Claire Winter: Die Schwestern von Sherwood

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Claire Winter: Die Schwestern von Sherwood
Verlag
ET (D)
2013
Ausgabe
Gebundene Ausgabe
ISBN-13
9783453291409

Informationen zum Buch

Seiten
576

Sonstiges

Originalsprache
deutsch
Erster Satz
Es waren nur wenige Bilder von damals in ihrem Kopf.

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Handlungsort

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Eine geheime Botschaft, eine verbotene Liebe, eine tödliche Schuld

1948: Die angehende Journalistin Melinda kämpft im Nachkriegsberlin ums tägliche Überleben, als sie von einem anonymen Absender ein rätselhaftes Paket erhält. Die Bilder einer mystischen Moorlandschaft und eine ungewöhnliche Schachfigur führen die junge Frau nach England, zu einem geheimnisvollen alten Herrenhaus. Dort stößt Melinda auf die dramatische Liebesgeschichte zweier Schwestern im letzten Jahrhundert, die sehr viel mehr mit ihrem eigenen Leben zu tun hat, als sie zunächst ahnt …

England 1881: Nach vielen entbehrungsreichen Jahren hat es Elisabeth Sherwood zusammen mit ihrem Mann John zu Geld und einem wunderbaren Anwesen in Devon gebracht. Nun sollen ihre Töchter Cathleen und Amalia ihr die Türen zur besseren englischen Gesellschaft öffnen. Als Amalia nach einer schweren Scharlacherkrankung taub wird, richtet die Mutter all ihren Ehrgeiz auf Cathleen und arrangiert eine Heirat mit Lord Edward Hampton, Sohn einer verarmten Aristokratenfamilie. Auch Amalia kennt den jungen Lord. Sie begegnet ihm häufig im einsamen Dartmoor, wo sie ausgedehnte Spaziergänge unternimmt und stundenlang malt. Zwischen den beiden entspinnt sich eine leidenschaftliche Liebesbeziehung. Dann verschwindet Amalia plötzlich. Sie sei im Moor tödlich verunglückt, heißt es. Edward und Cathleen heiraten, doch ihre Familien sind gezeichnet von dem Unglück, das mit dem Verlust Amalias über sie hereingebrochen ist, und von der Schuld, die ein jeder von ihnen auf sich geladen hat …

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Wunderbarer Schmöker - Ganz neue Einblicke zum Thema Taubheit

1948 Berlin: Melinda eine junge Journalistin, versucht im zerstörten Nachkriegsberlin als Journalistin über die Runden zu kommen. Während sie versucht Fuß zu fassen, erhält sie eines Tages ein merkwürdiges Päckchen mit vermeintlichen Liebesbriefen, deren Absender und Empfänger aber anonym bleiben. Neugierig geworden begibt sich Melinda auf Spurensuche und landet dabei mit ihrer Recherche im 19. Jahrhundert bei zwei ungleichen Schwestern.

Das Buch wird auf zwei Zeitebenen erzählt. Zum einen ist da Melinda im Nachkriegsberlin, die nach und nach den Spuren ihres geheimnisvollen Päckchens folgt. Zum anderen sind da die beiden Schwestern Amalia und Cathleen, die eng miteinander verbunden sind, denen das Schicksal aber einige schwere Prüfungen auferlegt. Diese Wechsel zwischen den beiden Erzählsträngen haben für mich noch zusätzliche Spannung erzeugt und oft hing ich gebannt über den Seiten und konnte gar nicht schnell genug umblättern. Dabei ist die Sprache wunderbar gestaltet, so dass ich alles genau vor meinem geistigen Auge sehen konnte: das zerstörte Berlin, der herrschaftliche Sitz Sherwood etc.

Die Figuren sind sehr liebevoll ausgearbeitet und ich konnte sie mir alle recht schnell vorstellen und mit ihnen mitfiebern. Gerade Melinda, Amalia und Cathleen sind wahre Sympathieträger und ich habe mit ihnen mitgelitten und mich mit ihnen gefreut.

Besonders gut wurde das Thema Taubheit ausgearbeitet und ich habe dabei viele, meist erschreckende Dinge, erfahren, die ich vorher noch gar nicht wusste. Gerade der Umgang mit tauben Menschen im 19., aber auch noch im 20. Jahrhundert war teilweise einfach furchtbar und zusammen mit der Figur der Amalia erlebte ich als Leser einige dieser Schrecken und furchtbaren Umgangsarten mit. Gleichzeitig wird aber die Taubheit von Amalia so wunderbar beschrieben, dass ich mich sehr gut hinein fühlen konnte und nachvollziehen konnte, wie die anderen Sinne von Amalia dafür umso stärker zum Leben erwachen. Die ganze Erzählung hat mich so neugierig gemacht, dass ich schon versucht bin, auch die taubstummen Sprache zu erlernen, um da ein noch besseres Gefühl zu bekommen.

Alles in allem ein wunderbarer Schmöker, den ich einmal in die Hand genommen, kaum noch weg legen konnte und der mich trotz einiger Tragik mit einem Lächeln zurück gelassen hat. Ein richtiges Wohlfühlbuch, das mir einige schöne Lesestunden beschert hat.

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Eine Reise in die Vergangenheit


Das Buch:
Melinda lebt im Berlin der Nachkriegszeit. Nachdem sie ihre Eltern verloren hat, steht sie alleine da und versucht, einen Job als Journalistin zu bekommen.
Eines Tages wird ihr ein Paket zugestellt ohne Absender. In dem Paket befinden sich unter anderem Briefe und eine wertvolle Schachfigur aus Marmor. Zunächst weiß Melinda nicht viel mit dem seltsamen Päckchen anzufangen, doch dann nimmt sie Nachforschungen auf, die sie bald nach England und in die Vergangenheit führen.

Meine Meinung:
Ich bin mir sicher, dass ich schon jetzt dieses Buch zu meinen Lesehighlights 2013 zählen kann!
Die Geschichte hat mich so in ihren Bann gezogen, dass ich am liebsten die Tage und Nächte durchgelesen hätte. Die Autorin schreibt so unglaublich bildhaft, dass ich mir wie im Kino vorkam.
Erzählt wird die Geschichte in zwei Handlungssträngen. Einmal geht es um Melinda, die in der Nachkriegszeit 1948 in Berlin lebt und nach England reist. Und dann lernen wir Elisabeth und John und ihre Töchter Amalia und Cathleen lernen, die in Devon im ausgehenden 19. Jahrhundert lebten.
Ich bin ein großer Fan von Familiengeschichten, Familiengeheimnissen und Nachforschungen in der Vergangenheit. Somit bin ich auch schon mit sehr großen Erwartungen an dieses Buch herangegangen. Ich wurde nicht enttäuscht!
Die Geschichte hat mich absolut fesseln können. Sie hat mich zutiefst berührt und wird mich auch jetzt nach dem Lesen der letzten Seite noch lange gedanklich beschäftigen.

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Tragisch und spannend

1948: Die junge Melinda Leewald versucht im Nachkriegsberlin als Journalistin Fuß zu fassen, als sie eines Tages ein Paket mit geheimnisvollem Inhalt erhält. Neben Liebesbriefen und Zeichnungen einer unbekannten Moorlandschaft befindet sich noch eine außergewöhnliche Schachfigur in dem Paket ohne Absender. Melindas Nachforschungen führen sie nach England, wo sie auf die tragische Familiengeschichte der Sherwoods Ende des 19. Jahrhunderts stößt. Damals fanden die beiden Sherwood-Töchter im Abstand von knapp 2 Jahren den Tod im Moor. Schrittweise fügt Melinda die einzelnen Puzzlestücke zu diesem Drama zusammen und findet heraus, welche Rolle sie selber dabei spielt.

Dieses Buch ist mein erstes Buch von Claudia Ziegler alias Claire Winter, aber ich kann jetzt schon sagen, daß es nicht das Letzte bleiben wird. Normalerweise bin ich kein großer Freund von Familiengeschichten, aber die Mischung aus Nachkriegszeit, Familiendrama im ausgehenden 19. Jahrhundert plus detektivischer Recherchearbeit einer sympathischen Hauptprotagonistin haben dann doch meine Neugier geweckt. Und ich bin froh, daß ich das Buch gelesen habe, ich hätte sonst wirklich was verpasst.

Meine Begeisterung beruht zum einen auf dem Schreibstil der Autorin, der sehr einfühlsam ist. Sie schafft es spielend, große Gefühle zu beschreiben, ohne dabei kitschig zu wirken. Die Charaktere sind sehr liebevoll und detailliert gezeichnet und ihr Denken und Fühlen war für mich absolut nachvollziehbar. Ebenso sind der Autorin die Beschreibungen der Handlungsorte sehr gut gelungen.

Die Handlung spielt auf 2 Zeitebenen: einmal begleiten wir Melinda im Jahre 1848 bei ihren Nachforschungen bezüglich des geheimnisvollen Inhalt des Pakets, welche sich mit den Ereignissen in England ab 1881 abwechseln. Die Verflechtung beider Handlungsstränge ist der Autorin hervorragend geglückt.

Ein weiterer Pluspunkt ist die Tragik, die das Buch ausmacht: mich hat das Buch tagelang beschäftigt und ich habe mir Gedanken darüber gemacht, ob die Geschichte unter anderen Umständen hätte anders ausgehen können – das passiert mir nicht bei vielen Büchern.

Die Hauptprotagonistin Melinda hat mir sehr gut gefallen, wie sie sich trotz aller Widrigkeiten nicht von ihren Recherchen um die Sherwood-Schwestern abhalten läßt – die beste Voraussetzung für ihre weitere journalistische Laufbahn.
Ebenso habe ich bei der tragischen Liebesgeschichte zwischen Amalia, Cathleen und Lord Edward Hampton mitgelitten.

Das Ende des Buches hat mich überzeugt und fand ich sehr stimmig. Für mich ist das Buch eindeutig ein Buchtipp.

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Bittersüße Familiengeschichte

Berlin 1948. Melinda lebt im Nachkriegsberlin und kämpft sich irgendwie durch. Sie will Journalistin werden, doch ihr Verlobter ist überhaupt nicht angetan von ihren beruflichen Plänen und ihre Beziehung scheitert. Da erhält sie eines Tages ein anonymes Paket, in dem sich einige Briefe und Zeichnungen befinden sowie eine einzelne Schachfigur. Wer hat ihr diese Dinge zukommen lassen und warum? Melinda findet heraus, dass die Zeichnungen wohl das Dartmoor im Süden Englands darstellen und als sie die Gelegenheit erhält, auf eine Fortbildung nach London zu reisen, ergreift sie diese Chance, um mehr über den mysteriösen Inhalt des Paketes herauszufinden.

Parallel zu Melindas Geschichte erfährt der Leser mehr über die Amalia und Cathleen, zwei Schwestern, die in den 1880er Jahren in England aufgewachsen sind. Nach einer schweren Erkrankung hat Amalia ihr Gehör verloren, was ein schwerer Schlag für ihre Mutter Elisabeth ist, die sich mithilfe ihrer Töchter den Eintritt in die bessere Gesellschaft erarbeiten wollte. Geld hat die Familie Sherwood genug, aber den adligen Kreisen in ihrer Umgebung sind sie als Emporkömmlinge ein Dorn im Auge, was die ehrgeizige Elisabeth nicht hinnehmen will. Die Erkrankung von Amalia bedeutet für sie das Ende ihrer Hoffnungen, beide Töchter gut zu verheiraten, also richten sich nun all ihre Bemühungen auf eine gute Verbindung von Cathleen.

Mehr möchte ich gar nicht zum Inhalt verraten, denn die Verbindung der beiden Handlungsstränge und Zeitebenen ergibt sich natürlich erst nach und nach. Als Leser kann man schon recht früh einige Vermutungen aufstellen, andere Details enthüllen sich hingegen erst am Ende. So bleibt die Spannung konstant erhalten und da beide Handlungsstränge äußerst liebevoll und detailreich erzählt sind, verfliegen die Seiten nur so. Ich persönlich fand die Handlung um Amalia und Cathleen ein klein bisschen fesselnder als die Gegenwartshandlung um Melinda, aber auch hat sich wirklich wunderbar lesen lassen. Besonderen Charme entwickelte die Geschichte durch die vielen kleinen Verknüpfungen, die oft nur am Rande stattfanden und auffielen, bei denen man aber einfach merkte, wie durchdacht die Handlung auf beiden Zeitebenen angelegt ist.

Die Charaktere sind ebenfalls sehr liebevoll dargestellt, nicht nur die jeweiligen Hauptfiguren, sondern auch die ganzen Nebengestalten. Auch wenn einige Handlungen aus heutiger Sicht entsetzen, darf man nie den geschichtlichen Kontext vergessen, in dem die Geschichte spielt. Vieles entwickelt sich daraus und so hat man als Leser unwillkürlich auch Verständnis wenn die Figuren so und nicht anders handeln – auch wenn man es sich als Leser an einigen Stellen sehr wünschen würde, da einem einige der Figuren richtig ans Herz gewachsen sind und man mit ihnen mitleidet! Der Autorin ist es wirklich großartig gelungen, den Leser hier tief in die Geschichte der Sherwood-Schwester eintauchen zu lassen und auf eine kleine Zeitreise mitzunehmen – ich war richtig traurig, als das Buch nach knapp 580 Seiten schon vorbei war!

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Die Schwestern von Sherwood


Meine Meinung: Claire Winter erzählt hier auf zwei Zeitebenen zwei hinreißende Liebesgeschichten. Der erste Erzählstrang beginnt mit der jungen Journalistin Melinda in Berlin im Jahre 1948. Sie bekommt ein mysteriöses Paket von einem Unbekannten zu gestellt. Dieses Paket veranlasst sie dazu nach England zu reisen und die Wurzeln ihrer Herkunft zu erforschen. Der zweite Erzählstrang setzt im Jahre 1881 an und erzählt die Geschichte der Familie Sherwood. Ihr Leben, ihre Lieben und ihr Leiden. Im Vordergrund stehen die Schwestern Amalia und Cathleen Sherwood sowie der junge Lord Edward Hampton. Mit viel Leidenschaft erzählt die Autorin von Amalia und ihrer Schwester. Ihre Beschreibungen der Charaktere sind so authentisch, dass ich mich den Schwestern direkt nahe fühlte. Ihr Schicksal hat mich berührt und zwischendurch musste ich schon das eine oder andere Tränchen wegwischen um überhaupt weiter lesen zu können. Die Beschreibungen der Landschaft vor allem vom Dartmoor waren so bildhaft, dass ich es deutlich vor Augen hatte, toll.
Die Liebesgeschichten waren voller Gefühl und wirkten auf mich echt. Es hat Spaß gemacht diese Geschichte zu lesen und vor allem Melinda dabei zuzusehen wie sie mehr und mehr von ihrer Familie erfährt und dabei sich selbst findet. Sie versucht das Leben der Schwestern zu rekonstruieren und kommt damit einigen Geheimnissen der eigenen Familie auf die Spur. Ich fand die Szenenwechsel gelungen. Immer wenn es bei den Sherwoodschwestern spannend wurde wechselte das nächste Kapitel direkt wieder zu Melinda und eben umgekehrt. Diese Wechsel haben sehr zur Spannung beigetragen. Ich fand die Verbindung von Gegenwart (1948) zu Vergangenheit (1881 und später) gelungen.
Der Erzählstrang der Vergangenheit der Sherwoodschwestern hat mir einen Tick besser gefallen als der um Melinda. Ich fand ihn einfach intensiver, was vielleicht auch daran lag, dass ich ihn als etwas spannender empfunden habe.

Mein Fazit: „Die Schwestern von Sherwood“ ist ein gelungener Liebesroman aus dem vergangenen Jahrhundert. Er ist mysteriös, spannend und voller Gefühle und hat mir sehr gut gefallen. Ich hatte einige tolle Lesestunden mit Amalia, Edward und Melinda. Für mich eine klare Buchempfehlung für alle die gern Liebesgeschichten gepaart mit Spannung lesen.

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Bewegende Familiengeschichte

Schon lange habe ich keinen Prolog mehr gelesen, der so traurig und am Ende dann aber so tröstlich ist. Eine bessere Einleitung hätte es für diese Geschichte nicht geben können, denn diese Stimmung begleitet mich durch das ganze Buch und eine Szene aus dem Prolog kommt mir immer wieder in den Sinn.

Die zweite Zeitebene spielt in der englischen Grafschaft Devon. Die kleine Amalia wird nach einer schweren Scharlacherkrankung taub und diese Behinderung ist ein zentrales Thema in dieser bewegenden Geschichte. Es ist schon sehr traurig, wie damals mit solchen Handicaps umgegangen wurde. Ich habe mir darüber nie Gedanken gemacht und sehe nach dieser Lektüre einiges anders …

Claire Winter, die als Claudia Ziegler großartige historische Romane schreibt, hat damit ein sehr interessantes Thema aufgegriffen und mich mit ihrem wunderschönen Schreibstil sofort in ihren Bann gezogen. Sehr einfühlsam beschreibt sie einzelne Szenarien, die Gefühle ihrer Charaktere sind zum Greifen nah. Man kann regelrecht eintauchen in die stimmungsvoll erzählte Geschichte.

Manche Szenen waren zum Seufzen schön, bei anderen war ich den Tränen nah. Die Geschichte hat mit meinen Emotionen gespielt und dabei sind mir alle so nah gekommen. Die Charaktere werden sehr glaubhaft dargestellt und bis in die kleinste Nebenrolle treten sehr interessante Personen auf. Claire Winter fängt die jeweilige Atmosphäre so gut ein … von der bedrückenden Stimmung im zerbombten Berlin bis hin zu den nebelverhangenen englischen Moorlandschaften. Mein Kopfkino arbeitete die ganze Zeit auf Hochtouren.

Auf Zeitebenen erzählt, spannt Claire Winter einen feinen Spannungsbogen, der nicht abreißt. Auch wenn mir als Leser so nach und nach einiges klar wird, schafft sie es bis zum Schluss, mich immer wieder zu überraschen. Ich war richtig traurig, als das Buch zu Ende war, ich hätte immer weiter lesen können.

Mein absoluter Lieblingssatz in diesem Buch: „Sie kam sich vor wie auf einem Schiff, das vom Hafen abgelegt hatte und nun über den weiten Ozean segelte, ohne dass sie wusste, wo und ob sie jemals ankommen würde.“

Fazit: Sehr dramatische Familiengeschichte, die ich „inhaliert“ und bis zum letzten Satz genossen habe.

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Die Schwestern von Sherwood

Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen. Einmal im Jahr 1948 in Berlin und in England und einmal in England um 1881 herum.

Melinda Leewald ist 27 Jahre alt und möchte nichts lieber als Journalistin werden. Endlich ist der Krieg zu Ende und nun bemüht sie sich, in diesem Beruf Fuß zu fassen. Völlig unerwartet wartet an einem Tag ein Päckchen zu Hause auf sie. Sie hat keine Ahnung von wem das Päckchen stammt und der Inhalt ist seltsam. Briefe von einem Unbekannten Geliebten an seine schöne Unbekannte, Landschaftsbilder, die wie Melinda herausfindet, das Dartmoor in England zeigen und eine rote Schachfigur. Melindas Neugier ist geweckt. Schon immer wollte sie mehr über das Land erfahren, aus dem ihre Mutter stammt, nämlich aus England. Bei der Zeitung, bei der Melinda gerne arbeiten würde, wird eine Fortbildung in London angeboten und Melinda bittet darum, daran teilnehmen zu dürfen. Das gibt ihr die Möglichkeit auch in eigener Geschichte und über den Inhalt das mysteriösen Päckchens weiter zu recherchieren. Dabei stößt Melinda auf die beiden Sherwood-Schwestern Cathleen und Amalia. Beide fanden unter mysteriösen Umständen im Dartmoor ihren Tod. Diese Geschichte lässt Melinda nicht mehr los. Welche tragischen Geschehnissen führten zum Tod der beiden Schwestern.

Meine Meinung:
Claire Winter baut ihre Geschichte so spannend auf, das ich nicht sagen konnte, welche Zeitebene mir besser gefallen hat. Melinda, die ihren Weg sucht und nach dem Kriegsende versucht, mehr über ihre eigene Familiengeschichte herauszufinden, gleichzeitig aber auch mehr über die geheimnisvolle Geschichte der beiden Sherwood-Schwestern erfahren möchte. An den Wochenenden ihrer Fortbildung besucht sie den Süden Englands und fängt an dort Fragen zu stellen, um mehr über die Sherwood-Schwestern zu erfahren. Dort wird sie nicht von allen herzlich aufgenommen, sondern muss sich auch mit Bedrohungen und Anfeindungen herumschlagen. Und was hat es mit George Clifford auf sich? Auf der einen Seite ist er sehr nett zu ihr, auf der anderen Seite macht auch er manchmal dicht, wenn sie Fragen stellt.

In Zeitsprüngen erleben wir dann auch das Leben der Sherwood-Schwestern mit. Die Familie Sherwood gehört nicht zu den angeborenen reichen Familien, sondern hat ihr Vermögen mit einer glücklichen Geschäftsidee gemacht. Von den wirklich alten und reichen Familien werden sie nicht als Ihresgleichen angesehen, doch Elisabeth Sherwood, Cathleen und Amalias Mutter, setzt alles daran, in die gehobenen Kreise aufgenommen zu werden. Sie erhofft sich, einiges durch ihre zwei liebreizenden Töchter zu erreichen. Doch dann schlägt das Schicksal zu. Amalia erkrankt und verliert durch diese Erkrankung ihr Gehör. Für die damalige Zeit ein schwerer Schicksalsschlag.

Aber nicht nur diese Hauptcharaktere waren faszinierend. Es gibt in dieser Geschichte auch viele sehr gut durchdachte Nebencharaktere. Und nicht alle muss man mögen, nein, auch böse und niederträchtige Menschen sind darunter. Eine spannend aufgebaute Familiengeschichte, die von mir eine uneingeschränkte Leseempfehlung erhält. Selten habe ich so mitgefiebert, mitgefühlt und mitgelitten, wie bei diesem Roman.

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Die Schwestern von Sherwood

Inhalt:
Im Jahre 1948 treffen wir auf die angehende Journalisten Melinda, die eines Tages ein Paket ohne Absender erhält.
Im Paket enthalten sind Zeichnungen einer Moorlandschaft, Liebesbriefe und eine rote Schachfigur.
Durch die Schachfigur vermutet Melinda, dass dieses Paket etwas mit ihrer Großmutter zu tun hat.
Neugierig geworden, begibt sie sich auf die Suche und stößt auf ein dramatisches Familiengeheimnis, in das sogar sie selbst verstrickt ist.

Im Jahre 1881 begegnen wir John und Elisabeth Sherwood, die sich mühsamst aus der Armut befreit haben und zu Geld gekommen sind.
Aber auch das hilft ihnen nicht, von der höheren Gesellschaft akzeptiert zu werden. Aber genau das will Elisabeth um jeden Preis erlangen.
Daher setzt sie auf ihre beiden Töchter, vor allem auf die liebreizende Amalia. Doch diese wird nach einer Scharlacherkrankung taub.

Meine Meinung:
Der warmherzige, einfühlsame, flüssige und bildhafte Schreibstil der Autorin hat es mir leicht gemacht, von Anfang an in der Geschichte zu versinken; daher konnte ich das Buch kaum mehr aus der Hand legen.
Ich habe so mit der kleinen Amalia gelitten, die so tapfer ihr Schicksal erträgt, nie an sich selbst denkt und sich nicht unterkriegen läßt.
Die Geschichte war für mich voller Emotionen. Ich empfand Wut, Haß, war den Tränen nahe, konnte mich aber auch an der wunderschönen, aber leider verbotenen Liebesgeschichte erfreuen.
Alle Protagonisten, auch die der Nebencharaktere sind hervorragend ausgearbeitet, so dass die Geschichte und vor allem Amalia und Cathleen noch lange in mir nachwirken werden.
Für mich hielt die Geschichte immer wieder neue Wendungen bereit, somit blieb sie spannend bis zur letzten Seite.
Sehr interessant war für mich auch das Thema “Taubheit” und wie zu dieser Zeit damit umgegangen wurde bzw. mit welchen Anfeindungen man damals zu kämpfen hatte.
Zum Schluß möchte ich noch die wunderschöne Gestaltung des Covers erwähnen, welches das Buch zu einem wahren Schmuckstück im Bücherregal macht.
“Die Schwestern von Sherwood” ist eines der besten Familiengeheimnisse, die ich je gelesen habe und das Buch wird mit Sicherheit zu meinen Jahreshighlights 2013 gehören.
Daher ist es auch ganz klar, dass das Buch von mir 5 von 5 Sternen erhält.

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(Aktualisiert: 29 Oktober 2016)
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Ein spannendes Familiengeheimnis

Südengland 1881, Prolog. Jemand hatte sie von zu Hause fortgebracht. Sie war krank, sehr krank. Und diese Krankheit hatte Folgen...
Berlin 1948. Melinda wohnte zusammen mit anderen Mitbewohnern in einer Fünfzimmerwohnung. Die Vermieter waren sehr neugierig, aber bei ihr gab es nichts zu finden. Im Moment war sie für eine Bewerbung unterwegs….
Zurück zu Hause erfuhr sie, dass sie ein Paket bekommen hatte. Der Inhalt verwirrte sie sehr, denn es gab keinen Absender…
Sie bekam die Arbeitsstelle zunächst zur Probe und durfte sogar für eine Fortbildung nach London fahren. Das gefiel ihr sehr gut. Konnte sie dies doch evtl. mit einer Suche nach ihren englischen Wurzeln verbinden….
Doch sie ahnte nicht, welchen Staub sie damit aufwirbeln würde….
Dann gab es da noch die Kapitel, die viel früher spielen, siehe Prolog. Über diese Familie gab es immer wieder zwischendurch viel zu berichten….
Und Melinda wollte alles wissen, und begab sich dabei auch noch in Gefahr….
Welche Krankheit hatte sie? Und was waren dies für Folgen dieser Krankheit? Wo wollte Melinda sich bewerben? Was war in dem Paket, das Melinda erhalten hatte? Wieso gab es keinen Absender? Was suchte Melinda in England? Was ein Teil, oder gar beide Eltern, englischer Herkunft? Wieso wirbelte sie mit Ihrer Familienrecherche so viel Staub auf? Haben die früher spielenden Kapitel etwas mit Melinda zu tun? In welche Gefahr geriet Melinda bei ihrer Recherche? Alle diese Fragen – und noch viel mehr – beantwortet dieses Buch.

Meine Meinung
Das Buch ließ sich leicht und flüssig lesen. Es war gleich von Anfang an spannend. In der Geschichte war ich schnell drinnen und konnte mich auch gut in die Protagonisten hineinversetzen. Der Schreibstil war unkompliziert, es gab keine Fragen über den Sinn von Wörtern oder gar ganzen Sätzen. Amalia tat mir unendlich leid. Mir war gar nicht mehr bewusst, welche Folgen die Krankheit Amalias haben konnte. Die Mutter habe ich verflucht. Der ging es doch immer nur ums eigene Wohlergehen. Was Amalias Mutter getan hat ist durch nichts zu entschuldigen! Ich kann aber auch ihren Vater nicht verstehen, mit dem sich doch das Mädchen besser verstanden hatte, dass er letztendlich da noch mitgemacht hatte. Jeder, der das Buch liest wird wissen, was ich meine. Im Grunde ist diese Mutter an allem schuld gewesen….. Das Buch habe ich in einem Rutsch gelesen, konnte es einfach nicht aus der Hand legen, wenn es denn nicht unbedingt sein musste. Es hat mir sehr gute gefallen und bekommt von mir eine Lese-/Kaufempfehlung und volle Bewertungszahl!

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Ein Wahnsinnsbuch

Mit "Die Schwestern von Sherwood" ist Claire Winter ein wahres Meisterwerk gelungen. Die Geschichte eines Familiengeheimnisses, das einen von Anfang an in seinen Bann zieht und nicht mehr loslässt. Es besteht aus zwei Geschichten, die unweigerlich miteinander verknüpft sind.

Zum einem befinden wir uns im Jahr 1881 in Südengland. Hier wachsen die Schwestern Cathleen und Amalia in Sherwood auf. Ihre Eltern Elisabeth und John Sherwood haben es nach Jahren harter Arbeit zu einem großen Reichtum gebracht. Jetzt fehlt ihnen nur nach das gesellschaftliche Ansehen. Hierbei sollen ihnen ihre beiden Töchter helfen. Doch plötzlich wird Amalia nach einer Scharlacherkrankung taub und die Hoffnungen der Mutter versteifen sich auf Cathleen. Sie soll den jungen Lord Hampton heiraten. Doch Amalia, die den jungen Lord auf ihren Spaziergängen im Dartmoor kennenlernt, verliebt sich und beginnt eine Liebesbeziehung mit ihm. Doch plötzlich verschwindet Amalia spurlos und das Unglück bricht über beide Familien herein.

Zur gleichen Zeit befinden wir uns im Jahr 1948 in der Nachkriegszeit in Berlin. Hier kämpft die Nachwuchsjournalistin Melinda Leewald ums Überleben. Eines Tages bekommt sie von einem anonymen Absender ein rätselhaftes Paket. Die Bilder einer mystischen Moorlandschaft und eine ungewöhnliche Schachfigur führen die junge Frau nach England, zu einem geheimnisvollen alten Herrenhaus. Hier stößt Melinda bei ihren Nachforschungen auf die dramatsiche Liebesgeschichte zweier Schwestern im letzten Jahrhundert, die viel mehr mit ihrem Leben zu tun haben als sie zunächst ahnt.

Claire Winters lebhafter, spannender und gefühlvoller Schreibstillässt einen die Geschichte hautnah miterleben. Ich sah mich durch das Dartmoor wandern und das geheimnissvolle Herrenhaus aus dem Nebel auf mich zukommen. Man konnte die tiefen Gefühle der Protagonisten, die Wut und die Ängste förmlich spüren. Für dieses tolle Buch fehlen fast die Worte. Es hat mich tief berührt. Eine wunderbare Geschichte.

Die Aufmachung des Buches muß man auch erwähnen.Ein traumhaftes Cover, das ein echter Hingucker ist, besonders die Farbwahl. Auch die Länderkarten auf der Innenseite sind sehr informativ. Wirklich sehr gelungen.

Ich kann das Buch nur bestens weiterempfehlen und würde gerne mehr als 5 Sterne vergeben.

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