascht: Obwohl er Verbrennungen und peinliche Vernehmungen veranlasst, empfindet er dabei Demut und Trauer, bleibt allzeit besonnen und neigt nicht dazu, die Menschen zu quälen.

Faszinierend schildert Alexander Hartung die Entwicklung der Dorfbevölkerung von einer Gemeinschaft in eine verängstigte Meute, die ihre Nachbarn verrät, um ihr eigenes Leben zu retten. Das Misstrauen greift immer mehr um sich, denn die Opfer der Inquisitoren führten vormals ein gläubiges und einfaches Leben. Warum also findet man nun überall in den Scheunen Ketzersymbole und geköpfte Hühner? Klara weiß, dass da etwas nicht mit rechten Dingen zugeht und sucht nach Hinweisen und Spuren. Doch die Zeit läuft ihr davon und immer mehr ihrer Freunde landen auf dem Scheiterhaufen.

Natürlich sind die historischen Fakten bezüglich Hexenverfolgung etwas überstrapaziert und überdehnt, weshalb man das Buch eher als Kriminalroman sehen sollte. Da erwarte ich als Leserin zum Beispiel eine spannende Geschichte mit schlüssiger Auflösung statt fundierter Recherche - Anforderungen, denen der Autor hier wirklich gerecht wird. Ich wollte das Buch kaum zur Seite legen, weil ich - wie Klara - wissen wollte: Was geht hier vor? Die Zusammenhänge dämmerten mir dann irgendwann, was aber der Spannung keinen Abbruch tat. Alexander Hartungs flüssig zu lesender Schreibstil tat sein übriges dazu und so waren dies sehr kurzweilige 317 Seiten. Ich bin sehr gespannt auf die folgenden Bücher des Autors.

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